Der Wolkenatlas

von David Mitchell 
4,2 Sterne bei477 Bewertungen
Der Wolkenatlas
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (385):
Stryke83s avatar

Originell, fesselnd, hintergründig! Toll konstruiert und sprachlich wertvoll! Die Literatur braucht mehr Mitchell, finde ich!

Kritisch (32):
Annejas avatar

Ich kam einfach nicht ins Buch, da mir der Schreibstil zu eigen war

Alle 477 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Wolkenatlas"

Sechs Lebenswege, die sich unmöglich kreuzen können: darunter ein amerikanischer Anwalt, der um 1850 Ozeanien erforscht, ein britischer Komponist, der 1931 vor seinen Gläubigern nach Belgien flieht, und ein koreanischer Klon, der in der Zukunft wegen des Verbrechens angeklagt wird, ein Mensch sein zu wollen. Und dennoch sind diese Geschichten miteinander verwoben. Mitchells originelle Menschheitsgeschichte katapultiert den Leser durch Räume, Zeiten, Genres und Erzählstile und liest sich dabei so leicht und fesselnd wie ein Abenteuerroman.

"David Mitchell nimmt den Leser mit auf eine literarische Achterbahnfahrt. Und man wünscht sich, diese Reise möge nie enden." (A.S. Byatt)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499240362
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:672 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.11.2007
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.01.1001 bei Kuebler Hörbuch (Intergroove) erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    kleine_welles avatar
    kleine_wellevor einem Monat
    Ein Meisterwerk

    Ein amerikanischer Notar der 1850 einen Auftrag am anderen Ende der Welt hat. Ein Komponist, der 1931 vor seinen Gläubigern nach Belgien flieht. Eine Journalisten, die 1975 einen Skandal um einen Atomreaktor aufklären möchte. Ein Verleger, der in der heutigen Zeit in ein Altenheim kommt. Ein Klon, der in einer fernen Zukunft angeklagt wird und ein Ziegenhirt, der in einer noch weit entfernteren Zukunft am Feuer seine Geschichte erzählt.
    Ein Querschnitt durch die Jahrtausende. Aber was ist die Verbindung?

    Das Cover gefällt mir sehr gut. Denn obwohl es recht unruhig wirkt, passt es einfach zur Geschichte.
    Dieses Buch ist etwas ganz besonderes. David Mitchell hat einen tollen Erzählstil und passt seine Erzählweise grandios der jeweiligen Zeit und dem jeweiligen Erzähler an.
    Sei es Adam, der natürlich 1850 noch ganz anders geschrieben hat als der Verleger erzählen würde. Oder auch Zachry, der alles in einer sehr einfachen Sprache erzählt.
    Alles klingt wirklich, als würde jemand anders die Geschichte erzählen. Ich habe es geliebt, die Verbindungen dieser Geschichten zu entdecken. Und sehr oft tat sich immer noch eine neue Verbindung zur Vorgängergeschichte auf. Diese leichten Verwebungen hat David Mitchell ganz wunderbar hinbekommen.
    Allerdings war es auch nicht immer leicht, diese unterschiedlichen Erzählweisen zu lesen und zu verstehen. Besonders Zachry hat mir beim Lesen etwas Schwierigkeiten bereitet, weil dieser Text so geschrieben ist, wie er spricht.
    Dazu kommt, dass David Mitchell sehr plastisch erzählen kann, sodass diese unterschiedlichen Welten vor meinem geistigen Auge ganz einfach entstehen konnten.
    In der ersten Runde, endet jede Geschichte erstmal unvollendet und die nächste offenbart ein klein wenig von der vorangegangenen. Und dann rollt der Autor alles nochmal von hinten auf und man erfährt alles und kann sich dieses komplexe Bild zusammensetzen.
    Die Charaktere sind wie die Geschichten, mal nett und mal weniger nett. Aber meistens handeln sie nicht Ichbezogen, sondern freigebig.
    Obwohl das Thema dem der Roman zugrunde liegt nicht sehr hoffnungsvoll ist, denn es geht viel um Macht und wie die Menschen mit dieser umgehen bzw. sie einsetzen und wie sie diese verdirbt. Nicht unbedingt die Protagonisten, sondern eher die anderen Personen, aber sie ist ein großer Bestandteil der Erzählungen.
    Am meisten hat mich Somni, der Klon, beeindruckt. Ihre Geschichte ist ein Protokoll, das nach ihrer Gefangennahme für die Archive aufgenommen wurde.
    Sie zeigt, was ein Mensch leisten kann um einmal Freiheit erleben zu können. Eine wirklich beeindruckende Persönlichkeit, die aus diesem tollen Buch noch heraussticht.
    Einziges Manko fand ich, dass mir leider so gar nicht klar geworden ist, wie der Wolkenatlas, ein Musikstück, in dieser Geschichten passt. Klar wird er erwähnt, aber warum er so wichtig ist, das er sogar titelgebend ist, wurde nicht ersichtlich.

