Bullshit Jobs

von David Graeber 
3,0 Sterne bei21 Bewertungen
Bullshit Jobs
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humorvoll, treffend und informativ. Regt zum diskutieren nach und Umdenken an!

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Musste ich leider abbrechen, da ich mich mit dem Lesen des Buches nur gequält habe, nicht vorwärts kam.

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Inhaltsangabe zu "Bullshit Jobs"

Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht.

Im Zuge des technischen Fortschritts sind zahlreiche Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzt worden. Trotzdem ist die durchschnittliche Arbeitszeit nicht etwa gesunken, sondern auf durchschnittlich 41,5 Wochenstunden gestiegen. Wie konnte es dazu kommen? David Graeber zeigt in seinem bahnbrechenden neuen Buch, warum immer mehr überflüssige Jobs entstehen und welche verheerenden Konsequenzen diese Entwicklung für unsere Gesellschaft hat.

Im Jahr 1930 sagte der britische Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass durch den technischen Fortschritt heute niemand mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten müsse. Fast ein Jahrhundert danach stellt David Graeber fest, dass die Gegenwart anders aussieht: Die durchschnittliche Arbeitszeit ist gestiegen und immer mehr Menschen üben Tätigkeiten aus, die unproduktiv und daher eigentlich überflüssig sind – als Immobilienmakler, Investmentbanker oder Unternehmensberater. Es sind Jobs, die keinen sinnvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Es sind Bullshit-Jobs. Warum bezahlt eine Ökonomie solche Tätigkeiten, die sie nicht braucht? Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen? Und was können wir dagegen tun? David Graeber, einer der radikalsten politischen Denker unserer Zeit, geht diesem Phänomen auf den Grund. Ein packendes Plädoyer gegen die Ausweitung sinnloser Arbeit, die die moralischen Grundfesten unserer Gesellschaft ins Wanken bringt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608981087
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:09.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Galladans avatar
    Galladanvor 8 Stunden
    Kurzmeinung: Es zieht sich. So witzig wie der Anfang geschrieben wurde, so durchgekaut würde es später.
    Zu ausführlich aber trotzdem interessant

    Bullshit Jobs: Vom wahren Sinn der Arbeit von David Graeber, erschienen im Klett Cotta Verlag am 09.09.2018 

    1930 prophezeite John Maynard Keynes das die Technologie bis zum Ende des Jahrhunderts es ermöglicht, dass wir nur mehr 15 Stunden arbeiten müssen. Die Realität sieht anders aus. Heute arbeiten mehr Menschen mehr Stunden und am Ende stellen wir fest, dass in vielen Bereichen Menschen fehlen. Was ist da schiefgelaufen?

    Dies fragt sich David Graeber mit einem Essay welchen er für die Zeitschrift Strike geschrieben hat. Er nennt seinen Artikel „Über das Phänomen der Bullshit-Jobs“. Der Artikel erregt Aufmerksamkeit, wird in verschiedene Sprachen übersetzt und viele Leute die der Überzeugung sind einen dieser Bullshit-Jobs zu haben tauschen sich mit dem Autor darüber aus was dann zu diesem Buch führte. 

    Die Kapitelüberschriften lauten: 
    Was ist ein Bullshit-Job? 
    Was für Typen von Bullshit-Jobs gibt es? 
    Warum bezeichnen sich die Inhaber von Bullshit-Jobs regelmäßig selbst als unglücklich? 
    Wie fühlt es sich an, einen Bullshit-Job zu haben? 
    Warum vermehren sich die Bullshit-Jobs? 
    Warum haben wir als Gesellschaft nichts gegen das Wachstum sinnloser Beschäftigung? 
    Welche politischen Auswirkungen haben die Bullshit-Jobs? Lässt sich an der Situation etwas ändern? 

