Sprechen wirüber Eulen - und Diabetes

von David Sedaris 
3,8 Sterne bei20 Bewertungen
Sprechen wirüber Eulen - und Diabetes
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Anna1991s avatar

Super, lustig und absolut lesenswert

K

Fazit: Auch wer bislang Sedaris' Kosmos noch nicht kennt, findet in "Sprechen wir über Eulen und Diabetes" schnell Zugang zu seiner Welt.

Alle 20 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Sprechen wirüber Eulen - und Diabetes"

Der ganz normale Wahnsinn ist zurück: Neues von Kultautor David Sedaris

Sein Stil wird mit dem Mark Twains verglichen. Sein Humor brachte ihm zahlreiche Preise, Grammy-Nominierungen und Nr.-1- Bestseller ein. Ob er seine Kindheit aufarbeitet – die Hölle eines amerikanischen Vorortes –, seiner Jugend nachspürt – der Versuch, der Hölle durch haarsträubende Jobs und persönlichkeitsverändernde Drogen zu entkommen – oder sich über sein Leben im englischen Wahlexil wundert: Sedaris’ Beobachtungen und Erinnerungen sind immer präzise, ernstlich überraschend und wahrhaft komisch.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453418127
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:08.12.2014

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,8 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne5
  • 4 Sterne8
  • 3 Sterne6
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Jisbons avatar
    Jisbonvor 2 Jahren
    Schwimmwettkämpfe, ausgestopfte Eulen und andere Kuriositäten

    "Sprechen wir über Eulen - und Diabetes" war mein erstes Buch von Sedaris. Darauf aufmerksam geworden bin ich durch den ungewöhnlichen Titel und das sehr schöne Cover, vor allem durch den Bezug zu Eulen. Die Inhaltsangabe klang ebenfalls interessant und so habe ich zugeschlagen, als das Buch bei Weltbild reduziert zu haben war.

    Sedaris präsentiert 26 Essays beziehungsweise Kurzgeschichten, die sich zu großen Teilen mit Ereignissen aus seinem Leben befassen. Dabei deckt er eine große Bandbreite an Themen ab, zum Beispiel Schwimmwettkämpfe in seiner Kindheit, die komplizierte Beziehung mit seiner Familie, ein Valentinstag für seinen Partner und Reisen in andere Länder. Die Erzählungen scheinen dabei sehr ehrlich zu sein - so sind auch Kapitel enthalten, in denen der Autor selbst nicht wirklich sympathisch rüberkommt und er über sein Verhalten und seine Gedanken reflektiert. Das hat mir gut gefallen, ebenso wie die Gesellschaftskritik, die mal mehr, mal weniger unterschwellig vorkommt. Man erfährt einiges über Sedaris' Ansichten und sein Leben beziehungsweise man bekommt diesen Eindruck.
    Besonders interessant fand ich die Kapitel, in denen der Autor in eine andere Rolle schlüpfte und Ansichten präsentierte, die nicht den seinen zu entsprechen schienen. Diese alternativen Sichten waren teils sehr überspitzt (wobei ich das Verhalten der fiktiven Personen leider nicht einmal unrealistisch fand) und satirisch präsentiert, was sie mit zu den besten Erzählungen gemacht hat, gerade weil sie durchaus provokativ formuliert waren.

    Insgesamt muss ich aber sagen, dass das Buch meine Vorstellungen nicht ganz erfüllt hat. . Ich habe schnell einen Zugang zu dem Werk gefunden und die einzelnen Geschichten waren unterhaltsam und es gab definitiv einige humorvolle, sarkastische und zynische Momente, aber davon abgesehen, aber im Ganzen betrachtet war "Sprechen wir über Eulen - und Diabetes" nicht so lustig, wie ich es aufgrund der Inhaltsangabe und der sehr positiven Rezensionen erwartet hatte; laut lachen musste ich kein einziges Mal. Einige Erzählungen sind dabei unbestritten besser als andere und es waren vor allem die kleineren Szenen, die mich gut unterhalten haben. So schildert der Autor beispielsweise einen Diebstahl seines Geldbeutels und betont, dass die Polizei nicht gerade kooperativ war, die Schauspieler der Crime-Serie Hawaii Five-0 aber umso mehr. Solche unterwarteten kleinen Bemerkungen sind auf jeden Fall ein starker Punkt der Essays, die sie belebt haben, ebenso wie die Erlebnisse, in denen man sich als Leser selbst wiedererkennen kann.

    Fazit:
    Wie gesagt ist das Buch nicht schlecht und ich habe es sehr gerne gelesen; der Autor hat definitiv eine ganz eigene Art, seine Gedanken und Beobachtungen in Geschichten zu verpacken und dabei sehr viel unterzubringen, ohne etwas zu beschönigen, aber der Funke ist einfach nicht übergesprungen. Deshalb "nur" 3,5/5 Sternen.
    Ein weiteres Buch des Autors werde ich bei Gelegenheit bestimmt noch lesen.