    Mein Fazit: Ein Meisterwerk der Erzählkunst. David Mitchell hat mit Der Wolkenatlas einen großartigen Roman geschaffen, der einen quer durch die Jahrtausende rasen lässt. Mit viel Liebe zum Detail und zu den verschiedenen Zeiten, erlebt man jede Geschichte anders. Und auch wenn man vielleicht denkt, man könnte sie einzeln lesen, ergibt sich erst mit allen Teilen ein Gesamtbild. Wirklich empfehlenswert! 

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    Annejas avatar
    Annejavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ich kam einfach nicht ins Buch, da mir der Schreibstil zu eigen war
    Leider nicht mein Buch

    Dieses Buch stand schon lange auf der Liste der Bücher, die ich unbedingt einmal lesen wollte. Der Film zum Buch war mir zwar zu verwirrend, schmälerte aber nicht das Interesse am Buch selbst. Deswegen begann ich mit Freude zu lesen und musste nach 100 Seiten feststellen, das ich einfach nicht in die Geschichte fand. Ich versuchte sogar spätere Kapitel zu lesen, da diese vielleicht vom Schreibstil her, angenehmer wären, wurde da aber leider enttäuscht. 

    An sich kann ich kaum etwas zum Buch sagen, da ich trotz 100 gelesener Seiten keinerlei Bezug zum ihm fand. Dies bezieht sich auch auf Orte, Personen usw. von denen mir einfach kein Name im Kopf bleiben wollte. 

    Die Schreibweise war für mich einfach zu umständlich und verkomplizierte gerne einfache Dinge. So kam es auch, das ich sehr langsam voran kam. Teilweise musste ich ganze Abschnitte nochmals lesen, damit ich ihren Sinn verstand. 
    Hier fand ich es schade, das trotz unterschiedlicher Jahreszahlen, die Jahrzehnte aus einander lagen, die Sprache nie wuchs und sich selbst die angelesenen Kapitel in der Zukunft, alt anfühlten. 

    Fazit

    Noch immer breche ich Bücher ungerne ab. Bei diesem fiel es mir ebenfalls nicht leicht, aber ich merkte einfach das es nicht passen wollte. Für mich war das größte Problem wohl der Schreibstil, da er mir einfach zu kompliziert war und mich dadurch nicht an die Geschichte heran ließ. Schade.

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    Kipfal87s avatar
    Kipfal87vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Beeindruckende Aneinanderreihung von faszinierenden Geschichten
    Schreibkunst auf hohem Niveau

    Im Wolkenatlas geht es nicht um einen Protagonisten oder Helden, sondern um viele verschiedene Charaktere. In abwechselndem Tempo taucht man in die unterschiedlichen Welten ein und erlebt viele verschiedene Abenteuer, die komplett unterschiedlich und dennoch miteinander verbunden sind. Auf Seefahrt mit einem Notar, im Musikzimmer mit einem Künstler, in ferner Zukunft mit Klonen, mit einem Buchverleger auf der Flucht oder auf der Jagd nach der Wahrheit mit einer Journalistin. Nicht nur die Geschichten gleichen sich kein bisschen, sondern auch der Schreibstil.

    Jedem Abschnitt ist eine ganz eigene Erzählart und Schreibweise zugeordnet. Anfangs ist das verwirrend oder irritierend, doch wenn man mal drin ist, kann man diese Kunst des Schreibens nur bewundern! Man muss aufpassen keine Details zu verpassen, um am Ende die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und obwohl ich um die storyline wusste, bin ich mir sicher dass hinter den vielen Zeilen noch ganz andere versteckte Hinweise und Gemeinsamkeiten gibt.

    Kein einfaches Werk und nichts für Zwischendurch und dennoch bin ich froh, solch ein Werk gelesen zu haben.

