Wer's findet, dem gehört's

von David Sedaris 
3,8 Sterne bei9 Bewertungen
Wer's findet, dem gehört's
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Mal was anderes

StMoonlights avatar

Etwas trocken, aber ansonsten sehr interessant einmal durch die Augen des Autors zu blicken.

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Inhaltsangabe zu "Wer's findet, dem gehört's"

In Wer's findet, dem gehört's gewährt Sedaris der Welt zum ersten Mal Einblick in seine privaten Aufzeichnungen. Eine persönliche Erzählung davon, wie ein drogensüchtiger Schulabbrecher mit einer Schwäche für billige Pfannkuchen und dem Talent, jeden Job zu verlieren, zu einem der lustigsten Menschen auf dem Planeten wurde.
Seine Tagebücher illustrieren, dass Sedaris - mit seinem scharfen Blick für das Bizarre, das Schöne und das Unbequeme und mit seiner Großherzigkeit, die nicht einmal sein misanthrophischer Sinn für Humor ganz verbergen kann - zu einem der besten Beobachter unserer Welt gehört.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453422902
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:608 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:11.02.2019

Rezensionen und Bewertungen

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    herrzetts avatar
    herrzettvor 4 Monaten
    Vom Überleben, Kunst und Bedeutungslosigkeit - aus den Tagebüchern des David Sedaris

    David Sedaris, ein Name, mit dem ich bisher noch nicht allzu viel anfangen konnte, doch das Buch "Wer's findet, dem gehört's - Meine Tagebücher und ich" hatte irgendwie sofort meine Aufmerksamkeit. Vielleicht lag es wie so häufig an dem recht aufmerksamkeitsstarken Cover. Vielleicht, aber auch einfach an dem Titel und meiner generellen Faszination für Menschen. Sedaris, so musste ich feststellen, ist jedenfalls ein sehr interessanter Mensch. Ich könnte nun beinahe das ganze Buch zitieren, um auf seine recht direkte Art und Ansichten zu belegen, doch irgendwie ginge dann der Sinn des Buches, welches unbedingt gelesen werden möchte, verloren. Hierzu muss man sagen, "dass es sich um meine (Sedaris) Textauswahl handelt. Von grob acht Millionen Wörtern, die ich seit dem 5. September 1977 per Hand oder Maschine in mein Tagebuch geschrieben habe, ist hier nur ein kleiner Teil wiedergegeben." Und damit ist es der erste Band seines notierten Lebens von 1977 bis 2002 gemeint, der in diesem Buch zutragen kommt. Thematisiert werden nicht nur alltägliche Beobachtungen. Neben seinem eigenen Alkohol- und Drogenkonsum, Existenznot und Aufs und Abs seines Lebens geht es hier um ganz viel persönliche Offenheit. Vielleicht auch ein Hauch Distanziertheit zu sich selbst.

    "13.Januar 1986 - Chicago
    Ich versuche, so wenig Geld wie möglich auszugeben. Ohne Einkünfte bleibt mir nichts anderes übrig, also habe ich heute [...] ein Stück Fiesta-seife gekauft, die furchtbar ist, aber nur 20 Cent kostet. Ich habe mich gestern Abend damit gewaschen und rieche noch heute wie einer dieser Duftsteine in den Pissoirs an der Tankstelle."

