David Halperin

 3 Sterne bei 9 Bewertungen

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Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel

Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel

 (9)
Erschienen am 21.04.2014
Journal of a UFO Investigator

Journal of a UFO Investigator

 (0)
Erschienen am 03.02.2011

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Rezension zu "Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel" von David Halperin

"Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel"
HeldenfuereinenTagvor einem Jahr

"Wissenschaft ist eine Schildkröte", sagte ich ganz langsam, "die behauptet, ihr Panzer sei die ganze Welt."

Wer wollte sich nicht schon einmal lieber in eine andere Welt träumen, als die Realität zu ertragen?

David J. Halperin, geboren in 1947, war in den 60ern selbst UFO-Forscher - ein Hobby, das er mit dem Protagonisten Danny gemeinsam hat. Später unterrichtete er als Professor für Theologie an der Universität von North Carolina. Nun, in Rente, widmet er sich dem Schreiben: "Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel" ist sein erster Roman.

Die Wirklichkeit tut es Danny nicht gerade an. Zuhause wird nur auf seine kranke Mutter Rücksicht genommen und Danny sieht, wie sie immer mehr verschwindet, was ihm natürlich sehr zusetzt. Sein Vater zeigt in keinster Weise Interesse an ihn und wenn doch, nur um ihn zu quälen.
Mit seinen einzigen Freunden Jeff und Rosa gründet er den Club "Die UFO-Forscher" und in seinem Tagebuch schreibt er seine ganzen Beobachtungen auf. Darin schreibt er seine wahren Gedanken nieder, die er zuhause niemals aussprechen könnte.
Aber das Leben spielt Danny übel mit; mit Jeff ist er bald nicht mehr befreundet, Rosa haut ab.

Danny verliert sich zwischen Realität und Fantasie, und wir verlieren uns mit ihm. Auf seiner Reise trifft er neue Freunde, Außerirdische, wird von den Männern in Schwarz verfolgt und landet schlussendlich sogar in Israel, Jordanien und einen Ort, der nicht zu dieser Erde gehört...

Auch für den Leser wird Dannys Abenteuer mehr als verwirrend; was ist real und was entspringt Dannys Kopf? Klare Grenzen gibt es nicht mehr. Man muss sich darauf einlassen, so wie Danny es tut, denn auch er stellt sich selbst in Frage - und doch bekommen wir nie eine Auflösung.
Zum Schluss ist jedoch klar, dass Dannys Abenteuer ihm geholfen hat. Nun Dan genannt, ist der herangewachsene Mann bereit, aufs College zu gehen. Seine UFO-Bücher lässt er dafür zuhause.

Wenn man sich darauf einlässt, an Dannys Seite seinen Ängsten zu begegnen, schlägt das Buch einen in den Bann. Der Anfang zog sich ein wenig, aber wenn man sich an das Ungewisse gewöhnt hat, macht es nur noch neugieriger auf mehr. Der einfache Schreibstil, der durchaus etwas poetisches an sich hat, nimmt dich an die Hand; es ist, als würdest du selber auf einmal in einer anderen Welt stehen.

Im letzten Drittel des Buches stieg die Spannung bei mir ins Unendliche - wenn ich auch etwas länger gebraucht habe, um mit dem Roman warm zu werden, hat mich das Buch zum Schluss umso mehr überzeugt; denn es lässt dich allein mit deinen Gedanken zurück.

Kritikpunkte sind für mich nur, dass ich nicht genau weiß, welche Ereignisse nun was in der realen Welt darstellen sollen - aber das kann durchaus auch von Halperin gewollt sein. Außerdem kommt, außer vom UFO-Diskurs, kaum das Feeling der 60er Jahre rüber.
Ansonsten kann ich das Buch positiv in Erinnerung behalten.

Ein Buch, das ich unter normalen Umständen nie gekauft hätte und doch froh bin, es getan zu haben, denn es hat meinen Horizont erweitert. Und genau das ist es, was ich von einem Buch erwarte.

https://heldenfuereinentag.wordpress.com/2017/12/20/der-tag-an-dem-das-ufo-vom-himmel-fiel-david-halperin/

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Amilyns avatar

Rezension zu "Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel" von David Halperin

Was war denn das, bitte?
Amilynvor 2 Jahren

Frage: Liebe Rezensentin, wollen Sie uns etwas zum Inhalt dieses Buches verraten?


Antwort: Nein! Denn egal, was ich sage, es stimmt nicht.


F: Wie kann denn so was sein?


A: Da fragen Sie doch besser mal den Autor. Ich jedenfalls kann zu diesem riesengroßen Haufen Schwachsinn, den ich da gerade zu Ende gelesen habe, keine Inhaltsangabe geben.


F: Also, auf dem Klappentext steht ja was von einem Abenteuer zwischen Fantasie und Realität ...


A: Ja, auf dem Klappentext steht aber auch ein Zitat von Publishers Weekly: "Diese herzerwärmende Coming-of-Age-Geschichte wird jeder lieben". Ich frage mich, ob man die wegen dieser Behauptung verklagen kann.


F: Nun beruhigen Sie sich doch ein wenig. Reden wir doch einfach mal über etwas schönes: das Cover!


A: Sieht aus, als wäre es eine nette Komödie, oder? Vielleicht im Zusammenhang mit dem Klappentext eine Tragikomödie.


F: Ist es das denn nicht?


A: NEIN!!!


F: Schon gut, schon gut. Wir wollen ja nicht gleich herumschreien. Dann werden wir mal konkreter. Ich sehe, Sie haben nur ein mageres Sternchen für diesen Roman vergeben. Was ist denn das Schlimmste an dem Buch?


A: Das Schlimmste ist, dass irgendjemand beim Penguin-Verlag in New York dieses Manuskript des (Debut!!!-)Autoren, David Halperin, gelesen und sich gedacht hat: "Wow, das ist toll, das müssen wir unbedingt rausbringen!"


F: Und was ist das Allerschlimmste?


A: Dass irgendjemand beim Goldmann-Verlag in München das Buch gelesen hat und sich offenbar gedacht hat: "Wow, das ist toll, das müssen wir unbedingt übersetzen. Und rausbringen!"


F: Hm ... In den 1960ern spielt die Geschichte. Gibt es denn irgend etwas positives dazu zu sagen?


A: Nein. 


F: Hätte mich ja gewundert. Geht's etwas ausführlicher?


A: Es kommt überhaupt kein 60er-Jahre-Gefühl rüber. Klar, es wird mal die Kubakrise erwähnt und das Kennedy-Attentat, und dann geht es auch mal um Roswell (schließlich kommt keine UFO-Geschichte ohne Roswell aus), aber eher nach dem Motto: "Auf der schönen grünen Wiese wuchsen ein paar bunte Blumen. Kubakrise!"


F: Ach, kommen Sie ... Sie übertreiben jetzt, weil sie generell sauer auf das Buch sind.


A: Generell ist dieses Buch der mit Abstand allergrößte Bulls**t, den ich in meinem ganzen Leben je gelesen habe, inklusive aller Schulbücher und Kafka! Es ist mir absolut unbegreiflich, wie es dazu kommen konnte, dass Papier für dieses Buch produziert worden ist. Immerhin ist es ein Mängelexemplar. Undenkbar, ich hätte auch noch die vollen knapp 10 EUR für diesen Schund ausgegeben. Das sind fast 20 Mark!


F: Ich sehe schon, Sie werden in diesem Leben wohl keinen Frieden mehr finden mit dem Buch. Was haben Sie denn abschließend zu all den potentiellen Lesern von Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel zu sagen?


A: Liebe potentielle Leser von Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel: wenn ihr zu dem Punkt kommt, an dem Danny auf dem Flughafen von Miami von drei seltsamen Männern in einen Verhörraum geschafft wird und ihr diese Szene irgendwie merkwürdig und/oder übertrieben findet: HÖRT AUF ZU LESEN! Es wird euch einiges an Nerven ersparen.


F: Okay ... Na dann ... Vielen Dank für das nette Gespräch.


A: Bitteschön.


...
...
...


F: Sie wissen aber schon, dass Kafka von vielen sehr geschätzt ...?


A: Ist mir egal.

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M

Rezension zu "Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel" von David Halperin

Rezension zu "Der Tag, an dem das UFO vom Himmel fiel" von David Halperin
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Durch die Fantasie zur Wirklichkeit

David Halperin lässt den Leser von Beginn an nicht wirklich im Zweifel darüber, dass er im Rahmen einer sich immer weiter ausweitenden Science-Fiction Geschichte tatsächlich vordergründig nur eine Fantasie in der Fantasie ausformuliert. Schon auf den ersten Seiten des Buches wird deutlich, dass für die Figur des jugendlichen Danny Shapiro die Fantasie das Sein bestimmt, zumindest zunächst, dann stärker werdend, bis das Buch zum Ende hin eine dann doch Wendung in die Realität der Figur hinein nimmt.

UFO Forscher, so versteht sich Danny, mit seinem engsten (und einzigen) Freund zusammen. Mit dem ihn vor allem eben jene Suche nach einem vermeintlichen UFO verbindet.

„Das UFO fiel in der Nacht vom 20-Dezember 1962 vom Himmel“.

Und nun, im Jahr 1966, macht sich David auf den Weg, den Spuren des UFO´s zu folgen. Und erzählt durchaus auch von der zurückliegenden Ein Weg, auf dem plötzlich neue Haltestellen der Buslinie auftauchen, ein Mädchen eine Rolle spielen wird und durchaus fantastische Erlebnisse auf David warten. Dem Einzelgänger, Eigenbrötler. Nach kurzer Zeit aber wird bereits deutlich, dass David einer ist, der sich in sich selbst zurückzieht, in seine Fantasie, der damit den Gegebenheiten um sich herum entflieht. So ist und bleibt es lange verschwommen, was denn genau und real passiert, wieweit Davids ständige Eintragungen in sein Tagebuch reiner Fantasie entspringen oder doch an der Wirklichkeit anhaften.

Einer Wirklichkeit mit einer kränkelnden Mutter, die ihre Krankheit schwer atmend wie ein Schutzschild vor sich her trägt. Eines distanzierten Vaters, der kein Verständnis in irgendeiner Hinsicht für seinen Sohn zeigt, der noch nicht einmal ein wirkliches Grundinteresse für diesen Sohn aufbringt. Und eine Wirklichkeit eben, in der David kein bisschen ein Held ist. Was Wunder, dass er sich davon wegträumt, in Abenteuer hinein.

„Ich erforsche UFO´s, weil sie, im Gegensatz zu Gott, real sind und man sie sehen kann“.

So real, wie Rosa Paglianos, das Mädchen, für das Danny schwärmt? Und in stiller Eifersucht entbrennt, weil sein bester Freund mit Rosa ebenfalls eng verbunden zu sein scheint?

Aber so wichtig ist das alles letztendlich gar nicht. Unterhaltsam und durchaus auch spannend schreibt David Halperin von der UFO Suche seines Protagonisten und nimmt den Leser damit gut hinein in diese Welt äußerer Einsamkeit, dem Gefühl, nicht gewollt zu sein, dem nicht zurechtkommen mit der familiären Situation und der eigenen Personen. Der ständigen Verwirrung und Zurückhaltung von Gefühlen, die sich dann doch zum Ende hin Bahn brechen werden und dürfen. Und führt den Leser weiter dazu, mit zu erleben, wie durch die sich steigernde Fantasie und die vielen Überlegungen des Jungen mehr und mehr eine Kurve zur Realität genommen wird, die Erkenntnis reift, dass er sich am Ende doch den Umständen so, wie sie sind, zu stellen hat. Falls es ihm noch gelingen wird.

Wie ein Mensch in und durch seine Fantasie tatsächlich für die Realität reifen kann und dass auch eingebildete Erlebnisse real intensiv ausstrahlen können, dies beschreibt Halperin in einer fundierten und sprachlich flüssigen Form. Als könnte es auch so gewesen sein.

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