David Majed , Tanja Langer Der Himmel ist ein Taschenspieler

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Inhaltsangabe zu „Der Himmel ist ein Taschenspieler“ von David Majed

»Ich stehe und warte auf meinen Vater, den ich seit 21 Jahren nicht gesehen habe und von dem ich glaubte, er wäre tot. Hierher hat er mich bestellt, in dieses verrückte Land, aus dem ich komme und das ich nicht kenne.« Nach über zwanzig Jahren kehrt Mahboob aus Frankfurt nach Kabul zurück und trifft dort auf seinen Vater, den er seit der Flucht mit seiner Mutter 1979 nicht mehr gesehen hat. Fragen bedrängen den jungen Mathematiker: Wieso wurde die Familie getrennt? Und was geschah mit seiner Schwester Aziza? Nun sind die Taliban abgezogen, das Land ist zerstört, aber voller Hoffnung. Mahboob taucht immer tiefer ein in diese fremde und doch vertraute Welt. Er beginnt, um den Wiederaufbau seiner alten Schule zu kämpfen – und ist doch nur auf der Suche nach sich selbst: Wer bin ich? Wohin gehöre ich? Ein zutiefst berührender Familienroman, der uns ein überraschendes Afghanistan zeigt, jenseits von Burka und Bundeswehr. Auf der Suche nach einer dritten Identität: Ein gelungener Brückenschlag zwischen den Kulturen

Sehr schöner Roman über die Suche nach der eigenen Identität

— Lilith79
Lilith79

Der tolle Schreibstil schickt den Leser auf die Reise nach Kabul. Ein hin und hergerissener Mahboob zeigt dem Leser seine Geburtsstadt.

— Phini
Phini

Mit diesem Roman begibt man sich auf eine Reise nach Afghanistan und lernt es durch Mahboob aus einer neuen Perspektive kennen. Wundervoll!

— Berrit
Berrit

Ein informativer, emotionaler Roman über ein Land, seine Menschen und seine Geschichte, die uns leider viel zu wenig bekannt ist.

— miro76
miro76

Eine Geschichte über einen jungen Mann und seinen Zwiespalt über seine Heimat - Afghanistan oder doch Deutschland? Sehr gelungen!

— hi-speedsoul
hi-speedsoul

Hier taucht man ein in ein anderes Land, man fühlt mit und ist mit allen Sinnen dabei ! Bewegend und großartig geschrieben.

— vielleser18
vielleser18

Kabul heute. Ein "Auslandsafghane" auf den Spuren seiner Vergangenheit. Eine politische Familiengeschichte. Sinnlich, sehr bewegend. Lesen!

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin

Zauberhafte Sprache!

— buchstabenliebe
buchstabenliebe

Eine literarische Wanderung zwischen den Kulturen - bewegend und authentisch - von mir 5 Sterne!!

— SigiLovesBooks
SigiLovesBooks

Eine unter die Haut gehende Geschichte über die Suche nach der Familie nach dem Krieg in Afghanistan. Die Suche nach dem "Wer bin ich?".

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

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  • Sehr schöner Familienroman über die Suche nach der eigenen Identität

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Lilith79

    Lilith79

    27. June 2015 um 15:59

    "Der Himmel ist ein Taschenspieler" wird aus Sicht des 32-jährigen Mahboob (oder Martin, wie sein in Deutschland angenommener "zweiter" Vorname lautet) erzählt. Er floh im Alter von 8 Jahren zusammen mit seiner Mutter aus Afghanistan, der Vater und seine ältere Schwester hätten eigentlich nachkommen sollen, aber stattdessen wurde die Schwester erschossen und vom Vater hörten die beiden  nichts mehr... Mahboob hat diese Geschehnisse seiner Kindheit weitgehend verdrängt, er integrierte sich (fast über-) motiviert in Deutschland, studierte Mathematik und steht kurz vor seinem Diplom als er einen Brief von seinem Vater aus Afghanistan erhält, der ihn bittet ihn zu besuchen. Mit diesem Besuch startet der Roman, Mahboob reist nach Afghanistan und soll abgesehen von dem Besuch bei seinem Vater beim Wiederaufbau einer zerstörten Schule helfen. Das Buch erzählt in mehreren Abschnitten von Mahboobs Rückkehr nach Afghanistan aber auch in Rückblenden aus seiner Kindheit und aus dem Leben seiner Familie. Es handelt sich dabei nicht um eine lineare Erzählung mit einer klaren Handlung, das Buch springt viel zwischen verschiedenen Themen und Mahboobs Gedanken hin- und her. Es geht um seine Identitätssuche, er fühlt sich in Deutschland zu "afghanisch", in Afghanistan nervt ihn die dortige Mentalität und er fühlt sich zu "deutsch". Das Buch ist bei aller Beschäftigung mit politischen Themen und mit Mahboobs Identitätssuche aber für mich vor allem ein Familienroman, der sich damit beschäftigt, wie eine Familie durch Schicksalsschläge, aber auch durch Missverständnisse und Sturheit zerbrochen ist. Mahboob ist dabei ein sehr interessanter Charakter, er ist kein typischer "Held", er ist erstmal keiner der anpackt und die Dinge in die Hand nimmt, er ist unsicher, für einen 32-jährigen wirkte er auch mich oftmals sehr unreif, er erwartet viel von anderen, ist aber selber auch gar nicht so stark wie er gerne wäre, sondern von Selbstzweifeln geplagt und seinen Eltern gegenüber ist er oft sehr ungeduldig (manchmal sogar unfair). Er lässt sich oft treiben, versucht Dinge zu verändern, scheitert, ist frustriert, für mich war er ein sehr authentischer Charakter, wenn auch gar nicht mal immer sympathisch.  Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen, wenn es auch manchmal etwas sehr sprunghaft daher kommt. Gerne hätte ich auch etwas mehr Hintergrundwissen über die Geschichte Afghanistans gehabt, damit ich die politischen Ereignisse etwas besser einordnen kann, aber dass die mir fehlen, liegt natürlich nicht am Buch, sondern an mir. Etwas merkwürdig fand ich, dass das Buch zu 95% in der Ich-Perspektive erzählt ist, aber zwischendrin immer kleine Abschnitte sind, in denen von Mahboob in der 3. Person gesprochen wird. Das ist zwar wohl ein absichtliches Stilmittel, aber es gab doch immer einen kleinen Bruch.

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  • Leserunde zu "Der Himmel ist ein Taschenspieler" von David Majed und Tanja Langer

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Herbig_Verlag

    Herbig_Verlag

    Liebe LeserInnen! Wir verlosen 20 Print-Exemplare der zutiefst berührenden deutsch-afghanischen Familiengeschichte „Der Himmel ist ein Taschenspieler“ der Berliner Autorin Tanja Langer und des afghanischen Entwicklungshelfers David Majed. Beide Autoren werden sich an der Leserunde beteiligen und sich mit euch austauschen. Zum Inhalt des Buches: Ein altes afghanisches Sprichwort sagt: Der Himmel ist ein Taschenspieler - das Schicksal täuscht uns immer wieder. Das muss auch Mahboob erfahren, als er nach über zwanzig Jahren aus Frankfurt nach Kabul zurückkehrt und dort auf seinen Vater trifft, den er seit der Flucht 1979 nicht mehr gesehen hat. Fragen bedrängen den jungen Mathematiker: Wieso wurde die Familie getrennt? Und was geschah mit seiner Schwester Aziza? Mahboob taucht immer tiefer ein in diese fremde und doch vertraute Welt Die Rückkehr nach Kabul, in die Stadt seiner Kindheit, ist schwieriger als gedacht: das Haus der Familie ist verfallen, der Vater ein gebrochener Mann. Mahboob beginnt, um den Wiederaufbau seiner alten Schule zu kämpfen, sucht nach verschwundenen Menschen, die er liebte – und ist gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst. Vor dem Hintergrund der Geschichte Afghanistans von den freien Siebziger Jahren bis zum Wiederaufbau nach dem Abzug der Taliban spannt sich dieser große Familienroman auf der Suche nach einer dritten Identität. Die Autoren: Die Autorenschaft der Berliner Schriftstellerin Tanja Langer ("Der Tag ist hell, ich schreibe dir“, "Der Maler Munch“, "Das Haus") und des Entwicklungshelfers David Majed aus Kabul, ab 1984 in Deutschland aufgewachsen, erstreckt sich über Tausende von Kilometern hinweg. In ihrem gemeinsamen Roman trifft David Majeds Blick auf das Land von innen und außen auf Tanja Langers emotionale, präzise Sprache, seine tiefe Kenntnis auf ihre Neugier. Weiterlesen unter: www.Der-Himmel-ist-ein-Taschenspieler.blogspot.de LangenMüller verlost 20 Exemplare von „Der Himmel ist ein Taschenspieler“. Schreibt dazu einfach in die Kommentare, warum ihr gerne an der Leserunde teilnehmen möchtet. Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich zum 18. Januar 2015. Am 19. Januar werden die Gewinner dann benachrichtigt. Viel Spaß beim Mitmachen!

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  • Eine Suche nach den eigenen Wurzeln lassen ihn mehr von sich Selbst kennenlernen als erwartet.

