David Schalko

 3.4 Sterne bei 43 Bewertungen
Autor von Schwere Knochen, Weiße Nacht und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Schalko

Crossmediale Spezialität aus Österreich: Der 1973 geborene Österreicher hat zunächst BWL studiert, bevor er sich 1998 entschied, als Werbetexter zu arbeiten. In dieser Zeit entstand auch der Roman „Frühstück in Helsinki“, der aber erst 2006 veröffentlicht wurde. Sein erstes publiziertes Werk ist der Gedichtband „Bluterguss und Herzinfarkt“ aus dem Jahre 1995. Unter anderem drehte der Autor zudem Musikvideos, arbeitete als Sexkolumnist und wirkte in diversen Theaterproduktionen mit. Der gefragte Regisseur und Entwickler von Fernsehsendungen wurde vor allem bekannt durch Fernsehformate wie „Sendung ohne Namen“, den Film „Aufschneider“ und die Serien „Braunschlag“ und „Altes Geld“, welche allesamt Kultstatus genießen und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Mit „Schwere Knochen“ veröffentlichte der Schriftsteller 2018 einen Roman voll von schwarzem Humor über die österreichische Nachkriegszeit.

Alle Bücher von David Schalko

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Schwere Knochen (ISBN: 9783462053401)

Schwere Knochen

 (14)
Erschienen am 10.10.2019
Cover des Buches Frühstück in Helsinki (ISBN: 9783746630441)

Frühstück in Helsinki

 (9)
Erschienen am 18.07.2014
Cover des Buches Weiße Nacht (ISBN: 9783707602913)

Weiße Nacht

 (12)
Erschienen am 24.09.2009
Cover des Buches KNOI (ISBN: 9783746631240)

KNOI

 (5)
Erschienen am 18.05.2015
Cover des Buches Wir lassen uns gehen (ISBN: 9783707604078)

Wir lassen uns gehen

 (1)
Erschienen am 01.04.2012
Cover des Buches Braunschlag (ISBN: 9783701742905)

Braunschlag

 (0)
Erschienen am 04.05.2012
Cover des Buches Altes Geld (ISBN: 9783990270721)

Altes Geld

 (0)
Erschienen am 27.03.2015

Neue Rezensionen zu David Schalko

Neu

Rezension zu "Schwere Knochen" von David Schalko

Milieuroman
Wortklaubervor 2 Jahren

Zitat: „Genau genommen war das spätere Österreich damals im KZ entstanden.“

Weggedöst? An den Einkaufszettel für den morgendlichen Einkauf gedacht? So nicht! Zurückhaltend geht anders. Aber das ist ohnehin ein Adjektiv, das einem bei diesem Roman kaum einfallen wird.

„Schwere Knochen“ ist, neben anderen Kategorien, ein Milieuroman, der den Leser beim Schlafittchen packt, reinzieht, runterzieht in die Wiener Unterwelt. Wer meint, schon alles gelesen zu haben, hat eine gute Chance, hier vielleicht doch etwas bisher eher Unbekanntes zu finden. Gemahnt es denn nicht wenigstens zur Vorsicht, über Täter zu schreiben, wenn sie gleichzeitig Opfer sind?

Wien in den 1930-er Jahren: Ferdinand Krutzler und seine Freunde, alle um die Zwanzig, verdienen ihren Lebensunterhalt mit Einbrüchen: Die berüchtigte Erdberger Spedition evakuiert Wohnungen. Als sie, während die Wiener fähnchenschwenkend und jubelnd den neuen Machthaber willkommen heißen, die Wohnung eines stadtbekannten Nazis ausräumen, wandern sie dafür ins KZ – und lernen dort fürs Leben. Rein als Kleinkriminelle, raus als Schwerverbrecher. Denn das Prinzip mit der Nummer auf dem Unterarm durchschaut ein Kapo wie der Krutzler schnell. Ein Fehler kann einem, und sei er gestern noch so mächtig gewesen, morgen den Kopf kosten. Hier entwickelt er einen Reflex, den er in der Folge oft anwenden soll und der ihm seinen Spitznamen beschert: Notwehr-Krutzler. Und er knüpft Kontakte, wie zu dem Politischen, der später ein hohes Tier bei der Wiener Polizei werden soll und sich an alte Bande erinnert, als der Krutzler sich längst Schieberei, Zuhälterei, Glücksspiel und anderen lukrativen Tätigkeitsfeldern in einer vom Krieg zerstörten Stadt zugewandt hat, und dabei auch die notwendige Muße für das Begleichen alter Rechnungen nicht vernachlässigt.

„Schwere Knochen“ ist ein Verbrecherepos, ein Krimi Noir, ein Zeit- und Sittengemälde des Österreichs der Dreißiger- bis Sechzigerjahre, ein Mikrokosmos vor großem geschichtlichen Hintergrund, oft verstörend, rüde bis brutal, durchsetzt von Aberwitzigem und Abseitigem, mit einigen Längen, ja, trotzdem meisterhaft komponiert, und, tatsächlich, von einem allwissenden Erzähler übermittelt und, tatsächlich, bei aller dichterischer Freiheit, mit wahren Vorbildern. Das mag man vielleicht am wenigsten glauben (können/wollen): Schimpansendame Honzo zum Beispiel, so heißt es, steht heute ausgestopft im Naturhistorischen Museum, Schaukasten Nr. 39.

Kommentieren0
3
Teilen

Rezension zu "Schwere Knochen" von David Schalko

Eine Geschichte der NS- und Nachkriegszeit aus Sicht eines Gauners
tragalibrosvor 2 Jahren

"Wien, März 1938, 'Anschluss' Österreichs ans Deutsche Reich. Am Tag, als halb Wien am Heldenplatz seinem neuen Führer zujubelt, raubt eine Bande jugendlicher Kleinganoven, die sich darauf spezialisiert hat, Wohnungen zu 'evakuieren', einen stadtbekannten Nazi aus. Sieben Jahre lang müssen die Kleinkriminellen daraufhin als sogenannte Kapos für die 'Aufrechterhaltung des Betriebs' in den KZs Dachau und Mauthausen sorgen und wachsen so zu Schwerverbrechern heran, die lernen, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier eine Illusion ist. Zurück in der österreichischen Hauptstadt übernimmt die Bande um Ferdinand Krutzler die Wiener Unterwelt. Mit ungekannter Brutalität nutzt sie ihre Macht nicht zuletzt, um ehemalige Nazi-Widersacher aus dem Weg zu räumen. Aber der eingeschworene Zusammenhalt täuscht. Zunehmend verlieren sie einander in verräterischen Verstrickungen und verhängnisvollen Liebschaften. So lange, bis sie ihren Ehrenkodex aufgeben und aus Freunden unerbittliche Feinde werden."


"Schwere Knochen" ist, trotz mehrerer tragischer Ereignisse und Thematiken, welche in diesem Buch aufgegriffen werden, ein überraschend humorvoller und amüsanter Roman. 
Der Autor hat es mit seiner einzigartigen Erzählweise geschafft, die Protagonisten sympathisch und menschlich, ja zum Teil sogar liebenswert erscheinen zu lassen, obwohl es sich um Kriminelle und Mörder handelt. 

Da der Leser alle Ereignisse aus Sicht des Protagonisten miterlebt, kann man besonders diesen Charakter wunderbar kennenlernen und sich in seine Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Aber auch die anderen Personen, die hier Einfluss auf die Handlung nehmen, werden sehr schön beschrieben. Ich konnte mir jeden einzelnen von ihnen bildlich vorstellen.

Anfangs etwas irritierend war, dass das gesamte Buch ohne direkte wörtliche Rede zwischen den Handelnden geschrieben ist und mich daher an einen Bericht eines Zeitzeugen erinnerte. Tatsächlich haben mich Ausdrucksweisen und Sprachgebrauch zeitweise an meinen Großvater erinnert.
Dank des humorvollen und witzigen Ausdrucks, habe ich mich schnell ins Buch eingelesen und musste mehrfach lauthals loslachen. 
Leider sind zum Ende hin die einen oder anderen Längen entstanden, die vielleicht nicht unbedingt notwendig gewesen wären. Da an diesen Stellen meine Aufmerksamkeit beim Lesen teilweise etwas nachgelassen hat und ich mich aufgrund dessen im Lesefluss beeinträchtigt fühlte, möchte ich hier einen Stern abziehen. 

Trotzdem soll dieser Stern dem Buch keine schlechte Bewertung bescheren. Ich vergebe vier von fünf Sternen und damit ein "Sehr gut" in meinem  Bewertungssystem. 
"Schwere Knochen" ist ein toller Roman, den es sich zu lesen lohnt.


Kommentieren0
42
Teilen

Rezension zu "Weiße Nacht" von David Schalko

Rezension zu "Weiße Nacht" von David Schalko
TheSaintvor 9 Jahren

Zeitverschwendung. Mieserabelster Roman, der mir in den letzten Jahren unter gekommen ist. Einen Inhalt anzugeben erscheint unmöglich... es gibt keinen! Zumal Textteile seitens des Verlages (beabsichtigt oder nicht??? Man weiß bei diesem Machwerk nichts Genaues) schwarz gemarkt wurden... Unverständlich, warum der Partner des "Lebensmenschen" Jörg Haider gerichtlich gegen dieses Buch vorging... natürlich wird in diesem "Werk" gezielt und unüberlesbar auf den verstorbenen Kärntner Politiker und seine Beziehung zu einem jungen Mann angespielt... aber die hier erzählte Geschichte lohnt keiner Beachtung und schon gar nicht zu verkaufsfördernden Schritten wie gerichtliche Klagen... Furchtbar!

Kommentare: 1
20
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

David Schalko wurde am 17. Januar 1973 in Waidhofen an der Thaya, Niederösterreich (Österreich) geboren.

Community-Statistik

in 72 Bibliotheken

auf 17 Wunschzettel

von 2 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks