David Lagercrantz

 3,9 Sterne bei 590 Bewertungen
Autor von Verschwörung, Verfolgung und weiteren Büchern.
Autorenbild von David Lagercrantz (©Cato Lein)

Lebenslauf

Auf den Spuren von Stieg Larsson: Der 1962 geborene schwedische Autor und Journalist David Lagercrantz studierte Philosophie und Religionswissenschaften. Bis 1993 schrieb Lagercrantz als Kriminalreporter für das Boulevardblatt „Expressen“. Seine erste Biografie „Allein auf dem Everest“ über den Bergsteiger Göran Kropp erschien 1997, sein Romandebüt folgte 2009 mit „Der Sündenfall von Wilmslow“, eine Geschichte über den englischen Mathematiker Alan Turing. Seinen eigentlichen Durchbruch hatte er jedoch erst 2011 mit der Biografie „Ich bin Zlatan Ibrahimović“ über den gleichnamigen schwedischen Fußballspieler .

Der Verlag Nordstedts beauftragte Lagercrantz 2013 mit der Fortsetzung der Millennium-Trilogie des verstorbenen Kultautors Stieg Larsson, woraus zwei weitere Bände der schwedischen Erfolgsreihe hervorgingen: „Verschwörung“ und „Verfolgung“. 2018 wurde „Verschwörung“ für die große Leinwand adaptiert.

Alle Bücher von David Lagercrantz

Cover des Buches Verschwörung (ISBN: 9783453504059)

Verschwörung

 (278)
Erschienen am 29.10.2018
Cover des Buches Verfolgung (ISBN: 9783453439566)

Verfolgung

 (112)
Erschienen am 09.12.2018
Cover des Buches Vernichtung (ISBN: 9783453441071)

Vernichtung

 (70)
Erschienen am 08.11.2020
Cover des Buches Der Mann aus dem Schatten (ISBN: 9783453441941)

Der Mann aus dem Schatten

 (29)
Erschienen am 10.01.2024
Cover des Buches Der Sündenfall von Wilmslow (ISBN: 9783492310604)

Der Sündenfall von Wilmslow

 (10)
Erschienen am 02.05.2017
Cover des Buches Allein auf den Everest (ISBN: 9783442150199)

Allein auf den Everest

 (7)
Erschienen am 01.12.1998
Cover des Buches Das Bild der Toten (ISBN: 9783453429758)

Das Bild der Toten

 (4)
Erscheint am 11.03.2025
Cover des Buches Vernichtung: Roman (Millennium 6) (ISBN: B07QM6JKT3)

Vernichtung: Roman (Millennium 6)

 (1)
Erschienen am 26.08.2019

Auf einen Tagtraum mit...

David Lagercrantz löste in seinem Heimatland Schweden einen nationalen Skandal aus, als 2015 bekannt wurde, dass er mithilfe von Stieg Larssons hinterlassenem Teilmanuskript dessen herausragende Millennium Saga fortführen wird. Nach Teil 4, "Verschwörung", der mittlerweile verfilmt wird, erschien im Herbst 2017 der fünfte Band "Verfolgung", in dem endlich verraten wird, warum Lisbeth Salander ihr berühmtes Drachen Tattoo hat. Wir haben ihn für euch in München getroffen und mit ihm übers Schreiben, Träumen und Zlatan Ibrahimovic gesprochen...

Kära David, trevligt att träffas! Was ist dein Lieblingsgetränk beim Schreiben?

Zunächst einmal benötige ich meinen Morgenkaffe. Ich benötige eine ganze Menge Kaffee zum Aufwachen. Ich schreibe häufig früh am Morgen und dann über den Tag verteilt in kurzen Intervallen. Dazwischen lege ich Pausen ein und glaube, dass diese Pausen wichtiger sind, als man denkt. Es gibt sogar Studien, dass zu lange Konzentrationsphasen deine Kreativität vermindern können. Beim Schreiben stoße ich immer wieder auf Probleme oder Stellen, an denen es hakt. In den Pausen arbeitet mein Unterbewusstsein weiter an der Lösung dieser Probleme und so habe ich manchmal die besten Ideen, wenn ich gerade nicht schreibe.