    Es erinnerte mich ein bisschen an die "Stadt der Feen und Wünsche" von Leander Steinkopf, nur in kürzer bzw. auf einzelne, kleine Abschnitte je Tag komprimiert ohne den Eindruck einer Geschichte zu erwecken. Alle Einträge funktionieren super einzeln, dennoch durchlaufen sie einen roten Faden und bilden das Leben des David Sedaris, komplett ungeschönt, direkt und persönlich ab. Sedaris selbst geht nicht einmal davon aus, dass man es von Anfang bis Ende lesen sollte und vergleicht es bereits im Vorwort mit einem College-Jahrbuch oder eine Witzesammlung, nur dass es sich hier eben um einzelne Tage handelt. Es ist so herrlich nüchtern, bewusst, so real. Er selbst beschreibt es einmal ganz schön mit einem Zitat aus der Village Voice am 15. März 1991 "Der aus North Carolina stammende David Sedaris liest aus seinen verschrobenen, urkomischen Geschichten und Tagebüchern, beißende Sozialsatire, gemildert durch einen klaren Blick für die Komik menschlichen Verhaltens." Gut, das Vorlesen muss man sich in diesem Fall nun denken. 
    Ich für meinen Teil mochte dieses Buch sehr. Außerdem, hier ein Einschub meiner Gedanken, fehlt auf Seite 266 die Seitenzahl, dies macht sie irgendwie existent und dann auch wieder nicht. Ich fragte mich sogar eine ganze Weile ob dies Absicht sei oder einfach nur ein blöder Zufall und man musste irgendwo in dieser Ausgabe Zahlen einsparen. Man weiß es nicht, aber auch das passt irgendwie hervorragend zu diesem Buch eines Überlebenskünstlers.

    "13.September 1998 - La Bagotiere
    ... Die Lehrerin möchte einen Text über die Zukunft, etwas in der Art von "Eines Tages werde ich reich und berühmt sein". Aber das ist Kinderkram. Stattdessen schrieb ich: "Eines Tages werde ich sehr alt sein und in einem Pflegeheim leben. Ohne Zähne, kahlköpfig und verschrumpelt werde ich jede Nacht dreimal wach werden und mithilfe einer Pflegerin zur Toilette gehen. Ich werde nur noch Haferschleim essen und einmal im Monat in lauwarmem, trüben Wasser baden..."

    Und doch hab ich es an einem Stück gelesen bzw. im zweiten Abschnitt oftmals hin und her und wieder zurück geblättert und mich stets gut unterhalten gefühlt. Nun möchte ich mehr und bin gespannt, was der gute Herr, denn sonst noch so fabriziert hat. Ich hab ihn dann jetzt gefunden.
    P.s. Den englischen Titel "Theft by Finding" finde ich irgendwie in diesem Fall nicht nur schöner, sondern auch treffender, aber das ist dann auch wieder nur meine Meinung.


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    Almenavor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Mal was anderes
    Wer's findet dem gehörts

    Klappentext:


    »Wer anderer Leute Tagebücher liest, der bekommt, was er verdient.« David Sedaris. In "Wer's findet, dem gehört's" gewährt Sedaris der Welt zum ersten Mal Einblick in seine privaten Aufzeichnungen - eine persönliche Erzählung davon, wie ein drogensüchtiger Schulabbrecher mit einer Schwäche für billige Pfannkuchen und dem Talent, jeden Job zu verlieren, zu einem der lustigsten Menschen auf dem Planeten wurde. Die meisten Tagebücher - sogar die großer Schriftsteller - sind unvorstellbar dröge, weil sie von Gefühlen, Träumen, dem Innenleben handeln. Sedaris' Tagebücher sind einzigartig, weil sie sich nach außen wenden. Er erklärt uns nicht, wie sich die Welt für ihn anfühlt, er zeigt uns die Welt, und damit auch, was ihn wirklich ausmacht. "Wer's findet, dem gehört's" belegt, dass Sedaris - mit seinem scharfen Blick und offenen Ohr für das Bizarre, das Schöne und das Unbequeme und mit seiner Großherzigkeit, die nicht einmal sein misanthrophischer Sinn für Humor ganz verbergen kann - zu einem unserer besten Beobachter gehört.


    Meinung:

    Der Autor gibt uns eine Chance sein Tagebuch zu lesen. Er veröffentlicht viele seiner Einträge. Es sind aber keine normalen und üblichen Einträge. Die wirken emotionslos. Neutral. 

    Er schreibt sehr trocken und nüchtern trotzdem ist es interessant die Welt aus anderen Augen zu sehen.


    Fazit:

    Es ist nur interessant wenn man gerne Tagebücher liest und trockenen Humor mag.

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    Haverss avatar
    Haversvor 4 Monaten
    Ein empfehlenswertes Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann!

    Es ist kein gerader Weg, der den amerikanischen Autor dorthin geführt und zu dem gemacht hat, der er heute ist. Viele Jobs der unterschiedlichsten Art, viele Stationen auf seinem Lebensweg waren nötig, um dorthin zu bringen, wo er heute steht. Und immer wieder hat er über die Jahre diese verschlungenen Wege, seine Erlebnisse und Empfindungen in Aufzeichnungen reflektiert, an denen seine Leser in „Wer’s findet, dem gehört’s“ Anteil nehmen können.

    Tagebuch schreibt Sedaris seit über vierzig Jahren, es gibt also ein riesiges Reservoir, aus dem er schöpfen kann. Bereits der Untertitel „Meine Tagebücher und ich“ lässt vermuten, dass uns hier nicht chronologisch die in Tagebüchern üblichen Beschreibungen der täglichen Petitessen eines Autors erwarten, wobei diese aber durchaus auch Erwähnung finden. Sedaris betreibt keine selbstverliebte Nabelschau, wie sie so oft in persönlichen Aufzeichnungen zu finden ist, noch suhlt er sich in seinen unglücklichen Momenten. Nein, er lenkt den Blick des Lesers nach außen und findet, wie man es bereits aus seinen früheren Veröffentlichungen kennt, selbst im banalen Alltäglichen eine absurde Komponente. Er teilt mit uns seine Sicht auf die Welt, und dass er ein exzellenter Beobachter ist, wird schon nach wenigen Seiten klar.

    Sedaris erzählt von seinem persönlichen Umfeld, aber auch von den verschiedenen Stationen seines Werdegangs als Autor. Er zeigt uns seinen Blick auf die Welt, schildert Beobachtungen des Alltäglichen. Und bereits mit dem, was ihm erwähnenswert scheint, gewährt er dem Leser Einblicke in das, was ihn als Person ausmacht. Seine Schilderungen sind sachlich, nie wertend, oft minimalistisch und bizarr, aber/und gerade deshalb mit dem ihm eigenen Humor gespickt.

    Wer Seadris und seine ungewöhnliche Sicht auf den Alltag und das Leben schätzt, wird mit „Wer’s findet, dem gehört’s“ bestens bedient und unterhalten. Ein empfehlenswertes Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann!

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    StMoonlights avatar
    StMoonlightvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Etwas trocken, aber ansonsten sehr interessant einmal durch die Augen des Autors zu blicken.
    Tagebuch der Beobachtungen

    Ein Tagebuch kennt wohl jeder – und auch diesen Reiz, in
    fremden Tagebüchern zu blättern. David Sedaris versteckt seine Beobachtungen nicht, sondern veröffentlicht sie ganz einfach. Ich rechnete damit, „normale“ Tagebucheinträge vorzufinden. Eben über Dinge, die der Autor erlebt hat, die ihn bewegen.

    Aber nein, dieses Tagebuch ist wesentlich spannender. Statt langweiliger Gefühlsduselei hat Sedaris seine Beobachtungen aufgeschrieben. Egal, ob er mitbekommen hat, wie die Bedienung im Restaurant belästigt wurde, einem Telefongespräch in der U-Bahn gelauscht hat oder sein Nachbar sich die Scheibe an seinem
    Wohnzimmerfenster platt gedrückt hat. Eine tolle bunte Mischung, die nicht nur sehr interessant ist, sondern mir, durch den flüssig-bildlichen Schreibstil, immer das Gefühl gab, direkt dabei zu sein.

