David Nicholls Keine weiteren Fragen

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Inhaltsangabe zu „Keine weiteren Fragen“ von David Nicholls

Wir schreiben das Jahr 1985. Der aknegeplagte, tanzunerfahrene aber in allen Lebensbereichen lerneifrige Brian Jackson beginnt sein Studium mit glühendem Ehrgeiz: Endlich will er zu klassischen Konzerten gehen können und wissen, wann man klatscht, will wichtige Dinge sagen, exotische Speisen essen, die kaum essbar klingen, möchte mit schönen, einschüchternden Frauen schlafen, am liebsten bei Tag. Sein Hauptziel aber ist es, an Englands anspruchsvollstem Fernsehquiz teilzunehmen. Doch kaum in der Uni angekommen, verliebt er sich genauso stürmisch wie hoffnungslos in seine Teamkollegin Alice, die wie eine blonde Kate Bush aussieht und eigentlich Klassen über ihm steht. Obwohl Brian sich intensiv bemüht als komplexe, mysteriöse Persönlichkeit aufzutreten, reagiert Alice nicht wie gewünscht auf seine Verführungskünste. Deshalb überlegt er sich einen todsicheren Plan, um ein für alle Mal ihr Herz zu erobern. Er will das Quiz um jeden Preis gewinnen, denn jedermann weiß ja, was Frauen von Männern wirklich wollen: ein umfassendes Allgemeinwissen ... Bei der Durchführung seines Plans stolpert Brian von einem Fauxpas zum nächsten, kommentiert das alles mit unschlagbarer Selbstironie und verkörpert exemplarisch die Absurdität und Verletzlichkeit einer Zeit im Leben, in der fehlerhafte Selbsteinschätzung, tiefe Gefühle, zu viel Bier und zu wenig Geld in einer Mischung zusammentreffen, die notgedrungen auf Herzschmerz und Chaos hinauslaufen muss.

Lebt von den endlosen Irrungen und Wirrungen seines Hauptcharakters - Brian Jackson - irgendwo zwischen Genie und Witzfigur.

— CorinnaSmiles

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    Keine weiteren Fragen

    Callso

    12. June 2013 um 14:58

    David Nicholls ist toll. Das hat er - meiner Meinung nach - spätestens mit diesem Roman bewiesen. Dieses Buch hat tatsächlich die selbe Klasse und die ähnlich hohe Qualität, den ähnlichen Unterhaltungswert wie "Zwei an einem Tag". Der Stil von Nicholls ist so wundervoll unterhaltsam, so leicht und beschwingt. Und immer ist ein angenehmer kleiner Hauch von Zynismus und Sarkasmus mit dabei. Super! Einfach unaufgeregt, angenehm komisch mit einem hauch von Melancholie und Dramatik. Kurz: Nicholls spielt dabei mit den großen Gefühle kleiner Leute! Bei "Keine weiteren Fragen" geht es um den 19-jährigen Brian, der mit dem Studium Englische Literatur beginnt. Es geht um das Erwachsenwerden, um erste Liebes-und Beziehungserfahrung, um den Umgang mit Freunden und der Mutter. Zugleich geht es um die Teilnahme am Quiz, weil Brian in vielen Fachfragen sehr gut aufgestellt ist. Das alles ist äußert kurzweilig und allerfeinste Unterhaltung aus dem Königreich England. Die englische Antwort auf Jonathan Tropper scheint David Nicholls zu sein. Ein lustiges und listiges Buch - volle Punktzahl!

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    KaroPalumbus

    09. January 2013 um 13:16

    Nachdem ich David Nicholls wundervolles "Zwei an einem Tag" voller Begeisterung verschlungen habe, wollte ich mehr davon. Deshalb kaufte ich mir voller Vorfreude den Erstlingsroman "Keine weiteren Fragen". Kurz zur Handlung: Es geht um den Studentenneuling Brian und seine oft zu hochgestochenen Wunschvorstellungen und Erwartungen an seinen neuen Lebensabschnitt. Vorallem in Liebesangelegenheiten enden die Dinge allerdings immer in kleinen Katastrophen. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen und trotzdem mit Witz, Charme und Intelligenz gespickt. Die Handlung an sich fand ich zeitweise unspektakulär, obwohl sie ihre witzigen, anrührenden und nachdenklichen Momente hat. Mein Hauptproblem: Ich konnte mich nie richtig in den Protagonisten einfühlen. Brian wirkt unsympathisch und merkwürdig. In seiner Aussenseiterrolle wirkt er nicht interessant oder gar geheimnisvoll. Im Gegenteil: Beinahe alle seiner Handlungen treiben einem die Schamesröte ins Gesicht und führen zu verständisloser Fassungslosigkeit. Voller Fremdscham fragt man sich eigentlich nur: "Warum zum Teufel tut oder sagt er das jetzt?!" Und leider zieht sich dieser Nervfaktor kontinuierlich bis zum Ende des Buches durch. Fazit: Gut geschriebenes Buch zur oberflächlichen Unterhaltung, leider ohne Tiefgang (vorallem die Hauptfigur betreffend)

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Buecherwuermchen88

    18. August 2012 um 23:59

    Er will zu klassischen Konzerten gehen können, will wichtige Dinge sagen, exotische Speisen essen, mit schönen Frauen schlafen, am besten bei Tag. Doch die Mannwerdung gestaltet sich für Brian Jackson mühsamer als erhofft. Zielsicher tritt der junge Student von einem Fettnäpfchen ins nächste, immer auf der Suche nach einem besseren Leben. Da mir das erste Buch das ich von David Nicholls gelesen habe, sehr gut gefallen hat, dachte ich mir, probierste es mit einem weiteren Roman von Nicholls. Leider hat mir dieser hier nicht so gut gefallen. Klar, es geht wie auf der Coverrückseite beschrieben um die üblichen Probleme eines 18jährigen Jungen an der Uni. Wobei ich es schon etwas langgezogen und vor allen Dingen ziemlich überzogen fand. Es kann nicht wirklich sein, dass jemand dauernd von einem Fettnäpfchen ins Nächste tritt und sich dabei noch so blöd anstellt. Was mich auch noch ziemlich genervt hatte, waren diese irritierenden Fragen am Anfang jeden Kapitels ( klar, es ging ja um Brians größter Traum, nämlich die Teilnahme an einer bestimmten Quizshow). Machmal musste ich schon schmunzeln und die Geschichte verlief auch ganz anders als ich dachte, daher auch 3 Sterne.

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Nessie1980

    17. April 2012 um 21:54

    Studienanfang, Neuanfang. So stellt sich das Neu-Student Brian Jackson jedenfalls vor und will sich gleich mal komplett neu erfinden. Als Cool und Distanziert möchte er von nun an gelten, will zu klassischen Konzerten gehen, wichtige Dinge sagen und mit schönen Frauen schlafen, doch, man ahnt es, das geht ziemlich nach hinten los. Statt auf dicke Hose zu machen, geht so gut wie alles, was er anpackt, in die Hose, er blamiert sich in einer Tour und lässt kein Fettnäpfchen aus. Manche Leute mögen so etwas lustig finden; ich selbst habe mich von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur fremdgeschämt. Mehrmals musste ich das Buch weglegen, um mich ihm zu einem späteren Zeitpunkt mit einigem Abstand wieder zu widmen. Hinzu kommt, dass ich mit diesem britischen Alfons-Zitterbacke-Verschnitt einfach nicht warm wurde, bis zuletzt blieb mir Jackson unsympathisch. Aus folgenden Gründen vergebe ich dennoch 3 Sterne: 1) Einige Situationen sind doch herrlich abstrus; 2) Das präsentierte Fakten-/Allgemeinwissen nötigte mir Respekt ab (auch wenn der Autor zugibt, dass er es der "Encyclopaedia Britannica" und "University Challenge: The First 40 Years" verdankt); sowie 3) Den Wunsch, sein Leben umzukrempeln und von allen anerkannt und bewundert zu werden, konnte ich nachvollziehen und als Entschuldigung für so manche Peinlichkeit heranziehen. Wenn schon keine Sympathie, so habe ich daher doch mitunter Mitleid mit Jackson gehabt.

