David Instone-Brewer

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Der schockierende Jesus

Der schockierende Jesus

 (4)
Erschienen am 15.08.2014

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Sonnenblume1988s avatar

Rezension zu "Der schockierende Jesus" von David Instone-Brewer

Skandale rund um das Leben Jesu
Sonnenblume1988vor 4 Jahren

Das Jesus kein gewöhnlicher Mann war, ist schwer abzustreiten. Doch wie ungewöhnlich Jesus wirklich war, wird noch deutlicher, wenn die Bibelstellen aus dem Neuen Testament in Zusammenhang mit der damaligen Kultur gesehen werden.

Autor David Instone-Brewer glaubt als Pastor und Seelsorger daran, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Doch als Forscher für das Neue Testament und Rabbinisches Judentum ist er es auch gewöhnt, Dinge kritisch zu hinterfragen. Seine These ist, dass Skandale ein Beleg dafür sind, dass die Erzählungen aus der Bibel wahr sind. So mussten die Evangelisten, auch auf die Gefahr hin, den Menschen „Munition gegen Jesus zu liefern“, auf die peinlichen und schockierenden Details über Jesus eingehen weil sie zu seinem Leben gehören.

Beispiel ist z.B. die Herkunft von Jesu, „Marias Sohn“. In der damaligen Zeit wurden die Juden nach ihren Vätern benannt, selbst dann, wenn der Vater tot war oder die Eltern nicht verheiratet waren. Sexuelle Skandale waren nicht akzeptabel. Da Jesus in den Augen der damaligen Menschen als „uneheliches Kind“ geboren wurde, war er dem Klatsch und Tratsch der Gesellschaft hilflos ausgeliefert. Auch als Heiratskandidat kam er nicht in Frage, denn kein Vater hätte seine Tochter einem Mann gegeben, dessen Herkunft so unklar war. Dadurch wäre der rechtliche Status vieler Nachkommen gefährdet gewesen. Doch wer als Jude nicht verheiratet war und somit gegen das biblische Gebot „Seid fruchtbar und mehret euch“ verstieß, galt ebenfalls als skandalös.

So zeigt der Autor Skandale im Leben von Jesus, dessen Freunden und in der Verkündigung von Jesus. Die Aussagen belegt er mit vielen Bibelstellen und anderen Quellen. Zum Lesen fand ich es hilfreich, das Buch sehr langsam zu lesen und eine Bibel dabei zu haben, um die Stellen vergleichen zu können. Die Kapitel sind kurz gehalten (meistens ca. 5 Seiten) und lassen sich gut lesen. 

Insgesamt ein interessantes Buch, was mit Hintergrundfakten zur damaligen Kultur überrascht, den Horizont erweitert und das Verständnis für das Leben von Jesus schärft. Eine gute Grundlage, um mehr über Jesus zu lernen.

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LEXIs avatar

Rezension zu "Der schockierende Jesus" von David Instone-Brewer

Ein beeindruckendes Buch!
LEXIvor 4 Jahren

Ein reißerischer Klappentext, der provokant wirkt und aufwühlt, Neugier weckt. David Instone-Brewer, ein ausgewiesener Kenner des frühen rabbinischen Judentums und des Neuen Testaments, präsentiert in seinem Buch „Der schockierende Jesus“ einige der überraschendsten und kontroversesten Jesus-Skandale der Bibelforschung. Er verfolgt damit das Ziel, ein solides Fundament für historische Fakten über Jesus zu finden. Mit großem Interesse verfolgte ich seine Ausführungen über die Ehelosigkeit Jesu, die damals als Skandal galt. David Instone-Brewer stellt in seinem Buch jedoch keine Behauptungen in den Raum, ohne diese zugleich auch ausführlich und anhand von vielen Bibelstellen zu erläutern. Er gibt seinen Lesern tiefe Einblicke in das Denken und Handeln der Menschen, die das Leben und Wirken Jesu erleben durften und vermittelt Verständnis dafür. Die vielen Details, die er dabei liefert, sind faszinierend und machen die Bibelgeschichte „lebendig“, „erlebbar“.

