David Sedaris Naked.

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Inhaltsangabe zu „Naked.“ von David Sedaris

Es gibt Bücher, die sind hervorragend geeignet für kurze U-Bahnfahrten, andere wiederum eher für eine lange Reise. David Sedaris´ "Nackt" gehört weder in die eine noch in die andere Kategorie, und es wäre gut, wenn gleich auf dem Umschlag ein großer Aufkleber warnen würde: "Lesen Sie dieses Buch nicht in Gegenwart anderer Menschen oder mit vollem Mund." In siebzehn Episoden hat der Amerikaner Sedaris, der auf dem Buchcover harmlos, freundlich und sympathisch lächelt, autobiographische Erlebnisse festgehalten. Aber was für welche! Es beginnt mit den Macken, die David während seiner Schulzeit befallen. Eigentlich sind die genau sechshundertsiebenunddreißig Schritte des Heimwegs harmlos. Bei seiner Tour hat er jedoch alle Briefkästen mit der Zunge anzutippen und auffallende Grashalme zu berühren. Sollte er vergessen haben, den Lichtschalter in der Schule abzulecken, dann muß das Spiel wiederholt werden. Daß die Lehrerin die Eltern Davids um ein Gespräch bittet, ist leicht verständlich. Auch seine Schwestern sind für die Lehrer nicht einfach. "Die Mädchen in meiner Familie spielten nicht Puppenhaus mit Puppenherd; sie spielten Puppenbesserungsanstalt mit Puppenberuhigungszelle." Man könnte noch seitenlang aus diesem absolut schrägen Roman zitieren, der mit einer satten Portion Komik das normale Leben eines nicht ganz alltäglichen jungen Mannes erzählt. Der Garant dafür, daß den deutschen Lesern auch wirklich keine der witzigen Formulierungen unterschlagen wird, ist kein geringerer als Harry Rowohlt. Kenner wissen, daß man sich auf ihn bei dieser Arbeit verlassen kann. Er ist ein Meister des richtigen Tons.

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  • Rezension zu "Naked." von David Sedaris

    Naked.
    parden

    parden

    03. April 2012 um 17:10

    ZÄÄÄH WIE KAUGUMMI... Sedaris packt in seinen 17 Short-Stories die allgegenwärtige Autobiographienmode beim sprichwörtlichen Schlafittchen und erklärt das weite Feld seines Lebens, seiner Familie und seiner eigenwilligen Weltsicht zum Minenfeld. Von Sedaris Kindheit in einer halbgriechischen Familie ist da die Rede, von seiner Jugend und seinem Heranwachsen, und er erzählt munter von seinen Betätigungen als halbwüchsiger Tramper, Apfelpflücker, Möchtegern-Schauspieler, Collegestudent oder Nudist. Eine bärbeißige Mutter, die bühnenreif die nervösen Tics ihres Sohnes nachahmt, kommt genauso darin vor wie ein Hochzeit im Angesicht des Todes. Sedaris ist ein ganz gewöhnlicher amerikanischer junger Mann, dessen Leben normalerweise keinen Anhaltspunkt für eine Autobiographie liefern würde. Es sei denn, die Tatsache, dass jemand in einer kinderreichen Familie aufwächst, halbgriechische und halbamerikanische Wurzeln aufweist, sich trotz Studienabschluss mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten muss und feststellt, dass er homosexuell ist, ist heutzutage noch außergewöhnlich. Sedaris schreibt 17 Kapitel über (s)ein gewöhnliches Leben, in denen die Gewöhnlichkeit stets hervorragt, die er durch schwarzen Humor, bärbeißig-resignierte Sprüche und eine teilweise exzentrische Wortwahl noch zu pointieren vesteht. Eigentlich ein "Loser" des Lebens, versucht Sedaris mit Witz zu rechtfertigen, dass eben auch ein "Loser" ein Recht darauf hat, ein autobiographisches Werk zu verfassen. Leider hat mich das Buch so gar nicht angesprochen. Generell tue ich mich schwer mit Kurzgeschichten. Diesmal aber leider auch mit der Person, um die es geht und mit der Schreibweise selbst. "Ich war ein Klugscheißer, als Klugscheißer geboren und als Klugscheißer aufgezogen worden" (S. 243) erscheint mir ein ehrlicher Standpunkt des Autoren. In der Art etwa habe ich die Geschichten auch empfunden. Die stilistischen Mittel erschienen mir teilweise vollkommen überzogen - leider, denn eigentlich mag ich z.B. schwarzen Humor sehr, ebenso Sarkasmus und messerscharfe Formulierungen. Die Figur der Mutter fand ich beispielsweise gelungen, bärbeißig im wahrsten Sinne des Wortes. Leider tauchte diese nicht allzu häufig auf, so dass der Rest für mich zur gepflegten Langeweile wurde. Zäh wie Kaugummi, und von diesem Autor werde ich sicherlich kein weiteres Buch mehr lesen.

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