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    Anna1991s avatar
    Anna1991vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Super, lustig und absolut lesenswert
    David Sedaris und wie er die Welt sieht...
    Kommentieren0
    2
    Teilen
    lord-byrons avatar
    lord-byronvor 3 Jahren
    Was für ein Spaß


    Wer behaupten wollte, David Sedaris schreibe und veröffentliche Tagebücher, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, müsste Michelangelo einen Anstreicher nennen. Niemand versteht es besser als Sedaris, Erlebtes in Lesbares zu verwandeln – seit seinem Debüt mit »Nackt« lässt er seine weltumspannende Fangemeinde daran teilhaben, wie er die schmerzlichste Erinnerung in subtile Komik und die banalste Begebenheit in zeitlose Weisheit kleidet. Er ist sein eigener Inquisitor und Hofnarr zugleich – „der herausragende Vertreter des Mein-Leben-als-David-Sedaris-Genres“ (BRIGITTE).

    In seinem neuesten Band mit absurden Alltagsgeschichten entführt uns Sedaris unter anderem in den australischen Busch, wo allerlei Getier verborgene Ängste und längst verdrängte Erfahrungen in ihm aufleben lässt; er erzählt von einer durchzechten Nacht mit wildfremden Alkoholikern im Zug von Chicago nach New York, weiht uns ein in die Geheimnisse der französischen Kieferchirurgie und in die Abgründe des britischen Handwerkertums, verrät uns und seinem präpotenten Patenkind, wie Tagebuchschreiben funktioniert und wozu es gut ist, und lehrt uns, Eulen zu verstehen.

    Es gibt kaum ein besseres Mittel gegen schlechte Laune als die Komik von David Sedaris – in 26 Geschichten und einem Gedicht macht er voller Scharfsinn aus den kleinen und großen Dramen des Lebens einen guten Witz. (Amazon)

    Man kann einfach keine kurze Zusammenfassung über die Bücher von David Sedaris schreiben, darum habe ich mir die Zusammenfassung von Amazon geliehen. Mittlerweile habe ich alle Bücher des Autors gelesen, außer "Das Leben ist kein Streichelzoo" und das wird sicherlich auch noch hier einziehen.

    Wie auch in fast allen seiner anderen Bücher, plaudert Sedaris wieder aus dem Nähkästchen. Über seinen Freund Hugh, seine Familie, seine Kindheit, seine Reisen, seine Schwächen und Peinlichkeiten und lässt wirklich nichts aus. Ich habe mich wieder köstlich amüsiert, wenn David in seiner gewohnt schnoddrigen Art von seiner Darmspieglung erzählt. Dass man über ein ernstes Thema so lachen kann, schaffen nicht viele und Sedaris ist der Meister.

    Es fällt ihm auch nicht schwer, seine Liebe zu einem eben erst kennengelernten Libanesen mit einem Instand-Haferbrei zu vergleichen. "Binnen Minuten fertig aber genauso nahrhaft wie das Original." (Seite 143)

    Außerdem gibt es in diesem Buch auch noch 6 Kurzgeschichten und ein Gedicht, die mir auch sehr gut gefallen haben. Der Knaller war die Geschichte eines Mannes, der komplett ausrastete, weil in seinem Bundesstaat die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt wurde. Das muss man einfach gelesen haben.

    Ich bin wieder total begeistert und vergebe für "Sprechen wir über Eulen und Diabetes" 5 von 5 Punkte, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung an alle Menschen mit schwarzem Humor. Hoffentlich lässt uns der Autor nicht so lange warten, bis er ein neues Buch veröffentlicht.

    © Beate Senft

    Kommentare: 8
    33
    Teilen
    K
    Kaoskochvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Fazit: Auch wer bislang Sedaris' Kosmos noch nicht kennt, findet in "Sprechen wir über Eulen und Diabetes" schnell Zugang zu seiner Welt.
    Ein typischer Sedaris

    Mein erstes Hörbuch auf CD war "Nackt" von David Sedaris, gelesen vom Autor und von Harry Rowohlt. Es erschien 2002, und mir gefiel der Humor des Amerikaners auf Anhieb.

    Die Geschichten, die überwiegend von seiner Familie handeln, waren herrlich skurril, tragikomisch, manchmal tiefsinnig. Na ja, und Harry Rowohlt könnte mir eh das Telefonbuch von Arnis in Endlosschleife vorlesen, ich würde ihm begeistert zuhören.

    Zu "Nackt" gesellten sich dann schnell die nächsten Bücher Sedaris, "Ich ein Tag sprechen hübsch", Holidays on Ice" und "Fuselfieber", teils als Hörbuch, teils als gedruckte Ausgabe, manchmal auch beides. Dann las ich lange nichts mehr von Sedaris, bis ich jetzt über"Sprechen wir über Eulen und Diabetes", dem aktuellen Buch von David Sedaris, stolperte.

