New Earth Project hat sich sehr schnell und flüssig gelesen. David Moitet erzählt dynamisch und hält sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf, wodurch die Geschichte ein ziemlich hohes Tempo entwickelt. Gerade für ein Buch für zwischendurch hat mir das gut gefallen. Besonders mochte ich, dass die Geschichte am Ende tatsächlich eine gewisse Gerechtigkeit zulässt. Gerade bei dystopischer Science-Fiction rechne ich inzwischen beinahe automatisch damit, dass es zu 80% kein gutes Ende nimmt. Umso angenehmer fand ich es, dass Moitet einen anderen Weg wählt. Vor allem Orion hat sich für mich im Laufe der Handlung zu einem sympathischen Protagonisten entwickelt. Obwohl er aus einer extrem privilegierten Familie stammt und der Sohn des Mannes hinter dem New Earth Project ist, übernimmt er die Ansichten und Handlungen seines Vaters nicht einfach. Stattdessen beginnt er, seine eigene Lebensrealität und insbesondere seinen Vater kritisch zu hinterfragen. Auch die Freundschaft zwischen ihm und Isis funktioniert für mich deshalb gut, da durch die beiden sehr unterschiedliche Lebenswelten aufeinandertreffen. Allerdings merkt man dem Roman durchaus an, für welche Altersgruppe er geschrieben wurde. Das Buch richtet sich vor allem an ein jugendliches Publikum, was für mich insbesondere bei der Auflösung am Ende spürbar war. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich sie vollkommen in Ordnung. Bei einem Erwachsenenroman wäre sie mir vermutlich etwas zu schnell gekommen. Einige Konflikte hätten dann gerne noch mehr Raum bekommen dürfen. Insgesamt hat es mir aber durchaus gefallen. Es ist keine besonders komplexe Dystopie, möchte das meiner Meinung nach aber auch gar nicht sein. Stattdessen bekommt man eine zugängliche, temporeiche Science-Fiction-Geschichte mit sympathischen Figuren und gesellschaftskritischen Ansätzen, die sich angenehm schnell lesen lässt. Kann man definitiv mal lesen. Da David Moitet ursprünglich auch Kriminalromane für Erwachsene geschrieben hat, würde ich mir durchaus noch weitere Werke von ihm ansehen, gerade seine Erwachsenenliteratur würde mich dann interessieren. Sein dynamischer Erzählstil hat mir nämlich definitiv gefallen.
Eckdaten zum Buch:
Titel: New Earth Project – Tödliche Hoffnung
Autor: David Moitet
Verlag: Karibu
Erscheinungsjahr: 2020
Seitenzahl: 305
Genre: Sci-Fi, Romance,
Sprache: Deutsch
Meine Bewertung: 4/5 Sterne
Zitate:
„Armut ist ein schleichendes Gift, das die Blumen am Erblühen hindert. Ihr Schatten legt sich auf die Hoffnung der Menschen und nimmt ihnen den Glauben an eine bessere Zukunft. Armut ist ein Vorort des Todes.“ S. 76
„Alles ist schwierig aber nichts ist unmöglich.“ S. 84







