David Grossman Aus der Zeit fallen

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Inhaltsangabe zu „Aus der Zeit fallen“ von David Grossman

Ein Vater. Ein Sohn. Libanon-Krieg 2006. Über den Sinn des Schmerzes, wenn der eigene Sohn stirbt.

David Grossman erhielt die Nachricht, dass sein 20jähriger Sohn Uri von einer Panzerabwehrrakete zerfetzt worden war, als er sich gerade öffentlich für das Ende des Libanonkrieges 2006 einsetzte. Nun erzählt er diese Geschichte: Als Tragödie eines gebrochenen Mannes. Entstanden ist eine vielstimmige, mythische, an antike Stoffe erinnernde Erzählung, ein Buch der Trauer, eine universale Klage – und eine so wunderschöne wie dunkle, einzigartig berührende Hymne auf das Leben.

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  • Rezension zu "Aus der Zeit fallen" von David Grossman

    Aus der Zeit fallen

    Clari

    07. February 2013 um 17:50

    Todesvisionen und Schicksal.... Einer Art taumelnden und wehklagenden Gesangs gleich erinnern sich eine Frau und ein Mann ihres im Krieg gefallenen Sohnes. Mit schweren Schritten, beinahe wie in einer unwirklichen Welt erleben beide das neue Leben. Denn es gibt eines vor und eines nach dem Tod des geliebten Kindes. "...manchmal, wenn wir zusammen sind, klammert sich dein Leid an meinem fest, mein Schmerz ergießt sich in dein Blut, und plötzlich steigt aus uns das Echo eines unversehrten Körpers auf, des geheilten, und einen Augenblick lang meinen wir, er wäre hier." Es ist das Unsagbare, das hier in tastender Sprache nach einer Form sucht, in die man die Trauer kleiden könnte. Doch es geht nicht. Immer wieder stoßen die Worte an Grenzen, die einem bedeuten, dass hier unsagbares Leid geschehen ist. Ein Sohn in der Blüte seines Lebens ist fort, ausgelöscht für immer. Es gibt eine Vergangenheit, in der man sich noch an Gerüche und Geräusche des Kleinen erinnert, doch alle Erinnerung ist nur noch im Unwirklichen verankert. Mit schwebendem Stift, in einem vagen und hoffnungslosen Sprechgesang beschwört David Grossman das Unfassbare: sein Sohn ist tot! Die Form des Geschriebenen findet nicht ihres gleichen. Im Wechsel kommen ein Chronist der Stadt und ein Zentaur zu Wort. Sie berichten und der gehende Mann sinniert über das Unsägliche. Hier die Erinnerung, dort das Festhalten und wieder an anderer Stelle die fliehenden Gedanken, die im Unglauben verharren. Einen vergleichbar tiefen Klang und einen klagenderen Gesang kann man sich nur in der griechischen Tragödie vorstellen. Mythisch und fern sind die Worte, die um immer den gleichen Gedanken zu kreisen scheinen: das Kind ist tot und der Vater lebt. Wie soll man weiterleben mit diesem Bewusstsein? David Grossman hat im Libanonkrieg von 2006 seinen Sohn Uri an einem der letzten Kriegstage verloren. Wer vermag den Schmerz über einen solchen Verlust zu lindern? Wie soll man dem Sprache und Ausdruck geben? Der Autor hat schon in seinem Buch:"Eine Frau flieht vor einer Nachricht" einen Versuch gewagt, mit der Bürde dieses Verlustes umzugehen. Es gelingt nicht und kann nicht gelingen, wenn man sich die Sinnlosigkeit des Krieges und dessen Folgen vor Augen führt. Uri Grossman wurde nur 20 Jahre alt. Sprachlosigkeit in Sprache zu fassen: das ist in eine Kurzformel gebracht das, was einem zu diesem Text am Ende einfällt. Sensibel, hoch emotional und tränenlos kommt der Text daher. Die Übersetzerin beschreibt in einem kurzen Nachwort, wie schwer es war, den Text zu übersetzen. Anne Birkenhauer, die in Israel lebt und arbeitet, hat in einem Seminar mit zahlreichen Übersetzern in verschiedene Sprachen am Klang und am Ausdruck des Textes gearbeitet. Sie hat David Grossman die Stimme gegeben, die dem Text am ehesten gerecht wurde. Jedes weitere Wort darüber hinaus verbietet sich!

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