    In seinem neuesten Band mit 26 zum Teil absurden Alltagsgeschichten entführt Sedaris die Leser unter anderem in den australischen Busch, wo allerlei Getier verborgene Ängste und längst verdrängte Erfahrungen in ihm aufleben lässt; er erzählt von einer durchzechten Nacht mit wildfremden Alkoholikern im Zug von Chicago nach New York, weiht ein in die Geheimnisse der französischen Kieferchirurgie und in die Abgründe des britischen Handwerkertums, verrät seinem präpotenten Patenkind, wie Tagebuchschreiben funktioniert und wozu es gut ist.

    Sedaris' Stil ist tagebuchähnlich, und tatsächlich ist er auch ein passionierter Tagebuchschreiber, der seine und die Erlebnisse seiner Umwelt akribisch festhält, gleichsam seziert. Ich mag seine Schreibe, die sich selbst wichtig nimmt und gleichzeitig auch wieder nicht. Sedaris hat selten Scham, sich und seine Umwelt in Geschichten der Lächerlichkeit preiszugeben. Gleichzeitig ist ihm bewusst, welchen Stellenwert seine Geschichten (und seine Tagebücher) für die Nachwelt haben: Sie sind belangloses Zeug. Das ist etwas, das wohl jeder Tagebuchschreiber, jede Tagebuchschreiberin nachvollziehen kann. 

    Wie in den Büchern zuvor, schildert Sedaris in kurzen Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven seine Beobachtungen des amerikanischen oder europäischen Alltags und Erlebnisse seiner zahlreichen Reisen. Ob er seine Kindheit aufarbeitet – die Hölle eines amerikanischen Vorortes –, seiner Jugend nachspürt – der Versuch, der Hölle durch haarsträubende Jobs und persönlichkeitsverändernde Drogen zu entkommen – oder sich über sein Leben im englischen Wahlexil wundert: Sedaris’ Beobachtungen und Erinnerungen sind immer präzise, gelegentlich überraschend und komisch.

    Oft bleibt mensch aber auch das Lachen im Halse stecken, nimmt eine Geschichte eine tragikomische Wendung. Teilweise gehen die Geschichten abrupt zuende, so, als wenn der Autor nun auch nicht mehr weiß, was er eigentlich sagen möchte, oder die erforderliche Wortzahl erreicht hat und einfach aufhört zu schreiben. Das finde ich verstörend. Und als Dichter ("Sprechen wir über Eulen und Diabetes" endet mit einem Gedicht) gefällt Sedaris mir auch nicht, aber ich denke, damit können wir beide leben. 


    Fazit: Auch wer bislang Sedaris' Kosmos noch nicht kennt, findet in "Sprechen wir über Eulen und Diabetes" schnell einen Zugang zu seiner Welt, selbst in der deutschen Übersetzung von Georg Deggerich (wenngleich ich die Übersetzungen von Harry Rowohlt noch immer am Liebsten habe). 

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 5 Jahren
    Sedaris setzt uns die Brille auf - Rezension zu Sprechen wir über Eulen und Diabetes.

    Sprechen wir über Eulen und Diabetes. 

    Endlich wieder ein Buch von Sedaris. Obwohl es ja kein Roman im üblichen Sinne ist, sondern eine Art Kurzgeschichten, entstanden durch eine Art Tagebuch-Aufzeichnungen, sind sie einfach lesenswert. Denn er referiert hier humoristisch über einen Erfahrungsschatz, der auch durch das viele Reisen zu einem erzählerischen Ganzen wird.

    Allerdings muss man seinen Humor auch verstehen können und ich finde, zwingend einen vorherigen Einblick in seine Psyche getan zu haben. Denn wer kann schon über Darmspiegelungen hemmungslos sich auslassen oder auf absurde Weise England vom Müll befreien wollen, in dem er selbst stundenlang die Büsche und Straßengräben durchkämmt. Es hat schon was von Pedanterie im gewissen Sinne.

    Seine Beobachtungsgabe ist einfach klasse, das dann auch noch so auf Papier zu bringen, das der Leser die Leute auch vor sich sieht, kann nicht jeder Schriftsteller von sich behaupten.

    Aber auch seine melancholische und sensible Seite kommt in seinen Geschichten immer wieder zum Tragen. Sein Vater, der ihn schon als Kind nicht akzeptieren kann oder will. Ihm das aber auch ständig auf’s Brot schmiert. Er muss mit einigen Widrigkeiten fertig werden. Wäre das nicht so, würden wir nicht über seine Geschichten staunen, lachen und uns Gedanken machen. Weiter so, es braucht nie enden.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    Anidays avatar
    Anidayvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Sarkastisch und schwarzhumorig. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und einige der Geschichten geben zudem viel Stoff zum nachdenken!
    Kommentieren0
    Tuistos avatar
    Tuistovor 3 Monaten
    SunCheekss avatar
    SunCheeksvor 10 Monaten
    AnnieHalls avatar
    AnnieHallvor einem Jahr
    Malajubes avatar
    Malajubevor 2 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks