David Peace Tokio im Jahr Null

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Inhaltsangabe zu „Tokio im Jahr Null“ von David Peace

Tokio, 1946: die Hölle auf Erden. Inmitten der Schuttberge jagt Inspektor Minami, ein Polizist mit zweifelhafter Vergangenheit, einen brutalen Serienmörder, der junge Frauen missbraucht und erdrosselt. Doch dabei verstrickt er sich in einem Netz aus Lügen und nackter Gewalt. Die Machenschaften des organisierten Verbrechens werden für ihn zur tödlichen Gefahr, genau wie die Intrigen innerhalb des Polizeiapparats. Langsam zerfließen die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit, und die Taten der Vergangenheit kommen ans Tageslicht. Denn auch auf Minamis Schultern lastet eine schwere Schuld.

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    Tokio im Jahr Null
    walli007

    walli007

    02. April 2014 um 22:03

    Kurz nach dem zweiten Weltkrieg ist bei der Polizei in Tokio noch nicht alles wie früher. Die Beamten sind schlecht ausgestattet, es sind zu wenige und einige haben es in den Dienst geschafft, weil man keine Besseren bekommen konnte. Dennoch gilt es in einer Reihe von Vergewaltigungen und Morden an jungen Frauen zu ermitteln. Damit betraut wird Inspektor Minami, der sich redlich müht, die Verbrechen aufzuklären und der dabei doch seine eigenen Geheimnisse verbergen muss. Den Autor David Peace lese ich eigentlich sehr gerne, die schnellen hart aufgebauten Romanhandlungen, die einen in eine eigene Welt entführen gefallen mir sehr gut. Aber wenn es schon so anfängt, kann es ja nicht so weitergehen. Zu meinem Bedauern muss ich konstatieren, dieses Hörbuch war nichts. Lag es an der Kürzung, lag es an der Handlung, lag es an der Lesung? Es kam wohl alles zusammen, irgendwie passte für mich nichts zusammen,  begonnen mit den japanischen Namen, die ich mir nicht merken konnte, weiter mit der eigenartigen Perspektive, der zumindest beim Zuhören schlecht zu folgen war, da der Vorleser irgendwelche Wechsel nicht durch eine Änderung der Intonation gekennzeichnet hat. Da waren die dauernden aus stilistischen Mitteln gewählten Wiederholungen fast schon leicht zu ertragen. Der Ermittler als kaputte Hauptperson machte die die konfusen Ermittlungen fast vergessen, allerdings auch nicht im positiven Sinne. Vielleicht muss man ein wahrer Literaturkritiker sein, um den Wert dieses Buch verstehen und es herausheben zu können. Ich allerdings bin nur Laienkritiker und mir sind Bücher lieber, die mich nicht genervt zurücklassen.

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  • Anstrengend - aber spannend und schockierend

    Tokio im Jahr Null
    Xirxe

    Xirxe

    29. July 2013 um 14:10

    Was habe ich mich mit diesem Hörbuch schwer getan! Dreimal habe ich stets auf's Neue begonnen, die bereits gehörten drei, vier, fünf CDs nochmal laufen lassen, bis ich letzlich doch noch das Ende erreicht habe. Nicht dass dieses Buch schlecht wäre - ganz im Gegenteil! Aber die Vielzahl der handelnden Personen mit den für EuropäerInnen so ungewohnten Namen verlangen größte Aufmerksamkeit. Eine zu große Pause zwischen zwei CDs - und schwupps, hatte ich schon wieder keine Ahnung mehr, wer Misuko Mitsu war (oder so ähnlich). Dazu drei, vier parallel verlaufende Handlungsstränge; das fordert schon den bzw. die ganze/n ZuhörerIn :-) Erzähler ist Inspektor Minami, der sich kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in Tokio auf die Suche nach einem Serienmörder macht, der immer wieder junge Mädchen missbraucht und umbringt. Tokio liegt in Trümmern, es herrscht bittere Not und die Menschen haben kaum genug zu Essen und Trinken um zu überleben. Der Autor beschreibt das Umfeld derart präzise und detailliert, dass man die armseligen Verhältnisse in denen die Menschen hausen, deutlich vor sich sieht. Dreckige Tatamis (Reisstrohmatten), verschlissene Vorhänge, immer nur kärgliche Portionen Reis, ein Ei wird zum Festmahl. Ein weiterer Erzählstrang bildet Minamis Beziehung zu Senchu, dem Boss des Schwarzmarktes, der Minamis Schlafmittelsucht für seine eigenen Zwecke zu nutzen weiss. In diese chronologisch berichtete Geschichte brechen immer wieder Minamis Gedanken und Erinnerungen ein, die vornehmlich mit seinen Kriegserlebnissen in China zu tun haben. Sie verfolgen ihn und lassen ihn nicht zur Ruhe kommen, weder Tags noch Nachts. An ihm wie auch an seinen Kollegen sieht man, wie tief das Ehrgefühl im japanischen Volk verwurzelt ist. Die Kapitulation wurde als die größte Schmach empfunden ebenso wie der darauf folgende Aufenthalt der Siegermächte in Japan. Manfred Zapatka trägt das Ganze als Inspektor Minami vor und auch wenn ich zu Beginn äußerst skeptisch war (es klang recht monoton) - er ist eine hervorragende Besetzung. Die Hoffnungslosigkeit, die Resignation, die Wut, aber auch die ständige mühevolle Beherrschung und Selbsterniedrigung gegenüber Ranghöheren: Zapatka vermittelt diesen permanenten Kampf höchst überzeugend. Auch wenn dieses Hörbuch 'nur' als Krimi deklariert ist: Tokio im Jahr Null ist ein Sittengemälde der Zeit unmittelbar nach der Kapitulation - ungewöhnlich geschrieben und anstrengend zu hören, aber nichtsdestotrotz spannend und an die Nieren gehend.

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