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    Pialalamas avatar
    Pialalamavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein außergewöhnliches Buch mit außergewöhnlichem Charakter!
    Außergewöhnlich!

    „Sextett für einander überschneidende Solostimmen […].Klavier, Klarinette, Cello, Flöte, Oboe, Violine, jedes Instrument mit einer ganz eigenen Sprache aus Tonart. Melodik und Klangfarbe. Im 1. Satz wird jedes Solo von nachfolgenden unterbrochen; im 2. Setzen sich die unterbrochenen Soli in umgekehrter Reihenfolge fort.“  – S. 585, Der Wolkenatlas

    Dieses Zitat aus dem Buch, welches eine Beschreibung von R. Frobishers Musikstücks „Wolkenatlas“ ist, beschreibt ziemlich genau den Aufbau und die Besonderheiten dieses außergewöhnlichen Romans. Die verschiedenen Schicksale werden durch verschiedene stilistische Mittel erzählt. So wird zum Beispiel die Geschichte von dem Klon Sonmi-451 durch ein Interview dargestellt, was das ganze zunächst etwas kühl und gefühllos erscheinen lässt. Passend für diese Art der Zukunft. Diese unterschiedlichen Erzählweisen setzten auf der einen Seite deutliche Grenzen für die einzelnen Schicksale, aber gleichzeitig werden auch unterschiedliche und jeweils passende Atmosphären geschaffen, sowie einzelne Charakterbilder hervorgehoben.

    Die ersten 50 Seiten erzählen von dem jungen Seefahrer A. Ewing, welcher in seinem Tagebuch seine Reise über den Pazifik festhält. Es wundert mich leider nicht, dass viele Leser nach diesen Seiten das Buch scheinbar erst mal auf die Seite legen: Die Sprache ist nicht gerade einfach, sowohl in Bezug auf den altertümlichen Wortschatz, als auch auf die teilweise philosophischen Sätze. Auch mir hat dieser Teil von allen am wenigsten gefallen. Ich bin mir jetzt noch nicht so sicher, wie seine Geschichte in das Gesamtbild passen soll. Doch es lohnt sich weiterzulesen: Spannung und auch ein bisschen Ironie erwarten einen in den weiteren Kapiteln. Neben dem Somni-Teil, der mir der liebste war, fand ich auch das Schicksal von Luisa Rey sehr spannend gestaltet, die als Reporterin in den tödlichen Machtkampf eines Energie-Konzerns gerät. Den Teil rund um Zachry und Meronym fand ich zwar nicht Story-technisch nicht schlecht, aber der Schreibstil war hier etwas anstrengend. Dies lag an der Erzählung von Zachry, welcher eine Sprache hat, die ihn sehr bauern- und tölpelhaft wirken lässt. Ich bin kein allzu großer Fan von geschriebenen Dialekten im Text und das ist mir hier wieder deutlich geworden.

    Für die Vielleser unter euch sind übrigens viele kleine Hinweise auf viele andere Autoren und deren Werke verstreut. Der Name Sonmi-451 ist zum Beispiel eine Anspielung auf Bradburys Fahrenheit 451. Solche kleinen Details erfreuen mein Leserherz immer wieder.

    Fazit David Mitchell hat hier einen außergewöhnlichen Roman geschrieben, der bei mir vor allem durch die verschiedenen Schreibstile punkten kann. Auch wenn die ersten 50 Seiten noch nicht ganz so mitreißend sind, lohnt es sich das Buch komplett zu lesen!

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    MaternaKuhns avatar
    MaternaKuhnvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der erste Mitchell, aber nicht der letzte... Dieser Stil macht Lust auf mehr!
    Spannend, phantasievoll, kreativ und literarisch wertvoll - Der Wolkenatlas

    Wie oft haben Sie das beim Lesen eines Buches erlebt, dass Sie das Gefühl hatten, dieses Buch ist eigentlich viel zu schade, um es „nur“ zu lesen. Man möchte innehalten, die Worte, den Satz, die Formulierung, den Gedanken einfach nur wirken lassen. Anschauen, wie ein wunderschönes Bild. Aber da ist ja noch diese spannende Handlung, die einen nicht verweilen lässt, weiter in ihren Bann zieht. 
    Genauso geht es einem bei David Mitchell’s „Der Wolkenatlas“.Hat man noch nie ein Buch dieses britischen Autors gelesen, tut man sich anfangs vielleicht schwer mit diesem ungewohnten Aufbau von fünf Geschichten, die vom Autor in jeweils zwei Hälften aufgeteilt werden. Kaum hat man sich in die erste eingelesen, bricht sie unvermittelt ab, um erst als letzte im Buch wieder aufgenommen zu werden. Genauso passiert es mit der zweiten, der dritten usw., nur die mittlere Geschichte ist eine Einheit und gleichzeitig Wendepunkt. Eine literarische Matrjoschka vom Feinsten.Jede Geschichte repräsentiert ein Zeitalter menschlicher Historie: ein amerikanischer Notar, der 1850 auf einem Handelssegelschiff durch die Südsee reist. Ein britischer Komponist, der sich 1932 in Belgien anstellen lässt und seinem alten und kranken musikalischen Dienstherrn zu neuen Höhepunkten verhilft (ganz nebenbei auch dessen Ehefrau). Eine junge amerikanische Journalistin, die in den 70er Jahren einen Skandal in der Atomindustrie aufdeckt. In der Gegenwart spielt die Episode eines Verlegers, der gegen seinen Willen in einem Seniorenstift eingesperrt wird und seine Flucht organisiert. Science Fiction pur spiegelt die Story um eine Klon-Arbeiterin wider, die menschliches Denken und Gefühle entwickelt. Zu guter Letzt die Erzählung über die Überreste menschlicher Zivilisation auf einer hawaiianischen Insel, wo nur noch das Gesetz des Stärkeren dominiert.Sind diese sechs Spannungsbögen schon herausragend, so ist es der Schreibstil noch um so mehr. Da blitzen das Können des Autors und sein Studium der Komparatistik in jedem Abschnitt auf. Jeder Ära hat er seine Art des Schreibens angepasst - vom hochfeinen Britisch (da schreibt sich z. B. im 19. Jahrhundert „tun“ natürlich „thun“) über die schnoddrigen Formulierungen der Siebziger bis hin zu dem rohen ungeschliffenen Vokabular eines rustikal-rudimentären Inselvolkes, das zu wenig „Clever“ hat. Auch der Erzählstil variiert: mal Tagebuch, mal Briefe, mal Kriminalstory, mal Interview.Der Roman nimmt einen mit auf Reisen der eigenen Phantasie und lässt einen ganz nebenbei in viele fremde Länder und Kulturen eintauchen: Neuseeland, Chatham-Inseln, die belgische Provinz unweit von Brügge, Maui/Hawaii, Raiatea (eine der Gesellschaftsinseln), San Francisco, Swannekke Island/Kalifornien, das schottische Hochland, Korea und nochmals Hawaii mit Honolulu.Ganz besonders gelungen - diese bewusst eingestreuten, aber subtil versteckten gesellschaftskritischen Themen: die Ausrottung der Eingeborenen in Neuseeland und auf den Chatham-Inseln durch den Kolonialismus, die Verknüpfung von Politik, Industrie und männlichem Machtstreben, die Abschiebung alter Menschen in Pflege-Haftanstalten, die perfektionierte Werbe-Maschinerie, die sogar den Mond als Werbefläche benutzt und vieles, vieles mehr.Und natürlich das durchgehende Thema - die Veränderung der menschlichen Gesellschaft von Jahrhundert zu Jahrhundert. Eine Gesellschaft, die blind vor lauter Fortschritts- und Technologie-Glauben dem eigenen Untergang entgegenstrebt und schliesslich dort landet, wo sie einmal angefangen hat. Bei wilden Kreaturen, die alle Gesetze des intellektuellen Humanismus verloren haben - back to the roots statt immer weiter.David Mitchel ist ein Autor mit einer unglaublichen Wahrnehmung und mit einer Fähigkeit, Beobachtungen in Worte und Geschichten zu fassen, die einen selbst sprachlos macht. Ein virtuoser Künstler der Sprache, wobei ein großes Lob auch dem deutschen Übersetzer Volker Oldenburg gebührt. 
    David Mitchell hat ein Meisterwerk der Weltliteratur geschaffen, so auch das Urteil renommierter Kritiker. 
    Und das Schöne daran: man muss sich nicht durch dieses Buch hindurch quälen wie durch James Joyce’s Ulysses, um literarische Bildungslücken zu schliessen, sondern es liest sich leicht, wie ein Sommer-Roman am Strand.