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Leschen

    Leschen

    11. March 2015 um 01:18

    September 2002 - Es ist das „Jahr Eins“ nach den Anschlägen der Al-Qaida auf das World Trade Center in New York: Hamed Karzai ist kurze Zeit zuvor zum Ersten Präsident der afghanischen Übergangsregierung ernannt worden. Bombenabwürfe, Plünderungen und Zerstörungen haben in der Hauptstadt Kabul viele „Wunden“ bei den Menschen, an den Gebäuden und im alltäglichen Leben hinterlassen. Denn Kabul war seit den 70er Jahren nicht mehr die Hauptstadt der Afghanen, sondern die Herrschaftselite anderer diktatorischer Regierungen (Sowjetunion) und religiös-orientierter Gruppierungen (Taliban) besetzten das Land bis auf die Regierungsebene. Die Paschtunen (historisch Afghanen) und andere hier lebende Volksgruppen wie die Tadschiken wurden seitdem unterdrückt. Der afghanisch-deutsche Mathematiker Mahboob Martin Malik – Anfang 30 – reist im September 2002 das erste Mal seit seiner Flucht vor über 20 Jahren von Deutschland nach Afghanistan. Es herrscht Frieden in Afghanistan!?. Die Menschen sind hoffnungsvoll. Die Afghanischen Völker lassen sich niemals von ganzem Herzen beherrschen. Das bedeutet Traditionen und alt-hergebrachte kulturelle Werte und Normen bestimmten und bestimmen heute noch den Umgang der Afghanen miteinander. Mahboob Martins Leben ist seit seinem neunten Geburtstag geprägt durch deutsche und west-europäische Traditionen und kulturelle Werte. Sogar seinem Vornamen Mahboob hat er offiziell einen deutschen Vornamen beigefügt. Er nennt sich nun in Deutschland „Martin“. Auch die Stadt Kabul ähnelt nicht mehr der Stadt seiner Kindheit. Seine alte Schule, an deren Wiederaufbau er beteiligt ist, hat durch Bombardierungen riesige Krater im Mauerwerk, kein Mobiliar, keine Toiletten und muss im Winter wegen der Kälte geschlossen werden. Sein Vater ist krank und begegnet seinem erwachsenen Sohn oft abweisend, oder ist verärgert über die Fragen seines Sohnes. Mahboob Martin kommen oft Zweifel auf, ob die Entscheidung nach Kabul zu kommen, die richtige Entscheidung war. Noch dazu, hat Mahboob Martin am Flughafen in Frankfurt eine Frau kennengelernt, die nun tausende Kilometer von ihm entfernt ist… Meinung: Ich glaube, ich war noch nie innerhalb von zwei Sätzen mittendrin im Geschehen, in einer Geschichte, im Leben eines Menschen. Von Anfang an, hat die Identitätssuche des deutsch-geprägten Afghanen Bilder in meinem Kopf entstehen lassen. Der Autor schaffte es sogar noch weitere meiner Sinne anzuregen. So empfingen meine Nase und meine Geschmacksknospen die Gerüche und den Geschmack von Gewürzen und Speisen, von denen der Ich-Erzähler erzählt. In Mahboob Martins Erzählungen aus Gegenwart und kindlicher Vergangenheit haben die Autoren Tanja Langer und David Majed alle meine Sinne angeregt. Es waren aber nicht nur angenehme Sinneseindrücke auch die eindrücklichen und emotional-mit-der-Vergangenheit-verbundenen Vergleiche der Stadt Kabul und ihrer Bewohner zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben mich nachhaltig beeinflusst. Mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe mir beim Lesen viele Fragen gestellt – Eine davon ist: „Ist der fiktive Protagonist ein erzählerisches-fiktives Beispiel für viele mittlerweile erwachsene Landeskinder dieses jahrzehntelang besetzten Landes, die diese erschreckenden "Umwälzungen" in ihrem Ursprungsland zum Nachdenken über ihre biographischen Ursprüngen, ihre Identität beeinflusst haben?" Die Antwort gibt der Autor David Majed selber. Majed arbeitet im afghanischen Hochschulministerium und regelt dort die Stipendienvergabe von ausländischen Botschaften und Universitäten. Er sagt dazu: „In der Tat verfügt der literarische Roman "Der Himmel ist ein Taschenspieler über autobiographische Züge. Ich bin wie Mahboob in jungen Jahren mit meiner Familie von Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Und die Identitätsfindungsgeschichte ist ziemlich autobiographisch. Aber das Meiste ist erfunden.“ Die Autoren beschreiben Mahboob Martins Gefühlsleben am Anfang der Geschichte so: „Das Leben hatte ihn (Mahboob Martin) nach rechts gewürfelt und nach links, so nannte er es für sich, und es war immer weiter gegangen, und nun hatte er eine Entscheidung getroffen und war hierhergekommen, nach… Er wollte sehen, ob es mit dem Würfeln ein Ende nähme, denn oft kam er sich hilflos, so dumm, in seinem eigenen Leben. Er wollte sehen, wo er herkam, er wollte vor allem seinen Vater wiedersehen, er hatte Angst, nach so langer Zeit, ob er ihn wiedererkennen würde…“ (Seite 9 und 10) In diesem autobiographisch beeinflussten fiktiven Roman treffen nicht nur in der Person des Mahboob Martin und der Person seines Vaters, zwei unterschiedliche Charaktere aufeinander, sondern auch gegensätzliche Auffassungen, wie sie in ihrer (eigenen) Welt leben. Da treffen „respektvolle Langsamkeit" und traditionelle jahrhundertealte afghanische Umgangsweisen zwischen Vater und Sohn, Vorgesetztem und Untergebenen auf einen ernsten und geradlinigen West-Europäer, der Konflikte und Menschen scheut. Martin organisiert gerne alles und hat es gerne ordentlich. Ihm macht, das Unvorhergesehene Angst und die Untätigkeit zermürbt ihn. Nur in der höheren Mathematik sieht er das Ziel seines Seins. Martin liebt Strukturen, sie geben ihm Sicherheit. Doch in Afghanistan sieht er zuerst nur das Fehlen dieser Strukturen, zieht Vergleiche und ist verzweifelt. Jedoch ist die Figur des Mahboob Martin nicht oberflächlich, sondern er ist ein vielschichtiger Charakter auf der Suche nach seiner Identität, nach seinen Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen. Im Aufeinandertreffen von Mahboob Martin mit anderen Protagonisten und in seinem Handeln spiegelt sich Unsicherheit und Einsamkeit genauso wie nach und nach Einfühlsamkeit und Reflexion, was seine Persönlichkeit betrifft, wider. Zusammenfassend kann man sagen: Bei Mahboob Martin wird die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen - zwei Ländern - zwei Sprachen - zwei Teilen seines Lebens besonders deutlich. Mahboob Martins Reise nach seinen Ursprüngen, nach seinem vergangenen Leben, seine Reise auf der Suche nach der eigenen Identität und wie diese in der Zukunft weiter bestehen kann, ermöglicht dem Leser auch gut recherchierte, authentische und realistische Einblicke in das Leben in Afghanistan, in die Völker, ihre Kultur und Tradition. Die (jüngste) Afghanische Geschichte und dieses hier erzählte „Bild" von Afghanistan mit all seinen Widersprüchen zwischen Stadt und Land sowie zwischen Afghanistan und Deutschland ist informativ, interessant, bereichernd und intensiv. Sprache: Die Worte und tiefgründigen Formulierungen lesen sich gut und flüssig. Ich bin verzaubert von den Worten, die die Autoren in Mahboob Martins Kopf „pflanzen“. Sprichwörter und Verse von persischen Dichtern sind geschriebene Zeugen der afghanischen Kultur der Vergangenheit und Gegenwart. Der Titel des Buches „Der Himmel ist ein Taschenspieler“ ist ein altes afghanisches Sprichwort - Das Schicksal täuscht uns immer wieder. Die Worte von Langer und Majed sind poetisch, tiefsinnig und bildhaft, wenn wir in den Kopf des Deutschen mit einer kindlich-verklärten afghanischen Vergangenheit blicken. Emotional erzählt wird besonders die Suche Mahboob Martins nach Antworten zu seiner eigenen Vergangenheit. Hierbei ist es nicht nur der verbale Austausch zwischen den Menschen, sondern das Ungesagte, die Mimik, Gestik und die Handlungen, die den Leser emotional berühren, ihn nachdenklich stimmen und ihn weitere Fragen stellen lassen. Fazit: Ich habe einen authentischen Protagonisten mit autobiographischen Zügen kennengelernt. Gemeinsam mit ihm habe ich spannende, interessante, tiefgründige und Erkenntnis-reiche zwölf Monate erlebt, und ich hoffe darauf, dass die beiden Autoren die afghanische Geschichte ihrer Kinder und Erwachsenen weitererzählen...

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  • Die Identitätsfindung eines Flüchtlings

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    07. March 2015 um 11:35

    Mahoob   ist 9 jährig, als er mit seiner Mutter aus Kabul flieht. Sein Vater und seine Schwester bleiben zurück und sollen später nachkommen. In Frankfurt findet er mit seiner Mutter eine neue Heimat. Vater und Schwester kommen nicht nach und die Geflohenen wissen nichts über ihren Verbleib.  Deutschland prägt ihn und verdrängt seine afghanischen Wurzeln. Dies bekommt er sehr stark zu spüren, als er nach über 20 Jahren nach Kabul zurückkehrt. Dort sehen alle in ihm den Deutschen. Aber er ist doch Afghane, oder? Bald muss er sich eingestehen, dass die Stadt Kabul aus seiner Kindheit nicht mehr besteht. Ausserdem hat er die Gepflogenheiten und Sitten verlernt. So ist nicht nur die Annäherung zu seinem Vater eine Herausforderung, sondern auch die neue Lebensweise und Mentalität seines Vaterlandes.   Der Roman begleitet den Protagonist  bei  seiner Identitätsfindung. Nach der Suche „Wer bin ich und wohin gehöre ich?“ Der Schreibstil von Tanja Langer lässt den Leser dieses Gefühlschaos authentisch nachempfinden.   David Majed hat seine Lebensgeschichte in einem Roman verarbeitet. Im Internet hat er nach einem Autor gesucht, der seine Geschichte ausarbeitet. Mit Tanja Langer hat er meiner Meinung den Jackpot gezogen. Ich habe von ihr schon mehrere Bücher gelesen. Sie schafft es mit ihrem Schreibstil sämtliche  Sinne zu berühren.  Eine tolle Idee finde ich den Blog zum Buch. Man erfährt einiges an Hintergrundinformationen über die Arbeit am Roman, über Afghanistan und den Veranstaltungen zum Buch. Informationen, die man normalerweise nur am Rande mitbekommt.   Wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass nicht nur die Identitätsfindung ein Thema ist. Sondern man erfährt auch, welche Zustände nach einem Krieg in einer Stadt herrschen. Das traumatisierte Volk, dem die Kraft und das Geld zum Aufbau fehlen.  Deshalb ist viel Platz für Korruption. Ein Buch, welches viel für die Völkerverständigung tut.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480
  • Ein tolles und gut recherchiertes Afghanistan-Buch

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Phini

    Phini

    24. February 2015 um 09:39

    Inhaltsangabe: Nach über zwanzig Jahren kehrt Mahboob aus Frankfurt nach Kabul zurück und trifft dort auf seinen Vater, den er seit der Flucht mit seiner Mutter 1979 nicht mehr gesehen hat. Fragen bedrängen den jungen Mathematiker: Wieso wurde die Familie getrennt? Und was geschah mit seiner Schwester Aziza? Nun sind die Taliban abgezogen, das Land ist zerstört, aber voller Hoffnung. Mahboob taucht immer tiefer ein in diese fremde und doch vertraute Welt. Er beginnt, um den Wiederaufbau seiner alten Schule zu kämpfen – und ist doch nur auf der Suche nach sich selbst: Wer bin ich? Wohin gehöre ich? Ein zutiefst berührender Familienroman, der uns ein überraschendes Afghanistan zeigt, jenseits von Burka und Bundeswehr. Auf der Suche nach einer dritten Identität: Ein gelungener Brückenschlag zwischen den Kulturen Meine Meinung: Ich interessiere mich sehr für die Geschichte Afghanistans und lese sehr gern Bücher welche von dieser erzählen. Einer meiner Lieblingsautoren ist hier klar: Khaled Hosseini. Tanja Langner und David Majed, stehen ihm aber in nichts nach. Besonders der sehr beschreibende Schreibstil lässt den Leser mit Mahboob nach Afghanistan reisen. Gerüche und Farben werden beschrieben als würde man sie tatsächlich riechen oder sehen. Ich finde, dass man sich, wegen des tollen Schreibstils gut in die Charaktere hineinversetzen und nachvollziehen konnte, was sie warum fühlen. Einzig Noor blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel, aber das war vielleicht auch so gewollt. Auch der aufgebaute Spannungsbogen, bis zur Auflösung bisher offen gebliebener Fragen und Geheimnisse gefiel mir gut. Alles in allem also ein tolles Afghanistan-Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle.

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  • Eine wundervolle Sprache, die durch Worte ganze Welten entstehen lässt.

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    buchstabenliebe

    buchstabenliebe

    23. February 2015 um 16:13

    Mir hat dieses besondere Buch außerordentlich gut gefallen! Dies erstmal vorneweg. Wieso werde ich später noch erklären. David Majed und Tanja Langer erzählen die Geschichte von Mahboob. Einem in Deutschland aufgewachsenen Afghanen, welcher sich nach zwei Jahrzehnten aufmacht um seine Heimat und vor allem seinen Vater zu besuchen. Doch sie erzählen noch viel mehr. Sie erzählen die Geschichte einer ganzen Generation, eines Landes. Sie erzählen, wovon wir durch die Medien so gut wie nichts mitbekommen. Sie erzählen von einer Liebesgeschichte, aber auch vom Krieg. Und sie geben Afghanistan eine Stimme. Was mir besonders gut gefallen hat ist der Schreibstil. Der Himmel ist ein Taschenspieler besticht durch eine wundervolle Sprache, die durch Worte ganze Welten entstehen lässt. Durch die Beschreibungen hat man das Gefühl, mitten in Kabul gelandet zu sein, die zahlreichen Düfte zu riechen und mitten im Lärm der Stadt zu versinken. Man taucht beim Lesen in eine andere Welt ab und vergisst alles rundherum. Anfangs hatte ich keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Und doch sind die Seiten wie vorbeigeflogen. Schön fand ich auch, wie die Autoren die Zerrissenheit Mahboobs zwischen Deutschland und Afghanistan dargestellt haben. Die Identitätsfindung ist weder "kitschig" noch unrealistisch. Die Geschichte hat mich manchmal zum Weinen, aber auch zum Lachen gebracht. Mein einziger Kritikpunkt betrifft die Liebesgeschichte zwischen Mahboob und Noor. So schön ihr Name auch ist, irgendwie bin ich mit Noor nicht so richtig warm geworden. Ich kann schlecht erklären wieso, aber zuerst war sie mir zu präsent, durch die Briefe, und am Schluss zu weit weg. Weil ich von dem Buch durchwegs begeistert war, und Noor diesem Enthusiasmus auch keinen Abbruch tun konnte, gibt es von mir die volle Punktzahl. Wer Sprache liebt, und sich gerne von einem Buch nach Kabul entführen lässt, der ist hier genau richtig.

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  • Du schließt deine Augen und sagst: Wo ist der helle Tag?

