Kurzmeinung
Mit respekvollem Verständnis für den Menschen J.D. Salinger geschrieben.
Bewertung in Sternen
5 von 5 Sternen
Inhalt
Viele Menschen sehen in ihm nur das, was sie nach der Lektüre von "Der Fänger im Roggen" in ihm sehen wollen ...
Aber J.D. Salinger war mehr als der Erschaffer von Holden Caulfield.
Viele Fanatiker, die sich mit seinem Leben beschäftigt haben, mögen in ihm ein verhaltensgestörtes Arschloch sehen, das bis ins hohe Alter Affären mit deutlich jüngeren Frauen hatte ...
Aber das Herz dieses Veterans des zweiten Weltkriegs hatte ein Recht darauf, sich von der Gesellschaft abzuwenden, nach allem, was es empfinden musste.
Viele Informationen zu seinem Leben hat er uns nach seinem Tod 2010 nicht hinterlassen ...
Aber es gibt Zeitgenossen, die ihn uns gerne näher vorstellen möchten - durch Interviews, Briefe und vielerlei Bilder.
Meinung
Wenige Menschen können sich vorstellen, was es bedeutete Soldat im zweiten Weltkrieg zu sein ...
Shane Salerno und David Shields gelingt es schon im Vorwort selbst den Desinteressiertesten mitten ins Gefecht mit hineinzuziehen und ihn nicht mehr loszulassen.
Wenigen Biographen gelingt es, den Leser so mitten ins Leben einer Person zu ziehen, dass man wirklich glaubt, Teil des Geschehens zu sein ...
Durch die chronologische Anordnung der "Zeugenaussagen" und Dokumente haben die Autoren dieses Meisterwerks genau das möglich gemacht.
Wenige Autoren nutzen die Möglichkeit, dem Leser Wissen zu vermitteln, das über den puren Lebenslauf eines Menschen hinausgeht ...
Hier haben wir es nicht nur mit einem breiten Spektrum an Themen zu tun - jedes einzelne Thema wird auch noch so eindrucksvoll erzählt, dass man die Bilder im Kopf wohl niemals vergisst.
Wenige bekannte Persönlichkeiten der heutigen Zeit erzählen uns in diesem Buch etwas über J.D. Salinger ...
Die Recherche der Autoren ging aber tatächlich so weit, dass auch Prominente wie Edward Norton und Jake Gyllenhaal zu Wort kommen.
Wenige Male melden sich bei diesem Werk die Biographen selbst zu Wort ...
Dass sie sich nicht wie manch anderer Biograph in den Vordergrund schleichen, um mit Fachausdrücken und aufdringlicher Demonstration der eigenen Schreibkünste selbst zu glänzen, ist unglaublich sympathisch.
Wenig Negatives darf sich in diese Rezension schleichen ...
Aber auf die Verwirrung, die manchmal innerhalb der Zeitensprünge (vor Allem auch durch die "Gespräche mit Salinger"" ensteht, möchte ich trotzdem ganz leise aufmerksam machen.
Fazit
Einfach die beste Biographie, die ich jemals gelesen habe!!!