    Jeder kennt sie, die Leute, die auf die Frage was sie beruflich machen einem eine Berufsbezeichnung entgegenschleudern und das war es dann. Irgendwie können sie nicht wirklich beschreiben womit sie ihre Arbeitszeit verbringen, oder es klingt so, als würden sie den ganzen Tag irgendwelche Formulare ausfüllen und nach dem Ausfüllen das Ganze abheften. Fast jeder hat schon mal Arbeiten für die Tonne gemacht die völlig unnötig gewesen sind. Oder den Kollegen, der irgendwie immer auf dem Sprung ist, wo man eigentlich gar nicht so richtig weiß was der eigentlich arbeitet, aber er sieht immer sehr beschäftigt aus. Hat dieser Mensch ein gutes Gehalt, möglichst noch Abitur und vielleicht sogar studiert oder arbeitet in einem Amt besteht durchaus die Möglichkeit, dass dieser Angestellte einen Bullshit-Job hat, der völlig überflüssig ist und wenn es ganz schlecht läuft sogar schädlich für die Mitmenschen ist. 

    Eigentlich ist es ein sehr interessantes Buch, aber mir als Laie ist es einfach zu lang und eintönig gewesen. Lange Schachtelsätze luden auch nicht gerade zum Lesen ein. Vielleicht hätte ich es auch nicht hintereinander weg lesen sollen sondern in kleinen Portionen oder nur mit Hilfe der Kapitel nur die Sachen raussuchen, die mich interessiert hätten. Insgesamt also ein interessantes Buch, dass nicht so ausführlich beschreibend besser dahergekommen wäre.

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    Janine_Chimavor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Ein tolles, wichtiges, als auch provokantes Thema, leider mit Makeln in der schirftlichen Umsetzung.
    Wichtige, richtige Grundidee! Mittelmäßige Umsetzung

    Ich war Feuer und Flamme, als ich die Info bekam, dass ich mit in der Leserunde sein darf!

    Das hatte mehrer Gründe, zum Einen finde ich, dass das Cover zu der Theamtik Bullshit-Jobs absolut passend ist (ich selber tingle auch seit Neustem mit Dingen durch den Tag, die nichts mit meinem Profil zu tun haben).
    Zudem kannte ich den damaligen Artikel aus der STRIKES, den ich damals noch nicht verstanden habe (so denke ich heute), heute hingegen so passend, provokant finde...bedingt durch meinen heutigen eigenen beruflichen Alltag.
    Wobei ich nach der Definition dieses Buches jetzt denke zu wissen, dass ich keinen Bullshit-Job habe, durchaus aber der administrative immer wachsende Teil genau so viel Bullshit ist, als wie ich ihn empfinde....und ich doch immer wieder mit Taten / Aktionen zu tun habe, die wirklich Bullshit sind. Nun gut....
    Leider bin ich von der Umsetzung des Buches, die Art, wie es geschrieben ist total enttäuscht. Es war "harte Kost" es zu lesen und ich musste mich sehr oft motivieren, es wieder in die Hand zu nehmen. Leider. Denn die Grundidee die zu diesem Buch geführt hat, nutzlose Jobs, die einen anfangen lassen daran zu zweifeln, dass man etwas macht, dass einen Sinn hat, steigt durchaus an und das gefühlt ja tagtäglich. Was evemtuell aber auch durch den Wandel des Konsumverhaltens und der Umgang mit der Steigerung der Verkaufszahlen zu tuen haben mag. Aber auch damit, dass die Gesellschaft denkt, dass man als Individuum "mehr Wert hat", wenn man akademiker ist...
    Leider waren die Sätze oftmals elendig lang, dann verschachtelt ohne Ende. Mir schien es, als springe er wie bei einem "Synapsenfasching" immer wieder hin und her. Dadurch kam es gefühlt auch zu ständigen Wiederholungen.

    Mein Resumée: Super Grundidee von einem "anders Denker", der es schafft, die Spitzen mit Ehrlichkeit zu setzen. Sonst käme nicht so viel Kontra von genau den Positionen, die er aufzählt. Leider hätte meines Erachtens der Verlag ein wenig auf Kürzung des Inhaltes drängen sollen. Was sicherlich kein inhaltstechnischer Verlust mit sich gebracht hätte. Durchaus aber für den Leser ein viel angenehmeres und nachvollziehbareres Leseerlebnis mit sich gebracht hätte.