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Berrit

    Berrit

    22. February 2015 um 19:53

    In diesem Buch geht es um die Figur Mahboob. Er kommt ursprünglich aus Afghanistan, ist aber während des Kriegs mit seiner Mutter nach Deutschland geflüchtet. Seinen Vater, die Schwester und auch den Rest der Familie hat er seitdem nicht mehr wieder gesehen - und weiss teilweise auch gar nicht ob sie noch am leben sind. Alles verändert sich, als er nach mehr als zwanzig Jahren einen Brief von seinem Vater erhält, der ihn bittet zu ihm zu kommen. Nach anfänglichem Zögern willigt er ein, gleichzeitig wird er bei seinem Aufenhalt noch beim Aufbau seiner alten Schule mitwirken. Was er dann in Kabul vorfindet, hat nichts mehr mit dem Zuhause zu tun an das er sich noch brüchig erinnert. Er muss Afghanistan neu enddecken und die Beziehung zu seinem Vater neu aufbauen. Das Buch besticht durch einen wunderschönen Schreibstil. Die bildhafte Sprache macht es für den Leser leicht, sich die Orte vorzustellen an denen Mahboob sich aufhält. Erzählt wird immer abwechselnd von der Gegenwart und Bruchstücke aus der Kindheit. Besonders gut gelungen finde ich hierbei, das Mahboob eher denkt wie ein Deutscher - wie der Leser auch. So stellt nicht nur der Leser manche Sitten und Gebräuche in Frage, sondern auch der Protagonist. Dabei lernt man viel über Afghanistan und auch, warum manches dort eben so anderst abläuft wie hier. Damit können auch Vorurteile aus dem Weg geräumt werden. Außerdem finde ich es toll, das man viel über die Geschichte des Landes erfährt und wie verschiedene Figuren die Kriegsjahre überlebt haben. Wie der Unterschied zwischen dem Leben in der Stadt und auf dem Land ist. Und natürlich fehlt auch in diesem Buch eine Liebesgeschichte nicht. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für andere Kulturen und Gebräuche interessiert und Afghanistan näher kennen lernen will. Nebenbei muss ich noch darauf aufmerksam machen, das oft das Essen dort erwähnt wird und man somit auch Lust auf die afghanische Küche bekommt.

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  • Ein Intensives und wunderbares Buch

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Arietta

    Arietta

    Ein Altes Sprichwort besagt : „ Der Himmel ist ein Taschenspieler – Das Schicksal täuscht uns immer wieder „ Dieses Sprichwort passt zu dieser Geschichte..... Mahoob der mit seiner Mutter Resagol nach ihrer Flucht 1979 vorüber zwanzig nach Deutschland flohen und jetzt in Frankfurt leben. Er ist ein begnadeter Mathematiker . Schon als Kind als sie noch in Kabul lebten, liebte er das Spiel mit den Zahlen. Malem der sehr weise Ladenbesitzer hatte ihm den Umgang mit den Zahlen beigebracht. Seine Welt sind die Zahlen mit der alles Vergleicht und Parallelen zieht. Eines Tages überrascht ihn ein Brief aus Kabul , von seinem Tod geglaubten Vater. Er macht sich auf den Weg nach Afghanistan in seine alte Heimatstadt seiner frühen Kindheit Kabul. Als er dort eintrifft ist alles verändert und zerstört auch sein Vater ist ein Alter und gebrochener Mann , nicht mehr der Mann mit dem Elan und Unternehmergeist wie er ihn in seiner Kindheit gekannt hatte. Die Gefangenschaft die Folter und der Krieg haben ihr Tribut gefordert und tiefe Spuren hinterlassen .Auch seine Alte Schule ist zerstört , er versucht sie mit allen Mitteln und all seiner Kraft wieder aufzubauen um den Kindern eine Zukunft zugeben. Aber er stößt auch auf Abwehr , Misstrauen und Korruption . Er ist in den Augen der Bevölkerung einer Deutscher. Mahoob macht sich auch auf die Suche nach der Wurzeln seiner Kindheit , nach Aziza seiner Geliebten Schwester die zurückblieb und deren wahren Hintergründe warum sie nicht mit kam und ihren plötzlichen Tod . Auch Tante Farida eine selbstbewusste Frau , Krankenschwester und Kommunistin gilt als verschollen. Die Welt Afghanistans , Kabul und Kundus. Die Mentalität der Menschen , ihr Lebensauffassung , sind ihm Fremd und doch irgendwie vertraut. Zwei Herzen schlagen in seiner Brust , Afghanistan und Deutschland , seine Gefühle sind zwiegespalten, genauso wie die Annäherungsversuche zu seinem Vater , der ihn nicht verstehen will. Er versucht seine Gefühle und Gedanken in Einklang zubringen. Und da ist dann auch noch Noor im fernen Berlin in der er sich auf dem Hinflug verliebt hat. Ein schwerer und steiniger Weg liegt vor ihm, diese zwei Welten zu einer befriedigten Lösung zusammen zufügen. Das ist noch nicht alles ein gut gehütetes Familiengeheimnis das in Kundus liegt , wartet auch noch auf ihn... Die beiden Autoren Tanja Langer aus Berlin und der Entwicklungshelfer David Majed aus Kabul. Aufgewachsen in Deutschland. Erzählen in einer sehr berührenden und schon fast Poetischen Sprache eine bewegende , Emotionale und Tragische Familiengeschichte. Ein Mann auf der Suche nach der Suche seiner Wurzeln und Wahrheit seiner Kindheit in Kabul .Von einem Land voller Zerstörung durch den Krieg die Taliban , die endlich besiegt sind , aber auch die Hoffnung auf eine bessere Welt und Zukunft. Alles ist sehr , Kraftvoll,fesselnd, flüssig und facettenreich erzählt. Die Protagonisten kommen sehr Lebendig, Bildhaft und zum Greifen nah herüber.Ihre einzelne Charaktere sind sehr Klar geschildert. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen. Auch die Landschaft sind wundervoll und Bild stark beschrieben , das man alles vor seinem Geistigen Auge sieht. Ein gelungenes Buch, das einem Tief berührt und das noch sehr Lange nachklingt. „ Ein Intensives und wunderbares Buch „

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    • 4
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    18. February 2015 um 20:31
  • Familientragödie und ein von Krieg gezeichnetes Land