Die Themenvielfalt in diesem Buch ist sehr groß und breit gestreut. So thematisiert der Autor beispielsweise kontroverse Themen wie Selbstmord, oder Jesu Einstellung zu Kranken, Aussätzigen, Behinderten oder Prostituierten. Das Verbrechen des Kindesmissbrauchs, den die römischen Armeen mit ihrem unmoralischen Lebensstil nach Palästina brachten, nahm Jesus sehr ernst. Der Autor nimmt auch die kürzlich von Gelehrten wiederhergestellte Originalversion des Haftbefehls bzw. der Anklageschrift gegen Jesus und seine darauf folgende Hinrichtung unter die Lupe und geht auf anschauliche Art und Weise auf das Symbol des Kreuzes ein. David Instone-Brewer widmet sich auch einigen Personen aus der Bibel, wie beispielsweise Maria Magdalena, Judas Iskariot oder seinen Jüngern, und erzählt interessante Einzelheiten, die viele von uns vermutlich nicht im Detail kennen. In einem anderen Kapitel nimmt der Autor zu Jesus Meinung zu den Pharisäern Stellung und erläutert, weshalb dieser sie als „scheinheilig“ bezeichnete. Auch die Polygamie, die für die Juden lange Zeit normal war, von den Römern aber als unmoralisch erklärt wurde und einige Generationen nach Jesu Wirken völlig verschwand, wird behandelt.

Ein Thema, das die Menschheit bis heute stark beschäftigt, ist die Scheidung bzw. die verschiedenen Scheidungsgründe, die von Juden und Römern bzw. Jesus selber vorgebracht wurden. Der Autor erzählt, was Jesus von Geldanlagen und Wucherzinsen hielt und wie diese Dinge in der damaligen Zeit gehandhabt wurde. Seine Ausführungen beziehen sich auch auf Flüche und Verwünschungen, Bitterkeit und Hass und den hohen Stellenwert der Vergebung, dabei zitiert er eine wichtige Regel der Gemeinschaft von Qumran. Zuletzt schreibt er über Glück und Pech, beleuchtet die Frage, ob Katastrophen von Gott geschickt werden, und schließt letztendlich mit einem Kapitel über Gotteslästerung und die ewigen Qualen der Hölle.

Ich muss gestehen, dass mich dieses Buch wirklich beeindruckt hat. Nie zuvor konnte ich mich mit einer derartigen Intensität in die Zeit Jesu hinein versetzen. Durch die fundierten Erläuterungen und historischen Fakten wurden bekannte Bibelpassagen plötzlich „lebendig“. Erst im Zusammenhang mit den wichtigen Informationen über die Denk- und Handlungsweise der Juden zur damaligen Zeit wurden viele Ereignisse oder Aussagen plötzlich verständlicher und nachvollziehbarer. Durch den einnehmenden Schreibstil des Autors und den spannenden Themenbereichen dieses Buches fiel es mir schwer, es überhaupt aus der Hand zu legen. Ein faszinierender Ausflug in die Vergangenheit mit überraschenden Erkenntnissen – ein Buch, das ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

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Arwen10s avatar

Rezension zu "Der schockierende Jesus" von David Instone-Brewer

Überraschende und interessante Einblicke in das Neue Testament
Arwen10vor 4 Jahren

Der Autor ist ausgewiesener Kenner des frühen rabbinischen Judentums und des Neuen Testaments. In diesem Buch werden einige Themen aus dem Leben Jesu und des Neuen Testamentes aufgegriffen und ua. mit Hilfe seiner Kenntnisse neu dargestellt. Dabei erfährt der Leser oft verblüffende Neuigkeiten, die würden sie allgemein anerkannt werden, eine wahre Revolution in der Kirche verursachen würden.

Wer von uns kennt wohl die ursprüngliche Anklageschrift von Jesus ? Oder weiß, dass Maria Magdalena von Dämonen befreit wurde und keine Prostituierte war ? Was sich völlig neu anhört, sind Dinge, die man vor kurzem entdeckt hat oder Dinge, die man erfährt, wenn man in den alten Schriften liest.

Mehr als einmal habe ich gestaunt, was der Autor entdeckt hat in den alten Schriften. Auch wenn ich das ein oder andere nochmal nachlesen werde, hat der Autor noch etwas anderes erreicht. Die Bibel, vor allem das Neue Testament noch interessanter werden zu lassen.

Einige Themen fordern auch heraus, eigenes Denken und Verhalten zu reflektieren . Insgesammt bietet dieses Buch einige neue Erkenntnisse, die wohl den wenigsten bekannt sein dürfen. Sehr empfehlenswert für alle, die sich mit der Bibel und dem Leben Jesu beschäftigen. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und es hat bei mir das Interesse für diese Thematik geweckt.

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