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    Thrillerladys avatar
    Thrillerladyvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Musste ich leider abbrechen, da ich mich mit dem Lesen des Buches nur gequält habe, nicht vorwärts kam.
    leider abgebrochen, da ich nicht mit warm wurde

    Bullshit-Jobs von David Graeber (Sachbuch, 2018, Klett-Cotta)

    - leider abgebrochen, da ich nicht mit warm wurde -

    Es kommt selten vor, dass ich Bücher abbreche, in diesem Fall leider nun eine traurige Gewissheit, gerade weil dies auch im Rahmen einer Leserunde geschieht. Aber was soll ich machen? Nach wochenlangem vor mir herschieben des Buches und absoluter dadurch bedingter Leseunlust, die einzige logische Kosequenz daraus. So traurig und unangenehm das Ganze auch ist, normalerweise versuche ich solche Bücher in so einem Rahmen noch durchzuziehen, aber hier keine Chance.

    Eigentlich klang die Thematik recht interessant, so dass ich Lust bekam, mich mit diesem Buch zu beschäftigen. Doch nachdem das Buch dann ankam und ich den ersten Blick hineingeworfen hatte, merkte ich schon, dass dies wohl kein so einfacher Fall werden könnte.

    Spätestens nachdem ich die bereits ellenlange Einleitung gelesen hatte, war klar, das Buch und ich werden keine Freunde. Für ein Sachbuch ist es nicht klug gegliedert. Statt übersichtlicher, gut einprägsamer kleineren Absätze gibt es Fließtexte zu ellenlangen Kapiteln im Übermaß. Schon nach der Einleitung war mir der Spaß an der Freude vergangen, weil ich da schon nicht mehr wusste, was ich eigentlich gelesen hatte. Die Texte, die einfach auch nicht, jedenfalls für meinen Geschmack nicht so interessant verfasst waren, um am Ball zu bleiben, lasen sich einfach nur ermüdend. Ja, es gibt jede Menge Beispiele im Buch, die das Ganze auflockern und realitätsnah beschreiben sollen, aber soweit bin ich einfach nicht mehr gekommen. Mich hat das Buch quasi ausgehöhlt, so dass ich wochenlang überhaupt keine Lust aufs Lesen verspürte, da ich immer nur im Hinterkopf hatte, dass ich es irgendwie schaffen muss, dieses Buch weiterhin zur Hand zu nehmen und irgendwie durchziehen muss.

    Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass es ein schlechtes Buch ist, aber es passte für mich einfach nicht. Ich bin mit anderen Erwartungen daran gegangen, die für mich nicht erfüllt wurden und ich mir nun eingestehen muss, dass es für mich einfach nicht das passende war. Andere Leser werden sicher daran ihre Freude haben, für mich war die Thematik wahrscheinlich letztendlich dann doch nicht interessant genug.

    Nach immerhin knapp 100 gelesenenen Seiten und bis ca Mitte des Kapitels Nummer 2 bin ich gekommen, zu mehr reichte meine Leselust, was für Typen von Bullshit-Jobs es gibt leider nicht.

    Ich habe dann fairerweise noch ein paar Seiten quergelesen, um noch das ein oder andere Beispiel mitzunehmen und um zu erfahren, welche Bespiele mich erwartet hätten. Für mich jedoch nicht interessant genug, da die Faktenlage scheinbar überwiegt und sich das Ganze für mich einfach nicht flüssig genug las und einfach viel zu wirtschaftlich dargelegt wurde. Von dem ca 50-seitigen Anmerkungsregister mal ganz zu schweigen.

    Fazit:

    Eine Situation, die ich bisher immer vermieden habe, ist eingetreten, dass ich ein Buch innerhalb einer Leserunde nicht beenden konnte. Für mich aufgrund dieser immensen, langatmigen Fließtexte einfach nicht lesbar, da mir die Thematik dafür dann doch nicht interessant genug war. Vielleicht werde ich im Laufe der Zeit nochmal in das ein oder andere Beispiel reinlesen, um mich doch nochmal damit zu beschäftigen und mich vom Gegenteil zu überzeugen. Dies wird jedoch höchstwahrscheinlich nicht in absehbarer Zeit der Fall sein. Schade.


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    Kittycat007s avatar
    Kittycat007vor 11 Tagen
    Kritik an der modernen Arbeitswelt

    Das Sachbuch „Bullshit Jobs – Vom wahren Sinn der Arbeit“ von David Graeber, erschienen 2018 bei Klatt-Cotta, ist eine Gesellschaftskritik an der modernen Arbeitswelt, die immer mehr sinnlose Jobs schafft.
    Der Autor definiert Bullshit Jobs wie folgt: „Ein Bullshit-Job ist eine Form der Beschäftigung, die vollkommen sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Beschäftigte ihre Existenz nicht rechtfertigen kann.“
    Das Buch geht den Fragen nach, was Bullshit Jobs sind, welche Arten von Bullshit Jobs es gibt, warum diese Art von Jobs unglücklich macht und warum sich diese Jobs immer weiterverbreiten. Außerdem wird der Frage nachgegangen, warum die Gesellschaft nichts gegen Bullshit Jobs unternimmt, welche politischen Auswirkungen diese sinnlosen Beschäftigungen haben und welche Auswege es gibt.
    Das Cover ist originell gestaltet und für den Interessenten ein Blickfang. Der Titel und das Thema klingen vielversprechend. Das Buch liest sich allerdings sehr zäh, da die Ausführungen langatmig sind und sich thematisch immer wieder wiederholen. Der Inhalt ist in teils langen verschachtelten Sätzen geschrieben, sodass das Buch keine leichte Lektüre ist.
    Meiner Meinung nach ist das Buch „Bullshit-Jobs – Vom wahren Sinn der Arbeit“ ein interessantes Sachbuch zu einem brisanten Thema, das viele Arbeitnehmer betrifft und belastet. Die Ausführungen hätten kürzer und prägnanter ausfallen können.

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    Petzipetravor 12 Tagen
    Kurzmeinung: humorvoll, treffend und informativ. Regt zum diskutieren nach und Umdenken an!
    Die "unnötigen" Jobs unter der Lupe

    Die Jobs mal genauer unter die Lupe zu nehmen, um aufzuzeigen worüber schon oft mal diskutiert oder man sich geärgert hat.

    Das ist dem Autor finde ich gut gelungen.

    Sie Jobs und ihre Tätigkeiten wurden grob angerissen.
    Sehr interessant fand ich persönlich auch das Ausmaß der Arbeit auf die Gesundheit. Mit dem nötigen Humor regt dieses Buch zum um- und nachdenken an.

    Wer erwartet das es sich hier um eine schnelle Lektüre handelt, wird enttäuscht sein. Etwas mehr Zeit sollte man sich schon nehmen.

    Eine klare Leseempfehlung von mir!

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    thelauraverses avatar
    thelauraversevor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Interessant, informativ, anspruchsvoll.
    Vom wahren Sinn der Arbeit

    Wer kennt sie nicht, die langen Gesichter am Montag und die Freude auf den Feierabend? Die schale Brühe aus der Büro-Kaffeemaschine und den ewig währenden Streit um die richtige Einstellung der Klimaanlage? Im Zusammenhang mit Erzählungen aus dem soeben beschriebenen Büroalltag kommt es zudem nicht selten vor, dass auch Klagen ganz anderer Art auftauchen. Immer mehr Menschen gestehen sich selbst – und deutlich seltener auch gegenüber anderen – ein, dass ihr Job geradezu sinnlos ist. Doch kann es das geben – Jobs, die niemandem etwas bringen und (in der Terminologie von David Graeber) einfach nur „Bullshit“ sind?


    Natürlich fällt die Vorstellung von sogenannten „Bullshit Jobs“ in der kapitalistischen Welt, in der wir leben, schwer. Denn zu deren Grundsätzen zählt ja eine gewisse Ökonomie, der zufolge es ausschließlich Berufe geben dürfte, die auch tatsächlich gebraucht werden. Es scheint, nirgendwo wäre die Vorstellung von völlig sinnlosen Berufen absurder als im Kapitalismus, dem die Vorstellung von unnötig bezahlten Angestellten relativ fern liegt.

    Dass dies eben NICHT so ist, beschreibt David Graeber in seinem Buch „Bullshit Jobs“, indem er auf einer verhältnismäßig soliden qualitativen Datengrundlage ein Konstrukt aufdeckt, das ebenso real wie erschreckend ist. Natürlich handelt es sich bei dem Sachbuch nicht um eine kurze, locker zu lesende Strandlektüre, sondern durchaus um ein Werk mit wissenschaftlichen Ansprüchen. Es ist dem Autor hoch anzurechnen, dass trotz der vielleicht „trocken“ scheinenden Materie und dem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit kein unleserlich-langweiliger Duktus vorherrscht, sondern immer wieder mit einem humorvollen Einschlag formuliert und dargelegt wird.

    Nachdem zunächst das von Graeber selbst entwickelte Konzept der „Bullshit Jobs“ umrissen und definiert wird, erläutert der Autor anschließend verschiedene Ausprägungen und „Typen“ davon. Spätestens an dieser Stelle werden sich vermutlich auch jene Leser*innen, die selbst keinen solchen Beruf ausüben, an Menschen oder Berufsbilder aus dem eigenen Alltag erinnert werden.

    Viel bedeutender als die anfänglichen Definitionen und einführenden Beispiele sind jedoch die darauf folgenden Kapitel, in welchen David Graeber eindringlich die Folgen erläutert, die die beschriebenen Arbeitsverhältnisse sowohl auf das Wohlbefinden und die Psyche der Inhaber*innen eines „Bullshit Jobs“ selbst als auch auf unsere Gesellschaft im Ganzen haben. Zudem wird darauf eingegangen, warum sich eigentlich solche – objektiv betrachtet völlig sinnlosen – Jobs gerade heutzutage vermehren.

    Ich muss gestehen, dass das Buch sicherlich keine „leichte“ Lektüre war und ein grundlegendes Verständnis für kapitalistische Prinzipien und gegenwärtige gesellschaftliche Probleme fordert. Dennoch erleichtert Graeber durch praktische Beispiele und eine sehr bildliche Sprache das Verständnis komplizierter Konzepte enorm.
    Zudem hätte ich mir auch Ausführungen gewünscht, die eingehender behandeln, wie wir als Gesellschaft und der/die Einzelne als Individuum mit der Problematik „Bullshit Jobs“ umgehen können. Es wird folglich lediglich eine problematische Entwicklung aufgezeigt, aber abgesehen von der Diskussion der Möglichkeit eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ wird keine Lösung angeboten, an der man – aufgerüttelt durch die Lektüre – im Anschluss selbst arbeiten kann.

    Sowohl für Leser*innen, die den Verdacht hegen, dass sie selbst im Laufrad eines „Bullshit Jobs“ gefangen sind, als auch für jene, die vielleicht zunächst skeptisch sind, kann ich das informative Sachbuch empfehlen. Ein augenöffnendes Buch, das zugleich gut zu lesen, als auch sehr anspruchsvoll ist!

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    michael_lehmann-papevor 18 Tagen
    Offensiv, überzeugend, das System in Frage stellend

    Offensiv, überzeugend, das System in Frage stellend

    An einer Stelle im Buch verweist David Graeber, und das ist sowohl Ausgangspunkt seiner Überlegungen als auch roter Faden im Werk von vorne bis hinten, auf die „Glücksforschung“ (im Job).

    Und vermerkt, dass diese sich etabliert hat, allerdings nur auf (wenn auch breite) Daten der Tätigkeit IM Beruf / Job rekurriert. Was aber passiert, wenn man, wie Graeber, als Anthropologe und von seiner Idee überzeugt, die Frage nach der Sinnhaftigkeit gleich der ganzen beruflichen Tätigkeit stellt?

    Und herauskommt, dass 37 Prozent der Briten und 40 Prozent der Niederländer ihren Beruf für an sich überflüssig einstufen? Und Graber humorvoll, munter und fröhlich, fließend im Stil und fundiert in den Argumenten dem Leser die Phantasiereise dahingehend empfiehlt, sich mal vorzustellen, dass ganze Berufszweige verschwinden würde und was man davon merkt dann.

    Krankenschwestern, Altenpfleger, Ärzte, KFZ-Mechatroniker, Lebensmittelverkäufer, Bäcker, Handwerker, U-Bahn Fahrer, Piloten, die Müllentsorgung, es gibt vielfache Tätigkeiten, deren Wegfall umgehend zu Chaos führen würden und damit den „Augenschein-Test“ als wichtige Tätigkeiten bestehen.

    Anwälte für Gesellschaftsrecht? Hedgefonds Manager? Lobbyisten, Telefonverkäufer?

    Auch wenn Graeber dabei zugesteht, dass es ein objektives Maß für gesellschaftliche Werte nicht geben kann und ebenso sich bewusst darüber ist, dass er vielfachen Gegenwind mit seiner ganz andersartigen Betrachtung hervorruft, die Gedankenspiele im Buch grabens ich ein und führen dazu, dass auch der Leser die „was-wäre-wenn-Frage“ stellt und es umgehend leicht unbequem wird mit der Struktur der industriell entwickelten Staaten.

    Und zudem: „Offenkundig gilt in unserer Gesellschaft die Regel, dass eine Arbeit umso schlechter bezahlt wird, je offensichtlicher sie anderen Menschen nützt. Dass dabei eine überlebenswichtige Krankschwester mit einem Bruchteil des Lohnes nach Hause geht, den ein durchschnittlicher Consultant in Rechnung stellt (mit nur mäßigem und kaum belegbarem „Erfolg“), ist dabei nur eines der griffigen Beispiele, die sich im Buch zu Hauf finden.

    Mitsamt der nicht ganz von der Hand zu weisenden Grundthese:
    „Wenn nur ein Prozent der Bevölkerung den größten Teil des gesamten Reichtums kontrolliert, spiegelt der sogenannte Markt (eben nur) wider, was sie – und nicht alle anderen – für nützlich oder wichtig halten“.

    Warum das so ist? Auch hier bietet Graeber frische und freche Erklärungen.

    „Hätte jemand für die Arbeitswelt ein System entwerfen sollten, das sich ideal dazu eignet, die Macht des Finanzkapitals aufrecht zu erhalten, so ist kaum zu erkennen, wie man es hätte besser machen können“.

    Statt die Digitalisierung zu nutzen, um die menschliche Arbeitszeitz zu reduzieren, geschieht genau das Gegenteil. Ein Schelm, wer dabei daran denkt, dass eine Lockerung des „Arbeitsdrucks“ und eine Erhöhung von Frei-Zeit für eigene Interessen zu einer gewissen Unruhe im Volk führen könnte ob der vielen Zeit zum Nachdenken statt zum Konsum oder eben zum umfassenden beruflich eingespannt sein.

    „Es ist, als würde sich jemand sinnlose Tätigkeiten ausdenken, nur damit wir alle ständig arbeiten“.

    Welche Berufsgruppen das betrifft, dass es gar die hochbezahlten sind, wie sich das entwickelt hat und, vor allem natürlich, was dagege3n ins Feld geführt werden kann und wie das verändert werden könnte, all dem geht Graeber sehr detailliert und mit guten Argumenten nach, verzichtet auf „nur“ Apelle und populistische Schnellschüsse (trotz der lockeren Sprache und der griffigen Formulierungen) und verweist auf die seiner Ansicht nach naheliegende, aber nicht gewünschte (und damit, wie immer, als „nicht finanzierbar“ gekennzeichnete) Alternative.

    Ein wichtiges Buch mit teils radikalen, klugen Gedanken.

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    S
    striesenervor 18 Tagen
    Warum gibt es überflüssige Jobs ?

    David Graeber geht in seinem neuen Buch dem Phänomen der "Bullshit-Jobs" auf den Grund.  Darunter versteht er überflüssige Jobs, die keinen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Er geht der Frage nach, was das für Berufe sind, aus welchem Grund es sie gibt und welche Auswirkungen ihre Existenz auf die Gesellschaft hat.

    Der Autor präsentiert eine durchaus interessante Analyse zu den sogenannten "Bullshit-Jobs".  Das Problem des Buches ist, dass er dieses viel zu ausufernd und wenig strukturiert tut. Für einen interessierten Laien wie mich war das Lesen dieses Buches teilweise zäh und harte Arbeit, was ein populärwissenschaftliches Buch meines Erachtens nie sein sollte. Deutliche Kürzungen hätten diesem Werk gut getan. Daher von mir nur (knappe) drei Sterne.

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    Leprachaunvor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Spannendes Thema!
    Wichtiges Thema

    Ich finde das Thema wirklich wichtig und interessant und eigentlich hat Herr Graeber auch einen guten Schreibstil. Aus irgendeinem Grund ist es mir trotzdem bei dem Buch recht schwer gefallen, "am Ball zu bleiben", vielleicht durch die Wiederholungen oder weil es doch ein recht schwieriges Thema ist. Ich hatte mir das leichter zum Runterlesen vorgestellt und irgendwie auch gewünscht. Ob das Buch dennoch umfassend genug ist um das Thema zu behandeln weiß ich auch nicht, ich vermute, dass es da schon auch noch Aspekte geben wird, die David Graeber ausgelassen hat - wissentlich oder unwissentlich. Aber das Buch ist vom Umfang vermutlich auch erstmal umfassend genug, wäre es noch länger hätte ich es vermutlich trotz Interesse schon früher aus der Hand gelegt. 

    Insgesamt ein gutes Sachbuch, trotzdem sprang der Funke bei mir nicht so über, dass ich es verschlungen hätte.

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    Isadorvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Könnte viel stärker zusammengefasst werden ohne an Inhalt zu verlieren. Ermüdend, aber teilweise doch auch interessant.
    Anstrengend zu lesen

    Das Buch "Bullshit Jobs" von David Graeber dreht sich um das Thema "unnötige Jobs", die der Gesellschaft nichts bringen.

    Auf mehr als 400 Seiten beschreibt der Autor die verschiedenen Arten von Bullshit Jobs und zeigt die Konsequenzen für die Mitarbeiter, die diese Jobs ausführen, auf. Es wird erläutert, wie Arbeit und Gesundheit im Zusammenhang stehen. Untermauert wird das Ganze von Beispielen, die Betroffene dem Autor auf dessen Aufruf hin geliefert haben.

    Das Thema halte ich für sehr interessant, daher habe ich zu diesem Buch gegriffen. Aber leider wurde ich beim Lesen enttäuscht. Das Buch ist sehr langatmig geschrieben. Vieles wiederholt sich, es fehlt meiner Meinung nach eine klare Struktur. Auch ein wirklicher Lösungsansatz wird nicht geboten.

    Ich hatte mir vorher vorgestellt, das Buch aufgrund seines pfiffigen Covers locker lesen zu können und dabei gut unterhalten zu werden. Das war leider nicht der Fall, es ist kein Buch zum "Mal-eben-lesen", sondern eher etwas für Menschen, die wirklich tief ins Thema einsteigen wollen und sich nicht vor langweiligen Texten scheuen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar

    Vom wahren Sinn der Arbeit

    Wieso arbeiten wir immer mehr, obwohl uns Maschinen aufgrund des technischen Fortschritts viel mehr Arbeit abnehmen als früher? Eigentlich müsste unsere durchschnittliche Arbeitszeit sinken, tatsächlich jedoch ist diese auf 41,5 Wochenstunden angestiegen. David Graeber liefert in seinem Buch "Bullshit-Jobs" eine Theorie dazu und beschreibt, warum immer mehr überflüssige Jobs entstehen und welche Einflüsse das auf die Entwicklung unserer Gesellschaft hat.

    Mehr zum Buch:
    Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht.

    Im Jahr 1930 sagte der britische Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass durch den technischen Fortschritt heute niemand mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten müsse. Fast ein Jahrhundert danach stellt David Graeber fest, dass die Gegenwart anders aussieht: Die durchschnittliche Arbeitszeit ist gestiegen und immer mehr Menschen üben Tätigkeiten aus, die unproduktiv und daher eigentlich überflüssig sind – als Immobilienmakler, Investmentbanker oder Unternehmensberater. Es sind Jobs, die keinen sinnvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Es sind Bullshit-Jobs. Warum bezahlt eine Ökonomie solche Tätigkeiten, die sie nicht braucht? Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen? Und was können wir dagegen tun? David Graeber, einer der radikalsten politischen Denker unserer Zeit, geht diesem Phänomen auf den Grund. Ein packendes Plädoyer gegen die Ausweitung sinnloser Arbeit, die die moralischen Grundfesten unserer Gesellschaft ins Wanken bringt.


    Gemeinsam wollen wir hier mindestens eine Woche lang über das Thema "Bullshit-Jobs" diskutieren und gern auch danach weiter darüber sprechen. Dazu stelle ich euch ab dem 10. September täglich eine Diskussionsfrage. Unter allen, die sich regelmäßig an unserer Diskussion beteiligen und neugierg auf dieses spannende Sachbuch sind, verlosen wir zusammen mit Klett-Cotta 25 Exemplare des Buches.

    Klickt bis zum 16. September 2018 auf "Jetzt bewerben" und verratet uns, wieso ihr neugierig auf "Bullshit-Jobs" von David Graeber seid! Wenn ihr dann noch bei unserer Diskussion mitmacht, haltet ihr mit etwas Glück schon bald euer eigenes Exemplar des Buches in den Händen.

    Ich freue mich auf die Diskussion & drücke euch die Daumen!
    Zur Buchverlosung
    Klett-Cotta_Verlags avatar
    Liebe Lovelybookser und Bookserinnen,

    in dieser Leserunde ist alles anders! David Graebers »Bullshit Jobs« ist ein Sachbuch der besonderen Art. Aber lasst euch selbst begeistern:

    Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht.

    Im Zuge des technischen Fortschritts sind zahlreiche Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzt worden. Trotzdem ist die durchschnittliche Arbeitszeit nicht etwa gesunken, sondern auf durchschnittlich 41,5 Wochenstunden gestiegen. Wie konnte es dazu kommen? David Graeber zeigt in seinem bahnbrechenden neuen Buch, warum immer mehr überflüssige Jobs entstehen und welche verheerenden Konsequenzen diese Entwicklung für unsere Gesellschaft hat.  

    Im Jahr 1930 sagte der britische Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass durch den technischen Fortschritt heute niemand mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten müsse. Fast ein Jahrhundert danach stellt David Graeber fest, dass die Gegenwart anders aussieht: Die durchschnittliche Arbeitszeit ist gestiegen und immer mehr Menschen üben Tätigkeiten aus, die unproduktiv und daher eigentlich überflüssig sind – als Immobilienmakler, Investmentbanker oder Unternehmensberater. Es sind Jobs, die keinen sinnvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Es sind Bullshit-Jobs. Warum bezahlt eine Ökonomie solche Tätigkeiten, die sie nicht braucht? Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen? Und was können wir dagegen tun? David Graeber, einer der radikalsten politischen Denker unserer Zeit, geht diesem Phänomen auf den Grund. Ein packendes Plädoyer gegen die Ausweitung sinnloser Arbeit, die die moralischen Grundfesten unserer Gesellschaft ins Wanken bringt.


    Ihr möchtet eines von 20 Exemplaren gewinnen? Dann bewerbe dich auf diese Leserunde mit der Beantwortung folgender Frage:

    Was ist für dich ein Bullshitjob ?


    Dazu ein kleines Video zum Reinschauen:
    >> Video zu 5 Typen von Bullshit Jobs


    Liebe Grüße,
    euer Klett-Cotta Verlag
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    Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich
    ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade
    nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht.

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    Simi159s avatar
    Simi159vor 2 Monaten
    Bin gespannt auf die Definition des Autors, was ein Bullshit Job ist und wie man den wahren Sinn der Arbeit erhält...feue mich...
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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor 2 Monaten
    #vorfreude
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