David R. George III CRUCIBLE MCCOY - PROVENANCE OF SHADOWS

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Inhaltsangabe zu „CRUCIBLE MCCOY - PROVENANCE OF SHADOWS“ von David R. George III

IN A SINGLE MOMENT ...the lives of three men will be forever changed. In that split second, defined paradoxically by both salvation and loss, they will destroy the world and then restore it. Much had come before, and much would come after, but nothing would color their lives more than that one, isolated instant on the edge of forever. IN A SINGLE MOMENT ...Leonard McCoy, displaced in time, saves a woman from dying in a traffic accident, and in so doing alters Earth's history. Stranded in the past, he struggles to find a way back to his own century. But living an existence he was not meant to, he will eventually have to move on, and ultimately face the shadows born of his lost life. IN A SINGLE MOMENT ...Leonard McCoy, displaced in time, is prevented from saving a woman from dying in a traffic accident, allowing Earth's history to remain unchanged. Returning to the present, he encounters a medical mystery he is committed to solving. But the echoes of an existence he never lived haunt him, and the specter of a premature death will bring him full circle to the shadows he has never faced.

Mann, was für ein Wälzer. Hat sich aber voll gelohnt - "Provenance of Shadows" ist meine neue Nr. 1 bei den Star Trek-Romanen!

— Ameise
Ameise

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  • Rezension zu "CRUCIBLE MCCOY - PROVENANCE OF SHADOWS" von David R. George III

    CRUCIBLE MCCOY - PROVENANCE OF SHADOWS
    Ameise

    Ameise

    23. April 2010 um 17:32

    Ein bisschen erschrocken war ich ja schon, als das Buch bei mir ankam. Mir war vorher nicht klar, dass ich bei meinem ersten Versuch, einen Star Trek-Roman auf Englisch zu lesen, gleich den wohl längsten erwischt habe, der jemals geschrieben wurde. 627 Seiten sind sowieso schon ausgesprochen viel für einen Star Trek-Roman. Da die Wörter- und Zeilenabstände auch noch wesentlich enger sind als normal, wäre die Seitenzahl in dem üblichen Format noch um einiges dicker. Zum Glück hat es sich mehr als gelohnt, diesen Roman zu lesen! * "Provenance of Shadows" ist der erste Teil einer Trilogie, deren Ausgangspunkt die Classic-Folge "Griff in die Geschichte" ist. Auch wenn der Inhalt der wohl besten Star Trek-Episode aller Zeiten allgemein bekannt sein dürfte, noch mal kurz zur Erinnerung: Der unter einer Überdosis Cordrazin leidende Dr. McCoy springt durch ein intelligentes Zeitportal namens "Wächter der Ewigkeit" und landet im Jahre 1930 in New York City, wo er der Sozialarbeiterin Edith Keeler das Leben rettet und damit die Erdgeschichte ändert. Kirk und Spock sehen sich gezwungen, McCoys Eingreifen zu verhindern und somit Edith Keeler sterben zu lassen, um die alte Zeitlinie wiederherzustellen. Die "Crucible"-Trilogie beschäftigt sich mit den Auswirkungen, die dieses Ereignis auf die drei Hauptcharaktere der Originalserie hatte. Der erste Teil dreht sich um Leonard McCoy und wirft eine interessante Frage in den Raum: Wie wäre es denn McCoy in der alternativen Zeitlinie ergangen, wenn er NICHT von Kirk und Spock aus der Vergangenheit gerettet worden wäre? * Der Roman hat zwei Handlungsfäden, die sich kapitelweise immer abwechseln. Der erste Handlungsfaden findet in der alternativen Realität statt, nachdem McCoy Edith Keeler vor einem Verkehrsunfall bewahrt hatte. Wir erleben, wie McCoy zunächst die ersten zwei Jahre in Keelers Mission verbringt. Lange hofft er, dass Kirk und Spock ihn retten werden und versucht, durch Zeitungsannoncen auf sich aufmerksam zu machen, bis er schließlich einsieht, dass seine Freunde nicht kommen werden. Er beginnt zu ahnen, dass er den Verlauf der Geschichte geändert hat, und beschließt, "zu Hause" in Atlanta einen Neuanfang zu beginnen. Statt dessen landet er schwer verletzt in einer Kleinstadt in South Carolina, wo er vom Ehepaar Lynn und Phil Dickinson aufgenommen und die nächsten Jahre verbringen wird. Zunächst hält sich McCoy mit allen möglichen Hilfsarbeiterjobs über Wasser, kann aber irgendwann wieder seinem alten Beruf als Arzt nachgehen. Unterdessen zieht der 2. Weltkrieg auf, und als am 7. Dezember 1941 der Angriff auf Pearl Harbor nicht stattfindet, erhält McCoy entgültig die Gewissheit, wie sich seine Existenz in der Vergangenheit auf die Zeitlinie ausgewirkt hat. Die von ihm gerettete Edith Keeler ist nämlich in der Zwischenzeit zur Anführerin einer Friedensbewegung aufgestiegen, die den Präsidenten davon überzeugen kann, die USA aus dem Krieg herauszuhalten. So kommt es, dass der 2. Weltkrieg auch lange nach 1945 kein Ende zu nehmen scheint... * Handlungsfaden Nr. 2 spielt in der uns bekannten Zeitlinie und lässt nochmal die Ereignisse der Serie und der Filme aus der Perspektive McCoys Revue passieren. Das klingt vielleicht langweilig, ist es aber nicht - ganz im Gegenteil. Der Autor schafft es, die uns bekannten Ereignisse in einem völlig anderen Licht erscheinen zu lassen, so dass ich in Zukunft so manche TV-Episode wohl mit anderen Augen sehen werde. Nebenbei werden einige Handlungslöcher geschlossen, die mich in der Serie immer gestört haben. Wir erfahren auch, wie es nach der ersten Fünf-Jahres-Mission weiterging, warum die Enterprise vor dem 1. Film totalüberholt werden musste und vieles mehr. So unterschiedlich die beiden Handlungsebenen auch sind, es gibt zwischen ihnen Parallelen und Überschneidungen. Nicht nur, dass McCoy in der uns bekannten Zeitlinie von Alpträumen heimgesucht wird, die Reminiszenzen an sein Alternativleben enthalten. In beiden Zeitlinien muss er sich einem tief sitzenden Trauma stellen, das die Ursache für seine jahrelange Beziehungsunfähigkeit ist. * Der Autor nimmt starken Bezug auf TOS und die Filme, außerdem auch auf TAS, TNG und DS9, aber NICHT auf andere Romane. Es wird mit Sicherheit nicht jedem Star Trek-Fan schmecken, dass sich dieser Roman (genau wie die beiden Nachfolger) gleich mit einer ganzen Reihe anderer Star Trek-Romane widerspricht. Zuerst stieß mir diese Tatsache sauer auf, aber je weiter ich las, umso mehr konnte ich mich mit diesem radikalen Bruch mit dem Bücherkanon anfreunden. Jenseits aller Konventionen ist "Provenance of Shadows" ein wirklich erstaunliches Buch, dass nicht nur quantitativ, sondern vor allem auch qualitativ alle anderen Star Trek-Romane in den Schatten stellt, die ich bisher gelesen habe. Wer der Meinung ist, dass ST-Romane sich nicht mit "richtiger" Literatur messen könnten, der kann sich ja mal von diesem Buch vom Gegenteil überzeugen lassen. Natürlich wird David R. Georges detaillierter Stil und das langsame Tempo nicht jedermanns Sache sein, mich jedenfalls hat dieses Buch sehr berührt und regelrecht umgehauen. Es punktet mit sehr sensiblen Charakterbeschreibungen, vor allem natürlich von McCoy, aber auch sämtlicher anderen bekannten und neuen Figuren. Die Alternativgeschichte, die hier das Salz in der Suppe ist, kann mit einer stimmungsvollen Beschreibung der USA zur Zeit der Großen Depression und des 2. Weltkrieges aufwarten. Nicht zuletzt haben wir hier gleich zwei gut durchdachte Biografien des Doktors, und der Autor widmet sich Leonard McCoy mit einer Ausführlichkeit und einer Tiefgründigkeit, an die die anderen McCoy-Romane (auch wenn ich sie fast alle geliebt habe) noch nicht mal annähernd heranreichen. * Fazit: Dieses Buch hat mich über die vollen 627 Seiten so gepackt, dass ich zehn Tage lang unter grober Vernachlässigung anderer Aktivitäten in fast jeder freien Minute darin gelesen und es überall mit hingeschleppt habe. So sehr wie ich die anderen Star Trek-Romane liebe: "Provenance of Shadows" spielt einfach in einer ganz anderen Liga. Es ist nicht nur meine neue Nr. 1 unter den Star Trek-Romanen, sondern rangiert auch unter meinen "normalen" Lieblingsbüchern ganz weit oben. Es wäre wirklich toll, wenn dieser geniale Roman irgendwann mal auf Deutsch rauskommt. So oder so werde ich es definitiv noch mal lesen. Leider kann ich nur fünf Sterne verteilen, also denkt Euch einfach noch einen sechsten Stern hinzu...

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