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    jujamon

    03. April 2012 um 21:28

    Brian, der Student mit schwerem Leben verlässt seine Stadt und kommt in die große weite Welt der fremden Menschen, Probleme und Vorlesungen. Was sich für mich erstmals spannend, interessant und lustig angehört hat, hat sich leider nicht ganz meinen Erwartungen angepasst. Brians Probleme, um die sich das ganze Buch drehen, erscheinen realistisch und echt, leider fehlt für jedoch der Punkt, bei dem ich sage: Oh man, wie geht es nur weiter! Meiner Meinung nach, ist das Buch sehr absehbar und eine einfache Geschichte, die sich nebenher lesen lässt. Positiv zu bemerken ist jedenfalls der Wortwitz und die Sprache, die einen zwar nicht laut loslachen lässt, aber ab und an doch zum Schmunzeln bringt und Paralellen zu sich selbst suchen lässt. Alles in allem eine nette Lektüre für zwischendurch, jedoch kein muss.

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Thaila

    08. February 2012 um 21:15

    Brian Jackson hat gerade die Schule abgeschlossen und jetzt soll das Leben als Student losgehen. Brian stellt sich darunter erotische Abenteuer mit schönen, klugen Frauen vor, nächtelange Diskussionen über Literatur und Politik, exotische Reisen etc. Aber die Realität sieht ein bißchen anders aus. Brian ist nach wie vor gehemmt und schreckt mit seinem dummen Witzen Frauen eher ab als sie zu verführen. Auch das Studium ist nicht, was er sich vorstellt. Meist sitzt er im Seminar und versteht nicht worum es geht, weil er die ganze Nacht mit seinen ziemlich nerdigen Mitbewohnern gesoffen hat und unter Liebeskummer leidet. Aber dann lernt Brian die glamouröse Alice kennen, die mit ihm Mitglied im Team des University Challenge (ein Quizwettbewerb zwischen den verschiedenen Unis in England). Und auch Alice scheint ihn zu mögen. Keine weiteren Fragen ist ein wunderschöner Entwicklungsroman. Brian ist ein Loser wie er im Buche steht. Er träumt davon charmant, intellektuell und distinguiert zu sein, ist meist jedoch genau das Gegenteil. Das einzige, was ihn rettet, ist sein Humor, der auch diese Geschichte so wunderbar macht. Wie Zwei an einem Tag besticht dieser Roman durch seinen Sinn fürs Detail, für die kleinen Schwächen der Menschen, die feinen Nuancen zwischenmenschlicher Beziehungen. Nicholls betrachtet seine Figuren genau, aber sein Blick ist liebevoll, ohne dass er die Schwierigkeiten des Lebens verharmlost. Es gelingt ihm eine ernste Geschichte so ehrlich, anrührend und komisch zu erzählen wie es nur britische Autoren können!

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Fermina

    17. November 2011 um 15:53

    Wunderbar! Herrlich! Schade das es keine Fortsetzungs dazu gibt. Der Held das Buches sollte weiterberichten was aus seinem Leben geworden ist...

  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Holden

    10. July 2011 um 15:15

    Der 18jährige Brian Jackson verläßt seine Heimatstadt Southend (samt verwitweter Mutter und seinen schrägen Freunden Tone und Spence), um die Uni zu besuchen und elementare Erfahrungen zu machen, wie sich in klassischer Musik auszukennen und etwas von Wein zu verstehen. Dabei stehen ihm seine Akneplage und seine Unsicherheit im Umgang mit Frauen im Weg, wobei letzteres mehrfach Grund zum Fremdschämen bietet. Insgesamt ein ordentlicher durchschnittlicher Roman, der von Frank Goosen empfohlen wird, was eigentlich nie ein gutes Zeichen ist.

