David Lodge

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Autor von Wie bitte?, Changing Places und weiteren Büchern.

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Wie bitte?

Wie bitte?

 (22)
Erschienen am 13.09.2010
Denkt

Denkt

 (9)
Ortswechsel

Ortswechsel

 (10)
Erschienen am 01.11.2001
Finger weg

Finger weg

 (6)
Erschienen am 01.08.2003
Schnitzeljagd

Schnitzeljagd

 (5)
Erschienen am 01.08.2003
Schnitzeljagd

Schnitzeljagd

 (4)
Erschienen am 24.09.2011
Das Handwerk des Schreibens

Das Handwerk des Schreibens

 (3)
Erschienen am 01.01.2007

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Janine2610s avatar

Rezension zu "Wie bitte?" von David Lodge

Womit man sich nicht alles herumschlagen muss...
Janine2610vor 4 Jahren

Der Klappentext:

Der Linguistikprofessor Desmond Bates hat sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen lassen, aber genießen kann er den nicht. Er vermisst die Universitätsroutine und seine Studenten, er hat jeden Neugierde verloren.
Seine jüngere Frau Winifred macht hingegen ein späte Karriere und blüht geradezu auf, was dazu führt, dass Desmond mehr und mehr auf die Rolle eines Anhängsels reduziert wird. Winifreds jugendlicher Enthusiasmus macht Desmond den zwischen ihnen stehenden Altersunterschied nur noch schmerzlicher bewusst. Sorgen macht er sich außerdem um seinen greisen Vater, einen ehemaligen Tanzmusiker, der eigentlich längst nicht mehr in der Lage ist, allein zu wohnen, sich aber beharrlich weigert, sein Haus zu verlassen und in ein Heim zu ziehen.
Doch es ist vor allem anderen der schleichende Verlust seines Gehörs, der Desmond das Leben vergällt und ihn immer wieder in peinliche Situationen und eheliche Konflikte treibt. Auf Gesellschaften und in größeren Gruppen ist er außerstande, sich zu unterhalten.
Durch eine dieser peinlichen Situationen lernt er unfreiwillig eine Studentin kennen, die ihn mit ihrer gefährlichen Unberechenbarkeit vollends aus der Bahn zu werfen droht.

Meine Meinung:

Der pensionierte Linguistikprofessor Desmond Bates wird von seiner Schwerhörigkeit geplagt. Nicht nur sein schlechtes Gehör macht ihm das Leben schwer, auch mit seiner Frau Winifred, kurz Fred, und seinem alten, anstrengenden Vater Harry muss er sich ärgern. Und als wenn das nicht alles schon genug wäre, taucht dann auch noch die junge, nicht minder attraktive Doktorandin Alex Loom auf, die Desmond auf Gedeih und Verderb als Berater und Korrekturleser haben möchte. Und um das zu erreichen, sind der jungen Frau fast alle Mittel recht...

Leider habe ich ein ganzes Buchdrittel gebraucht, bis ich mich eingelesen habe. Ich habe sogar schon mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen (mein erstes!) - obwohl ich eigentlich keine Buchabbrecherin bin. Gott sei Dank habe ich aber durchgehalten, denn ab dem 2. Drittel war ich endlich drin in der Geschichte um Desmond, der sich scheinbar nur mit Problemen herumschlagen muss - sei es jetzt familiärer, partnerschaftlicher, außerhäuslicher oder hörgerätemäßiger Natur. Es passiert ihm so allerhand Witziges, vor allem was die Sprache und das Hören selbiger betrifft. Auch das ganze Geplänkel mit seiner Frau Fred und seinem Vater Harry war amüsant. Und das Hin und Her mit dieser unberechenbaren Alex Loom mitzuverfolgen war sowieso beste Unterhaltung.

Der gehobene Schreib- und Erzählstil ist in meinen Augen ganz einzigartig. Auffällig waren die teils sehr langen und verschachtelten Sätze, die oft alles andere als einfach zu lesen waren, vor allem, wenn man nicht immer hundertprozentig bei der Sache war.

