David Grossman Eine Frau flieht vor einer Nachricht

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Inhaltsangabe zu „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ von David Grossman

Eine Mutter fürchtet sich vor der Nachricht, dass einer ihrer beiden Söhne im Krieg gefallen ist. Sie erzählt dagegen an, erzählt von ihrer Liebe zu zwei Männern, sie kocht süße Auberginen und persischen Reis mit Rosinen und Pinienkernen, alles gegen die Angst. Autor und Friedensaktivist David Grossman spiegelt die großen Fragen in den kleinen Erlebnissen des Alltags. Er zeigt, wie in Israel das Schicksal der Menschen unauflöslich mit Politik verbunden ist, wie das Politische die Familie erodiert.
Ein Hörspiel von Norbert Schaeffer mit Martina Gedeck, Kathrin Angerer, Michael Evers, Tobias Diakow, Christian Redl, Anton Pleva, Stefan Haschke, Ben Marten Lange und anderen.

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    Eine Frau flieht vor einer Nachricht

    Daphne1962

    28. November 2013 um 11:31

    Eine Frau flieht vor einer Nachricht – ein Hörspiel von David Grossmann – Teilnehmer u.a. Martina Gedeck, Michael Evers, Über den Autor David Grossman, geboren 1954 in Jerusalem, studierte Philosophie und Theater an der hebräischen Universität in Jerusalem. Er gehört zu den bedeutendsten Erzählern der israelischen Gegenwartsliteratur. Seine Romane, Sach- und Kinderbücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt. Die Handlung: Ora hat einen Sohn von Ilan, und sie hat einen Sohn von Avram, den Gefährten jener fernen Nächte auf der Krankenstation. Was ist aus ihnen allen geworden? Anfangs findet man sich schwer zurecht in den Zeitsprüngen. Die lösen sich aber nach und nach auf. Das schon mal vorab. Total authentisch und bedrückend auch schildert David Grossmann die Ängste und Sorgen um die Kinder, die sich im Krieg befinden. Israel gegen die Araber und umgekehrt. Jede Menge Erinnerungen kommen zu Tage, als die Kinder klein waren. Auch die eigenen Kriegserlebnisse von Avram werden authentisch beleuchtet. Er hat ein Kriegstrauma, an dem auch seine Beziehung und Freundschaft gescheitert ist. Makaber zu erwähnen, während David Grossmann an diesem Werk schrieb, kam sein 2. Sohn Uri bei einem Granatenangriff im Südlibanon ums Leben. Dadurch das dieses Werk sehr biografische Züge enthält, macht dieses Buch so hörenswert. Er hat den Schmerz im letzten Teil darüber eingebaut. Eigentlich sollte Ofer (Sohn von Avram) längst wieder zurück sein. Er hatte sich freiwillig für den Kriegseinsatz gemeldet. Aber dann musste er noch in eine Schlacht. Ora flieht zu Avram, überredet ihn zu einer Wanderung, um nur nicht erreichbar zu sein. Sie redet und redet und dabei kann sie mit Avram vieles aufarbeiten, was ihr Herz zerbricht. Die Wanderung führt in doppeltem Sinn durch Israel – einerseits räumlich, andererseits aber auch durch die Zeitgeschichte, die beginnend mit dem Sechstagekrieg über den Jomkippurkrieg bis zum Zeitpunkt der Erzählung führt. So wie sich überall am Wegesrand der Wanderung Zeichen und Denkmäler für die von militärischen Ereignissen geprägte Staatsgeschichte Israels finden, so finden sich in den Lebensgeschichten Oras, Avrams und Ilans immer wieder "Wegmarken", welche die große Politik, die Kriege und die alltägliche Bedrohung im Leben des Einzelnen hinterlassen. Beispiele: das Kennenlernen während des Sechstagekriegs; der Jom-Kippur-Krieg, den Avram nur schwer traumatisiert überlebt; der Taxitransport eines kranken palästinensischen Kindes in ein illegales Krankenhaus; Erlebnisse während des Militärdienstes; die Furcht von Busfahrern vor Sprengstoffattentaten etc. (Zitat aus Amazon-Inhalt) Es ist politisch interessant, auch um mal wieder die Seite der Israelis zu beleuchten. Wie die Menschen sich dort fühlen und warum es auch jede Menge Auswanderungen von dort gibt, weil mit ständiger Bedrohung kann man auch nicht leben. Hörenswertes, sehr gut gemachte Umsetzung zum Buch.

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