David Henry Wilson Ashmadi

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  • Selten hat mich ein Buch nachdenklicher gestimmt

    Ashmadi

    loveisfriendship

    08. November 2013 um 16:08

    Selten hat mich ein Buch nachdenklicher gestimmt Ashmadi wird aus der Sicht eines Tieres erzählt, einer Ratte, die herausfinden möchte, wie der Mensch es in dieser Welt zu so einer Macht bringen konnte und die prompt in das Aschenputteldrama miteinbezogen wird, indem sie von der Lichtfrau in den Kutscher verwandelt wird, der Ashmadi zum Ball des Prinzen bringt. Als Robert, so heißt die Ratte nun, bei Mitternacht wieder zum Tier wird, ist sie zwar wieder in Rattengestalt, aber fühlt sich mehr den Menschen zugehörig. Es scheint so, als gehörte sie keiner Gattung an, denn als sich später ihr Wunsch erfüllt, und sie wieder in Menschengestalt ist, empfindet sie sich mehr den Ratten verbunden. Zum sonstigen Inhalt verrate ich nicht mehr, als dass Ashamdi die düstere, bedrückende und brutale Neuinterpretation zweier bekannter Märchen ist - Aschenputtel und Rattenfänger von Hameln. Dennoch ist das Buch nicht nur das, sondern habe ich zwischen den Zeilen auch Zeitgemäßes und gesellschaftliche Kritik herausgelesen. Ich würde das Buch als philosophisch und weise bezeichnen, aber nicht in dem Sinne, dass es Antworten gebe, sondern eher, weil es Fragen aufwirft und ich werde Ashmadi mehrmals lesen müssen, um seine volle Bedeutung ausschöpfen zu können, so viele Botschaften und Anspielungen auf Zeitgeschichte, die es noch zu begreifen gilt. Ist die Ratte nicht genauso schrecklich wie die Menschen, die sie wegen ihrer Grausamkeit bestrafen will? Oder ist es gerechtfertigt, was sie tut, weil die Menschen auch nicht um die von ihnen getöteten Ratten weinen? Bin ich auf Roberts Seite oder nicht? Auf wessen Seite bin ich überhaupt? Ich habe zwar nicht gutgeheißen, was er tut, aber hat er nicht Recht? Ich habe Entrüstung verspürt, als Robert seinen Rachefeldzug gegen die Menschheit gestartet hat, aber zeigt das nicht, dass wir Menschen uns wirklich über alle anderen Lebewesen erhaben fühlen und keine Achtung vor anderen Lebewesen haben und oftmals sogar nicht mal vor welchen unserer Art, wie Robert auch bemerkt? Außerdem muss man beachten, dass Robert in Menschengestalt ist, als er das tut, was er tut. Zu Anfang war er liebend und vorsichtig und erst am Ende, in Menschengestalt, hassend und berechnend. Ist Robert mehr Ratte oder Mensch? So viele Fragen, die das Buch aufwirft. David Henry Wilson geht in Ashmadi auf die größten Makel des Menschengeschlechts aus der Sicht eines Tieres ein, wobei er kein "richtig" oder "falsch" vorgibt. Ein Buch, das mich, was die Geschehnisse am Ende betrifft, zwiespältig zurücklässt. Fazit: Leider ist dieses Buch weitestgehend in Vergessenheit geraten. Leider. "Ich war zu dem Ungeheuer geworden, das das Ungeheuer überlistete, und in der Wahl meiner Waffen lag die befriedigendste Ironie, die man sich denken kann."

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