David Höner

 5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Köche, hört die Signale!, Kochen ist Politik und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Höner

David Höner, 1955 in der Schweiz geboren, arbeitete nach seiner Kochausbildung fünfzehn Jahre als Koch, Küchenchef und Caterer. Journalistisch ist er seit 1990 für Radio, Fernsehen und Printmedien und als Autor von Hörspielen, Radiofeatures und Theaterstücken tätig. Langjährige Auslandsaufenthalte führten ihn 1994 nach Quito, Ecuador, wo er als Mitarbeiter in Kulturprojekten (Theater, Radio), in Entwicklungsprojekten und Gastrounternehmer aktiv wurde. 2005 gründete er die Hilfsorganisation Cuisine sans frontières CSF.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von David Höner

Cover des Buches Köche, hört die Signale! (ISBN: 9783864891397)

Köche, hört die Signale!

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Erschienen am 22.03.2021
Cover des Buches Kochen ist Politik (ISBN: 9783864892646)

Kochen ist Politik

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Erschienen am 01.10.2019
Cover des Buches Köche, hört die Signale! (ISBN: 9783954717828)

Köche, hört die Signale!

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Erschienen am 22.03.2021

Neue Rezensionen zu David Höner

Cover des Buches Köche, hört die Signale! (ISBN: 9783864891397)Wedmas avatar

Rezension zu "Köche, hört die Signale!" von David Höner

Flammendes Plädoyer für gutes, gesundes Essen und nicht nur.
Wedmavor einem Jahr

Dieses Buch von David Höner habe ich sehr gern gelesen und empfehle es ebenso gern weiter. Ein überzeugendes, flammendes Plädoyer für gutes, gesundes Essen und nicht nur. Ich wünsche diesem Buch viele Leser.

Klappentext beschreibt die Inhalte sehr treffend: „David Höner blickt zornig auf die Früchte der Globalisierung, die keinem schmecken. Ein Manifest gegen die Gastronomie aus der Retorte, die auf die Qualität der Lebensmittel und die Gesundheit ihrer Gäste spuckt, gegen die miserable Berufsausbildung von Köchen, gegen krankmachende Produkte der Nahrungsmittelindustrie - und für die Wiederentdeckung der Kochkunst und Tischkultur. David Höner setzt ein Zeichen und ruft allen Köchinnen und Köchen zu: Hört die Signale! Mit ihm melden sich die Meisterinnen und Meister ihres Fachs zu Wort: Romana Echensperger, Maria Groß, Franz Keller, Sandra Knecht, Robert Mangold, Birgit Reitbauer, Eckart Witzigmann und Doris Dörrie.“

Dieses Buch ist anders als sein erstes „Kochen ist Politik“ von 2019, das mich damals sehr beeindruckte. Es ging darum, dass David Höner die Hilfsorganisation "Cuisine sans frontières" vor über zehn Jahren ins Leben gerufen hatte und damit in vielen Ländern und Krisenregionen war, um „Menschen beim Kochen und Essen zusammenzubringen“. Stark!

Ich war auf das neue Buch sehr gespannt und wurde sehr angenehm überrascht. Anders vom Konzept her, aber die Inhalte ließen mich in den letzten Wochen nicht los. Ich musste gedanklich, wie beim ersten Buch auch, zu diesem kulinarischen Manifest stets zurückkommen.

Lesen lässt es sich sehr angenehm. Man kann es in einem Rutsch an einem Nachmittag durchhaben. Das Buch liefert aber so viel sehr guten Stoff zum Nachdenken, und idealerweise auch Umlenken, denn ein wenig tun kann jeder, z.B. statt sich schnell Convenience Food reinzuziehen, ohne Rücksicht auf Verluste, im Bereich der eigenen Gesundheit zum Beispiel, doch lieber ein schnelles Gericht aus guten, regionalen Produkten der Saison selbst zubereiten.

Die Vielfalt an Aspekten des Themas „Kochen und Essen heute“ fällt in diesem Zusammenhang sehr positiv auf. Mal erzählt David Höner aus seinem Leben, u.a. wie früher gekocht und gegessen wurde, als er noch ein Junge war. Mal kommen die Beiträge von bekannten Persönlichkeiten, die ihre Sicht der Dinge darlegen. Alles kurz und griffig auf nur paar Seiten auf den Punkt gebracht. Man sieht, wie die Köche, u.a. auch Sterneköche ihren Beruf begreifen, was ihnen besonders wichtig erscheint, wie sich die Dinge im Laufe der Zeit geändert haben, was ein Koch tun muss, um weiter gut im Geschäft zu bleiben usw., insb. bei Eckhart Witzigmann liest man einige Tipps dazu.

Insb. der Beitrag von Romana Echensperger hat mich sehr beeindruckt und lässt mich bis heute nicht los. So präzise auf den Punkt hat sie es gebracht! Sie schreibt u.a., dass die Landwirtschaft bald eine grundlegende Änderung erfahren wird, denn die Basis für die konventionelle Landwirtschaft (das brutale Ausbeuten der Böden mithilfe der Chemiekeulen), das billige Erdöl, in Europa so langsam ein rares Gut ist. „… Von daher stimmt auch die Behauptung nicht, mit Biomethoden könne man die Welt nicht ernähren. Das Gegenteil ist der Fall…“  125. Da findet man noch mehr klare Worte zum Thema Bio- und konventionelle Landwirtschaft. Im letzten Jahr habe ich sie mit ihrem Buch „Von der Freiheit, den richtigen Wein zu machen“ kennengelernt. Ein sehr schöner Band, inhaltlich und gestaltungstechnisch. Ich war froh, wieder von ihr zu hören.

Klare Worte hört man auch von David Höner. Die Besorgnis über die Entwicklung, die man seit Jahren beobachten kann, dass die Menschen heute lieber ihr Geld, und gar nicht wenig, für mit gesundheitsschädigenden chemischen Substanzen verarbeitetes Convenience Food ausgeben, hpts. weil dieses Zeug hochprofessionell vermarktet wird, statt sich mit den Fragen der vernünftigen, gesunden Ernährung zu befassen und dann entspr. zu handeln, kommt deutlich heraus, gerade zum Schluss, s. z.B. S.169. Hier liest man u.a.: „Eigener Geschmack ist (wie eigene Gedanken zu haben) zu einem raren Gut geworden.“ Wie wahr.

Man kann noch viele Seiten über dieses Buch referieren. Besser: Lesen Sie selbst. Sprechen Sie über diese Themen mit Ihren Familienangehörigen, Freunden und Kollegen. Wird bestimmt guttun.

Die Buchgestaltung fällt hochwertig aus und passt wunderbar zum Inhalt: Festeinband, ein wenig auf rustikal gemacht, mit rauer Oberfläche. Innen findet man schöne Fotos der Beitragenden. Die Kapitelüberschriften sind in Rot, geschmückt mit Abbildungen der Küchenutensilien. Angenehme Schriftgröße. Schön als Geschenk, nettes Mitbringsel.

Ich wünsche diesem kulinarischen Manifest viele begeisterte Leser.

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Cover des Buches Kochen ist Politik (ISBN: 9783864892646)Wedmas avatar

Rezension zu "Kochen ist Politik" von David Höner

Ein vielfältiges, großartiges, kluges Buch.
Wedmavor 3 Jahren

Ein bemerkenswertes, informatives, aufschlussreiches Buch, das ich sehr gern gelesen habe. Viele klare Worte zu Problemen in den Krisengebieten. Ein eigenartiges Werk, im positiven Sinne. Das sind die Helden unserer Zeit. Sie gehen los und tun für den Frieden, was sie können. Und das ist nicht gerade wenig, was uns allen zeigt, dass jeder für den Frieden beitragen kann.

Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut: „Kochen ohne Grenzen - statt Kitchen Battle setzt David Höner mit seiner Hilfsorganisation "Cuisine sans frontières" auf gelebte Küchendiplomatie und entwickelt dabei weltweit Rezepte für den Frieden, von Tschernobyl bis zum Kongo. Seit vielen Jahren reist der Koch und Autor David Höner durch die Krisenregionen der Welt, um Menschen beim Kochen und Essen zusammenzubringen. So wurde er mit seiner Hilfsorganisation "Cuisine sans frontières" zu einem kulinarischen Grenzgänger, der Verbindungen schafft…“

Vor 15 Jahren war David Höner, nach eigenen Angaben, Chefkoch ohne Anstellung. Die Chance, eine Stelle zu finden, war entspr. gering. Mir paar Freunden gründete er den Verein. „Die Cuisine sans frontières-Idee beruht auf einer einfachen Überlegung: In Krisensituationen ist eine Gemeinschaft darauf angewiesen, miteinander zu kommunizieren und Lösungen zu erarbeiten, die der jeweiligen Situation gerecht werden. Dazu muss ein Ort geschaffen werden, an dem solche Gespräche ohne Zeitdruck stattfinden können. … In Krisengebieten gibt es die Gastgeberrolle nicht – es gibt keine Orte mehr, an denen Tischgespräche stattfinden. Da sieht die Cuisine ihre Aufgabe: als Gastgeber zu Tisch zu bieten, um Konflikte zu lösen und Gemeinschaft zu fördern.“ S. 23-24.