Alles in allem war ich ziemlich zufrieden mit dieser anspruchsvolleren Art der Unterhaltung - und das sogar noch nach längerer Einlesezeit.

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Cordon_Bloes avatar

Rezension zu "Wie bitte?" von David Lodge

Rezension zu "Wie bitte?" von David Lodge
Cordon_Bloevor 6 Jahren

Erster Satz: "Der hochgewachsene Mann mit grauem Haar und Brille, der am Rand der Menge im Hauptraum der Galerie steht und sich tief zu der jungen Frau in der roten Seidenbluse hinunterbeugt, den Kopf zur Seite geneigt, weise nickend und hin und wieder phatisch murmelnd, ist nicht, wie man denken könnte, ein Priester außer Dienst, den sie dazu überreden konnte, ihr inmitten einer Party die Beichte abzunehmen, oder ein Psychiater, dem sie eine kostenlose Beratung abgeschwatzt hat; Zweck der Übung ist es auch nicht, ihm einen besseren Einblick in ihr Dekolleté zu verschaffen, obgleich das ein willkommener – leider auch der einzige – Bonus ist, der in seiner derzeitigen Situation für ihn herausspringt."

Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Wie bitte? Das soll ein einziger Satz sein? In der Tat: Der Einstieg in David Lodges gleichnamigen Roman schlängelt sich an allerlei Satzzeichen vorbei – Kommas, Semikolons, Gedankenstriche -, ehe der erlösende Punkt erreicht ist. Erlösend ist freilich relativ, denn eine Qual ist der Satz nicht, und wenn, dann eine schöne. Lodge, Jahrgang 1935, versteht es meisterlich und rhythmisch sauber, allerlei Köder auszulegen und seidenblusenschlüpfrige Reizworte einzustreuen, während er seine lebenskluge Geschichte über die Leiden des schwerhörigen Linguistikprofessors Desmond Bates beginnt.

Später wird der Leser erfahren, dass es nicht der allwissende Erzähler ist, der hier auftrumpft, sondern die Hauptfigur selbst, die einige ihrer Erlebnisse in distanzierter Form skizziert, um literarisch in Form zu bleiben. Das bedeutet Lesefreude auf mehreren Ebenen. Lob für Lodge, den Meister des britischen Universitätsromans.

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The iron butterflys avatar

Rezension zu "Wie bitte?" von David Lodge

Rezension zu "Wie bitte?" von David Lodge
The iron butterflyvor 7 Jahren

Mein erster Lodge und ich habe mich mit ihm sehr wohlgefühlt. David Lodge hat sich mir als ein sehr einfühlsamer und gebildeter Erzähler vorgestellt. Im Tagebuchformat begleite ich Desmond Bates, Linguistikprofessor, der sich aufgrund zunehmender Schwerhörigkeit in den vorzeitigen Ruhestand versetzen ließ. Desmond ist jedoch nicht nur mit sich und seinen Problemen rund um den Verlust seines Hörvermögens beschäftigt, da ist noch Winifred, seine jüngere Ehefrau, die mit der kürzlich begonnenen Selbstständigkeit auch zunehmend an Selbstvertrauen und Enthusiasmus gewinnt, sowie Harry, sein greiser Vater, der sich als extrem eigensinnig und widerborstig gibt oder die Mitglieder der Patchworkfamilie...da überrascht es nicht, dass Desmond sich geschmeichelt fühlt, als die junge attraktive Alex ihn um Unterstützung bei der Erstellung Ihrer Doktorarbeit bittet. Nun spielt es keine Rolle, ob Lodge von der Vater-Sohn-Beziehung zwischen Desmond und Harry, den erotischen Momenten im Leben des alternden Ehepaars Bates, der komplizierten Situation mit der verwirrenden Alex oder einem Lippenlesekurs erzählt, denn alles was er erzählt hat immens viel Herz und Verstand. Auch mangelt es nicht an einer erfrischenden Portion Ironie und Sprachwitz, die das erzählte Leben und seine Ingredienzen ordentlich abrunden.

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