Wie können wir uns deinen Schreibprozess und deine Pausen vorstellen?

Normalerweise habe ich die Grundidee natürlich bereits, bevor ich anfange zu schreiben. Aber dann gibt es Situationen wie heute. Ich habe eine kleine Erkältung aus England mitgebracht und mich hingelegt, um etwas zu schlafen. Ich habe in meinem Kopf seit längerem ein kleines Schreibproblem mit mir herumgetragen und plötzlich kam mir eine Idee und diese werde ich mit nach Hause nehmen und aufschreiben. Wenn ich schreibe, arbeite ich sehr sorgfältig mit dem Rhythmus und der Sprache, sogar umso sorgfältiger, je älter ich werde. Ich feile wirklich gründlich am Stil und spiele damit, Worte und Sätze wegzulassen, so dass ich den richtigen Rhythmus für meinen Text finde, um ihn so effektiv wie möglich zu gestalten. Für mich steht beim Schreiben wirklich die Sprache im Mittelpunkt. Schreiben ähnelt hierbei sehr der Musik, ich muss den Rhythmus spüren, einen Takt und den Fluss der Worte und Laute. Wenn ich nicht gerade eine Erkältung habe, gehe ich viel spazieren und treibe viel Sport und dabei kann ich wunderbar tagträumen. Dann kehre ich mit einer Menge Ideen zurück an den Schreibtisch.

Wo findest du die Inspiration für deine Thriller?

Das Problem an Krimis und Thrillern ist, dass eigentlich schon fast alles geschrieben wurde. Von daher beginne ich stets damit, mich vom Genre zu entfernen und finde meine Inspiration ganz woanders, zum Beispiel in der Wissenschaft. Die Idee für mein erstes Buch der Millennium Saga, "Verschwörung", kam mir, als ich mich mit Autismus beschäftigt habe und anschließend der Frage, wie man diese Thematik in einen Krimi einbringen kann. Bezüglich meines neuen Buches "Verfolgung" möchte ich gar nicht viel spoilern. Aber ich habe mich in die Wissenschaft rund um Zwillinge eingelesen und Genetik und mit der Frage, was uns kreiert, beschäftigt? Sind es die Gene oder das soziale Umfeld?

Was ist das schönste Feedback, das du von Lesern erhalten hast?

Mir ist es sehr wichtig, Feedback durch Leser immer gut zuzuhören. Ich kann schwer sagen, was das schönste Feedback ist, da ich versuche, immer zuzuhören und es als Schriftsteller sehr wichtig finde, nicht zu selbstsicher zu werden. Ein Geheimnis eines guten Schriftstellers ist, gut zuhören zu können, den Lesern ebenso wie den Lektoren und Kritikern. Es ist immer wichtig, offen zu sein, auch für Kritik. Denn die daraus resultierenden Zweifel sind ebenso wichtig wie die eigene Vision. Für mich gilt immer: Zuhören, zweifeln, schreiben, nochmals schreiben. Manchmal stelle ich bei Lesungen deshalb sogar selbst Fragen an das Publikum.

Du hast schon unter anderem mit Zlatan Ibrahimovic seine Biografie geschrieben, historische Romane und eben Thriller. Gibt es ein Genre darüber hinaus, das dich reizt?