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Joshy2

    24. June 2011 um 07:23

    Und plötzlich fühlt man sich zurückversetzt, in eine Zeit, in der man selbst Student war, mit den gleichen Gefühlen, Gedanken, Problemen. Und ja- die Probleme scheinen in diesem Buch die Oberhand zu haben ... auf witzige und ironische Weise präsentiert. EIn junger Literaturstudent taucht ein ins Universitätsleben, konfrontiert mit der Liebe und Unmengen an Alkohol. Die Alkoholexzesse sind manchmal etwas erschreckend, jedoch passen sie ins Bild des schüchternen verpickelten Neulings. Und da ist noch der Traum- einmal bei der Quizshow teilzunehmen. Hintergründig und lustig, keine große Weltliteratur, aber ein Buch, welches man lesen sollte, in Vorbereitung auf die Uni (um Fehler zu vermeiden) oder als Erinnerung an alte Zeiten.

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Ramona1987

    27. December 2010 um 19:16

    Sicherlich wird ein Großteil der Leser auf dieses Buch aufmerksam, weil sein erfolgreicher Roman > durchaus einen sehr positiven Eindruck von David Nicholls Können verleiht. Was mich persönlich von ihm überzeugt hat und mich dazu veranlasste, ein weiteres, nämlich dieses Buch, zu lesen, sind seine wahnsinnig gelungenen Dialoge. Es spielt sich auch in diesem Buch wieder ein wahres Kopfkino ab, sodass man eher der Meinung ist, direkt einen Film mit wahren Charakteren vor Augen zu haben. Ich muss zugeben, dass die Kurzbeschreibung des Buches nicht vielversprechend klingt. Wenn man jedoch bereits von David Nicholls einmal überzeugt wurde, wird auch dieser Roman nicht enttäuschen. Man muss allerdings seinen Stil mögen, denn Bücher gespickt voll Dialogen sind nicht jedermanns Sache - ich jedoch liebe diese Art von Büchern. So kommt es auch, dass ich David Nicholls mit diesem Buch inzwischen als einen meiner Lieblingsautoren einstufe. Auch erstmal unabhängig davon, ob mich der Inhalt anspricht. Denn die eher wenig aussagenden Andeutungen des Inhalts auf dem Buchcover lassen noch lange nichts über den wahren und Inhalt aussagen - nämlich die sehr realen und super gezeichneten Charaktere, die seine Bücher ausmachen. Man vermutet anfangs ein etwas klischeehaftes Denken des Autors, insbesondere was das Leben von Studenten angeht, dennoch wird man im Verlauf eines besseren Verlauf, nämlich während seine Figuren lebendig werden. Während man bei der Kurzbeschreibung eher von grau gezeichneten Charakteren ausgeht, merkt man im kompletten Buch, dass David Nicholls es beherrscht, uns Personen vor Augen zu führen, die man sich durchaus auch im wahren Leben vorstellen kann. Insgesamt ist dies meiner Meinung nach ein Buch, welches sich sehr flott lesen lässt und mir sehr viel Spaß bereitet hat. Der Humor im Buch gefällt mir sehr, was der Autor meist wunderbar in die Dialoge verpackt. In Schulnoten bekäme das Buch von mir ein glattes sehr gut!

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Golondrina

    15. December 2010 um 23:52

    Wir begleiten Brian in seinem ersten Studienjahr. Tja und Brian hat sich viel vorgenommen: wichtige Dinge sagen, exotische Speisen essen und die Sache mit den Frauen muss auch endlich angegangen werden. Also zunächst muss ich mal anmerken: Brian hat echt ein Alkoholproblem. Da scheint kaum ein Tag zu vergehen, an dem er nicht im schönen Rausch auf seine Matratze ("Futon") fällt und danach mit einem Kater aufwacht, obwohl er sich den Stoff wegen Geldmangels eigentlich nicht leisten kann. Und dann gibt es da noch die University Challenge - eine Art "Wer wird Millionär" für Hochschulen in England, wie es scheint. Ich glaube, darauf zielt auch der Titel ab. An diesem Wettbewerb will Brian teilnehmen: aus sentimentalen Gründen (sein verstorbener Vater) und um seiner Angebeteten nah zu sein. Na ja, das ist ganz vergnüglich zu lesen, ein paar Mal habe ich auch gelacht ("Selten so gelacht." Frank Goosen???) aber mit einem Sedaris kann Nicholls es für mich nicht aufnehmen. Vielleicht bin ich der Zielgruppe ja auch schon um ein paar Jährchen entwachsen???