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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Buch besteht über 6 Geschichten, die miteinander verbunden sind. Leider war die Auflösung für mich zu langatmig. Abbruch
    Ein Geschichte, die sich zieht

    Es werden sechs verschiedenen Lebensgeschichten beleuchtet, die in unterschiedlichen Zeiten spielen. Eine Geschichte findet in der Pazifik 19. Jahrhundert statt; die andere in Belgien 1930 herum; die andere 1970 in Amerika u.s.w. Die Geschichten leben von der Sprache (Jede Geschichte hat eine eigene Sprache) und sie sind verwoben ineinander. Was es für mich sehr schwer gemacht hatte, war, dass die Geschichten meistens kurz vor dem Showdown aufgehört haben. Dann fing eine neue Geschichte mit neuen Charakteren und einer neuen Sprache an. Dies wiederholte sich bis ca. Seite 380. Leider hatte ich nicht das Durchhaltevermögen die ganzen Geschichten zu lesen und der Autor hat es mir nicht leichtgemacht mich an der Stange zu halten.
    Da ich den Film zuerst gesehen hatte hoffte ich auf eine baldige Auflösung. Doch nach ca. 350 Seiten 5! Anfänge und Abbrüche konnte ich leider mich nicht zur 6. Geschichte aufraffen und habe es abgebrochen.
    Irgendwann wenn ich mich mehr auf das Buch einlassen kann werde ich es nochmal versuchen!

    Die Erzählweise ist sehr gehoben. Als Leser merkt man, dass der Autor was von seinem Handwerk versteht!

    Kommentare: 15
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    Semjon22s avatar
    Semjon22vor 2 Jahren
    Sprachliches Kunstwerk

    Der Aufbau des Buchs in verschiedene Handlungsstränge, die nacheinander erzählt werden, aber jeweils nur bis zur Hälfte, um dann in der Mitte des Buchs in absteigender Form wieder zum Ende zu führen, fand spannend. Die größte schriftstellerische Leistung bestand aber darin, die jeweils richtige Sprache für die entsprechende Epoche zu finden. Von antiquiert über gewählt, schön, flüssig, umgangssprachlich bis futuristisch ist da alles dabei. Manche Handlungsstränge gefallen da einem besser als andere. Ich liebte zum Beispiel die zweite Geschichte des verarmten Pianisten in Belgien, dessen Erlebnisse in Briefform erzählt wurden und tat mir dagegen mit den letzten Geschichten um den koreanischen Klon sowie der postapokalyptischen Schilderung eines Hirtenjungen auf Hawaii am Schwersten. Daher gibt es auch einen Stern Abzug, denn die Phase, bis die Erzählweise wieder meinem Geschmack entsprach, dauerte mir zu lange. Anfang und Ende gehörten dagegen zum Besten, was ich je gelesen habe. Der dünne rote Faden, der alle Geschichten zusammenhält, ist geschickt gelegt worden. Insgesamt ein tolles Buch und ein faszinierende sprachliche Leistung des Autors. Unbedingt lesenswert.

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    literats avatar
    literatvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Der Anfang ist echt schwierig.
    Schwieriger Anfang

    Das Buch ist grundsätzlich toll. Der Autor beherrschte eine hohe Kunst, das ist ganz klar zu lesen. Er verwebt mehrere GEschichten, die in unterschiedlichen ZEitepochen spielen und natürlich unterschiedliche Erzählstile zu einem großen Ganzen. Es beginnt mit der Geschichte eines jungen amerikanischen Notars, der in Klienenangelegenheiten im 18.. Jahrhundert mit dem Segelschiff erst nach Australien und dann bis nach Honolulu reist. Mitten drin in der Erzählung, die echt spannend ist, reißt die Geschichte ab und im nächsten Kapitel beginnt eine neue Geschichte, undzwar die des jungen Komponisten Thomas Frobisher, der aus Geldnot England Hals über Kopf verlässt und bei einem berühmten Komponisten in Belgien als Assistenz anheuert, undzwar sind wir jetzt zeitlich Anfang des 20. Jahrhunderts. Am Rande bekommt man dann mit, daß er ein Teil des Buchs zur Erzählung vorher hier findet und versilbert. Auch hier endet die Erzählung abrupt und eine Neue beginnt. Und so zieht sich das durch. Ich will da jetzt auch nicht zu viel verraten, bzw. wenn ich hier noch Genauer darauf eingehen, dann wird das eine 5-Seiten-Rezension. Weil das Buch eben so "gehaltvoll" ist.

    Das Buch vereint für mich irgendwie mehrere Geschichten in Einem. Mir ist das zuviel. Ich hätte lieber eine Geschichte detaillierter und gedanklich aufbereitet, als die vielen GEschichten nebeneinander, wobei man ja am Anfang gar nicht durchsteigt, was hier eigentlich der rote Faden ist, was die Geschichten gemeinsam haben. Ist ja eigentlich eine gute Idee, grundsätzlich aber für mich sind das mehrere Kurzgeschichten, die dann in einen größeren Zusammenhang gebracht wurden, um sie miteinander zu verweben und zu einem Buch zu machen. Mich hat das gedanklich teilweise überfordert. Es ist als würdest Du mindestens 5 Bücher lesen.

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    Book_Bugvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein literarisches Meisterwerk, das von Anfang bis Ende eine geniale Komposition ist.
    Die Welt kondensiert in einem Buch

    So lose, wie diese Geschichten auf den ersten Blick zusammen gewürfelt wirken, so eng sind sie tatsächlich miteinander verbunden. Ich bin mir fast sicher, nicht jede Genialität des Buches begriffen zu haben, denn es ist hochkomplex. Alles scheint zusammenzuhängen, Personen, Handlungen, Ansichten, Zeiten, Kulturen und Entwicklungen. Jeder der einzeln erzählten Geschichten hat auf ihre Weise ihren Reiz, besonders gefallen hat mir die der Duplikantin Sonmi. Herausragend fand ich die Sprache, die Mitchell in jeder Episode variiert und den Personen und Zeiten anpasst. Seiner Kreativität waren keine Grenzen gesetzt - egal ob förmlich im 19. Jahrhundert oder mit futuristischen Slangs in der Zukunft - und so erscheinen die Figuren lebendig und ganz nah. Ein Buch, das durchaus Konzentration beim Lesen fordert, bei dem sich das Durchhalten aber definitiv lohnt!

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    Insider2199s avatar
    Insider2199vor 3 Jahren
    „Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?“

    "Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?"

    Dieses Werk ist der dritte Roman des in Irland lebenden Autors, das auf der Shortlist für einen Booker Prize stand und von dem deutschen Regisseur Tom Tykwer sowie den Wachowski-Geschwistern 2012 verfilmt wurde.

    Zum Inhalt: Der Roman besteht aus sechs verschiedenen, ineinander verschachtelten Handlungssträngen, vergleichbar dem Prinzip der russischen „Matrjoschka-Puppen“, um auszudrücken, dass der Anfang bereits im Ende enthalten ist. Dabei unterscheiden sich die Geschichten sowohl in ihrer Erzählform als auch in ihrer Sprache:

    „Das Pazifik-Tagebuch des Adam Ewing (1849)“, eine Abenteuergeschichte im Stile Karl Mays, erzählt in Form von Tagebuch-Einträgen, handelt von dem Notar Adam Ewing, der aus Neuseeland mit dem Schoner „Prophetess“ nach Hawaii reist und sich mit einem Moriori-Sklaven anfreundet.

    „Briefe aus Zedelghem (1936)“, ein Künstlerroman in Form von Briefen, erzählt vom Komponisten Robert Frobisher, der seinem homosexuellen Freund Rufus Sixsmith berichtet, wie er sein "Wolkenatlas-Sextett". komponiert.

    „Halbwertszeiten: Luisa Reys erster Fall (1973)“, ein Wirtschaftsthriller, in dem der gealterte Atomphysiker Rufus Sixsmith auf die Journalistin Luisa Rey trifft, die mit Hilfe seiner Unterlagen gegen einen skrupellosen Konzern kämpft.

    „Das grausige Martyrium des Timothy Cavendish (2012)“, die Persiflage eines Schundromans (der später verfilmt wird) schildert aus Sicht des englischen Verlegers Timothy Cavendish seine Flucht vor den kriminellen Verwandten eines Autors und seine Gefangennahme in einem Altersheim. Selbstironie lässt Mitchell in einer Bemerkung Cavendishs aufblitzen: "Als erfahrener Lektor lehne ich Rückblenden, vorausgreifende Andeutungen und raffinierte Kunstgriffe ab, sie gehören wie Examensarbeiten über Postmoderne und Chaostheorie in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts.“

    „Sonmis Oratio (2144)“, eine Science-Fiction-Story in Form eines Interviews handelt von dem Klon („Duplikant“) Sonmi-451, der sich in dem futuristischen Korea aus der Unterdrückung befreit und zu einer Rebellion aufruft.

    „Sloosha's Crossin' (2321)“, eine postapokalyptische Science-Fiction-Story, in Form einer Lagerfeuererzählung des Ziegenhirten Zachary Bailey, der von seinen Erlebnissen mit den „Prescient“ berichtet.

    Meine Meinung: Nun, zunächst fällt die außergewöhnliche Sprache – „Zuweilen flitzt das flauschige Kaninchen Fassungslosigkeit so rasant um die Kurve, dass der Windhund Sprache perplex in der Startbox sitzen bleibt.“ – und die Form des Romans positiv auf, die ich als kreativ und innovativ empfand (die aber tw. auch ihre Schwächen haben, weil sie das Verständnis erschweren!):

    Frobishers revolutionäres „Wolkenatlas-Sextett“ nimmt die Form des Romans bereits vorweg, er beschreibt es so: „'Sextett für einander überschneidende Solostimmen'. Klavier, Klarinette, Cello, Flöte, Oboe, Violine, jedes Instrument mit einer ganz eigenen Sprache aus Tonart, Melodik und Klangfarbe. Im 1. Satz wird jedes Solo vom nachfolgenden unterbrochen, im 2. setzen sich die unterbrochenen Soli in umgekehrter Reihenfolge fort."

    Die elf Kapitel sind streng symmetrisch angeordnet, wie in einem Palindrom, d.h. zuerst werden die Storys chronologisch bis zur Hälfte geschildert, wobei die sechste und letzte Geschichte bis zum Schluss erzählt wird. Danach werden die fünf übrigen Stränge in umgekehrter Reihenfolge zu Ende geführt.

    Darüber hinaus sind die Handlungen verknüpft: der englische Musiker Robert Frobisher liest das Tagebuch des amerikanischen Notars Adam Ewings über dessen Schiffsreise. Seine Briefe an Rufus Sixsmith geraten in den Besitz der amerikanischen Journalistin Luisa Rey. Der amerikanische Autor, der über Luisa Reys Kampf gegen einen skrupellosen Konzern schreibt, schickt sein Manuskript dem englischen Verleger Timothy Cavendish. Über den wird ein Film gedreht, den die Duplikantin Sonmi 150 Jahre später auf Korea zu sehen bekommt. Die Aufzeichnung von Sonmis Lebensbricht wiederum taucht in der letzten, auf einem postapokalyptischen Hawaii spielenden Geschichte auf. Und der Kreis schließt sich wieder, denn Adam Ewings Reise endet auch in Hawaii.

    Alle sechs Protagonisten tragen ein Muttermal in der Form eines Kometen, und wenn beispielsweise Luisa Rey erstmals ein paar Takte aus dem von Robert Frobisher komponierten "Wolkenatlas-Sextett“ hört, kommt es ihr bekannt vor. Dies ist eins von vielen Hinweisen auf das Kernthema „Reinkarnation“ mit den Kernfragen wie „Ist unser Leben durch die Taten und Entscheidungen der Menschen vor uns vorherbestimmt?“ oder „Legen wir bereits heute unbewusst das Leben der nachfolgenden Generationen fest?“ – das Thema kommt allerdings im Film noch deutlicher heraus:

    „Unser Leben gehören nicht uns. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden, in Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.“

    „Erst wenn du deinen letzten Atemzug getan hast, wirst du begreifen, dass dein Leben nicht mehr gewesen ist als ein Tropfen in einem grenzenlosen Ozean!“ –  „Was aber ist ein Ozean anderes als eine Vielzahl von Tropfen?“

    Jede der sechs Hauptfiguren gerät in Abhängigkeit von anderen Menschen oder sogar in Gefangenschaft. Daher ist auch „Freiheit“ ein übergeordnetes Kernthema des Romans: „Freiheit, das einfältige Mantra unserer Zivilisation. Aber nur die, denen sie genommen wurde, haben eine Ahnung, was sie bedeutet.“ (Filmzitat)

    Auf was man als Leser im Buch vergeblich wartet ist: Spannung und „die Moral von der Geschicht“. Nachdem ich mich durch fast 700 Seiten teilweise „durchgequält“ habe (ich kann es leider nicht positiver ausdrücken), fragte ich mich wie vielleicht viele Leser, was der Autor mit seinem Werk ausdrücken möchte (der Film hilft einem hier auf die Sprünge!). Man kann es nur erahnen, aber letztlich lässt es einen sehr enttäuscht zurück. Wenn ich den Film nicht bereits im Vorfeld gesehen hätte, wäre dies wohl ein Roman gewesen, den ich höchstwahrscheinlich abgebrochen hätte. Warum ich dennoch 3 Sterne vergebe? Sprache, Form und Kernaussage!

    Fazit: Sprache, Form und Kernaussage haben mir SEHR gefallen – dafür vergebe ich auch gerne 3 Sterne – aber was ich eindeutig beanstande ist die fehlende Dramaturgie bzw. Spannung (minus 1 Stern) und das mangelnde Herausarbeiten eines interessanten Themas (minus 1 Stern). Letzteres wird im Film eindeutig besser gelöst (hier wird zum Glück auch das unnötige Handlungsbeiwerk des Buches eliminiert!) – dies also ein seltenes Beispiel dafür, dass manchmal ein Film in seiner Umsetzung besser (in diesem Falle um Klassen besser!) als seine Vorlage sein kann. Daher kann ich in diesem Falle NUR den Film weiterempfehlen, der mich zum Lesen des Buchs animiert hatte, der Roman allerdings enttäuschte!

    Zusatz (Mai 2016):
    Kommt selten vor, aber im Rückblick - und nach Lesen eines weiteren Romans des Autors (Rezi siehe Link unten) - revidiere ich mein Urteil und hebe die Bewertung auf 3,5 Sterne an, weil das Buch auch im Vergleich zu anderen Romanen, die von mir 3 Sterne erhielten, besser ist - außerdem hat der originelle Plot durchaus einen 1/2 Stern verdient.

    Hier geht es zu "Die Knochenuhren".

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Prinzessins avatar
    Hallo ihr Lieben :)
    Ja, ich weis ich bin früh dran, aber ich hatte gerade Lust dazu und dann ist es wenigstens schon mal gemacht. Leider weis ich nicht wer welches Exemplar hat. Deshalb habe ich die Abschnitte nicht nur mit Seitenzahlen versehen sonder auch mit Namen. Leider besitzt dieses Buch keine Kapitel, was echt ein bisschen stressig gerade war. Ich bin jetzt nach dem Rowolth-Taschenbuch vorgegangen. Schaut euch das Buch mal genau an und sagt mir bescheid, ob ihr mit dieser Einteilung zurecht kommt. Ich sage euch, die Schrift ist winzig und das Buch hat viele viele Seiten. Deshalb sind es auch 8 Abschnitte geworden ich hoffe es sind euch nicht zu viel oder zu wenige?!

    Ich wünsche liebste Grüße aus Bayern
    Eure Jana alias Prinzessin
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    Red-Sydneys avatar
    Hallo,

    ich verlose zuerzeit auf meinem Blog drei verschiedene Bücher in einem Paket: Erebos von Ursula Poznanski, Der Wolkenatlas von David Mitchell und Dark Village 01: Das Böse vergisst nie von Kjetil Johnsen (jeweils 1 Buch). Bis zum 27.10.2013 könnt ihr mitmachen und die drei Bücher im Paket gewinnen. Wer also die Bücher gerne kennenlernen will oder schon lange auf seinem Wunschzettel stehen hat, der hat nun die Gelegenheit dazu! Besucht dazu einfach die Gewinnspielseite auf meinem Blog: http://worldwidebookz.blogspot.de/2013/10/blog-gewinnspiel-teil-3.html Dort findet ihr dann Näheres zu dem Gewinnspiel und den Teilnahmebedingungen!
    Ich wünsche euch auf alle Fälle schon mal viel Glück!

    Lg
    Red-Sydney
    Sterny88s avatar
    Letzter Beitrag von  Sterny88vor 5 Jahren
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    Mitchell kartographiert Seelen und schreibt Weltliteratur.

    David Mitchell nimmt den Leser mit auf eine literarische Achterbahnfahrt. Und man wünscht sich, diese Reise möge nie enden.

    Einer der wichtigsten jungen britischen Autoren.

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