Der Himmel ist ein Taschenspieler

von David Majed und Tanja Langer
4,7 Sterne bei25 Bewertungen
Der Himmel ist ein Taschenspieler
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Lilith79s avatar

Sehr schöner Roman über die Suche nach der eigenen Identität

Phinis avatar

Der tolle Schreibstil schickt den Leser auf die Reise nach Kabul. Ein hin und hergerissener Mahboob zeigt dem Leser seine Geburtsstadt.

Alle 25 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Der Himmel ist ein Taschenspieler"

»Ich stehe und warte auf meinen Vater, den ich seit 21 Jahren nicht gesehen habe und von dem ich glaubte, er wäre tot. Hierher hat er mich bestellt, in dieses verrückte Land, aus dem ich komme und das ich nicht kenne.«
Nach über zwanzig Jahren kehrt Mahboob aus Frankfurt nach Kabul zurück und trifft dort auf seinen Vater, den er seit der Flucht mit seiner Mutter 1979 nicht mehr gesehen hat. Fragen bedrängen den jungen Mathematiker: Wieso wurde die Familie getrennt? Und was geschah mit seiner Schwester Aziza? Nun sind die Taliban abgezogen, das Land ist zerstört, aber voller Hoffnung. Mahboob taucht immer tiefer ein in diese fremde und doch vertraute Welt. Er beginnt, um den Wiederaufbau seiner alten Schule zu kämpfen – und ist doch nur auf der Suche nach sich selbst: Wer bin ich? Wohin gehöre ich? Ein zutiefst berührender Familienroman, der uns ein überraschendes Afghanistan zeigt, jenseits von Burka und Bundeswehr.
Auf der Suche nach einer dritten Identität: Ein gelungener Brückenschlag zwischen den Kulturen

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783784433424
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Langen-Müller
Erscheinungsdatum:06.03.2014

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,7 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne18
  • 4 Sterne7
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Lilith79s avatar
    Lilith79vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr schöner Roman über die Suche nach der eigenen Identität
    Sehr schöner Familienroman über die Suche nach der eigenen Identität

    "Der Himmel ist ein Taschenspieler" wird aus Sicht des 32-jährigen Mahboob (oder Martin, wie sein in Deutschland angenommener "zweiter" Vorname lautet) erzählt. Er floh im Alter von 8 Jahren zusammen mit seiner Mutter aus Afghanistan, der Vater und seine ältere Schwester hätten eigentlich nachkommen sollen, aber stattdessen wurde die Schwester erschossen und vom Vater hörten die beiden  nichts mehr... Mahboob hat diese Geschehnisse seiner Kindheit weitgehend verdrängt, er integrierte sich (fast über-) motiviert in Deutschland, studierte Mathematik und steht kurz vor seinem Diplom als er einen Brief von seinem Vater aus Afghanistan erhält, der ihn bittet ihn zu besuchen.

    Mit diesem Besuch startet der Roman, Mahboob reist nach Afghanistan und soll abgesehen von dem Besuch bei seinem Vater beim Wiederaufbau einer zerstörten Schule helfen. Das Buch erzählt in mehreren Abschnitten von Mahboobs Rückkehr nach Afghanistan aber auch in Rückblenden aus seiner Kindheit und aus dem Leben seiner Familie. Es handelt sich dabei nicht um eine lineare Erzählung mit einer klaren Handlung, das Buch springt viel zwischen verschiedenen Themen und Mahboobs Gedanken hin- und her. Es geht um seine Identitätssuche, er fühlt sich in Deutschland zu "afghanisch", in Afghanistan nervt ihn die dortige Mentalität und er fühlt sich zu "deutsch". Das Buch ist bei aller Beschäftigung mit politischen Themen und mit Mahboobs Identitätssuche aber für mich vor allem ein Familienroman, der sich damit beschäftigt, wie eine Familie durch Schicksalsschläge, aber auch durch Missverständnisse und Sturheit zerbrochen ist.

    Mahboob ist dabei ein sehr interessanter Charakter, er ist kein typischer "Held", er ist erstmal keiner der anpackt und die Dinge in die Hand nimmt, er ist unsicher, für einen 32-jährigen wirkte er auch mich oftmals sehr unreif, er erwartet viel von anderen, ist aber selber auch gar nicht so stark wie er gerne wäre, sondern von Selbstzweifeln geplagt und seinen Eltern gegenüber ist er oft sehr ungeduldig (manchmal sogar unfair). Er lässt sich oft treiben, versucht Dinge zu verändern, scheitert, ist frustriert, für mich war er ein sehr authentischer Charakter, wenn auch gar nicht mal immer sympathisch. 

    Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen, wenn es auch manchmal etwas sehr sprunghaft daher kommt. Gerne hätte ich auch etwas mehr Hintergrundwissen über die Geschichte Afghanistans gehabt, damit ich die politischen Ereignisse etwas besser einordnen kann, aber dass die mir fehlen, liegt natürlich nicht am Buch, sondern an mir. Etwas merkwürdig fand ich, dass das Buch zu 95% in der Ich-Perspektive erzählt ist, aber zwischendrin immer kleine Abschnitte sind, in denen von Mahboob in der 3. Person gesprochen wird. Das ist zwar wohl ein absichtliches Stilmittel, aber es gab doch immer einen kleinen Bruch.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Leschens avatar
    Leschenvor 4 Jahren
    Eine Suche nach den eigenen Wurzeln lassen ihn mehr von sich Selbst kennenlernen als erwartet.