Ehrlich gesagt, möchte ich alles schreiben, was mich voranbringt. Literatur sollte wie Liebe sein. Man sollte seiner Leidenschaft folgen. Ich habe gemerkt, dass ich mich als Autor weiterentwickle, wenn ich neue Herausforderungen annehme. Mein historischer Roman über Alan Turing war zunächst eine enorme Herausforderung für mich, aber ich habe innerlich für diese Geschichte gebrannt. Mit Zlatan Ibrahimovic war es wiederum eine ganz neue Erfahrung. Auf einmal hatte ich ein Gegenüber. Er hat einen großartigen Selbsthumor. Er hat die Aufgabe sehr ernst genommen und wir haben eine bewegende und tiefgründige Reise in seine Vergangenheit unternommen. Ich glaube, das war auch für ihn eine wahnsinnige Erfahrung, wie wir gemeinsam seine Geschichte ergründet haben und der Frage nachgegangen sind, wie er zu dem Menschen wurde, der er heute ist. Für mich als Autoren war es eine spannende Erfahrung, beim Schreiben ein gegenüber zu haben, mit jemandem zusammenzuspielen. Und so nahm auch meine Arbeit an der Millennium Saga und ihren Anfang, indem ich spürte, dass ich am besten bin, wenn ich mit jemand anderem zusammenspiele, in dem Fall Stieg Larsson. Von daher denke ich, dass es mich als Autor am meisten nach Vorne bringt, wenn ich ein ganz neues Gebiet erobern muss.

Hast du ein Lieblingswort?

Es gibt Worte, die ich besonders gerne benutze. Das Problem ist, dass ich dann irgendwann an den Punkt komme, dass ich fühle, dass ich ein neues Wort brauche. Ich muss also immer wieder neue Lieblingswörter in neuen Kontexten entwickeln. Ein Wort, das ich von der Bedeutung her sehr liebe, ist "Reminiszenz", es hat einen tollen Rhythmus und steht für eine kurze Erinnerung an etwas Früheres. Darüber hinaus mag ich Wörter, mit denen ich einen komplexen Zusammenhang kurz auf den Punkt bringen kann.

Welchen Job würdest du gerne für einen Tag ausüben?

Mein ursprünglicher Traum war es, Schauspieler zu werden. Meine Schwester ist Schauspielerin und ich habe eine Schauspielschule besucht. Aber wenn ich nur einen Tag hätte, hätte ich vielleicht einfach gerne einen Tag frei. Ich wäre einfach ein Schauspieler an einem freien Tag.

Prokrastinierst du machnmal?

Natürlich. Die ganze Zeit! Wir haben das verdammte Internet, Herrgott nochmal! Ich schreibe bereits extra an einem Computer, der nicht mit dem Internet verbunden ist. Aber das ist auch nicht so klug, da mein verbundener Computer ganz in der Nähe ist. Mein größtes Talent liegt wirklich nicht in der Konzentration. Aber, wie ich schon sagte, in den Pausen kommen mir bisweilen die besten Ideen.

Kannst du uns und den LovelyBooks Nutzern eine gute Fernsehserie empfehlen?

Unbedingt "The Crown". Ich empfehle die Serie aus zwei Gründen. Erstens, weil es eine absolut brillante BBC Produktion ist und zweitens, weil es die Serie schafft, einen für diese Zeit zu begeistern. Man beginnt tatsächlich, die Charaktere der Serie zu googeln und sich immer mehr in diese Zeit einzulesen. Was mich persönlich besonders freut, ist, dass ich verraten kann, dass wir die Schauspielerin der Queen Elizabeth II. in der Serie, Claire Foy, als neue Lisbeth Salander für die Verfilmung von "Verschwörung" gewinnen konnten.

Kannst du uns schon verraten, wann der Film in die Kinos kommt?

Er wird gerade gedreht und ist für Herbst 2018 geplant. Ich kann schon einmal verraten, dass er eine vollkommen neue Adaption ist und nicht an die anderen Millennium Filme anknüpfen wird.

Wir sind immer auf der Suche nach neuen Buch Tipps. Gibt es ein Buch, das du besonders gern verschenkst?

Da gibt es wirklich viele. Aber eins, das mir besonders am Herzen liegt, ist "Erklärt Pereira" von Antonio Tabucchi. Und dann sind da noch die Erzählungen von Jorge Luis Borges und "Du hast das Leben noch vor dir" von Romain Gary, das er noch unter dem Pseudonym Emile Ajar veröffentlicht hat. Das sind drei wunderbare Bücher für den Anfang.

Wohin sollten wir unbedingt einmal reisen und welches Buch sollte uns als Reiselektüre begleiten?

Das ist eine spannende Frage. Ich bin mir nicht sicher, ob man wirklich an den Ort fahren sollte, an dem das Buch spielt, das man gerade liest. Denn das ist doch die Schönheit der Bücher, dass man an zwei Orten gleichzeitig sein kann. Ich habe soeben Borges erwähnt. Seine Werke spielen in Südamerika und gehen ins Fantastische über. Ich habe sie im Frühjahr in Paris gelesen. Aber grunsätzlich würde ich sagen: Fahr an einen Ort, den du liebst, und lies ein Buch, das du liebst.

Apropos fantastische Literatur: Welches Tier wärst du?

Ich liebe die Fantasy Bücher von Philip Pullman. In diesen heißt es, dass jeder Mensch ein inneres Tier hat, eine Art Dämonen, der Teil von einem ist. Ich habe darüber mit meinen zwei kleinen Kindern gesprochen und festgestellt, dass ich ein Chamäleon wäre, das seine Gestalt ändern kann. Wir haben so viele verschiedene Tiere in uns, manchmal möchte ich unabhängig sein wie eine Katze und dann wieder so loyal wie ein Hund. Und manchmal möchte ich fliegen können wie ein Vogel.

Gibt es etwas, was du gerne können würdest?

Ich glaube, alle Künstler wie Schriftsteller und Maler beneiden Musiker. Ihre Kunstform ist so direkt. Wenn ich etwas schreibe, kann man das natürlich lesen, aber erst anschließend. Musik ist so wunderbar direkt. Ich wäre also wahnsinnig gerne ein Virtuose. Vielleicht würde ich mich für das Klavier entscheiden, oder die Gitarre. Ja, ich denke, die Gitarre ist noch besser, weil ich sie immer mitnehmen könnte.

Hast du eine heimliche Leidenschaft?

Das ist ein bisschen peinlich, da ich ja eigentlich den Anspruch habe, ein bildender Künstler zu sein. Aber ich liebe Happy Endings, vor allem je älter ich werde. Meine heimliche Leidenschaft ist es also, romantische Komödien mit einem banalen Happy End zu schauen.

Gibt es einen Buchcharakter, den du gerne treffen würdest, und was würdet ihr gemeinsam unternehmen?

Ich beschäftige mich jetzt so lange mit Lisbeth Salander, dass ich sie wahnsinnig gerne treffen würde. Gleichzeitig glaube ich, dass ich ein wenig Angst vor ihr hätte und furchtbar nervös wäre, weil sie so introvertiert, leise und brillant ist. Dann gibt es noch William von Baskerville aus Umberto Ecos "Der Name der Rose", der eine Anlehnung an die Figur des Sherlock Holmes darstellt, aber freundlicher ist als dieser. Das Buch gehört zu meinen Lieblings-Kriminalgeschichten und ist voller Wissen. Vielleicht würde ich ihn gerne treffen, denn er ist ähnlich brillant wie Lisbeth Salander. Und wenn man jemanden trifft, der brillant ist und dazu noch nett, wird man selbst brillant. Oder vielleicht nicht brillant, aber zumindest klüger. Ich würde dann gerne meine Ideen mit ihm besprechen.

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Neue Rezensionen zu David Lagercrantz

Cover des Buches Das Bild der Toten (ISBN: 9783453273306)
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Rezension zu "Das Bild der Toten" von David Lagercrantz

Ein sehr persönlicher Fall für Rekke und Vargas
Lilli33vor 4 Monaten

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten

Verlag: Heyne Verlag (11. Januar 2024)

ISBN-13: 978-3453273306

Originaltitel: Memoria

Übersetzung: Susanne Dahmann

Preis: 24,00 €

auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Ein sehr persönlicher Fall für Rekke und Vargas


Inhalt:

Als Samuel Lidmann mit einem aktuellen Foto, das möglicherweise seine vor     vierzehn Jahren ums Leben gekommene Frau Claire auf dem Markusplatz in Venedig zeigt, zu dem brillanten Psychologen Hans Rekke und der Polizistin Micaela Vargas kommt, ahnen diese noch nicht, wie eng sie persönlich in den Fall verwickelt werden.


