„Was der Tag bringt“ von David Schalko war mein erstes Buch des Autors – und ich bin ehrlich gesagt ziemlich zwiegespalten daraus hervorgegangen.
Die Geschichte rund um Felix, dessen Leben nach dem Scheitern seines Start-ups während der Coronazeit immer mehr zerfällt, hat mich durchaus gepackt. Gerade dieses langsame „Abtragen“ von Stabilität fand ich sehr eindrücklich geschildert. Gleichzeitig hat mich das Buch immer wieder herausgefordert – vor allem durch seine starken wirklich grotesken Beschreibungen und Gedanken. Ich mag eigentlich solche überzeichneten, skurrilen Darstellungen, aber hier war es mir an manchen Stellen fast schon zu viel. Es gab Momente, in denen ich dachte, dass ich den Zugang zu Felix vollkommen verliere.
Trotzdem steckt genau darin auch die große Stärke des Romans. Schalko hält unserer Gesellschaft einen ziemlich schonungslosen Spiegel vor: Wie sehr wir uns über Arbeit definieren, wie schnell Sicherheit kippen kann und wie fragil dieses „funktionierende Leben“ eigentlich ist. Das hat bei mir definitiv einiges zum Nachdenken angestoßen.
Besonders treffend finde ich im Nachhinein auch den Titel - „Was der Tag bringt“ klingt so leicht und offen, aber im Buch bedeutet es für Felix eher Unsicherheit und Kontrollverlust als Freiheit. Diese Umkehr fand ich sehr gelungen.
Das Ende hat mich dann nochmal beschäftigt. Die Friedhofsszene wirkt zuerst sehr düster (ich dachte kurz, es geht in eine ganz andere Richtung), aber genau diese Offenheit fand ich letztlich gut als Abschluss. Für mich bleibt ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer – kein klarer Neuanfang, aber zumindest kein kompletter Absturz.
Insgesamt kein Wohlfühlbuch, stellenweise anstrengend, aber auch klug und nachwirkend. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles daran „mochte“, aber es hat definitiv etwas mit mir gemacht.





