    September 2002 - Es ist das „Jahr Eins“ nach den Anschlägen der Al-Qaida auf das World Trade Center in New York:

    Hamed Karzai ist kurze Zeit zuvor zum Ersten Präsident der afghanischen Übergangsregierung ernannt worden. Bombenabwürfe, Plünderungen und Zerstörungen haben in der Hauptstadt Kabul viele „Wunden“ bei den Menschen, an den Gebäuden und im alltäglichen Leben hinterlassen. 

    Denn Kabul war seit den 70er Jahren nicht mehr die Hauptstadt der Afghanen, sondern die Herrschaftselite anderer diktatorischer Regierungen (Sowjetunion) und religiös-orientierter Gruppierungen (Taliban) besetzten das Land bis auf die Regierungsebene. Die Paschtunen (historisch Afghanen) und andere hier lebende Volksgruppen wie die Tadschiken wurden seitdem unterdrückt.


    Der afghanisch-deutsche Mathematiker Mahboob Martin Malik – Anfang 30 – reist im September 2002 das erste Mal seit seiner Flucht vor über 20 Jahren von Deutschland nach Afghanistan.

    Es herrscht Frieden in Afghanistan!?. Die Menschen sind hoffnungsvoll. Die Afghanischen Völker lassen sich niemals von ganzem Herzen beherrschen. Das bedeutet Traditionen und alt-hergebrachte kulturelle Werte und Normen bestimmten und bestimmen heute noch den Umgang der Afghanen miteinander. 


    Mahboob Martins Leben ist seit seinem neunten Geburtstag geprägt durch deutsche und west-europäische Traditionen und kulturelle Werte. Sogar seinem Vornamen Mahboob hat er offiziell einen deutschen Vornamen beigefügt. Er nennt sich nun in Deutschland „Martin“.

    Auch die Stadt Kabul ähnelt nicht mehr der Stadt seiner Kindheit. Seine alte Schule, an deren Wiederaufbau er beteiligt ist, hat durch Bombardierungen riesige Krater im Mauerwerk, kein Mobiliar, keine Toiletten und muss im Winter wegen der Kälte geschlossen werden.

    Sein Vater ist krank und begegnet seinem erwachsenen Sohn oft abweisend, oder ist verärgert über die Fragen seines Sohnes. Mahboob Martin kommen oft Zweifel auf, ob die Entscheidung nach Kabul zu kommen, die richtige Entscheidung war. Noch dazu, hat Mahboob Martin am Flughafen in Frankfurt eine Frau kennengelernt, die nun tausende Kilometer von ihm entfernt ist… 

    Meinung:


    Ich glaube, ich war noch nie innerhalb von zwei Sätzen mittendrin im Geschehen, in einer Geschichte, im Leben eines Menschen.

    Von Anfang an, hat die Identitätssuche des deutsch-geprägten Afghanen Bilder in meinem Kopf entstehen lassen. Der Autor schaffte es sogar noch weitere meiner Sinne anzuregen. So empfingen meine Nase und meine Geschmacksknospen die Gerüche und den Geschmack von Gewürzen und Speisen, von denen der Ich-Erzähler erzählt. 

    In Mahboob Martins Erzählungen aus Gegenwart und kindlicher Vergangenheit haben die Autoren Tanja Langer und David Majed alle meine Sinne angeregt. Es waren aber nicht nur angenehme Sinneseindrücke auch die eindrücklichen und emotional-mit-der-Vergangenheit-verbundenen Vergleiche der Stadt Kabul und ihrer Bewohner zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben mich nachhaltig beeinflusst. Mich zum Nachdenken gebracht.

    Ich habe mir beim Lesen viele Fragen gestellt – Eine davon ist: „Ist der fiktive Protagonist ein erzählerisches-fiktives Beispiel für viele mittlerweile erwachsene Landeskinder dieses jahrzehntelang besetzten Landes, die diese erschreckenden "Umwälzungen" in ihrem Ursprungsland zum Nachdenken über ihre biographischen Ursprüngen, ihre Identität beeinflusst haben?"                                                                                                                                   

    Die Antwort gibt der Autor David Majed selber. Majed arbeitet im afghanischen Hochschulministerium und regelt dort die Stipendienvergabe von ausländischen Botschaften und Universitäten. Er sagt dazu: „In der Tat verfügt der literarische Roman "Der Himmel ist ein Taschenspieler über autobiographische Züge. Ich bin wie Mahboob in jungen Jahren mit meiner Familie von Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Und die Identitätsfindungsgeschichte ist ziemlich autobiographisch. Aber das Meiste ist erfunden.“


    Die Autoren beschreiben Mahboob Martins Gefühlsleben am Anfang der Geschichte so: „Das Leben hatte ihn (Mahboob Martin) nach rechts gewürfelt und nach links, so nannte er es für sich, und es war immer weiter gegangen, und nun hatte er eine Entscheidung getroffen und war hierhergekommen, nach… Er wollte sehen, ob es mit dem Würfeln ein Ende nähme, denn oft kam er sich hilflos, so dumm, in seinem eigenen Leben. Er wollte sehen, wo er herkam, er wollte vor allem seinen Vater wiedersehen, er hatte Angst, nach so langer Zeit, ob er ihn wiedererkennen würde…“ (Seite 9 und 10)


    In diesem autobiographisch beeinflussten fiktiven Roman treffen nicht nur in der Person des Mahboob Martin und der Person seines Vaters, zwei unterschiedliche Charaktere aufeinander, sondern auch gegensätzliche Auffassungen, wie sie in ihrer (eigenen) Welt leben. 


