David Peace 1980

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Inhaltsangabe zu „1980“ von David Peace

Leeds, 1980. Die Frauen trauen sich nachts nicht mehr allein auf die Straße, denn der „Yorkshire Ripper“ geht um. Dreizehn Morde und kein Ende in Sicht. Und niemand will etwas dagegen tun - schon gar nicht die Polizei. „1980“ ist der dritte Teil des vielfach preisgekrönten „Red-Riding- Quartetts“.

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    1980
    Stefan83

    Stefan83

    02. November 2011 um 16:17

    Das „Red-Riding-Quartett“ von David Peace geht in seine dritte Runde. Und wie bei einem Boxkampf mit einem der Klitschko-Brüder, so hagelt es auch hier wieder derbe Schläge, denn „1980“ führt den knallharten Ton der Vorgänger nahtlos fort. Aber kann es auch an die Qualität der beiden anknüpfen? Nach dem wirklich herausragenden „1977“ hatte ich da so meine Befürchtungen, welche durch Lars Schaffts Rezension zum dritten Teil noch verstärkt wurden. Für ihn war das Buch „eine der Enttäuschungen des noch jungen Jahres 2007“. Soweit würde ich nun nach Beendigung der Lektüre von „1980“ nicht gehen. In einer Sache stimme ich Schafft aber vollkommen zu: Das Werk fällt gegenüber den vorherigen Bänden stark ab. Woran liegt das? David Peace ist auch bei seinem Werk „1980“ keinen Jota von seinem Erfolgsrezept abgewichen. Erneut führt er uns in die Düsternis von Yorkshire, diesen kalten, von Regenwolken bedeckten Landstrich, in dem heruntergekommene und kaputte Polizisten einen Ripper jagen und dabei ihrer Beute keinen Meter näher kommen. Ein ekliges, schmutziges und brutales Kopfkino, das dem Leser in die Magengrube trifft. Zwischen verödeten Vororten, regennassen Straßen und dunklen Gassen huschen die Menschen hin und her. Aus Angst vor dem Yorkshire Ripper, der seine Verfolger auf Tonbändern verhöhnt und den gesamten Justizapparat lächerlich macht. Die Guten scheinen zu verlieren. Aber gibt es die Guten hier überhaupt? Peter Hunter, ein externer Ermittler, der vom Innenministerium beauftragt wurde, die polizeilichen Ermittlungen vor Ort zu überprüfen und anhand der bisherigen Informationen neue Erkenntnisse zu gewinnen, hat daran bald seine Zweifel. Jeder scheint Dreck am Stecken zu haben, unbestechliche Bullen eher die Ausnahme als die Regel zu sein. Also alles wie gehabt, oder? Das ist in der Tat der Punkt. David Peace hat sich hier nicht allzu viel Neues einfallen lassen. Mit Peter Hunter einen Mann von „außerhalb“ mit einzubringen, ist zwar eine erfrischende Idee. Diese scheitert letztendlich aber daran, dass sich die Figur kaum von den Protagonisten der vorherigen Bände abhebt. Auch er bricht unter der Last der „Hölle Yorkshire“ zusammen, kann weder Licht ins Dunkel, noch einen Hoffnungsschimmer bringen. Letzteren hatte man sich zwar nicht erhofft. Diese pechschwarze Dunkelheit mal aus einem anderen Blickwinkel (z.B. aus der Sicht einer Prostituierten) zu erleben, wäre jedoch eine willkommene Abwechslung gewesen. So bleibt alles beim Alten. Vertraute, widerliche Polizistengesichter, die man aber dank eines regelrechten Gewitters an Namen kaum mehr auseinander halten kann, kämpfen sich stöhnend, müde und zerschlagen durch Peaces dunkle Welt. Und das Hunter dann natürlich auf Widerstand in den Reihen der korrupten Bullen stößt, ist schon dank des Klappentexts mehr als vorhersehbar und kann der Geschichte keinen zusätzlichen Kick verleihen. Ist jetzt „1980“ deswegen ein schlechtes Buch? Eindeutig nein. Auch wenn es keine stilistische Weiterentwicklung gibt und Peaces Sprache an Innovativität eingebüßt hat, funktioniert diese weiterhin. Das Tempo bleibt rasant, überzeugt mit einem stakkatohaften Rhythmus, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Unwillkürlich greift man die Seiten fester, beginnt man die Zeilen, diese Sprache, zu fressen. Eine Sprache, welche selbst die perversesten Szenen mit schonungsloser Härte schildert und gleichzeitig mit einer lyrischen Dichte überrascht, die man in der Konkurrenz vergeblich suchen wird. Allerdings merkt man auch: David Peace droht seine Mittel ausgereizt zu haben. Er muss sich und seine Art des Erzählens neu erfinden, um mit dem abschließenden Band des Quartetts nicht vollends Schiffbruch zu erleiden. Auf diesen bin ich, auch wegen des offenen Endes von „1980“, nun mehr als gespannt. Das es im Ganzen um mehr als die Morde des Rippers geht, deutete sich lange an. Inwieweit und wohin die Verstrickungen der Geschichte führen, bleibt allerdings auch nach Ende des dritten Teils weiterhin im rätselhaften Dunkeln. Insgesamt ist „1980“ erneut ein guter Roman, der durch den Stil der Sprache immer noch begeistern kann und Peaces nachtschwarze Gesellschaftsstudie gekonnt fortführt. Ein Zwischenspiel und Luftholen vor dem hoffentlich spektakulären Abschluss des Quartetts, das die von „1977“ so hoch gelegte Messlatte, leider nicht erreicht und dem Quereinsteiger keinerlei Chancen mehr lässt. Ohne Kenntnis der vorherigen Bände ist hier die Suche nach dem roten Faden ähnlich hoffnungslos wie das Yorkshire der 80er Jahre.

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  • Rezension zu "1980" von David Peace

    1980
    Phil Decker

    Phil Decker

    10. August 2010 um 12:38

    Reiner Dialogkrimi, dessen Hauptdarsteller an Arroganz kaum zu überbieten ist und keinem Prboelm aus dem Wege geht. Vorrangig geht es dabei um lokale Schlampereien während der Suche nach dem Yorkshire Rippers. Kurzweilig, aber wegen der vielen Dialoge für mich auf Dauer langeweilig geworden. Habe ihn dann ab Mitte quergelesen. Die Vorgänger waren wesentlich fesselnder.

  • Rezension zu "1980" von David Peace

    1980
    Ann91

    Ann91

    24. September 2009 um 19:52

    "David Peace ist der härteste Krimiautor der Gegenwart" schrieb "Der Spiegel" zu diesem Buch. Für mich als Krimifan war klar, dass ich es sofort lesen musste! Leider gehört "1980" zu einer vierteiligen Serie, in der "1980" den dritten Teil bildet. Man muss unbedingt zunächst die anderen Bücher "1974" und "1977" lesen, um den dritten Teil zu verstehen. Ansonsten ist "1980" ein Thriller, der einem kurzen Nächte beschert und der bei keinem Krimifan im Regal fehlen sollte: Obwohl nicht immer leicht zu lesen (teilweise fehlen auf ganzen Seiten sämtliche Satzeichen), wird man von den Bilder, die Peace heraubeschwört regelrecht überwältigt.

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  • Rezension zu "1980" von David Peace

    1980
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    04. September 2008 um 09:56

    "Bestialische Oper des Wahnsinns" (in vier Akten) Selten trifft ein Klappentext so zu, wie der oben von mir zitierte. Diese vier Bücher -1974, 1977, 1980 und 1983- sind einer "bestialischen Oper in vier Akten" wirklich ähnlich. Ich habe 1974 nur deshalb gelesen, weil es mir von einem wirklich guten Freund (der wie ich dem Krimigenre nicht sehr zugetan ist) eindringlich empfohlen wurde. Die vier Bücher sind eigentlich ein Buch. Unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, da man, wenn man nicht alle vier gelesen hat, keinen wirklichen Überblick über die Story hat. In 1980 z.B. versteht man einiges nur, wenn man 1970 gelesen hat (dort war es dafür nicht klar). Ereignisse ziehen sich durch die vier Bücher wie Leitmotive, jedes der vier Bücher wird aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählt. Ich habe mir schon während der Lektüre von 1974 die anderen drei Bücher gekauft und in einem Trancezustand das komplette "Red Riding Quartett" binnen sieben Tagen gelesen. Ein (in jeder Hinsicht) wahnsinniger Zyklus. Ich habe selten solch archaische Wucht erlebt, wie sie David Peace hier dem Leser entgegenschleudert. Die vier Bücher sind einer Lawine ähnlich, man weiß spätestens in 1977, daß man nicht zur Ruhe kommen wird, bis man am Ende von 1983 schweißgebadet und fertig aus diesem Sog fällt. Ein hartes, ein schwarzes Buch, ein teilweise nicht einfach zu lesendes Buch, viel besser und nicht zu vergleichen mit James Ellroy (der gerne als Vorbild für David Peace zitiert wird), im Schubladendenken "hard core", kongenial von Peter Torberg übersetzt aber eigentlich große Literatur. Ein fesselnder Albtraum! Grandios!

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