Meine Meinung:

Dies ist der 2. Band um das Duo Rekke und Vargas, kann notfalls aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mir hat dieser Band wesentlich besser gefallen als der erste. Ich fand ihn von Anfang bis Ende ziemlich spannend. die Handlung war dynamischer als im ersten Band und für mich nicht vorhersehbar. 


Die Protas Hans Rekke und Micaela Vargas habe ich mittlerweile schon gut kennengelernt und kann mich in beide problemlos hineinversetzen. Rekke erinnert mit seinem analytischen Blick stark an Sherlock Holmes, was mir gut gefällt. Micaela Vargas ist gespalten zwischen ihrer Moral und ihrer Familie, die sich mehr auf der Verbrecherseite bewegt. Dies führt natürlich auch immer wieder zu Konflikten.


Es wird aus mehreren Perspektiven erzählt, die ich gleichermaßen interessant und fesselnd fand. Die Geschichte setzt sich so nach und nach zusammen. Zwar weiß man dadurch als Leser*in immer etwas mehr als die Ermittelnden, doch das tut der Spannung keinen Abbruch.


David Lagercrantz konnte mich mit „Das Bild der Toten“ gut unterhalten, auch wenn die Handlung insgesamt etwas zu konstruiert erscheint. 


Die Rekke-Vargas-Reihe:

1. Der Mann aus dem Schatten

2. Das Bild der Toten

3. Das Zeichen des Fremden (ET voraussichtlich im März 2025)


★★★★☆

Cover des Buches Das Bild der Toten (ISBN: 9783453273306)
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Rezension zu "Das Bild der Toten" von David Lagercrantz

Spannender 2. Band
cybergirllvor 4 Monaten

Klappentext:
Der brillante Psychologe Hans Rekke und die clevere Polizistin Micaela Vargas haben soeben ihren ersten Fall gelöst. Da taucht plötzlich ein verzweifelter Mann bei Rekke auf. Vor vielen Jahren ist seine Frau nicht mehr von ihrem Abendspaziergang zurückgekehrt. Als ihre Leiche kurz darauf gefunden wurde, sah alles nach einem Unfall aus. Doch nun ist ein kürzlich aufgenommenes Foto aufgetaucht, das sie auf dem Markusplatz in Venedig zeigt. Lebt Claire Lidman noch? Die Ermittlungen stürzen Rekke und Vargas überraschend in private Abgründe. Denn es gibt einen gefährlichen Menschen aus Rekkes Vergangenheit, der auf Rache sinnt. Welche Rolle spielt die Frau auf dem Bild in dessen teuflischem Plan?

„Das Bild der Toten“ ist der zweite Band der Rekke-Vargas-Reihe von David Lagercrantz.
Bekannt wurde der Autor durch die Fortsetzung der Millennium Reihe.
Jetzt veröffentlicht der Autor seine erste eigene Thriller Reihe.
Hierfür hat David Lagercrantz interessante Protagonisten geschaffen.

Die Streifenpolizistin Micaela Vargas ist ein vielversprechendes Talent und hat erfolgreich ihren ersten Fall gelöst.
Sie ist als Kind chilenischer Einwanderer im selben Problemviertel aufgewachsen.
Micaela ist eine engagierte Polizistin, hat aber einen Bruder der auf der anderen Seite des Gesetztes steht.

Der Psychologe Hans Rekke ist wohl ein Genie was Verhörmethoden angeht.
Er ist der Sohn einer reichen Reederfamilie, Philosoph und musikalisch hochbegabt.
Rekke lebt in einer Villa in einem besseren Viertel.

Man sieht die beiden Hauptfiguren sind recht unterschiedlich, doch beides interessante und sympathische Charaktere.

Der Fall den der Psychologe Hans Rekke übernimmt klingt sonderbar. Ein Mann, dessen Frau vor vielen Jahren nach einem Abendspaziergang nicht nach Hause gekommen ist glaubt, dass seine Frau noch am Leben ist.
Doch nach dem Verschwinden der Frau wurde ihre Leiche gefunden und ein Unfalltod diagnostiziert.
Jetzt ist ein Bild aufgetaucht, dass die Frau in Venedig zeigt.
Hans Rekke hat einen Feind, das Superhirn Gabor. Hängt das Verschwinden seiner Frau mit Gabor zusammen?

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge die nebeneinander laufen und sich Stück für Stück einander annähern bis sie am Ende ganz miteinander verknüpft werden.
Die Handlung wird sehr spannend und mit einem ordentlichen Tempo erzählt.
Das Leben der Verschwundenen Ehefrau wird durchleuchtet. Sie war als Chefanalystin in der Finanzkrise tätig. Auch hier stellt sich den Ermittlern die Frage, ob die Tätigkeit mit dem Verschwinden zusammenhängt.

 Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und gestaltet sich dadurch recht facettenreich.


Der Schreibstil von David Lagercrantz ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.

Mit „Das Bild der Toten“ hat David Lagercrantz mich auch mit seinem 2. Band überzeugt.

 Jetzt freue ich mich auf Band 3 „Das Zeichen des Fremden“ der im März 2025 erscheinen soll.

Cover des Buches Das Bild der Toten (ISBN: 9783453273306)
Haverss avatar

Rezension zu "Das Bild der Toten" von David Lagercrantz

Aufgebläht und überkonstruiert
Haversvor 4 Monaten

Eine Frau verschwindet, wird in Spanien tot aufgefunden. Offenbar ist sie bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben gekommen und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Dennoch wird sie von ihren Angehörigen identifiziert. Lediglich ihr Ehemann bezweifelt ihren Tod. Und es scheint, als hätte er recht, denn vierzehn Jahre später sieht er ein Urlaubsfoto von Freunden und ist sich sicher, dass die Kamera am Rand des Bildes seine angeblich verunfallte Frau eingefangen hat. Ein Fall für den hochgradig depressiven Hans Rekke und Micaela Vargas, letztere mit familiären Kontakten zum kriminellen Milieu.

Natürlich kann das berufliche Umfeld der Verschwundenen nicht außen vor bleiben, hatte diese doch als Chefanalystin während der Finanzkrise eine zentrale Rolle inne, eine Position, in der man sich nicht nur Freunde macht. Das nimmt David Lagercrantz in „Das Bild der Toten“ zum Anlass, um daraus eine aufgeblähte, abstruse Story zu konstruieren, in der neben russischen Oligarchen, der KGB und sogar Putin ihre Auftritte haben. Und als ob das noch nicht genug wäre, taucht auch noch Gabor, das kriminelle Superhirn und Brekkes Erzfeind aus Jugendtagen, auf. Und wenn wir schon bei der Vergangenheit sind, da gibt es auf Brekkes Seite auch noch einen intriganten Bruder mit politischem Einfluss. Klingelt da etwas? Sollte es, denn es ist offensichtlich, dass der Autor hier mit Conan Doyles „Sherlock Holmes“, dem literarischen Klassiker kokettiert. Diese Bezüge sind zwar ganz nett, aber um dessen Qualität zu erreichen, fehlt hier noch eine ganze Menge.

Die Handlung überkonstruiert und verworren, insgesamt heillos überfrachtet, die Charaktere sind oberflächlich und ohne besondere Tiefe entwickelt, und nicht zuletzt ist die sprachliche Umsetzung mehr als schlicht. Teil 2 einer als Trilogie angelegten Reihe, die ich nicht weiterverfolgen werde.

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Zusätzliche Informationen

David Lagercrantz wurde am 04. September 1962 in Solna (Schweden) geboren.

David Lagercrantz im Netz:

Community-Statistik

in 725 Bibliotheken

auf 108 Merkzettel

von 16 Leser*innen aktuell gelesen

von 15 Leser*innen gefolgt

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