David Schalko

 3.4 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von Weiße Nacht, Frühstück in Helsinki und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Schalko

Crossmediale Spezialität aus Österreich: Der 1973 geborene Österreicher hat zunächst BWL studiert, bevor er sich 1998 entschied, als Werbetexter zu arbeiten. In dieser Zeit entstand auch der Roman „Frühstück in Helsinki“, der aber erst 2006 veröffentlicht wurde. Sein erstes publiziertes Werk ist der Gedichtband „Bluterguss und Herzinfarkt“ aus dem Jahre 1995. Unter anderem drehte der Autor zudem Musikvideos, arbeitete als Sexkolumnist und wirkte in diversen Theaterproduktionen mit. Der gefragte Regisseur und Entwickler von Fernsehsendungen wurde vor allem bekannt durch Fernsehformate wie „Sendung ohne Namen“, den Film „Aufschneider“ und die Serien „Braunschlag“ und „Altes Geld“, welche allesamt Kultstatus genießen und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Mit „Schwere Knochen“ veröffentlichte der Schriftsteller 2018 einen Roman voll von schwarzem Humor über die österreichische Nachkriegszeit.

Neue Bücher

Weiße Nacht

Erscheint am 14.02.2019 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.

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Frühstück in Helsinki

Frühstück in Helsinki

 (9)
Erschienen am 18.07.2014
Weiße Nacht

Weiße Nacht

 (12)
Erschienen am 24.09.2009
Schwere Knochen

Schwere Knochen

 (5)
Erschienen am 12.04.2018
KNOI

KNOI

 (5)
Erschienen am 18.05.2015
Wir lassen uns gehen

Wir lassen uns gehen

 (1)
Erschienen am 01.04.2012
Braunschlag

Braunschlag

 (0)
Erschienen am 04.05.2012
Weiße Nacht

Weiße Nacht

 (0)
Erschienen am 14.02.2019
Altes Geld

Altes Geld

 (0)
Erschienen am 27.03.2015

Neue Rezensionen zu David Schalko

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Rezension zu "Schwere Knochen" von David Schalko

Milieuroman
Wortklaubervor 22 Tagen

Zitat: „Genau genommen war das spätere Österreich damals im KZ entstanden.“

Weggedöst? An den Einkaufszettel für den morgendlichen Einkauf gedacht? So nicht! Zurückhaltend geht anders. Aber das ist ohnehin ein Adjektiv, das einem bei diesem Roman kaum einfallen wird.

„Schwere Knochen“ ist, neben anderen Kategorien, ein Milieuroman, der den Leser beim Schlafittchen packt, reinzieht, runterzieht in die Wiener Unterwelt. Wer meint, schon alles gelesen zu haben, hat eine gute Chance, hier vielleicht doch etwas bisher eher Unbekanntes zu finden. Gemahnt es denn nicht wenigstens zur Vorsicht, über Täter zu schreiben, wenn sie gleichzeitig Opfer sind?

Wien in den 1930-er Jahren: Ferdinand Krutzler und seine Freunde, alle um die Zwanzig, verdienen ihren Lebensunterhalt mit Einbrüchen: Die berüchtigte Erdberger Spedition evakuiert Wohnungen. Als sie, während die Wiener fähnchenschwenkend und jubelnd den neuen Machthaber willkommen heißen, die Wohnung eines stadtbekannten Nazis ausräumen, wandern sie dafür ins KZ – und lernen dort fürs Leben. Rein als Kleinkriminelle, raus als Schwerverbrecher. Denn das Prinzip mit der Nummer auf dem Unterarm durchschaut ein Kapo wie der Krutzler schnell. Ein Fehler kann einem, und sei er gestern noch so mächtig gewesen, morgen den Kopf kosten. Hier entwickelt er einen Reflex, den er in der Folge oft anwenden soll und der ihm seinen Spitznamen beschert: Notwehr-Krutzler. Und er knüpft Kontakte, wie zu dem Politischen, der später ein hohes Tier bei der Wiener Polizei werden soll und sich an alte Bande erinnert, als der Krutzler sich längst Schieberei, Zuhälterei, Glücksspiel und anderen lukrativen Tätigkeitsfeldern in einer vom Krieg zerstörten Stadt zugewandt hat, und dabei auch die notwendige Muße für das Begleichen alter Rechnungen nicht vernachlässigt.

„Schwere Knochen“ ist ein Verbrecherepos, ein Krimi Noir, ein Zeit- und Sittengemälde des Österreichs der Dreißiger- bis Sechzigerjahre, ein Mikrokosmos vor großem geschichtlichen Hintergrund, oft verstörend, rüde bis brutal, durchsetzt von Aberwitzigem und Abseitigem, mit einigen Längen, ja, trotzdem meisterhaft komponiert, und, tatsächlich, von einem allwissenden Erzähler übermittelt und, tatsächlich, bei aller dichterischer Freiheit, mit wahren Vorbildern. Das mag man vielleicht am wenigsten glauben (können/wollen): Schimpansendame Honzo zum Beispiel, so heißt es, steht heute ausgestopft im Naturhistorischen Museum, Schaukasten Nr. 39.

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Rezension zu "Schwere Knochen" von David Schalko

Eine Geschichte der NS- und Nachkriegszeit aus Sicht eines Gauners
tragalibrosvor 8 Monaten

"Wien, März 1938, 'Anschluss' Österreichs ans Deutsche Reich. Am Tag, als halb Wien am Heldenplatz seinem neuen Führer zujubelt, raubt eine Bande jugendlicher Kleinganoven, die sich darauf spezialisiert hat, Wohnungen zu 'evakuieren', einen stadtbekannten Nazi aus. Sieben Jahre lang müssen die Kleinkriminellen daraufhin als sogenannte Kapos für die 'Aufrechterhaltung des Betriebs' in den KZs Dachau und Mauthausen sorgen und wachsen so zu Schwerverbrechern heran, die lernen, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier eine Illusion ist. Zurück in der österreichischen Hauptstadt übernimmt die Bande um Ferdinand Krutzler die Wiener Unterwelt. Mit ungekannter Brutalität nutzt sie ihre Macht nicht zuletzt, um ehemalige Nazi-Widersacher aus dem Weg zu räumen. Aber der eingeschworene Zusammenhalt täuscht. Zunehmend verlieren sie einander in verräterischen Verstrickungen und verhängnisvollen Liebschaften. So lange, bis sie ihren Ehrenkodex aufgeben und aus Freunden unerbittliche Feinde werden."


"Schwere Knochen" ist, trotz mehrerer tragischer Ereignisse und Thematiken, welche in diesem Buch aufgegriffen werden, ein überraschend humorvoller und amüsanter Roman. 
Der Autor hat es mit seiner einzigartigen Erzählweise geschafft, die Protagonisten sympathisch und menschlich, ja zum Teil sogar liebenswert erscheinen zu lassen, obwohl es sich um Kriminelle und Mörder handelt. 

Da der Leser alle Ereignisse aus Sicht des Protagonisten miterlebt, kann man besonders diesen Charakter wunderbar kennenlernen und sich in seine Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Aber auch die anderen Personen, die hier Einfluss auf die Handlung nehmen, werden sehr schön beschrieben. Ich konnte mir jeden einzelnen von ihnen bildlich vorstellen.

Anfangs etwas irritierend war, dass das gesamte Buch ohne direkte wörtliche Rede zwischen den Handelnden geschrieben ist und mich daher an einen Bericht eines Zeitzeugen erinnerte. Tatsächlich haben mich Ausdrucksweisen und Sprachgebrauch zeitweise an meinen Großvater erinnert.
Dank des humorvollen und witzigen Ausdrucks, habe ich mich schnell ins Buch eingelesen und musste mehrfach lauthals loslachen. 
Leider sind zum Ende hin die einen oder anderen Längen entstanden, die vielleicht nicht unbedingt notwendig gewesen wären. Da an diesen Stellen meine Aufmerksamkeit beim Lesen teilweise etwas nachgelassen hat und ich mich aufgrund dessen im Lesefluss beeinträchtigt fühlte, möchte ich hier einen Stern abziehen. 

Trotzdem soll dieser Stern dem Buch keine schlechte Bewertung bescheren. Ich vergebe vier von fünf Sternen und damit ein "Sehr gut" in meinem  Bewertungssystem. 
"Schwere Knochen" ist ein toller Roman, den es sich zu lesen lohnt.


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Rezension zu "Weiße Nacht" von David Schalko

Rezension zu "Weiße Nacht" von David Schalko
Kamilavor 8 Jahren

Sorry, aber für dieses Buch bin ich wohl zu dumm. Ich habe mich bis ca. Seite 40 durchgequält und noch immer nicht ganz verstanden worum´s geht. Dann habe ich aufgegeben. Es las sich für mich ein bißchen wie ein überdimensionales abstraktes Gedicht in Prosaform und Buchlänge....

LESEPROBE:
Ich empfand Mitleid.
Nein.
Ich empfand Abscheu.
Ich empfand eine unendlich groe Scham, mit deisem Mann verwandt zu sein. Ich starrte ihn an, um eine Epmpfindung in mir zu erregen.
Und dann starrte ich ihn aus meinem Leben.
Ich starrte ihn in den endlosen Raum zu all den anderen, die auf der falschen Seite der Bühne standen.
Und ich empfand Stolz, auf der richtigen Seite zu stehen.
Ich gebar den Gedanken, kienen Erzeuger zu haben.
Und hörte ein Flüstern das sich sanft in mein Ohr legte. "Wir werden dich zu Ende gebären."

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Zusätzliche Informationen

David Schalko wurde am 17. Januar 1973 in Waidhofen an der Thaya, Niederösterreich (Österreich) geboren.

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