David Gerrold

 3,8 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor*in von Die fliegenden Zauberer, Zeitmaschinen gehen anders und weiteren Büchern.

Lebenslauf

David Gerrold wurde am 24. Januar 1944 als Jerrold David Friedmann in Chicago geboren. Er studierte Theaterwissenschaften in Los Angeles und schloss 1967 mit einem B.A. ab. Am 8. September 1966 sah er die erste Folge der TV-Serie Star Trek im Fernsehen und war so begeistert, dass er Produzent Gene L. Coon einen Entwurf für eine Doppelfolge schickte, die dieser allerdings ablehnte. Coon erkannte jedoch Gerrolds Talent und bat ihn um weitere Ideen. Eine davon war „Kennen Sie Tribbles?“, die für den Hugo Award nominiert wurde und heute eine der beliebtesten Star-Trek-Episoden ist. Nachdem er einige Kurzgeschichten in Magazinen veröffentlicht hatte, schrieb Gerrold zusammen mit Larry Niven seinen ersten Roman, die SF-Humoreske „Die fliegenden Zauberer“. Anfang der Siebzigerjahre folgten die hochgelobten Romane „Ich bin Harlie“ und „Zeitmaschinen gehen anders“, die heute zu den Klassikern des Genres gehören. In den Achtzigern begann Gerrold mit seinem Chtorr-Zyklus, an dem er bis heute arbeitet. Daneben schreibt er weiter Drehbücher, unter anderem zu der für den Nebula-Award nominierten Star-Trek-Fan-Serie „New Voyages“.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von David Gerrold

Cover des Buches Zeitmaschinen gehen anders (ISBN: 9783453318663)

Zeitmaschinen gehen anders

(7)
Erschienen am 11.09.2017
Cover des Buches Mission Farpoint. Star Trek (ISBN: 9783453034563)

Mission Farpoint. Star Trek

(6)
Erschienen am 01.10.1997
Cover des Buches Ich bin Harlie: Roman (ISBN: B07BFWCWMV)

Ich bin Harlie: Roman

(1)
Erschienen am 26.03.2018
Cover des Buches Der galaktische Mahlstrom (ISBN: B003HJJOLW)

Der galaktische Mahlstrom

(1)
Erschienen am 01.01.1981
Cover des Buches Die Schlacht um den Planet der Affen (ISBN: 9783746761282)

Die Schlacht um den Planet der Affen

(1)
Erschienen am 11.09.2018
Cover des Buches Raumspringer: Roman (ISBN: B07BFWLGGL)

Raumspringer: Roman

(1)
Erschienen am 26.03.2018
Cover des Buches Der Tag der Verdammnis (ISBN: 9783641213541)

Der Tag der Verdammnis

(0)
Erschienen am 13.06.2017
Cover des Buches Die biologische Invasion (ISBN: 9783641213558)

Die biologische Invasion

(0)
Erschienen am 13.06.2017

Neue Rezensionen zu David Gerrold

Cover des Buches Ich bin Harlie: Roman (ISBN: B07BFWCWMV)
einz1975s avatar

Rezension zu "Ich bin Harlie: Roman" von David Gerrold

einz1975
David Gerrold - Ich bin Harlie

Schon in den frühen Anfängen der Computertechnik, als Maschinen noch ganze Räume füllten und ihre Rechenleistung weit hinter der heutiger Smartphones zurückblieb, beschäftigten sich Wissenschaftler und Autoren mit der Frage, welches Potenzial in diesen Systemen steckt. Was damals als reine Rechenhilfe begann, entwickelte sich schrittweise zu immer komplexeren Programmen. Die Idee, dass Maschinen eines Tages mehr sein könnten als bloße Werkzeuge, entstand also lange bevor sie technisch realisierbar war. Genau hier setzt der Roman „Ich bin Harlie“ an. Im Zentrum steht das künstliche System Harlie, das weit über eine gewöhnliche Maschine hinausgeht. Der Psychologe David Auberson untersucht Harlies Verhalten, insbesondere dessen wiederkehrende Phasen scheinbar unverständlicher und irrationaler Äußerungen. Die zentrale Frage lautet, ob ein Fehler in der Programmierung vorliegt oder ob Harlie eine Form von eigenständigem Bewusstsein entwickelt hat. Damit wird früh eine Thematik aufgegriffen, die heute unter dem Begriff künstliche Intelligenz selbstverständlich erscheint, zur Entstehungszeit des Romans Anfang der 1970er Jahre jedoch visionär war.




Aus heutiger Perspektive wirkt Harlie wie eine frühe literarische Vorwegnahme moderner KI-Systeme. Während Computer damals strikt als Werkzeuge galten, präsentiert Gerrold eine Maschine, die kommuniziert, reflektiert und scheinbar eigene Interessen entwickelt. Der Roman lebt stark von Dialogen, insbesondere zwischen Harlie und den Wissenschaftlern. Diese Gespräche sind ausführlich und teilweise komplex, was gelegentlich überladen wirken kann, gleichzeitig aber dazu beiträgt, sowohl die menschlichen Figuren als auch Harlie selbst differenziert darzustellen. Gerade in der Art und Weise, wie Harlie mit Menschen interagiert, zeigt sich die Stärke des Romans. Im Verlauf der Handlung verschiebt sich der Fokus. Anfangs steht die psychologische Analyse der KI im Mittelpunkt, doch zunehmend geraten wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte in den Vordergrund. Das Projekt Harlie ist kostspielig, und nicht alle Entscheidungsträger erkennen dessen Bedeutung. Die Frage, welchen konkreten Nutzen Harlie hat, wird entscheidend. Diese Problematik ist auch heute noch hochaktuell, da Forschung und Entwicklung im Bereich künstlicher Intelligenz stets unter wirtschaftlichem Druck stehen.




Besonders interessant ist die Idee, dass Harlie selbst einen Weg finden soll, seinen eigenen Wert zu beweisen. Er entwickelt schließlich einen Plan, der zunächst absurd erscheint. Harlie schlägt vor, sich mit einem zentralen Computersystem zu verbinden und eine sogenannte „G.O.D.-Maschine“ zu erschaffen, ein System, das jede erdenkliche Frage beantworten kann. Damit greift der Roman ein Motiv auf, das sich bis in die Gegenwart zieht, etwa in der Vision allwissender Daten- und KI-Systeme. Was damals wie reine Science-Fiction wirkte, erinnert heute stark an Entwicklungen rund um große Sprachmodelle und globale Informationsnetzwerke. Parallel dazu wird die Figur Auberson weiter ausgearbeitet. Seine persönlichen Beziehungen und seine emotionale Entwicklung stehen in einem spannenden Kontrast zu Harlies scheinbar logischem, aber zunehmend schwer einzuordnendem Verhalten. Auch hier zeigt sich, dass der Roman nicht nur technische, sondern vor allem menschliche Fragen behandelt.




Gerrold gelingt es, zentrale Themen wie Bewusstsein, Identität und Existenz aufzugreifen. Der Roman stellt grundlegende Fragen: Können Maschinen fühlen oder zumindest überzeugend Gefühle simulieren? Wie entsteht Lernen in künstlichen Systemen? Und wie verändert sich das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, wenn diese beginnen, eigenständig zu handeln? Dabei entsteht keine klassische Spannung durch Action, sondern eine subtile, gedankliche Spannung. Die Unsicherheit, ob mit Harlie „etwas nicht stimmt“ oder ob er lediglich einen nächsten Entwicklungsschritt darstellt, begleitet die gesamte Handlung. Ein Vergleich mit heutigen Diskussionen zeigt, wie erstaunlich vorausschauend der Roman ist. Themen wie Kontrollverlust, ethische Verantwortung und die Angst vor einer überlegenen künstlichen Intelligenz sind aktueller denn je. Gleichzeitig bleibt Harlie jedoch ein Produkt seiner Zeit, insbesondere durch die starke Betonung psychologischer Analyse und dialoglastiger Erzählweise.




Fazit:


„Ich bin Harlie“ ist weniger ein spannungsgeladener Science-Fiction-Roman als vielmehr ein philosophisches Gedankenexperiment. Er zeigt, dass sowohl Menschen als auch intelligente Systeme ein grundlegendes Bedürfnis nach Selbsterhalt besitzen. Während Menschen fliehen oder sich verstecken können, stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten einer künstlichen Intelligenz zur Verfügung stehen, um ihre Existenz zu sichern. David Gerrold gelingt es, bereits 1972 viele Aspekte vorwegzunehmen, die heute die Diskussion um künstliche Intelligenz prägen. Trotz gelegentlich überladener Dialoge und einer teilweise sehr intensiven psychologischen Betrachtung bietet der Roman zahlreiche Denkanstöße. Er regt dazu an, über die Grenzen zwischen Mensch und Maschine nachzudenken und darüber, wie nah wir einer allwissenden „Gottmaschine“ tatsächlich sind. Wer sich für die Ursprünge der KI-Ideen interessiert und bereit ist, sich auf eine ruhige, dialogreiche Geschichte einzulassen, findet in „Ich bin Harlie“ einen nach wie vor faszinierenden und überraschend aktuellen Roman.




Matthias Göbel




Autor: David Gerrold


Übersetzung: Charlotte Franke


Taschenbuch: 301 Seiten


Verlag: Heyne Verlag


Veröffentlichung: 26.03.2018


Erstveröffentlichung: 1972


ISBN: 9783641231392

Cover des Buches Raumspringer: Roman (ISBN: B07BFWLGGL)
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Rezension zu "Raumspringer: Roman" von David Gerrold

einz1975
David Gerrold – Raumspringer

In einer weit entfernten Zukunft haben sich die Menschen über einen großen Teil der Galaxie ausgebreitet. Dieser Prozess dauerte viele Jahrhunderte, bis schließlich rund elftausend Planeten besiedelt waren. Mass stammt von einer dieser Welten, einem Planeten namens Steinveldt. Dort herrscht eine hohe Schwerkraft, weshalb die Menschen genetisch angepasst wurden. Sie sind kräftiger, robuster und widerstandsfähiger als ihre ursprünglichen Vorfahren. Mit seinem kleinen Schiff begibt sich Mass auf eine ungewöhnliche Reise. Er sucht nach dem einst mächtigen Imperium, das scheinbar spurlos verschwunden ist. Kaum noch jemand spricht darüber, und niemand weiß genau, was geschehen ist. Dabei war dieses Empire einst allgegenwärtig und unvorstellbar groß. Wie kann eine solche Macht einfach verschwinden? Oder existiert sie vielleicht noch und wird nur nicht mehr wahrgenommen?

David Gerrold gelingt ein strukturierter Einstieg in die Geschichte. Er führt den Leser behutsam in Mass’ Welt ein und beschreibt anschaulich die genetischen Veränderungen, die notwendig waren, um auf extremen Planeten wie Steinveldt überleben zu können. Auch das Imperium erhält eine gewisse historische Tiefe, sodass man nach und nach ein Gefühl für seine frühere Bedeutung entwickelt. Besonders interessant sind die sogenannten Skimmer. Dabei handelt es sich um hochentwickelte Raumschiffe mit nahezu unbegrenzter Energie, enormer Geschwindigkeit und der Fähigkeit zur Selbstreparatur. Als Mass eines dieser Schiffe entdeckt, beginnt sein eigentliches Abenteuer. Doch das Steuern eines Skimmers ist äußerst komplex. Es erfordert einen speziell geeigneten Piloten, der ebenfalls genetisch angepasst sein muss, um mit dem Schiff auf einer tieferen, beinahe symbiotischen Ebene kommunizieren zu können.

Im Verlauf seiner Reise besucht Mass zahlreiche unterschiedliche Welten. Die dort lebenden Menschen unterscheiden sich teils drastisch voneinander. Das betrifft nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Fähigkeiten, ihre Lebensweisen, ihre gesellschaftlichen Strukturen und ihr Denken. Diese Vielfalt wirft zentrale Fragen auf. Was bedeutet es überhaupt, Mensch zu sein? Gibt es noch eine gemeinsame Identität, oder hat sich die Menschheit in unzählige Varianten aufgespalten? Darüber hinaus stellt der Roman grundlegende philosophische Fragen. Dienen die Menschen noch immer einem Imperium oder sind sie freier denn je? Ist echte Freiheit möglich oder bleibt man stets an Systeme wie Regierungen, Religionen oder gesellschaftliche Normen gebunden? Diese Gedanken ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung und regen immer wieder zum Nachdenken an. Allerdings zeigt der Roman auch Schwächen. Vor allem im späteren Verlauf wirken einige Figuren eher wie funktionale Elemente der Handlung, ohne dass man sie wirklich kennenlernt oder eine tiefere Bindung zu ihnen aufbauen kann. Auch das Ende erscheint etwas hektisch und fragmentarisch erzählt. Die philosophischen Ansätze bleiben zwar präsent, verlieren jedoch teilweise an Klarheit und Wirkung.

Zwischendurch lockert Gerrold den Text mit kurzen Liedern und Gedichten auf. Diese tragen zur Atmosphäre bei, sind jedoch nicht immer gleichermaßen gelungen. Die Gruppe von Figuren, darunter ein Prinz, ein Agent, eine Telepathin und ein Pilot, bildet eine ungewöhnliche Gemeinschaft, die trotz ihrer Unterschiede zusammenfindet. Gerade dieses Motiv des Zusammenhalts gehört zu den stärkeren Elementen der Geschichte. Mit einer stärkeren Fokussierung auf weniger Figuren und einem ruhigeren Erzähltempo hätte der Roman noch gewinnen können. Dennoch überzeugt er durch seine Ideen. Das geheimnisvolle Verschwinden des Imperiums, das faszinierende Konzept der Skimmer und die Reise durch eine vielfältige, oft fremdartige Galaxie verleihen der Geschichte ihren besonderen Reiz. Dabei steht nicht der Konflikt oder die Gewalt im Vordergrund, sondern das Miteinander und das langsame Zusammenwachsen der Charaktere.

Fazit:
Raumspringer bietet eine interessante Mischung aus Science-Fiction-Abenteuer und philosophischer Reflexion. Die Suche nach dem Imperium wird gleichzeitig zur Suche nach Identität und Herkunft. Trotz einiger inhaltlicher Schwächen entfaltet der Roman eine gewisse Faszination, vor allem durch seine Ideen und die dargestellte Vielfalt menschlicher Existenzformen. Letztlich stellt sich eine zentrale Frage. Braucht der Mensch überhaupt noch ein Imperium, das über ihn wacht, oder ist er frei, seinen eigenen Weg zu gehen? Ist der Sinn des Lebens weiterhin die Vermehrung und Ausbreitung oder vielmehr die Suche nach einer Heimat und nach einem tieferen Verständnis des eigenen Seins? Der Roman lässt viel Raum für Interpretation. Vielleicht liegt gerade darin seine Stärke. Er zeigt, dass Machtstrukturen kommen und gehen, während die Suche nach Sinn, Zugehörigkeit und Identität eine Konstante bleibt. Und vielleicht ist es genau diese Suche, die den Menschen, in welcher Form auch immer, letztlich definiert.

Matthias Göbel

Autor: David Gerrold
Übersetzung: Leni Sobez
Taschenbuch: 152 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Veröffentlichung: 26.03.2018
Erstveröffentlichung: 1973
ISBN: 9783641231385

Cover des Buches Die Schlacht um den Planet der Affen (ISBN: 9783746761282)
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Rezension zu "Die Schlacht um den Planet der Affen" von David Gerrold

itwt69
die Macht der Waffen

Selbst wenn die ganze Zivilisation fast komplett zerstört ist, haben Waffen immer noch ihre morbide Anziehungskraft. Da würde der Spruch der Friedensbewegung "Frieden schaffen ohne Waffen" ganz gut reinpassen. Die Aktualität zeigt, dass das wohl für immer ein Wunschtraum sein wird. Ob Affen oder Menschen - Macht ist und bleibt anziehend. Der Konflikt zwischen den Rassen war dieses Mal ein wenig besser dargestellt, dennoch "nur" 3 Sterne. Für mich ist diese "Serie" hiermit beendet, da nichts Neues mehr zu erwarten ist.

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