    Interessanterweise schreibt der Autor hier nicht auf humorvolle Art, sondern nüchtern und trocken. (Vermutlich denkt man beim
    Tagebuchschreiben auch eher nicht daran, dass das mal jemand anderes liest. ;)), dennoch tut es dem Werk keinen Abbruch. Das Stöbern macht Spaß, denn die Beiträge (chronologisch sortiert und mit Datumsangabe versehen) lassen sich in beliebiger Reihenfolge lesen. Einfach irgendwo aufschlagen und sehen, was der Tag so brachte.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein ganz eigener Humor und nüchtern geschildert. Für jeden, der das mag, eine absolute Empfehlung von mir.
    Nüchtern und mit einem ganz eigenen Humor geschrieben.

    Klappentext:
    Davis Sedaris gewährt der Welt zum ersten Mal Einblick in seine privaten Aufzeichnungen - eine persönliche Erzählung davon, wie er sich von einem drogensüchtiger Schulabbrecher zu einem großen Autor entwickelt hat. 


    Die meisten Tagebücher - sogar die großer Schriftsteller - sind unvorstellbar dröge, weil sie von Gefühlen, Träumen, dem Innenleben handeln. Sedaris' Tagebücher sind einzigartig, weil sie sich nach außen wenden. Er erklärt uns nicht, wie sich die Welt für ihn anfühlt, er zeigt uns die Welt, und damit auch, was ihn wirklich ausmacht.


    David Sedaris ist auch in seinen vorherigen zehn Werken, die sich größenteils mit seiner persönlichen Geschichte beschäftigen, ein sehr humoristischer Autor. Neben seinem Autorendasein ist er ein leidenschaftlicher Radiomoderator. Mit seinem Buch "Nachtprogramm" hat er die Bestsellerliste der New York Times erklommen, 2001 wurde er mit dem Preis "Humorist of the Year" ausgezeichnet.


    Ich habe das Hardcover mit 608 Seiten gelesen, das kostet 25,00€, die Kindle-Edition ist für 19,99€ erhältlich. Veröffentlicht wurde das Buch am 18.09.2017 im Karl Blessing-Verlag.


    Bereits im Vorwort erwähnt der Autor, dass er in dem Buch nur einen kleinen Teil der Einträge veröffentlicht hat, die er geschrieben hat. Ob das dem Umfang zuzuschreiben ist, oder einen anderen Grund hat, wird nicht erklärt. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt, im Gegenteil. Mir haben die Einträge mehr als ausgereicht, um die persönliche Entwicklung des Autors sehr gut verfolgen zu können, was mir sehr gut gefallen hat. Mein Wunsch danach war der Grund, wieso ich dieses Buch unbedingt lesen wollte und diesbezüglich auch nicht enttäuscht wurde.


    Die Texte sind keine Tagebucheinträge, wie man sie kennt, wenn Ereignisse gefühlsmäßig ausgearbeitet werden, sondern er beschreibt alles, was er in seiner Umwelt wahrnimmt. Das können Gespräche, Beobachtungen, Begegnungen, oder eigene Erlebnisse sein. 


    Der Schreibstil ist sehr nüchtern und trocken, was dem Humor meiner Meinung nach keinen Abbruch tut, mir haben seine Einträge sehr gut gefallen. Sie haben mir zu jeder Zeit ermöglicht, die Welt aus seinen Augen zu sehen, was ich großartig fand, ich habe das Buch sehr gerne zur Hand genommen. Dadurch, dass er so nüchtern und aus seiner Sicht geschrieben hat, sind seine Erlebnisse allerdings teilweise erschreckend deutlich, mit so etwas muss man umgehen können.


    Für Leser, die einen trockenen Humor und Lebensberichte mögen, eine absolute Empfehlung.







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    blaues-herzblatts avatar
    blaues-herzblattvor 4 Monaten
    H
    hansivoglvor 5 Monaten
    Valentina75s avatar
    Valentina75vor 8 Monaten
    Klavierissimos avatar
    Klavierissimovor 8 Monaten

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