In diesem Buch liest man vielerlei: In welchen Ländern die Cuisine tätig war: Kolumbien, Brasilien, Kongo, Ecuador, Peru, Tschernobyl, um einige zu nennen, was sie in Krisengebieten gesehen, erlebt haben und was sie dort im Sinne des Kochens ohne Grenzen bewegen konnten. Eine beeindruckende Fülle an Bildern stürzt auf den Leser: Da sind erschreckende Zeugnisse der Armut der einheimischen Bevölkerung, die ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Da sind die Guerillas, die ihre Einflusszonen kontrollieren und bei der Planung mitberücksichtigt werden müssen. Da sind die treuen Monsanto Handlanger, die nicht dulden, dass der Einsatz der genmanipulierten Pflanzen kritisiert wird und prompt Probleme machen usw. Da ist auch eine höllenheiße Küche, in der sogar der Boden dampft, usw.

Paar treffende systemkritische Worte findet man hier und dort. Oft musste ich auch an das Buch von Jean Feyder „Leistet Widerstand!“ denken, auch ein sehr lesenswertes Werk. David Höner leistete den Widerstand mit seinem Verein. Er erzählt u.a. auch, welche Schwierigkeiten es zu bewältigen gab: Von der Beschaffung des Personals, von der Beschaffung der Finanzmittel zwecks der Durchführung der Projekte im jeweiligen Land uvm. Es gibt auch spannende Einsichten in das Leben in den Ländern, u.a. in Kenia. Da der Verein dort Calabash aufbaute, mussten sie sich mit so einigen polit. Interna und Mentalitätsbesonderheiten auseinandersetzen. Auch über die Arbeit anderer Hilfs- und Entwicklungsorganisationen hört man so einiges, was diese nicht unbedingt in einem Sonnenschein erstrahlen lässt, denn an erster Stelle stehen die finanziellen Interessen der Reichen. „‘Frieden durch Wohlstand‘ lautet das Credo der kapitalistischen Entwicklungspolitik. Nur, wessen Wohlstand und wessen Frieden?“ S. 266 ff.

Im letzten Drittel wurde das Buch richtig toll. Höner hat einen sehr realistischen Blick auf das Tun seines Vereins und sein eigenes. Er teilt auch seine Gedanken zum Zustand der Welt, so wie er sie erlebt hat. Er zeigt z.B., wie die Mechanismen der Verarmung der Bevölkerung funktionieren, s. Kap. 19. Er plädiert auch für den Erhalt der ursprünglichen Formen der Gemeinschaft der Urvölker, was ihr Überleben wahrscheinlicher macht. Seine Resümees, die über das Buch verstreut sind, sind so klug, ja weise. „Wenn wir aufhören den paar Wenigen zuzuhören, die mir ihrer furchterregenden Propaganda glauben, über unser aller Schicksal entscheiden zu dürfen, wird alles gut. Naiv? Wenn es naiv ist, an die gute Option zu glauben und auf sie zu hoffen, bin ich gerne naiv.“ S. 254.

Man kann noch viel über dieses Buch schreiben, besser, man liest es selbst.

Der Inhalt ist leserfreundlich gestaltet worden. So manche schwierigen Dinge wechseln sich mit fröhlicheren Begebenheiten, Gesprächen ab, z.B. wie das Fachsimpeln der Köche, wie man die besten Bratkartoffeln macht, oder auch die Überlegungen, was das Kochen ist, was das gute Essen bewirkt, was die Menschen in den o.g. Ländern so alles essen und trinken usw. Die Kapitel sind nicht besonders lang, dafür aber inhaltsreich.

Das Buch ist hochwertig ausgestattet. Festeinband in hellem Rot, Umschlagblatt aus glattem Glanzpapier mit Fotos auf Vorder- und Rückseite, einige s/w Fotos, angenehme Schriftgröße. Schön als Geschenk.

Toll finde ich, dass Westend Verlag solche Bücher herausbringt. Ohne wäre die Bücherlandschaft ärmer, einseitiger, langweiliger.

Fazit: Ein vielfältiges, großartiges, kluges Buch über die Menschen, die in Sachen Frieden so einiges bewegt haben, und nicht nur.


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