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    mehrsonntag

    10. September 2010 um 16:31

    Rebecca flucht gern. Außerdem verteilt sie Flugzettel vor der Uni, gegen Rassenhass, gegen Diskriminierung und für ihre sozialistischen Tugenden. Rebecca mit den scharfen weißen Zähnchen, dem unpassenden verschmierten, knallroten Lippenstift. Eine kleine, ganz normale Frau. Schwerer schwarzer Mantel, schwarze Leggings, kurzes Jeanshemd und schwarze Mütze im Sowjet-Stil. "Was dagegen, wenn ich mich hierher setze?" "Ja, hau ab!" Rebecca küsst wie ihre politische Gesinnung: radikal, unerschrocken, kompromisslos. Ihre Schneidezähne mahlen gegen die meinen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir einander den Zahnschmelz abgeschmirgelt haben. Sie schmeckt nach gegorener Hefe, nach Golden Virginia und dem fetthaltigen Lippenstift. Two Tribes, Relax. Joy Division, The Cramps. Kate Bush. Für Brian Jackson ist Kate Bush die Größte. The Man With The Child In His Eyes. Brian ist 19 und hat eine Haut wie ein Vulkan, Apri-Peeling oder straffende Destillate machen blutende Stellen. Brians Kumpel, Spencer & Tone wünschen sich nur eins: das er auf der Uni, wo er Englische Literatur studieren wird, nicht komplett zum Arsch wird. Brian will beim University Challenge mitmachen. Fragen über Fragen. Er muss ins Team. Sein Vater starb, als er zwölf war und er kann sich ihn nicht ohne glimmende Zigarette im Mundwinkel vorstellen. Er saß mit ihm vor dem Fernseher und versuchte, die Fragen zu beantworten. Brian glaubt nicht, dass er jemals im Leben so nah an etwas so Schönem drangewesen ist. Es gibt natürlich Schönheit in Büchern oder in einem Gemälde, aber er glaubt nicht, dass er bis zu dem Zeitpunkt, an dem Alice Harbinson neben ihm auftaucht, jemals wahre Schönheit erlebt hat, nicht bei einem lebendigen, warmen, weichen menschlichen Wesen, das man anfassen kann, jedenfalls theoretisch. Die Farbe von Alice Harbinsons Lippen lässt sich am besten beschreiben mit... Alice ist sein Traum, vorerst heimlich, seine Besessenheit. Mit dieser Besessenheit geschlagen geht Brian mehr oder weniger blind durch den Alltag an der Uni, sieht nicht, wie seine Freunde ihn wirklich sehen, außerhalb seines mit spätpubertären Auswüchsen geplagten Körpers. Sieht nicht, wer es tatsächlich ernst mit ihm meint, ohne sich hinter seinem Rücken über ihn lustig zu machen. Brians Sexleben tendiert gen Null ohne jemals die Startlinie verlassen zu haben. Brian will ins Team. The Challenge. Er macht bei der Aufnahmeprüfung mit. Alice sitzt hinter ihm. Durch seine Hilfe kommt sie ins Team. Er wird mit 51% richtigen Antworten Ersatzmitglied. Er gibt nicht auf. Die Hepatis-Infektion eines vor ihm qualifizierten Teammitglieds verschafft ihm seinen ersehnten Platz und somit die Gelegenheit, zumindest beim wöchentlichen Training Alice zu sehen. Alice - er lädt sie zum Dinner, sie bekommt ihre Valentintagskarte, bekommt die große Rolle im Theaterworkshop und einen Lover im Schrank. Einen Tag vor der Fernsehaufzeichnung des Challenges lässt ein Mann im Schrank Brians Hirngespinste zerplatzen. Er betrinkt sich sinnlos. Seine Mum kommt zur Veranstaltung, sie sitzt im Publikum, er stinkt nach Gin. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Ein geniales Werk über einen über den steinigen pickligen Weg zum Erwachsenenwerden, Unialltag, FirstLove, Abtrennung vom Elternhaus. In einer stets ironisch angehauchten Stimmung gibt uns David Nicholls Gelgenheit, dabei zu sein. Mittendrin. Würde ich einen Roman schreiben, er müsste so sein wie „Keine weiteren Fragen“. Ein größeres Kompliment kann man einem Roman nicht machen. Und obwohl Alice wahrlich eine Göttin ist muss ich nochmal fragen: wie war das, mit den Küssen mit Rebecca?

