David S Wyman

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Das unerwünschte Volk

Das unerwünschte Volk

 (1)
Erschienen am 01.02.2000

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Rezension zu "Das unerwünschte Volk" von David S Wyman

Rezension zu "Das unerwünschte Volk" von David S Wyman
Sokratesvor 7 Jahren

Dieses Buch beschäftigt sich mit einer sehr brisanten Frage: wie viel Mitschuld tragen die USA durch Zögern und mangelnder Hilfsbereitschaft am Holocaust?
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Der Autor David S. Wyman, amerikanischer Historiker, stellt gleich zu Beginn seiner Arbeit fest, dass „[Amerika] traditionell das Land der Hoffnung für Verfolgte und Unterdrückte, [...] wenig Hilfsbereitschaft gezeigt hat. Die amerikanischen Christen waren keine barmherzigen Samariter. Selbst den amerikanischen Juden gebrach es an tatkräftigem Engagement, das angesichts der Ungeheuerlichkeit dessen, was mit den europäischen Juden im Dritten Reich geschah, geboten gewesen wäre.“ (S. 7) Das Buch spricht also bereits zu Beginn eine Ungeheuerlichkeit an, die man angesichts der nachträglichen Schuldzuweisungen und Schuldfragen an das deutsche Volk nicht glauben möchte: dass selbst amerikanische Juden offenbar wenig Energie darauf verwandt haben, den europäischen Glaubensgenossen ein Überleben zu sichern. Wyman gelingt es auf erschreckende und sehr eindringliche Art und Weise darzustellen, dass die Probleme für dieses mangelnde Engagement vielfältig sind: einerseits zu suchen bei den amerikanischen Vertretern des Judentums, andererseits auch bei den Zionisten, die organisatorisch an sich in der Lage gewesen wären – so Wyman – die Rettung zu organisieren. Stattdessen liest man, dass die USA bereits 1939 wieder begannen, die Grenzen dichtzumachen. Man unternahm bis1944 keine akuten Rettungsmaßnahmen, also in einer Zeit, in der der Völkermord in vollem Gange war. Wyman sieht den Hauptgrund hierfür in innenpolitischen Problemen der USA: Arbeitslosigkeit, nationalistischer Borniertheit und Antisemitismus. Dies führten insgesamt zu einer Innen- wie Außenpolitik, die derartige Probleme nicht wahrnahmen und zu einer gleichzeitigen Negierung bzw. Nicht-Nennung des europäischen Völkermordes in der amerikanischen Presse. Wyman zitiert Umfragen in der amerikanischen Bevölkerung aus dem Jahr 1938 und 1939, die diese abwehrende Haltung bestätigen.
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Eine erschreckende, bestürzende, aber über wichtige Publikation zu einem Thema, das bislang wenig Beachtung gefunden hat.

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