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Maritahenriette

    Maritahenriette

    18. February 2015 um 11:28

    Mahboob - Martin ist mit seiner Mutter im Alter von 9 Jahre nach Deutschland gekommen.  Ursprünglich sollten seine Schwester und der Vater nach kommen,  aber daraus wurde leider nichts.  Der Kontakt mit dem Vater brach ab und die Schwester wurde auch noch umgebracht.  Nach 21 Jahren bekommt Mahboob einen Brief von seinem Vater mit der Aufforderung ihn zu besuchen. Er entschließt sich nach Kabul zu reisen.  Am Anfang möchte der Vater nicht von der Vergangenheit reden und unterbricht immer wieder die Gespräche mit seinem Sohn, teilweise streiten sich die beiden.  Der Sohn übernimmt an seiner damaligen Schule ein Projekt zum Wiederaufbau dieser. In seiner freien Zeit unternimmt er Spaziergänge durch Kabul und entdeckt viele Ruinen,  kaputte Straßen und die von Krieg und Anschlägen gezeichnete Stadt seiner ersten neun Lebensjahre. Schnell gerät Mahboob in Zwiespalt ob er Afghane oder Deutscher ist. MEINE MEINUNG : Das Buch ist liebevoll,  bildlich und voller Emotionen und Gefühle.  Als Leserin habe ich viel von der afghanischen Mentalität und von Kabul gelernt.  Gerade der Zwiespalt von Mahboob (Name als Afghane)  und Martin (Name als Deutscher)  kommt sehr leidenschaftlich und authentisch,  damit auch brutal ehrlich,  herüber. Die bildliche Darstellung von Land und Leute macht  wehmütig und traurig.  Was für abwechslungsreiche Landschaft Afghanistan doch hat, was mussten und müssen die Menschen erleiden und was ist alles kaputt oder beschädigt worden!  Der Vater öffnet sich im Verlauf des Buch's immer mehr und was da zutage kam,  hat mich sehr berührt.  So viele Mißverständnisse,  welche das Leben der gesamten Familie prägten, Zufälle und durch den Krieg entstandenen Widrigkeiten haben mich sehr getroffen.  Fazit : "Der Himmel ist ein Taschenspieler ", der Titel ist übrigens ein afghanisches Sprichwort,  ist als Hardcover im Langen Müller Verlag erschienen. Dieses Buch kann ich nur empfehlen,  es war toll zu lesen und ich habe zusätzlich noch viel über das Land und die Leute kennen gelernt.  Die Schriftsteller unterhalten einen Blog unter dem man weitere Informationen und Bilder über Afghanistan sehen kann. 

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  • Emotionale Geschichte eines Heimkehrers, auf der Suche nach seinen Wurzeln und Identität

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    bookgirl

    bookgirl

    17. February 2015 um 15:45

    Inhalt Als neunjähriger flieht Mahboob mit seiner Mutter nach Frankfurt. Sein Vater und die Schwester wollen nachreisen, wozu es jedoch nie kommt. Zwanzig Jahre später erhält Mahboob einen Brief von seinem Vater, der ihn bittet nach Kabul zu reisen, damit die beiden einander wieder sehen können. Mittlerweile sind die Taliban abzogen und das Land zerstört, wenn auch die Hoffnung auf bessere Zeiten groß ist. Mahboob begibt sich auf Spurensuche nach seiner Kindheit in Afghanistan und merkt dabei schnell, dass er auch auf der Suche nach seiner Identität ist. Meine Meinung „Der Himmel ist ein Taschenspieler“ beschreibt die Heimkehr nach Afghanistan und die Suche nach familiären Wurzeln und kultureller Identität anhand des Protagonisten Mahboob, der 1979 als Junge mit seiner Mutter nach Deutschland flüchtet. Nach über 20 Jahren folgt er der Bitte seines Vaters und muss schnell erkennen, dass die Zeit der Trennung Spuren hinterlassen hat. Nicht nur sein Vater ist ein traumatisierter Mann, Mahboob stößt auch auf ein zerstörtes Land und Armut. Dem Autoren-Duo gelingt es hervorragend den Konflikt, den Mahboob mit sich austrägt, einzufangen. Denn direkt nach seiner Ankunft in Kabul merkt er, dass er doch mehr von dem Leben in Deutschland geprägt ist, als er immer dachte. In Afghanistan geht alles langsamer von statten, was Mahboob an die Grenzen seiner Geduld bringt. Auch mit seinem Vater ist das Zusammenleben von Schwierigkeiten geprägt. Mahboob sucht Antworten auf Fragen, die ihn schon lange beschäftigen, stößt bei seinem Vater jedoch auf eine Mauer des Schweigens. Erst nach seiner Aus- und Wiedereinreise nach Kabul gelingt es Mahboob mehr zu erfahren. Über den Vater, das Trauma, das er erlitten hat und vor allem über seine geliebte Schwester Aziza, die mittlerweile verstorben ist. Tanja Langer und David Majed haben einen wunderbar emotionalen Schreibstil, der mir vom ersten bis zum letzten Satz gefallen hat. Zutiefst berührend und präzise erzählen die beiden die Geschichte eines Lebens zwischen zwei Welten. Ich werde Afghanistan nie näher sein als ich es mit Mahboob war, bin aber dankbar für den Einblick, den ich in diese mir fremde Kultur gewinnen durfte. Fazit "Der Himmel ist ein Taschenspieler" ist der fesselnde Roman eines Heimkehrers, auf der Suche nach seinen Wurzeln und Identität. Eine zutiefst berührende Familiengeschichte und daher eine ganz klare Lese-Empfehlung!

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  • Warum zwischen den Welten wandeln, wenn du beides haben kannst?

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    Eine Liebeserklärung an Kabul. An ein Land, das die letzten 20 Jahre viel zu viele Umbrüche, Besatzer und Bomben ertragen musste. An ein einst aufgeklärtes Afghanistan, in dem Gastfreundschaft und Familie wichtige Pfeiler der Gesellschaft darstellen. Ein Afghanistan, in dem die Frauen wieder weitgehend unsichtbar wurden und nur wenige Frauen und Männer sich trauen, mit den rigiden Vorschriften, überholten Konventionen und mit starrsinnigen Vätern zu kämpfen, zu brechen. Ein Bruch, der oft nur aus westlicher Sicht möglich oder sinnvoll scheint. Die Geschichte: Das Buch begleitet Mahboob Martin, der nach 21 Jahren wieder afghanischen Boden betritt, weil sein Vater um seinen Besuch bat. Der Vater, der damals bei der Flucht von Mutter und Sohn zurückblieb, von dem er nie wieder etwas hörte, bis zu diesem Tag. "Der Himmel ist ein Taschenspieler" gewährt tiefe Einblicke in die Familiengeschichte von Mahboob. Zeigt, dass die Dinge nicht so sind, wie sie scheinen. Der abweisende, verstockte Vater. Traumatisiert. Die kämpferische Schwester und Tante, ein älterer Bruder, der plötzlich auftaucht, neue und alte Freunde von früher zeichnen ein lebendiges Bild des heutigen Afghanistans. Und Mahboob eckt an! Seine europäische Ungeduld und Direktheit kommt schlecht an, seine Motivation erhält einen großen Dämpfer, er muss erfahren, dass die Dinge im zerstörten Afghanistan nicht so laufen, wie er es sich wünscht. Es hilft alles nichts, er muss lernen, sich in Geduld zu üben, sich dem afghanischen Tempo anzupassen. Sein Frust wächst, es kommt zu großen Streitigkeiten mit dem schwierigen Vater. Doch er gibt nicht auf, und das macht sich bezahlt. Mit jedem Tag findet er neue Puzzleteilchen, setzt sich das bröckelhafte Bild seiner einstmals heilen Familie aus der Kindheit zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Zum Heulen schön seine Erkenntnis: "Ich bin der Glückspilz der Familie."(S. 365). Es ist ein liebevolles Bild, voller Hoffnung und Akzeptanz in das Leben. Ein Leben, das nicht infrage stellt, das höchstens verstehen will. "Erinnerung ist alles, was bleibt. Was bleibt, ist der Versuch zu verstehen."(S. 270) und "Der Himmel ist ein Taschenspieler, ein Gauner, ein Trickbetrüger -"(S. 270) und "warum die Dunkelheit beklagen, wenn du ein Licht entzünden kannst?" (S. 161). Ich bewundere diese Lebensart, mit Schicksalsschlägen umzugehen, diese sanfte, melancholische und trotzdem lebensbejahende Weisheit. Zum Stil: Das Buch ist wundervoll geschrieben, es ist sinnlich, prachtvoll, voller Emotionen. Es spart auch die größtenteils bittere Armut, die Zerstörung, den Rückschritt, die verletzten und traumatisierten Menschen nicht aus. Die Gerüche, der Staub, die sengende Hitze - als Leserin hatte ich das Gefühl, diese hautnah mitzuerleben! Die politischen Informationen zur aktuellen Lage sind interessant in den Gesamtkontext eingearbeitet. So raffiniert, dass man mehr erfahren möchte - im Anhang gibt es Anmerkungen und Daten, der Blog der Autoren bietet weitere Infos. Mein Fazit: Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich mir von den Autoren gern eine Fortsetzung wünschen würde. Mahboob hat doch gerade erst halbwegs gelernt, seine alte Heimat wieder zu verstehen und zu lieben. Ich würde zu gern wissen, ob er es schafft, ein Leben IN beiden Kulturen und Ländern zu leben. Wie es mit seiner Familie weitergeht. Ob es eine Versöhnung zwischen den beiden Elternteilen geben wird. Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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    • 5
  • Zwei Länder, zwei Kulturen und ein Mann dazwischen

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    vielleser18

    vielleser18

    Martin Mahboob Malik wurde in Afghanistan geboren. im Alter von neun Jahren flieht er mit seiner Mutter vor dem Krieg in Afghanistan nach Deutschland. Sein Vater und seine ältere Schwester sollten nachkommen, aber sie kamen nicht. Erst über zwanzig Jahre später erhält er Nachricht von seinem Vater. Er macht sich auf Spurensuche auf nach Afghanistan, nicht nur, um den Vater zu finden, sondern auch um sich selbst zu finden. In Martin Mahboob schlagen zwei Herzen. Ein deutsches und ein afghanisches Herz. Geboren in Afghanistan, aber groß geworden in Deutschland. Die meiste Zeit seines Lebens hat er in Deutschland verbracht, eine Zeit, die ihn geprägt hat. Ein Land, an das er sich angepasst hat . Auch mit dem zweiten Vornamen Martin, den er sich dort gegeben hat. Doch er fühlt sich weder als Deutscher noch als Afghane. Vor allem seine Mitmenschen sehen ihn nie als zugehörig, sondern immer als den Ausländer, egal ob er in Deutschland oder in Afghanistan ist. Er sitzt zwischen den Stühlen zweier Kulturen, zweier Länder. Martin oder Mahboob ? Martin und Mahboob ? Eine Frage, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. 2002, im September beginnt seine Spurensuche, sein wieder entdecken seiner alten Heimat, seiner Familie, aber vor allem seiner selbst. Die Autoren Tanja Langner und David Majed haben in einem kunstvollen Porträt diese Zerrissenheit, diese Identitätssuche beschrieben. Die meiste Zeit wird aus Sichts des Protagonisten erzählt, werden seine Gefühle, seine Gedanken, seine Orientierungslosigkeit, aber auch seine Neugier, sein Hintergrund, seine Umgebung beschrieben. Wir erfahren durch mehrere Retroperspektiven seine Vergangenheit und damit auch die Vergangenheit von Afghanistan. Ein tolles Buch, eine wirklich berührende Geschichte, die mir Afghanistan und seine Bevölkerung näher gebracht hat. Ich hatte nicht nur den Duft der afghanischen Küche in der Nase, bin mit durch Kabul gewandert. Ich habe Kabul, aber auch das HInterland beim Lesen vor Augen gehabt. Ein Schreibstil, der Emotionen und Eindrücke zum Leben erweckt.

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    • 3
    miro76

    miro76

    15. February 2015 um 11:10
  • Der Himmel ist ein Taschenspieler - er täuscht uns so oft, wie das Schicksal.

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    miro76

    miro76

    15. February 2015 um 10:57

    „Kabul – das Wort, für das fast alle Afghanen, die wir kannten ein anderes benutzten, Sehnsucht – und noch eines, ein deutschen Wort, das alle liebten: Heimweh.“ (S. 60) Martin Mahboob Malik, geboren in Kabul, aufgewachsen in Deutschland, wo er demnächst als Doktor der Mathematik promovieren möchte, erhält einen Brief von seinem Vater, den er 20 Jahre lang nicht gesehen hatte. Bei der Flucht aus Kabul, als die Kommunisten die Macht ergriffen und ständig Menschen spurlos verschwanden, musste der Vater Sher Ahmad mit Mahboobs Schwester Aziza zurückbleiben. Die beiden wollten nachkommen, sobald dies möglich wäre. Doch dazu sollte es nie kommen. Noch im Flüchtlingsheim erfuhren Mahoob und seine Mutter von Azizas Tod. Vom Verbleib des Vaters wussten sie nichts. Mahboob ist hin- und hergerissen. Soll er seine alte Heimat und seinen Vater, dem er sein Ausbleiben nie verzeihen konnte, besuchen? Der befreundete Außenminister Afghanistans erleichtert ihm die Entscheidung, indem er ihm eine Stelle an seiner ehemaligen Schule anbietet, wo er den Wideraufbau unterstützen soll. Also packt Mahboob seine Koffer und reist in seine Vergangenheit. Das kriegsgebeutelte Kabul verstört ihn und das Wiedersehen zwischen Vater und Sohn verläuft nicht so harmonisch wie erhofft. Die Freude ist getrübt, durch die Traumatisierung des Vaters und durch die Entfremdung durch die verschiedenen Kulturen. „Passe ich den in keine der beiden Kulturen? … Bis vor kurzem war ich noch sicher, zu der Kultur zu gehören, die dieses nüchterne, schmucklose Gebäude (deutsche Botschaft) repräsentiert, doch plötzlich ist mein Unbehagen an Deutschland genauso groß wie sonst in Deutschland das am Hindukusch.“ (S. 210) Mahboob beginnt den Afghanen in sich zu entdecken. Gleichzeitig bemerkt er, wie schwer es ihm fällt, mit den traditionellen Strukturen der afghanischen Gesellschaft und noch viel mehr der afghanischen Familie zurechtzukommen. Er fühlt sich zerrissen. Er hat so viele Fragen an seinen Vater, die er ihm nicht stellen kann und der Vater will nicht reden. Er schämt sich seines eigenen Leides, angesichts der Leiden, die die Afghanen hier zu erdulden hatten und haben. Er hat das Gefühl nicht weiterzukommen, er hat das Gefühl, diese Reise ist das größte Versagen seines Lebens. Es braucht eine zweite Reise, um seine offenen Fragen zu klären. Es braucht einen riesigen Streit, um eine Annäherung zwischen Vater und Sohn möglich zu machen und es braucht Respektlosigkeit, damit sein Schulprojekt vorankommt. „Ich bin der Glückspilz der Familie. Mein Vater – jahrelang im Gefängnis. Meine Schwester – tot. Mein Bruder – zu einem Leben mit unzureichender Bildung verurteilt, obwohl er alles andere als dumm ist. Ich als Einziger von allen lebte in Freiheit, besuchte gute Schulen, konnte sogar studieren, bin aber trotzdem nicht glücklich gewesen.“ (S. 365) David Majed reflektiert in diesem Roman wohl seine eigenen Erfahrungen zwischen diesen beiden, so unterschiedlichen Kulturen. Als Kind floh er mit seiner Familie nach Deutschland, studierte dort Jura und ist nun in Afghanistan in der Entwicklungshilfe tätig. Die Zusammenarbeit der beiden Autoren muss überaus erfolgreich verlaufen sein – der Roman scheint aus einem Guss zu sein. Man merkt nicht, dass zwei Menschen an dieser Geschichte gearbeitet haben. Mahboobs Zerrissenheit ist perfekt beschrieben, man kann diesen Zwiespalt richtig mitfühlen. Tanja Langers Blick von außen verdanken wir es wahrscheinlich, dass wir Europäer die Verworrenheiten der afghanischen Familienstrukturen annähernd erfassen können. Nachvollziehen kann ich das dennoch nicht. Das macht die Unterschiede zwischen den Kulturen aus. Ein wundervoller, stimmiger Roman, der uns zum Nachdenken anregt über dieses vom Schicksal gebeutelte Land mit seinen stolzen Bewohnern, denen Freiheit, Ehre und Gastfreundschaft das Wichtigste ist.

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  • Eine deutsch-afghanische Familiengeschichte

    Der Himmel ist ein Taschenspieler
    Leela

    Leela

    Martin Mahboob Malik floh im Alter von neun Jahren mit seiner Mutter aus Afghanistan nach Deutschland. Seinen Vater und seine ältere Schwester ließen sie zurück und hörten jahrelang nichts mehr von ihnen, obwohl geplant war, dass beide nachkommen. Nach vielen Jahren hört Martin Mahboob endlich wieder von seinem Vater und reist nach Afghanistan, um einerseits seine Angehörigen wiederzusehen, aber auch, um sich auf Spurensuche zu begeben: Als jemand, der irgendwie zwischen beiden Welten steht, hat er nämlich Probleme, sich wirklich zugehörig zu fühlen, denn immerhin sind mittlerweile 20 Jahre vergangen. "Der Himmel ist ein Taschenspieler" hat mein Interesse geweckt, da ich sebst meine paar Erfahrungen in Afghanistan machen durfte - im Rahmen von ISAF-Missionen erlebte ich aber eher so etwas wie Taliban, Dreck und gelegentliche 'Besuche' von Menschen, auf die man gerne verzichtet hätte. Dass Taliban und Bomben natürlich nicht alles sind, was Afghanistan zu bieten hat, war mir dennoch klar und so war ich neugierig darauf, was mir diese Familiengeschichte über das normale Leben im Land zu berichten hätte. Enttäuscht wurde ich nicht: Einerseits greift das Buch eine Thematik auf, die heute sehr aktuell ist, nämlich das Problem des Sich-zugehörig-fühlens von manchen Einwanderer-Kindern. Mit der Person von Martin Mahboob wurde es überzeugend und nachvollziehbar dargestellt. Andere Charaktere hätten noch etwas ausführlicher charakterisiert werden können und andere wirkten zuerst gewöhnungsbedürftig (Noor), aber es gelang den Autoren trotzdem gut, all diese Charaktere und Konflikte in einer spannenden Familiengeschichte zusammenzuführen. Zudem gefielen mir die Beschreibungen des Lebens in Kabul und der afghanischen Kultur - man merkt, dass Leute mit Ahnung an diesem Buch geschrieben haben. Die Sprache war mir teilweise etwas zu blumig, aber man gewöhnt sich daran. Manche Beschreibungen wiederum sind wirklich schön und treffend. Zuletzt möchte ich noch die Gestaltung des Buches erwähnen, die sehr gelungen ist. Kapitel werden beispielsweise mit Überschriften in Deutsch und Dari eingeleitet und die blaue Farbe des Buchdeckels ist eine Wucht. Kompliment an den Verlag! Insgesamt kann ich dieses Buch weiterempfehlen, wenn man sich für berührende Familiengeschichten interessiert.

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