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    Chris1985

    26. August 2010 um 12:25

    Sehr witzig geschrieben. Eigentlich bin ich nicht so für Komödien, aber diese ist so gut durchdacht und die Witze sind so gut verpackt, dass ich auch einige Male herzhaft lachen musste.

  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    variety

    03. January 2010 um 08:59

    David Nicholls schafft es einmal mehr, mich trotz gewissen Längen (bei ziemlich klein gedruckten 437 Seiten) bei Laune zu halten. Das kann daran liegen, dass ich mich mit der Hauptfigur als Mann identifizieren kann oder auch gerne Quiz-Shows bestreiten würde. Allerdings steht mir Brian (auch in der Beziehung zu Alice und anderen Studienkollegen) nicht nahe. Also muss es auch am Autor liegen, der die Figuren so lebensnah und echt beschreibt, als ob diese im eigenen Leben eine Rolle gespielt hätten. Besonders spannend und berührend ist die (Liebes-?)Geschichte mit Alice und der Mutter von Brian. Sehr realistisch und emotional verfasst.

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  • Rezension zu "Keine weiteren Fragen" von David Nicholls

    Keine weiteren Fragen

    metalmel

    10. October 2009 um 14:55

    Ich schwöre, der Held in diesem Buch ist ein Freund von mir! Ich weiß es genau. Aus jedem Satz, aus jeder seiner Verhaltensweisen spricht dieser Freund. Es ist völlig faszinierend wie wohl ich mich mit diesem Jungen gefühlt habe, 18 Jahre alt, voller Akne, Unsicherheiten und vor allen Dingen hat er ein unglaubliches Talent, in jeden Fettnapf zu treten, der nur irgendwo herumsteht. Außerdem ist er klug und gescheit ohne Ende oder er hält sich zumindest dafür, hat Unmengen von unnützem Wissen angehäuft und trampelt trotzdem (oder gerade deswegen) total lebensunfähig durch die Welt. Das führt oft zu komischen, manchmal rührenden und ab und an auch traurigen Episoden. Und immer wieder hatte ich dieses "Nein! Sag das jetzt nicht"-Gefühl. Brian Jackson heißt er, sein großes Ziel ist es, bei der bekannten TV-Sendung University Challenge mitzumachen. Er lebt bei seiner Mutter in Southend, geht aber zu Beginn des Buches an die Uni. Und da bietet sich seine große Chance, er kommt in das Team, das zur Sendung fahren darf. Allerdings nur als Ersatzmann, da er bei der Vorauswahl doch irgendwie zu blöd war und nur letzter wurde. Doch dann wird einer aus dem Team krank und Brian darf mit. Er hat gute Vorsätze, er will üben, er will sich auf sein Studium der Eng Lit konzentrieren und überhaupt irgendwie erwachsen und reif sein. Nichts davon klappt auch nur annähernd. Üben kann er nicht, weil er ständig betrunken auf öden Parties rumhängt, aufs Studium konzentrieren kann er sich nicht, weil er sich praktisch am ersten Tag in eine "wunderschöne-und-sie-weiß-es-auch" Studentin verliebt. Er setzt all seine Energie ein, um ihr zu imponieren, aber ihr bleibt das herzlich egal, da sie sowieso von allen umschwärmt wird. Deshalb klappt das mit dem Erwachsen und Reif sein auch nicht so wirklich... Es ist ein hinreißendes Buch, komisch, traurig, kindisch, erwachsen, tragisch, witzig - ich habe es in einem Rutsch gelesen!

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