David Graeber

 3,6 Sterne bei 91 Bewertungen
Autor von Bullshit Jobs, Schulden und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Homo oeconomicus und die Occupy-Bewegung: Der amerikanische Ethnologe und Anarchist wurde 1961 geboren und lehrte bis 2007 an der Yale University. Er vertritt nicht nur seine politische Meinung lautstark, sondern setzt sich auch für Soziales ein, zumal er als Mitglied der "Industrial Workers of the World" für die Rechte der Arbeiter einsteht. Seine Entlassung im Jahre 2007 hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Seitdem hat er zuerst am Goldsmith-College in London unterrichtet, bis er an die London School of Economics wechselte. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Schulden: Die ersten 5000 Jahre", "Bullshit Jobs-Vom wahren Sinn der Arbeit", "Bürokratie-Die Utopie der Regeln", "Inside Occupy" und "Revolution oder Evolution-Das Ende des Kapitalismus?". Für "Schulden: Die ersten 5000 Jahre" wurde er 2012 mit dem Bread and Roses und mit dem proZukunft Top Ten der Zukunftsliteratur Preis ausgezeichnet. David Graber lebt in London.

Alle Bücher von David Graeber

Cover des Buches Bullshit Jobs (ISBN: 9783608982459)

Bullshit Jobs

 (37)
Erschienen am 18.06.2020
Cover des Buches Schulden (ISBN: 9783608985108)

Schulden

 (15)
Erschienen am 29.01.2022
Cover des Buches Anfänge (ISBN: 9783608966145)

Anfänge

 (7)
Erschienen am 13.01.2024
Cover des Buches Piraten (ISBN: 9783608987195)

Piraten

 (9)
Erschienen am 14.01.2023
Cover des Buches Revolution oder Evolution (ISBN: 9783446443044)

Revolution oder Evolution

 (4)
Erschienen am 01.02.2015
Cover des Buches Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus (ISBN: 9783570551974)

Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus

 (5)
Erschienen am 01.04.2012
Cover des Buches Bürokratie (ISBN: 9783442159208)

Bürokratie

 (2)
Erschienen am 16.07.2017
Cover des Buches Inside Occupy (ISBN: 9783593397191)

Inside Occupy

 (2)
Erschienen am 01.05.2012

Videos

Neue Rezensionen zu David Graeber

Cover des Buches Piraten (ISBN: 9783608987195)
Angellika_Buenzels avatar

Rezension zu "Piraten" von David Graeber

Nicht für "Anfänger"
Angellika_Buenzelvor 10 Monaten

Bisher habe ich mich nicht mit Piraten Beschäftigt, von daher war das mein erstes Buch zu dem Thema, und dafür eignet es sich nicht richtig. Es kommen doch viele Namen und Begriffe vor, die mir nichts gesagt haben.

Zudem beginnt das Buch nicht, wie man anhand des Titels und des Klappentextes denken könnte, mit der gängigen Piraterie, sondern mit der auf und rund um Madagaskar. Darum, wie die dortigen Piraten sich organisiert haben und wie sie gelebt haben, vieles auf die Punkte Aufklärung und Demokratie bezogen. Schon im Vorwort wird jedoch klar, dass Herr Graeber die Geschichte ein wenig anders sieht, weshalb mir nicht immer klar wurde, ob er nicht zu subjektiv an die Forschung und den Text herangetreten ist, insbesondere aufgrund der eher mageren Quellenlage.


Alles in allem also ein Buch, das mich in einen Zwiespalt bringt. Es beschäftigt sich mit Piraten, nur eben nicht mit denen, die man laut Klappentext und Titel erwartet. Mich persönlich hat es etwas enttäuscht, da ich mit einer anderen Erwartung an das Buch herangetreten bin. Gleichzeitig behandelt es ein neues Thema, das bisher wenig Beachtung bekommen hat.

Cover des Buches Piraten (ISBN: 9783608987195)
Lui_s avatar

Rezension zu "Piraten" von David Graeber

Auf zu neuen Wegen
Lui_vor einem Jahr

Das Cover wirkt zweckmäßig: Die knallrote Coverfarbe hat mich zusammen mit dem schlicht aber effektiv in Szene gesetzten Titel sofort angesprochen und neugierig gemacht.

David Graeber versucht mit diesem Buch die gegenseitige Beeinflussung von Piraten und madagassischen Bevölkerungsgruppen vor dem Hintergrund des dortigen politischen Handelns im 17. und 18. Jahrhundert zu rekonstruieren. Damit verfolgt er einen momentan recht häufig zu sehenden Ansatz, indem er von offenen Grenzen im Sinne eines kulturellen und intellektuellen Austausches spricht und nach überregionalen Zusammenhängen bei der Verbreitung demokratischer Ideen und freiheitlichen Gedankenguts fragt.

Gekonnt begibt der Autor sich dafür in historischen Quellen und literarischen Werken auf Spurensuche, um daraus eine mögliche und teilweise aus Ermangelung an physischen Beweisen spekulative Erzählung der Vergangenheit zu bieten. Dabei werden Einblicke in verschiedene Forschungszweige, wie Geschichte, Anthropologie und Ethnologie, kombiniert - Interdisziplinarität an einem Fallbespiel also. Teilweise geht Graeber dabei bewusst provozierend vor und stellt jede Menge - teilweise bis zuletzt offene - Fragen, die zum Nachdenken anregen.

Der detaillierte Anhang des Buchs lädt außerdem zu tiefgreifender Beschäftigung mit dem Besprochenen ein und bietet dank Glossar und Zeitstrahl auch eine gelungene Orientierungshilfe. Trotzdem ist mein größter Kritikpunkt die Lesbarkeit des Ganzen. Besonders der methodische Teil, also der Einstieg, war unglaublich schwer lesbar und dank dem komplizierten Satzbau gilt das auch für den Rest des eigentlich recht kurzen Buchs. Dennoch waren die interessanten Gedankengänge und die Argumentationsstruktur des Autors jederzeit gut nachvollziehbar.

Ich habe den Einblick in die verschiedenen Fachrichtungen rund um das Zusammenleben zwischen Piraten und madagassischen Bevölkerungsgruppen sehr genossen und sicherlich einen Mehrwert daraus gezogen. Als Laie sollte man jedoch wohl ein starkes Interesse, Neugier, Offenheit und vor allem viel Zeit für die Lektüre mitbringen, um sich völlig auf Graebers Ausführungen einlassen zu können.

Cover des Buches Piraten (ISBN: 9783608987195)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Piraten" von David Graeber

"Piraten: Auf der Suche nach der wahren Freiheit - Was ist wahre Freiheit?
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Der bekannte Autor, Ethnologe und Anarchist David Graeber (1961-2020) hat sich mit diesem Buch auf die Spuren „echter“ Piraten, abseits des Hollywood-Klischees à la Erol Flynn oder der Meuterei auf der Bounty, geheftet. Dazu bediente er sich der Ergebnisse der ethnologischen Studien auf Madagaskar, die er unter Marshall Sahlins (1930-2021) durchgeführt und 1996 darüber promoviert hatte. 

Graeber untersuchte das Piratenleben des 17. und 18. Jahrhunderts auf Madagaskar, fand Anhaltspunkte über Siedlungen und Unwesen der Freibeuter auf der Insel. Dabei stützte er sich auf die wenigen historisch belegten Texte. 

Die Insel, die rund 400 km östlich von Moçambique im Indischen Ozean liegt, ist strategisch günstig gelegen und von dort aus Raubzüge auf Indienfahrer zu machen und gleichzeitig als Versteck zu dienen. Doch Madagaskar war keineswegs eine unbewohnte Insel.  

Wie wurden die Freibeuter auf Madagaskar aufgenommen? Freundlich oder doch als Eindringlinge? Haben sich die Piraten mit den Madegassen vermischt? Warum gibt es kaum archäologische Funde als Beweis für die längere Anwesenheit der Piraten? 

Sind Piratenschiffe wirklich ein Hort der Demokratie, in dem der Kapitän regelmäßig gewählt wird? Gab es wirklich einen Piratenstaat? Ist „Libertalia“ Fakt oder Fiktion oder Wunschdenken, der vom Adel unterdrückten und geprägten Gesellschaft in Europa? 

Meine Meinung: 

Dass Autor David Graeber sich des Piratentums annahm, passt gut zu seiner anarchistischen Biografie, denn er hatte eine führende Rolle bei der „Occupy“-Bewegung inne.   

David Graeber versucht, aus den wenigen gesicherten Fakten Antworten auf die Fragen zu geben. Das gelingt manchmal besser und manchmal nicht ganz so gut. Er wirft mehr neue Fragen auf, als er beantwortet.  

Demokratie auf einem Segler, auf dem der Kapitän nach Belieben abgewählt werden kann? Klingt nicht ganz glaubwürdig. Nicht jeder Kapitän ist ein Leuteschinder. Gerade auf den Schiffen des 17. und 18. Jahrhunderts muss es eine klare Aufgabenverteilung und strenge, fast militärische anmutende Hierarchie geben, um die äußeren Bedingungen zu beherrschen. Bei einem Sturm zu diskutieren und abzustimmen WER in die Wanten klettern muss oder ob man die Rumrationen gleich ausgibt, kann ich mir nicht vorstellen. Auch die Navigation (ohne technische Hilfsmittel wie GPS oder Echolot) stellt eine, für den einfachen Matrosen ohne entsprechende Ausbildung, vor eine nahezu unlösbare Aufgabe dar. 

Das Buch ist recht gut lesbar und mit ausführlichen Zitaten aus den wenigen historischen Quellen unterlegt, die in ein umfangreiches Quellenverzeichnis dargestellt sind. Zur leichteren Einordnung in das Weltgeschehen ist ein Zeitstrahl mit damaligen Geschehnissen in Europa und Madagaskar angeführt. Eine Liste weiterführende Literatur rundet den Text ab. 

Fazit:

Ein interessantes Buch, das das Piratenleben in einem anderen Licht erscheinen lässt. Mich hat das Buch nicht ganz überzeugt, da es mehr Fragen aufwirft als es beantwortet, daher gibt es von mir 3 Sterne. 

 

 

 

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Zusätzliche Informationen

David Graeber wurde am 12. Februar 1961 in Vereinigte Staaten von Amerika geboren.

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von 10 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

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