David Gerrold

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Alle Bücher von David Gerrold

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Zeitmaschinen gehen anders

Zeitmaschinen gehen anders

 (6)
Erschienen am 11.09.2017
Mission Farpoint. Star Trek

Mission Farpoint. Star Trek

 (4)
Erschienen am 01.10.1997
Der galaktische Mahlstrom

Der galaktische Mahlstrom

 (1)
Erschienen am 01.01.1981
Die Schlacht um den Planet der Affen

Die Schlacht um den Planet der Affen

 (0)
Erschienen am 11.09.2018
Zeitmaschinen gehen anders

Zeitmaschinen gehen anders

 (3)
Erschienen am 01.12.1984
Die fliegenden Zauberer

Die fliegenden Zauberer

 (3)
Erschienen am 01.05.1988
Ich bin Harlie

Ich bin Harlie

 (2)
Erschienen am 01.05.1993
Die Bestie

Die Bestie

 (2)
Erschienen am 01.01.1983

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Rezension zu "Zeitmaschinen gehen anders" von David Gerrold

Mehr Zeitreiseparadoxon geht nicht mehr
TheRavenkingvor 18 Tagen

Spätestens seit H. G. Wells‘ Klassiker „Die Zeitmaschine“ gehören Zeitreisen zum Standard-Repertoire der Science-Fiction. Das kreative Spiel mit dem „Was wäre, wenn…“ hat die Handlung unzähliger Bücher und Filme inspiriert.

Zeitmaschinen gehen anders wird nun als Klassiker dieses Subgenres bezeichnet, eben jenes wurde auch bereits über Ken Grimwoods „Replay“ behauptet, der in derselben Reihe: Klassiker der Science-Fiction, - erschienen ist und mich so gar nicht begeistern konnte. Aber vielleicht würde David Gerrolds Roman ja mehr nach meinem Geschmack sein.

Der Ich-Erzähler Danny verbringt seine Jugend als Student im Kalifornien der 1970-er Jahre. Eher halbherzig widmet sich der junge Mann seinen Studien, lässt sich treiben und lebt in den Tag hinein.

Er kann es sich leisten, sein einziger Verwandter, sein wohlhabender Onkel unterstützt ihn großzügig. Eben dieser Onkel erzählt ihm auch, er sei unbeschreiblich reich und hätte für seinen Neffen 140 Millionen Dollar auf der Bank deponiert, Eine wunderliche Aussage, doch Onkel Frank ist ein wunderlicher Charakter, ein seltsamer Kauz, von dem niemand so recht weiß, was er im Leben so treibt.

Doch dann verstirbt Onkel Frank unerwartet. Danny steht nun ganz allein da und es kommt noch schlimmer: Was für ein Schock, als ihm der Testamentsvollstrecker eröffnet, sein Onkel sei mittellos gestorben! Gerade einmal wenige hundert Dollar stünden ihm zu Verfügung, danach droht ein Leben in Armut, falls es ihm nicht gelingt irgendwo eine Anstellung zu finden.

Doch im Nachlass des Onkels befindet sich ein, speziell für seinen Neffen hinterlassener, Gegenstand. Es handelt sich um einen seltsamen Gürtel auf dem sich allerlei komplizierte Zahlenkombinationen befinden. Der beigefügten „Gebrauchsanweisung“ kann Danny entnehmen, dass es sich um eine Zeitmaschine handelt. War Onkel Frank geistesgestört oder funktioniert dieses unglaubliche Gerät etwa tatsächlich?

Als Test beschließt Danny, 24 Stunden in die Zukunft zu reisen. Dort angekommen staunt er nicht schlecht, als er sein zukünftiges Ich vorfindet. Gemeinsam reisen die beiden in die Gegenwart zurück, wo ihm Danny Nr. 2 eröffnet, er werde den nächsten Tag über bei ihm bleiben und ihm helfen, sich mit den Problemen, welche sich durch die Zeitreise ergeben, klarzukommen. Um erst einmal die finanzielle Seite der Dinge in Angriff zu nehmen, besuchen sie die Pferdewette und geben sich als Zwillingsbrüder aus. Vorausschauend hat der Danny aus der Zukunft gleich die Zeitung von Morgen dabei, und so sahnen die beiden fett ab.

Irgendwo hier war leider auch der Punkt, von dem an ich Mühe hatte der Handlung zu folgen. Wir befinden uns hier mitten in den Wirren des Zeitreiseparadoxons. Am nächsten Tag erhält Danny Besuch von seinem gestrigen Ich, das gerade erst die Zeitmaschine entdeckt und ausprobiert hat, er wechselt also praktisch die Rollen und ist diesmal derjenige, der dem anderen erklärt, wie dieser sich zu verhalten hat, um nicht aufzufallen. Mit jedem neuen Zeitsprung kommt dann eine weitere Version des Protagonisten hinzu. Später existieren dann sogar weibliche Versionen (Nein, fragen Sie mich nicht wie genau das funktioniert, ich bin mir selber nicht sicher, ob ich es verstanden habe.)

In der bizarrsten Szene des Buches hat der Erzähler sogar Sex mit seinem Doppelgänger, seinem zukünftigen Ich, das heißt im Grunde mit sich selbst.

Der Autor beschränkt sich ganz darauf, die persönlichen, intimen Erlebnisse seiner Hauptfigur zu beschreiben. Wir erfahren zwar an einer Stelle, dass der Protagonist auch Reisen in die ferne Vergangenheit unternommen hat (um etwa Leonardo Da Vinci beim Malen der Mona Lisa über die Schultern zu schauen), doch diese werden nur kurz erwähnt.

David Gerrolds Roman erinnerte mich am ehesten an den Film Transcendence mit Ethan Hawke (der wiederum auf einer Kurzgeschichte von Robert Heinlein basiert). Hier wie dort wird die Beschäftigung mit dem Zeitreise-Paradoxon bis zum Äußersten getrieben, bis einem von den vielen Unmöglichkeiten irgendwann nur noch der Kopf schwirrt.

Keine Frage, das ist alles äußerst intelligent erdacht, aber man muss Fan solcher komplizierter theoretischer Versuchsanordnungen sein, um das meiste aus der Geschichte herauszuholen.

Wer sich damit zufrieden gibt, dass das Zeitreise-Paradoxon in all seinen Facetten beleuchtet wird, kommt hier auf seine Kosten, wer eine abenteuerliche Zeitreise in vergangene oder zukünftige Welten erwartet, wird leer ausgehen.

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Rezension zu "Zeitmaschinen gehen anders" von David Gerrold

David Gerrold - Zeitmaschinen gehen anders
einz1975vor einem Jahr

Zeitreisen sind schon etwas ganz Besonderes. Autor David Gerrold hat sich tiefgreifend mit diesem Thema beschäftigt und herausgekommen ist diese Novelle. Mittlerweile zu einem Klassiker aufgestiegen, werden diese Zeilen sicherlich auch damals für Gesprächsstoff gesorgt haben. Nicht etwa, weil Zeitreisegeschichten zu ungewöhnlich waren, vielmehr geht es um die Erzählung selbst. Als Leser folgen wir dem Collegestudenten Daniel Eakins. Er lebt im Jahr 1974. Er muss nicht arbeiten und lebt einfach so in den Tag hinein. Sein Onkel Jim besucht ihn hin und wieder und gibt ihm ein ordentliches Taschengeld. Seine Eltern hat er nie kennengelernt, Onkel Jim war immer da.

Doch eines Tages stirbt der Onkel und hinterlässt ihm eine kleine Schachtel. Enthalten war nichts weiter als ein brauner, fast schlichter Gürtel. Doch bei genauer Betrachtung stellt Daniel fest, dass dieser Gürtel viel mehr ist – Eine Zeitreisemaschine. Ungläubig beäugt er dieses Stückchen Technik und schon stellt er sich die ersten Fragen. Wo kommt er her? Funktioniert das wirklich? Wie so oft, wird die Gebrauchsanweisung gar nicht erst gelesen und sein erster Versuch bringt ihn nur ein paar Minuten in die Zukunft. Es funktioniert! Fasziniert und auch noch etwas ungläubig, unternimmt er seinen ersten Versuch sein Leben zu verändern.

Als Student, ohne Job und ohne geldliche Mittel, liegt es nahe, dass er diesen Zustand ändern muss. Doch zuvor begegnet er sich selbst, denn einer muss ihm ja sagen auf wen er beim Pferderennen setzten muss, damit dieser Coup funktioniert. Ab jetzt beginnt das unheimliche Gedankenspiel. Was wäre wenn und was ändert sich, wenn ich dies oder jenes mache? David Gerrold bringt unseren Helden in eine wahrhaftig festsitzende Zwickmühle. Dennoch erlebt er Dinge, die wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Natürlich reist er durch die Zeit und erlebt Geschichte direkt mit den eigenen Augen. Selbst in der weiten Zukunft ist er gewesen, doch zieht es ihn immer wieder in seine eigene Zeit zurück.

Er begegnet sich nicht nur einmal selbst. Viele Male existieren viele Daniels zur selben Zeit, dabei kann es auch sein, dass er eine sie ist. Er lernt was es heißt zu lieben, zu leben und am Ende erkennt er sogar wer er selbst ist. Ich war hin und wieder doch irgendwie abgeschreckt und vielleicht auch etwas fragender als Daniel Eakins selbst, aber wer bin ich schon, der nicht in der Zeit reisen kann und nur die hier aufgeschrieben Gedanken und Erlebnisse interpretieren darf. Rundum wird das Thema Zeitreise und seine Auswirkung bei Veränderungen grundlegend erklärt, wobei das Paradox als solches, wohl nur die Erfindung der Zeitmaschine selbst ist.

Fazit:
David Gerrold beschrieb mit „Zeitmaschinen gehen anders“ ein stark philosophisches Experiment, welches den Leser an manchen Stellen erstarren lässt und an anderen aufwecken wird. Man versucht sich in die Lage der Hauptfigur hineinzuversetzen und denkt ständig darüber nach, was man selbst wohl anders gemacht hätte. Nur weil sich kein Zeitreisender bisher zu erkennen gab, heißt es nicht, dass es vielleicht eines Tages doch möglich ist, deshalb lesen und macht euch jetzt schon mal Gedanken, was ihr so alles anstellen würdet.

Matthias Göbel

Autor: David Gerrold
Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: HEYNE Verlag
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 11.09.2017
ISBN: 978-3-453-31866-3

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Rezension zu "Zeitmaschinen gehen anders" von David Gerrold

Rezension: Zeitmaschinen gehen anders
killmonotonyvor einem Jahr

Eine Parabel darüber, wie Zeitreisen uns vermutlich psychisch und physisch zermürben würden, der Fluss der Zeit zur Nebensache wird und wir uns nur noch auf uns selbst verlassen können — oder?

„Zeitmaschinen gehen anders“ ist die im Rahmen der „Meisterwerke der Science-Fiction“-Reihe erschienene Neuauflage des Klassikers von 1973. Damals wurde „The man who folded himself“, wie der Originaltitel lautet, für den Nebula Award nominiert. David Gerrold hat mit diesem Werk einen Klassiker geschaffen und diesen habe ich mir gestern in einer kleinen Lese-Session einverleibt.  Das Vorwort ist von Sascha Mamczak und eine kleine Perle für sich. Jeder, der die alte Ausgabe noch daheim hat, sollte allein für das grandiose Vorwort einen Blick in die neue Ausgabe werfen.  Inhaltlich geht es um den jungen Daniel, der von seinem Onkel Jim einen Zeitreise-Gürtel vererbt bekommt. Voller Verwirrung testet Daniel diesen erst einmal, begegnet seinem zukünftigen Ich und sein Leben ändert sich von einer Sekunde zur nächsten. Er klappert alle interessanten Ereignisse der Vergangenheit und der Zukunft ab, verändert Dinge, nur um sie später wieder zu „löschen“ und begegnet letzten Endes sogar einer weiblichen Version seiner selbst…

Kein Moment kann mir entkommen. Ich habe das Zwielicht verfolgt und die Dämmerung eingefangen. Ich habe den Tag erobert und die Nacht gezähmt. Ich kann leben, wie und wo es mir beliebt, denn ich bin der Herr der Zeit.

David Gerrold hat hier meiner Meinung nach wirklich ein dickes Ei gelegt – im guten Sinne! Anstatt den Leser mit auf die Reise durch Zeit und Raum zu nehmen, erzählt er, wie das Zeitreisen Daniel mit der Zeit mürbe im Kopf macht, welche psychologischen Krisen er zu bewältigen hat und wie er mit der Sache überhaupt klar kommt. Während Daniel sich philosophischen inneren Monologen hingibt, erfährt der Leser allerhand Dinge, die in anderen Zeitreise-Romanen unter den Tisch gekehrt werden: Wie sieht es beispielsweise aus, wenn man mit sich selbst im Reinen ist, Selbstliebe kein Fremdwort ist und man dann eine oder mehrere Versionen seiner selbst trifft? Fühlt man sich zu „dem anderen Ich“ hingezogen? Kann so möglicherweise eine Beziehung entstehen? Und wie nimmt man das Verrinnen der Zeit wahr, wie erlebt man selbst das Heute? All diese Fragen beantwortet Gerrold in seinem kurzen Roman. Anfangs war ich sehr skeptisch, ob angesichts der Länge überhaupt eine gute Zeitreise-Story vorhanden sein kann, aber diese Zweifel wurden schnell beiseite geräumt. Die Seiten flogen nur so dahin, und schnell war das Büchlein ausgelesen. Ich musste dann erst einmal den ganzen Inhalt Revue passieren lassen, bis ich auch die eine oder andere Sache verstanden habe, aber im Großen und Ganzen kann man sagen, dass dieses Buch eine wunderbare Parabel ist. Die abgeschlossene Handlung und das Fehlen eines offenen Endes haben mich sehr erfreut, zumal ich nur selten offene Enden mag. Allerdings haben mich Kleinigkeiten gestört; zum Beispiel Daniels Umgang mit seiner weiblichen Version; die Dialoge schienen mir doch sehr unglaubwürdig (okay, es ist ein Zeitreiseroman, so viel zu Glaubwürdigkeit, aber die Dialoge müssen doch nicht ins Absurde purzeln!). Das Set-Up, also dass der gesamte Roman quasi ein Tagebuch ist, finde ich toll. Auch wenn man nicht 100% mit dem Protagonisten mitfühlen kann und er doch charakterlich „platt“ wirkt, kann man dennoch die Gedanken und die Sorgen, die in während seiner Zeitreisen plagen, auf eine Art nachvollziehen. David Gerrold hat mit „Zeitmaschinen gehen anders“ eine Idee angestoßen, wie Zeitreisen bis zu einem gewissen Punkt wirklich ablaufen würden; was wir tun würden und welche Fragen uns beschäftigen.

Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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