    Da treffen „respektvolle Langsamkeit" und traditionelle jahrhundertealte afghanische Umgangsweisen zwischen Vater und Sohn, Vorgesetztem und Untergebenen auf einen ernsten und geradlinigen West-Europäer, der Konflikte und Menschen scheut. Martin organisiert gerne alles und hat es gerne ordentlich. Ihm macht, das Unvorhergesehene Angst und die Untätigkeit zermürbt ihn. Nur in der höheren Mathematik sieht er das Ziel seines Seins. Martin liebt Strukturen, sie geben ihm Sicherheit. Doch in Afghanistan sieht er zuerst nur das Fehlen dieser Strukturen, zieht Vergleiche und ist verzweifelt.

    Jedoch ist die Figur des Mahboob Martin nicht oberflächlich, sondern er ist ein vielschichtiger Charakter auf der Suche nach seiner Identität, nach seinen Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen.                  

    Im Aufeinandertreffen von Mahboob Martin mit anderen Protagonisten und in seinem Handeln spiegelt sich Unsicherheit und Einsamkeit genauso wie nach und nach Einfühlsamkeit und Reflexion, was seine Persönlichkeit betrifft, wider. 


    Zusammenfassend kann man sagen: Bei Mahboob Martin wird die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen - zwei Ländern - zwei Sprachen - zwei Teilen seines Lebens besonders deutlich. 

    Mahboob Martins Reise nach seinen Ursprüngen, nach seinem vergangenen Leben, seine Reise auf der Suche nach der eigenen Identität und wie diese in der Zukunft weiter bestehen kann, ermöglicht dem Leser auch gut recherchierte, authentische und realistische Einblicke in das Leben in Afghanistan, in die Völker, ihre Kultur und Tradition. Die (jüngste) Afghanische Geschichte und dieses hier erzählte „Bild" von Afghanistan mit all seinen Widersprüchen zwischen Stadt und Land sowie zwischen Afghanistan und Deutschland ist informativ, interessant, bereichernd und intensiv. 


    Sprache:


    Die Worte und tiefgründigen Formulierungen lesen sich gut und flüssig. Ich bin verzaubert von den Worten, die die Autoren in Mahboob Martins Kopf „pflanzen“. Sprichwörter und Verse von persischen Dichtern sind geschriebene Zeugen der afghanischen Kultur der Vergangenheit und Gegenwart. Der Titel des Buches „Der Himmel ist ein Taschenspieler“ ist ein altes afghanisches Sprichwort - Das Schicksal täuscht uns immer wieder.

    Die Worte von Langer und Majed sind poetisch, tiefsinnig und bildhaft, wenn wir in den Kopf des Deutschen mit einer kindlich-verklärten afghanischen Vergangenheit blicken. Emotional erzählt wird besonders die Suche Mahboob Martins nach Antworten zu seiner eigenen Vergangenheit. Hierbei ist es nicht nur der verbale Austausch zwischen den Menschen, sondern das Ungesagte, die Mimik, Gestik und die Handlungen, die den Leser emotional berühren, ihn nachdenklich stimmen und ihn weitere Fragen stellen lassen. 


    Fazit:


    Ich habe einen authentischen Protagonisten mit autobiographischen Zügen kennengelernt. Gemeinsam mit ihm habe ich spannende, interessante, tiefgründige und Erkenntnis-reiche zwölf Monate erlebt, und ich hoffe darauf, dass die beiden Autoren die afghanische Geschichte ihrer Kinder und Erwachsenen weitererzählen...

    Kommentieren0
    65
    Teilen
    Buecherwurm1973s avatar
    Buecherwurm1973vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine unter die Haut gehende Geschichte über die Suche nach der Familie nach dem Krieg in Afghanistan. Die Suche nach dem "Wer bin ich?".
    Die Identitätsfindung eines Flüchtlings

    Mahoob   ist 9 jährig, als er mit seiner Mutter aus Kabul flieht. Sein Vater und seine Schwester bleiben zurück und sollen später nachkommen. In Frankfurt findet er mit seiner Mutter eine neue Heimat. Vater und Schwester kommen nicht nach und die Geflohenen wissen nichts über ihren Verbleib.  Deutschland prägt ihn und verdrängt seine afghanischen Wurzeln. Dies bekommt er sehr stark zu spüren, als er nach über 20 Jahren nach Kabul zurückkehrt. Dort sehen alle in ihm den Deutschen. Aber er ist doch Afghane, oder? Bald muss er sich eingestehen, dass die Stadt Kabul aus seiner Kindheit nicht mehr besteht. Ausserdem hat er die Gepflogenheiten und Sitten verlernt. So ist nicht nur die Annäherung zu seinem Vater eine Herausforderung, sondern auch die neue Lebensweise und Mentalität seines Vaterlandes.

     

    Der Roman begleitet den Protagonist  bei  seiner Identitätsfindung. Nach der Suche „Wer bin ich und wohin gehöre ich?“ Der Schreibstil von Tanja Langer lässt den Leser dieses Gefühlschaos authentisch nachempfinden.

     

    David Majed hat seine Lebensgeschichte in einem Roman verarbeitet. Im Internet hat er nach einem Autor gesucht, der seine Geschichte ausarbeitet. Mit Tanja Langer hat er meiner Meinung den Jackpot gezogen. Ich habe von ihr schon mehrere Bücher gelesen. Sie schafft es mit ihrem Schreibstil sämtliche  Sinne zu berühren.

     

    Eine tolle Idee finde ich den Blog zum Buch. Man erfährt einiges an Hintergrundinformationen über die Arbeit am Roman, über Afghanistan und den Veranstaltungen zum Buch. Informationen, die man normalerweise nur am Rande mitbekommt.

     

    Wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass nicht nur die Identitätsfindung ein Thema ist. Sondern man erfährt auch, welche Zustände nach einem Krieg in einer Stadt herrschen. Das traumatisierte Volk, dem die Kraft und das Geld zum Aufbau fehlen.  Deshalb ist viel Platz für Korruption. Ein Buch, welches viel für die Völkerverständigung tut.

    Kommentieren0
    18
    Teilen
    Phinis avatar
    Phinivor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Der tolle Schreibstil schickt den Leser auf die Reise nach Kabul. Ein hin und hergerissener Mahboob zeigt dem Leser seine Geburtsstadt.
    Ein tolles und gut recherchiertes Afghanistan-Buch

    Inhaltsangabe:

    Nach über zwanzig Jahren kehrt Mahboob aus Frankfurt nach Kabul zurück und trifft dort auf seinen Vater, den er seit der Flucht mit seiner Mutter 1979 nicht mehr gesehen hat. Fragen bedrängen den jungen Mathematiker: Wieso wurde die Familie getrennt? Und was geschah mit seiner Schwester Aziza? Nun sind die Taliban abgezogen, das Land ist zerstört, aber voller Hoffnung. Mahboob taucht immer tiefer ein in diese fremde und doch vertraute Welt. Er beginnt, um den Wiederaufbau seiner alten Schule zu kämpfen – und ist doch nur auf der Suche nach sich selbst: Wer bin ich? Wohin gehöre ich? Ein zutiefst berührender Familienroman, der uns ein überraschendes Afghanistan zeigt, jenseits von Burka und Bundeswehr.
    Auf der Suche nach einer dritten Identität: Ein gelungener Brückenschlag zwischen den Kulturen

    Meine Meinung:

    Ich interessiere mich sehr für die Geschichte Afghanistans und lese sehr gern Bücher welche von dieser erzählen. Einer meiner Lieblingsautoren ist hier klar: Khaled Hosseini. Tanja Langner und David Majed, stehen ihm aber in nichts nach. Besonders der sehr beschreibende Schreibstil lässt den Leser mit Mahboob nach Afghanistan reisen. Gerüche und Farben werden beschrieben als würde man sie tatsächlich riechen oder sehen. Ich finde, dass man sich, wegen des tollen Schreibstils gut in die Charaktere hineinversetzen und nachvollziehen konnte, was sie warum fühlen. Einzig Noor blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel, aber das war vielleicht auch so gewollt. Auch der aufgebaute Spannungsbogen, bis zur Auflösung bisher offen gebliebener Fragen und Geheimnisse gefiel mir gut.

    Alles in allem also ein tolles Afghanistan-Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle.

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    buchstabenliebes avatar
    buchstabenliebevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Zauberhafte Sprache!
    Eine wundervolle Sprache, die durch Worte ganze Welten entstehen lässt.


    Mir hat dieses besondere Buch außerordentlich gut gefallen! Dies erstmal vorneweg. Wieso werde ich später noch erklären. 

    David Majed und Tanja Langer erzählen die Geschichte von Mahboob. Einem in Deutschland aufgewachsenen Afghanen, welcher sich nach zwei Jahrzehnten aufmacht um seine Heimat und vor allem seinen Vater zu besuchen. Doch sie erzählen noch viel mehr. Sie erzählen die Geschichte einer ganzen Generation, eines Landes. Sie erzählen, wovon wir durch die Medien so gut wie nichts mitbekommen. Sie erzählen von einer Liebesgeschichte, aber auch vom Krieg. Und sie geben Afghanistan eine Stimme. 


    Was mir besonders gut gefallen hat ist der Schreibstil. Der Himmel ist ein Taschenspieler besticht durch eine wundervolle Sprache, die durch Worte ganze Welten entstehen lässt. Durch die Beschreibungen hat man das Gefühl, mitten in Kabul gelandet zu sein, die zahlreichen Düfte zu riechen und mitten im Lärm der Stadt zu versinken. Man taucht beim Lesen in eine andere Welt ab und vergisst alles rundherum. Anfangs hatte ich keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Und doch sind die Seiten wie vorbeigeflogen. 
    Schön fand ich auch, wie die Autoren die Zerrissenheit Mahboobs zwischen Deutschland und Afghanistan dargestellt haben. Die Identitätsfindung ist weder "kitschig" noch  unrealistisch. Die Geschichte hat mich manchmal zum Weinen, aber auch zum Lachen gebracht. 

    Mein einziger Kritikpunkt betrifft die Liebesgeschichte zwischen Mahboob und Noor. So schön ihr Name auch ist, irgendwie bin ich mit Noor nicht so richtig warm geworden. Ich kann schlecht erklären wieso, aber zuerst war sie mir zu präsent, durch die Briefe, und am Schluss zu weit weg. 

    Weil ich von dem Buch durchwegs begeistert war, und Noor diesem Enthusiasmus auch keinen Abbruch tun konnte, gibt es von mir die volle Punktzahl. Wer Sprache liebt, und sich gerne von einem Buch nach Kabul entführen lässt, der ist hier genau richtig. 







    Kommentieren0
    10
    Teilen
    Berrits avatar
    Berritvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Mit diesem Roman begibt man sich auf eine Reise nach Afghanistan und lernt es durch Mahboob aus einer neuen Perspektive kennen. Wundervoll!
    Du schließt deine Augen und sagst: Wo ist der helle Tag?

    In diesem Buch geht es um die Figur Mahboob. Er kommt ursprünglich aus Afghanistan, ist aber während des Kriegs mit seiner Mutter nach Deutschland geflüchtet. Seinen Vater, die Schwester und auch den Rest der Familie hat er seitdem nicht mehr wieder gesehen - und weiss teilweise auch gar nicht ob sie noch am leben sind. Alles verändert sich, als er nach mehr als zwanzig Jahren einen Brief von seinem Vater erhält, der ihn bittet zu ihm zu kommen. Nach anfänglichem Zögern willigt er ein, gleichzeitig wird er bei seinem Aufenhalt noch beim Aufbau seiner alten Schule mitwirken. Was er dann in Kabul vorfindet, hat nichts mehr mit dem Zuhause zu tun an das er sich noch brüchig erinnert. Er muss Afghanistan neu enddecken und die Beziehung zu seinem Vater neu aufbauen.

    Das Buch besticht durch einen wunderschönen Schreibstil. Die bildhafte Sprache macht es für den Leser leicht, sich die Orte vorzustellen an denen Mahboob sich aufhält. Erzählt wird immer abwechselnd von der Gegenwart und Bruchstücke aus der Kindheit. Besonders gut gelungen finde ich hierbei, das Mahboob eher denkt wie ein Deutscher - wie der Leser auch. So stellt nicht nur der Leser manche Sitten und Gebräuche in Frage, sondern auch der Protagonist. Dabei lernt man viel über Afghanistan und auch, warum manches dort eben so anderst abläuft wie hier. Damit können auch Vorurteile aus dem Weg geräumt werden. Außerdem finde ich es toll, das man viel über die Geschichte des Landes erfährt und wie verschiedene Figuren die Kriegsjahre überlebt haben. Wie der Unterschied zwischen dem Leben in der Stadt und auf dem Land ist. Und natürlich fehlt auch in diesem Buch eine Liebesgeschichte nicht.

    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für andere Kulturen und Gebräuche interessiert und Afghanistan näher kennen lernen will. Nebenbei muss ich noch darauf aufmerksam machen, das oft das Essen dort erwähnt wird und man somit auch Lust auf die afghanische Küche bekommt.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Maritahenriettes avatar
    Maritahenriettevor 4 Jahren
    Familientragödie und ein von Krieg gezeichnetes Land


    Mahboob - Martin ist mit seiner Mutter im Alter von 9 Jahre nach Deutschland gekommen.  Ursprünglich sollten seine Schwester und der Vater nach kommen,  aber daraus wurde leider nichts.  Der Kontakt mit dem Vater brach ab und die Schwester wurde auch noch umgebracht. 
    Nach 21 Jahren bekommt Mahboob einen Brief von seinem Vater mit der Aufforderung ihn zu besuchen. Er entschließt sich nach Kabul zu reisen. 
    Am Anfang möchte der Vater nicht von der Vergangenheit reden und unterbricht immer wieder die Gespräche mit seinem Sohn, teilweise streiten sich die beiden.  Der Sohn übernimmt an seiner damaligen Schule ein Projekt zum Wiederaufbau dieser. In seiner freien Zeit unternimmt er Spaziergänge durch Kabul und entdeckt viele Ruinen,  kaputte Straßen und die von Krieg und Anschlägen gezeichnete Stadt seiner ersten neun Lebensjahre. Schnell gerät Mahboob in Zwiespalt ob er Afghane oder Deutscher ist.

    MEINE MEINUNG :
    Das Buch ist liebevoll,  bildlich und voller Emotionen und Gefühle.  Als Leserin habe ich viel von der afghanischen Mentalität und von Kabul gelernt.  Gerade der Zwiespalt von Mahboob (Name als Afghane)  und Martin (Name als Deutscher)  kommt sehr leidenschaftlich und authentisch,  damit auch brutal ehrlich,  herüber. Die bildliche Darstellung von Land und Leute macht  wehmütig und traurig.  Was für abwechslungsreiche Landschaft Afghanistan doch hat, was mussten und müssen die Menschen erleiden und was ist alles kaputt oder beschädigt worden! 
    Der Vater öffnet sich im Verlauf des Buch's immer mehr und was da zutage kam,  hat mich sehr berührt.  So viele Mißverständnisse,  welche das Leben der gesamten Familie prägten, Zufälle und durch den Krieg entstandenen Widrigkeiten haben mich sehr getroffen. 

    Fazit :
    "Der Himmel ist ein Taschenspieler ", der Titel ist übrigens ein afghanisches Sprichwort,  ist als Hardcover im Langen Müller Verlag erschienen. Dieses Buch kann ich nur empfehlen,  es war toll zu lesen und ich habe zusätzlich noch viel über das Land und die Leute kennen gelernt.  Die Schriftsteller unterhalten einen Blog unter dem man weitere Informationen und Bilder über Afghanistan sehen kann. 

    Kommentieren0
    109
    Teilen
    bookgirls avatar
    bookgirlvor 4 Jahren
    Emotionale Geschichte eines Heimkehrers, auf der Suche nach seinen Wurzeln und Identität

    Inhalt
    Als neunjähriger flieht Mahboob mit seiner Mutter nach Frankfurt. Sein Vater und die Schwester wollen nachreisen, wozu es jedoch nie kommt. Zwanzig Jahre später erhält Mahboob einen Brief von seinem Vater, der ihn bittet nach Kabul zu reisen, damit die beiden einander wieder sehen können. Mittlerweile sind die Taliban abzogen und das Land zerstört, wenn auch die Hoffnung auf bessere Zeiten groß ist. Mahboob begibt sich auf Spurensuche nach seiner Kindheit in Afghanistan und merkt dabei schnell, dass er auch auf der Suche nach seiner Identität ist.

    Meine Meinung
    „Der Himmel ist ein Taschenspieler“ beschreibt die Heimkehr nach Afghanistan und die Suche nach familiären Wurzeln und kultureller Identität anhand des Protagonisten Mahboob, der 1979 als Junge mit seiner Mutter nach Deutschland flüchtet. Nach über 20 Jahren folgt er der Bitte seines Vaters und muss schnell erkennen, dass die Zeit der Trennung Spuren hinterlassen hat. Nicht nur sein Vater ist ein traumatisierter Mann, Mahboob stößt auch auf ein zerstörtes Land und Armut.

    Dem Autoren-Duo gelingt es hervorragend den Konflikt, den Mahboob mit sich austrägt, einzufangen. Denn direkt nach seiner Ankunft in Kabul merkt er, dass er doch mehr von dem Leben in Deutschland geprägt ist, als er immer dachte. In Afghanistan geht alles langsamer von statten, was Mahboob an die Grenzen seiner Geduld bringt. Auch mit seinem Vater ist das Zusammenleben von Schwierigkeiten geprägt. Mahboob sucht Antworten auf Fragen, die ihn schon lange beschäftigen, stößt bei seinem Vater jedoch auf eine Mauer des Schweigens. Erst nach seiner Aus- und Wiedereinreise nach Kabul gelingt es Mahboob mehr zu erfahren. Über den Vater, das Trauma, das er erlitten hat und vor allem über seine geliebte Schwester Aziza, die mittlerweile verstorben ist.

    Tanja Langer und David Majed haben einen wunderbar emotionalen Schreibstil, der mir vom ersten bis zum letzten Satz gefallen hat. Zutiefst berührend und präzise erzählen die beiden die Geschichte eines Lebens zwischen zwei Welten. Ich werde Afghanistan nie näher sein als ich es mit Mahboob war, bin aber dankbar für den Einblick, den ich in diese mir fremde Kultur gewinnen durfte.

    Fazit
    "Der Himmel ist ein Taschenspieler" ist der fesselnde Roman eines Heimkehrers, auf der Suche nach seinen Wurzeln und Identität. Eine zutiefst berührende Familiengeschichte und daher eine ganz klare Lese-Empfehlung!

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    miro76s avatar
    miro76vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein informativer, emotionaler Roman über ein Land, seine Menschen und seine Geschichte, die uns leider viel zu wenig bekannt ist.
    Der Himmel ist ein Taschenspieler - er täuscht uns so oft, wie das Schicksal.

    „Kabul – das Wort, für das fast alle Afghanen, die wir kannten ein anderes benutzten, Sehnsucht – und noch eines, ein deutschen Wort, das alle liebten: Heimweh.“                   (S. 60)


    Martin Mahboob Malik, geboren in Kabul, aufgewachsen in Deutschland, wo er demnächst als Doktor der Mathematik promovieren möchte, erhält einen Brief von seinem Vater, den er 20 Jahre lang nicht gesehen hatte. Bei der Flucht aus Kabul, als die Kommunisten die Macht ergriffen und ständig Menschen spurlos verschwanden, musste der Vater Sher Ahmad mit Mahboobs Schwester Aziza zurückbleiben. Die beiden wollten nachkommen, sobald dies möglich wäre. Doch dazu sollte es nie kommen. Noch im Flüchtlingsheim erfuhren Mahoob und seine Mutter von Azizas Tod. Vom Verbleib des Vaters wussten sie nichts.
    Mahboob ist hin- und hergerissen. Soll er seine alte Heimat und seinen Vater, dem er sein Ausbleiben nie verzeihen konnte, besuchen?


    Der befreundete Außenminister Afghanistans erleichtert ihm die Entscheidung, indem er ihm eine Stelle an seiner ehemaligen Schule anbietet, wo er den Wideraufbau unterstützen soll. Also packt Mahboob seine Koffer und reist in seine Vergangenheit.
    Das kriegsgebeutelte Kabul verstört ihn und das Wiedersehen zwischen Vater und Sohn verläuft nicht so harmonisch wie erhofft. Die Freude ist getrübt, durch die Traumatisierung des Vaters und durch die Entfremdung durch die verschiedenen Kulturen.

    „Passe ich den in keine der beiden Kulturen? … Bis vor kurzem war ich noch sicher, zu der Kultur zu gehören, die dieses nüchterne, schmucklose Gebäude (deutsche Botschaft) repräsentiert, doch plötzlich ist mein Unbehagen an Deutschland genauso groß wie sonst in Deutschland das am Hindukusch.“           (S. 210)


    Mahboob beginnt den Afghanen in sich zu entdecken. Gleichzeitig bemerkt er, wie schwer es ihm fällt, mit den traditionellen Strukturen der afghanischen Gesellschaft und noch viel mehr der afghanischen Familie zurechtzukommen. Er fühlt sich zerrissen. Er hat so viele Fragen an seinen Vater, die er ihm nicht stellen kann und der Vater will nicht reden. Er schämt sich seines eigenen Leides, angesichts der Leiden, die die Afghanen hier zu erdulden hatten und haben. Er hat das Gefühl nicht weiterzukommen, er hat das Gefühl, diese Reise ist das größte Versagen seines Lebens.

    Es braucht eine zweite Reise, um seine offenen Fragen zu klären. Es braucht einen riesigen Streit, um eine Annäherung zwischen Vater und Sohn möglich zu machen und es braucht Respektlosigkeit, damit sein Schulprojekt vorankommt.

    „Ich bin der Glückspilz der Familie.
    Mein Vater – jahrelang im Gefängnis. Meine Schwester – tot. Mein Bruder – zu einem Leben mit unzureichender Bildung verurteilt, obwohl er alles andere als dumm ist. Ich als Einziger von allen lebte in Freiheit, besuchte gute Schulen, konnte sogar studieren, bin aber trotzdem nicht glücklich gewesen.“      
    (S. 365)

    David Majed reflektiert in diesem Roman wohl seine eigenen Erfahrungen zwischen diesen beiden, so unterschiedlichen Kulturen. Als Kind floh er mit seiner Familie nach Deutschland, studierte dort Jura und ist nun in Afghanistan in der Entwicklungshilfe tätig.
    Die Zusammenarbeit der beiden Autoren muss überaus erfolgreich verlaufen sein – der Roman scheint aus einem Guss zu sein. Man merkt nicht, dass zwei Menschen an dieser Geschichte gearbeitet haben.
    Mahboobs Zerrissenheit ist perfekt beschrieben, man kann diesen Zwiespalt richtig mitfühlen. Tanja Langers Blick von außen verdanken wir es wahrscheinlich, dass wir Europäer die Verworrenheiten der afghanischen Familienstrukturen annähernd erfassen können. Nachvollziehen kann ich das dennoch nicht. Das macht die Unterschiede zwischen den Kulturen aus.
    Ein wundervoller, stimmiger Roman, der uns zum Nachdenken anregt über dieses vom Schicksal gebeutelte Land mit seinen stolzen Bewohnern, denen Freiheit, Ehre und Gastfreundschaft das Wichtigste ist.

    Kommentieren0
    48
    Teilen
    Leelas avatar
    Leelavor 4 Jahren
    Eine deutsch-afghanische Familiengeschichte

    Martin Mahboob Malik floh im Alter von neun Jahren mit seiner Mutter aus Afghanistan nach Deutschland. Seinen Vater und seine ältere Schwester ließen sie zurück und hörten jahrelang nichts mehr von ihnen, obwohl geplant war, dass beide nachkommen. Nach vielen Jahren hört Martin Mahboob endlich wieder von seinem Vater und reist nach Afghanistan, um einerseits seine Angehörigen wiederzusehen, aber auch, um sich auf Spurensuche zu begeben: Als jemand, der irgendwie zwischen beiden Welten steht, hat er nämlich Probleme, sich wirklich zugehörig zu fühlen, denn immerhin sind mittlerweile 20 Jahre vergangen.

    "Der Himmel ist ein Taschenspieler" hat mein Interesse geweckt, da ich sebst meine paar Erfahrungen in Afghanistan machen durfte - im Rahmen von ISAF-Missionen erlebte ich aber eher so etwas wie Taliban, Dreck und gelegentliche 'Besuche' von Menschen, auf die man gerne verzichtet hätte. Dass Taliban und Bomben natürlich nicht alles sind, was Afghanistan zu bieten hat, war mir dennoch klar und so war ich neugierig darauf, was mir diese Familiengeschichte über das normale Leben im Land zu berichten hätte.
    Enttäuscht wurde ich nicht: Einerseits greift das Buch eine Thematik auf, die heute sehr aktuell ist, nämlich das Problem des Sich-zugehörig-fühlens von manchen Einwanderer-Kindern. Mit der Person von Martin Mahboob wurde es überzeugend und nachvollziehbar dargestellt. Andere Charaktere hätten noch etwas ausführlicher charakterisiert werden können und andere wirkten zuerst gewöhnungsbedürftig (Noor), aber es gelang den Autoren trotzdem gut, all diese Charaktere und Konflikte in einer spannenden Familiengeschichte zusammenzuführen. Zudem gefielen mir die Beschreibungen des Lebens in Kabul und der afghanischen Kultur - man merkt, dass Leute mit Ahnung an diesem Buch geschrieben haben. Die Sprache war mir teilweise etwas zu blumig, aber man gewöhnt sich daran. Manche Beschreibungen wiederum sind wirklich schön und treffend.

    Zuletzt möchte ich noch die Gestaltung des Buches erwähnen, die sehr gelungen ist. Kapitel werden beispielsweise mit Überschriften in Deutsch und Dari eingeleitet und die blaue Farbe des Buchdeckels ist eine Wucht. Kompliment an den Verlag!

    Insgesamt kann ich dieses Buch weiterempfehlen, wenn man sich für berührende Familiengeschichten interessiert.

    Kommentare: 1
    12
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Herbig_Verlags avatar
    Liebe LeserInnen!

    Wir verlosen 20 Print-Exemplare der zutiefst berührenden deutsch-afghanischen Familiengeschichte „Der Himmel ist ein Taschenspieler“ der Berliner Autorin Tanja Langer und des afghanischen Entwicklungshelfers David Majed. Beide Autoren werden sich an der Leserunde beteiligen und sich mit euch austauschen.

    Zum Inhalt des Buches:
    Ein altes afghanisches Sprichwort sagt: Der Himmel ist ein Taschenspieler - das Schicksal täuscht uns immer wieder. Das muss auch Mahboob erfahren, als er nach über zwanzig Jahren aus Frankfurt nach Kabul zurückkehrt und dort auf seinen Vater trifft, den er seit der Flucht 1979 nicht mehr gesehen hat. Fragen bedrängen den jungen Mathematiker: Wieso wurde die Familie getrennt? Und was geschah mit seiner Schwester Aziza? Mahboob taucht immer tiefer ein in diese fremde und doch vertraute Welt
    Die Rückkehr nach Kabul, in die Stadt seiner Kindheit, ist schwieriger als gedacht: das Haus der Familie ist verfallen, der Vater ein gebrochener Mann. Mahboob beginnt, um den Wiederaufbau seiner alten Schule zu kämpfen, sucht nach verschwundenen Menschen, die er liebte – und ist gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst. Vor dem Hintergrund der Geschichte Afghanistans von den freien Siebziger Jahren bis zum Wiederaufbau nach dem Abzug der Taliban spannt sich dieser große Familienroman auf der Suche nach einer dritten Identität.



    Die Autoren:
    Die Autorenschaft der Berliner Schriftstellerin Tanja Langer ("Der Tag ist hell, ich schreibe dir“, "Der Maler Munch“, "Das Haus") und des Entwicklungshelfers David Majed aus Kabul, ab 1984 in Deutschland aufgewachsen, erstreckt sich über Tausende von Kilometern hinweg. In ihrem gemeinsamen Roman trifft David Majeds Blick auf das Land von innen und außen auf Tanja Langers emotionale, präzise Sprache, seine tiefe Kenntnis auf ihre Neugier. Weiterlesen unter: www.Der-Himmel-ist-ein-Taschenspieler.blogspot.de

    LangenMüller verlost 20 Exemplare von „Der Himmel ist ein Taschenspieler“. Schreibt dazu einfach in die Kommentare, warum ihr gerne an der Leserunde teilnehmen möchtet. Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich zum 18. Januar 2015. Am 19. Januar werden die Gewinner dann benachrichtigt.
    Viel Spaß beim Mitmachen!

    Zur Leserunde
    Herbig_Verlags avatar
    Liebe LeserInnen!

    Wir verlosen 20 Print-Exemplare der zutiefst berührenden deutsch-afghanischen Familiengeschichte „Der Himmel ist ein Taschenspieler“ der Berliner Autorin Tanja Langer und des afghanischen Entwicklungshelfers David Majed. Beide Autoren werden sich an der Leserunde beteiligen und sich mit euch austauschen.

    Zum Inhalt des Buches:
    Ein altes afghanisches Sprichwort sagt: Der Himmel ist ein Taschenspieler - das Schicksal täuscht uns immer wieder. Das muss auch Mahboob erfahren, als er nach über zwanzig Jahren aus Frankfurt nach Kabul zurückkehrt und dort auf seinen Vater trifft, den er seit der Flucht 1979 nicht mehr gesehen hat. Fragen bedrängen den jungen Mathematiker: Wieso wurde die Familie getrennt? Und was geschah mit seiner Schwester Aziza? Mahboob taucht immer tiefer ein in diese fremde und doch vertraute Welt
    Die Rückkehr nach Kabul, in die Stadt seiner Kindheit, ist schwieriger als gedacht: das Haus der Familie ist verfallen, der Vater ein gebrochener Mann. Mahboob beginnt, um den Wiederaufbau seiner alten Schule zu kämpfen, sucht nach verschwundenen Menschen, die er liebte – und ist gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst. Vor dem Hintergrund der Geschichte Afghanistans von den freien Siebziger Jahren bis zum Wiederaufbau nach dem Abzug der Taliban spannt sich dieser große Familienroman auf der Suche nach einer dritten Identität. Im Jahr 2014, in dem Afghanistan durch die Präsidentschaftswahlen und den Abzug der Bundeswehr wieder im Fokus steht, zeigen uns Tanja Langer und David Majed ein überraschend anderes Afghanistan.


    Die Autoren:
    Die Autorenschaft der Berliner Schriftstellerin Tanja Langer ("Der Tag ist hell, ich schreibe dir“, "Der Maler Munch“, "Das Haus") und des Entwicklungshelfers David Majed aus Kabul, ab 1984 in Deutschland aufgewachsen, erstreckt sich über Tausende von Kilometern hinweg. In ihrem gemeinsamen Roman trifft David Majeds Blick auf das Land von innen und außen auf Tanja Langers emotionale, präzise Sprache, seine tiefe Kenntnis auf ihre Neugier. Weiterlesen unter: www.Der-Himmel-ist-ein-Taschenspieler.blogspot.de

    LangenMüller verlost 20 Exemplare von "Der Himmel ist ein Taschenspieler“. Schreibt dazu einfach in die Kommentare, warum ihr gerne an der Leserunde teilnehmen möchtet. Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich zum 18. Januar 2015. Am 19. Januar werden die Gewinner dann benachrichtigt.

    Viel Spaß beim Mitmachen!


    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks