David Herlihy

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Opera Muliebria

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Erschienen am 01.06.1990

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Rezension zu "Der Schwarze Tod und die Verwandlung Europas" von David Herlihy

Ich bin so froh, dass ich heute lebe.
mistellorvor 4 Jahren

Der Schwarze Tod und die Verwandlung Europas


David Herlihy war ein bekannter Historiker, der sich besonders mit dem Mittelalter befasst hat. Daher hat er sich auch mit der Pest und ihren Auswirkungen befasst. In seinem sehr interessanten Buch beschäftigt er  sich vor allem um die ungelösten Fragen wie das endemische Auftreten der Pest, wie kam die Pest nach Europa, welche Formen der Pest gab es im Mittelalter, der Zusammenhang zwischen Religion und Pest, Reichtum und Pest, Gesellschaft und Pest, Wohlstand durch Pest, Verbreitungswege der Pest, Gesetzgebung und Pest und noch vieles mehr.
David Herlihy nimmt nicht für sich in Anspruch diese Fragen beantworten zu können. Er stellt verschiedene Theorien vor, vergleicht und bewertet sie auf ihre Glaubwürdigkeit, berichtet sehr lebendig über das Leben mit dem Schreckgespenst Pest im Mittelalter, zeigt überraschende Auswirkungen der Pest und gibt dem Leser oft die Möglichkeit sich für eine mögliche Theorie zu erwärmen oder sie abzulehnen.
Dieses hat mir an diesem Buch besonders gut gefallen. Jede Theorie bspw. über das plötzliche Auftreten der Pest wird anschaulich und ausführlich dargestellt, überprüft und auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht und doch bleibt es dem Leser überlassen, welcher Theorie er sich anschließen könnte.
Mit am besten gefallen hat mir der philosophische Ansatz von Thomas von Aquin.
“ Thomas von Aquin, der 1247 gestorbene große Dominikaner, hatte gelehrt, dass dem Universum eine verborgene Ordnung innewohne und dass es dem menschlichen Geist gegeben sei, wenigstens eine partielle Erkenntnis dieser Struktur zu erlangen. Seine spätmittelalterlichen Kritiker, ………behaupteten……….der menschliche Geist besitze nicht die Kraft, in die metaphysischen Strukturen des Universums einzudringen.“
Weiter hat mir sehr gut gefallen, dass David Herlihy ein gut fundiertes Bild über das Leben im Mittelalter vermittelt – was wirklich wenig mit den historischen Romanen zu tun hat, wie sie in jedem Buchladen stehen.
Die Vorstellung, in dieser Zeit leben zu wollen ist nicht erstrebenswert. Es war ein hartes, grausames und wehrloses Leben, egal welcher Schicht man angehörte.
“ Auch kurz vor dem Schwarzen Tod, in den Jahren 1346 und 1347, schlug der Hunger im Norden wie im Süden zu. Der Florentiner Giovanni Morelli schreibt die hohe Mortalität des Schwarzen Todes der Hungersnot im Jahr davor zu. Nicht mal zwanzig von hundert Menschen hatten Brot, wie er berichtet. Die übrigen lebten von Kräutern und widerlichen Pflanzen, wie Vieh grasend zogen sie auf dem Land umher.“
Ich kann es nur wiederholen – ich bin sehr dankbar, dass ich im 21. Jahrhundert leben darf.

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