David Szalay

 3.9 Sterne bei 10 Bewertungen

Alle Bücher von David Szalay

Was ein Mann ist

Was ein Mann ist

 (8)
Erschienen am 19.02.2018
The Innocent

The Innocent

 (0)
Erschienen am 05.07.2011

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czytelniczka73s avatar

Rezension zu "Was ein Mann ist" von David Szalay

Männer auf der Suche...
czytelniczka73vor 2 Monaten

Inhalt:

" Ob es der Teenager auf einer Interrail-Reise ist oder der in den Süden ausgewanderte Rentner: James und acht weitere Männer im Alter von siebzehn bis siebzig, unterwegs irgendwo in Europa, müssen sich beweisen, mit Frauen oder woran sie sich sonst klammern. Sie würden gerne stark sein. Meist aber sind sie feige, unbeholfen, eitel, wenn nicht gar widerwärtig. Und doch auch bemitleidenswert und zerbrechlich in ihrer verspäteten Reumütigkeit. Mit einzigartiger Raffinesse und Ironie dringt Szalay, der neue Star der britischen Literatur, mit seinem Roman in die wenig erkundete Psyche des modernen Mannes."


Meinung:

Neun Kurzgeschichten ,die alle irgendwo in Europa spielen und einen männlichen Protagonisten haben.Ich bin kein großer Kurzgeschichten Freund,da mir meistens da die Tiefe fehlt,die eine komplexe ,sich langsam entwickelte Geschichte hat,aber die Inhaltsangabe hat mich einfach überzeugt.Nur leider war das für mich keine freudige Überraschung,weil mich die Lektüre überhaupt nicht fesseln konnte und ich das Ganze nur halb so interessant fand,wie ich mir das nach dem Klappentext vorgestellt habe.Von den neun Geschichten haben mich nur zwei thematisch angesprochen,die restlichen fand ich ziemlich belanglos und teilweise sogar langweilig.Die Episoden,die in den Geschichten erzählt wurden waren für mich gar nicht pragnant oder erwähnungswert.Obwohl man die persönlichen Gedanken kennt,blieben mir die Figuren trotzdem fremd.Klar ist nur,dass sie alle einsam ,unglüclich und auf der Suche sind,wobei sie selbst nicht wissen was sie suchen sollen.Für mich war das sehr deprimirendes Leseerlebnis und ein langweiliges,weil der distanzierter,trockener Schreibstil mir nicht gefallen hat.Eindeutig nicht  mein Fall.

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W

Rezension zu "Was ein Mann ist" von David Szalay

Es sind zärtliche und warmherzige Porträts durchweg einsamer Männer
WinfriedStanzickvor 3 Monaten



In seinem in England nach seinem Erscheinen 2016  hochgelobten Buch „Was ein Mann ist“ begibt sich der Schriftsteller David Szalay auf die Suche nach dem, was männlich ist.
Dabei porträtiert er mit entsprechenden unterschiedlich langen Geschichten insgesamt neun Männer im Alter von siebzehn  bis siebzig Jahren. Von April bis Dezember stellt er jeden Monat einen von ihnen vor. Sie leben irgendwo in Europa, und jeder ist jeweils einige Jahre älter als der vorherige. Sie und ihre Lebensgeschichten haben nichts miteinander zu tun und doch ähneln sie sich.

Alle verbindet, und wer kennte das nicht als Mann, dass sie permanent denken, sich beweisen zu müssen, entweder mit oder vor Frauen oder mit anderen Dingen, an denen sie hängen oder denen sie verfallen sind. Alle eint, und auch das kennt jeder Mann, dass sie gerne stark sein würden, vor und für sich selbst, hauptsächlich aber um andere zu beeindrucken. Stärke als Identitätselixier, als Selbstbestätigungsdroge, von der sie nicht lassen können. Aber die meisten der Männer sind feige. Sie stolpern unbeholfen durch ihr Leben, sind eitel, manche sogar regelrecht widerwärtig und abstoßend.

Und doch habe ich bei fast allen neun porträtierten Männern aller Altersstufen so etwas gespürt wie Mitleid, ich fühlte mich ihnen in manchen Dingen nah in ihrer reumütigen Zerbrechlichkeit.

Bei etlichen Männern, die Szalay beschreibt, hat man den Eindruck, er kennt sie aus irgendeiner Phase seines eigenen Lebens sehr genau.  Es sind übrigens genau die, bei denen bei mir immer wieder eine Lampe der Erinnerung aufblitzte, ich eine Art verfremdetes Deja-Vu erlebte. Anderen Charakteren indes, die von seiner eigenen Lebenswirklichkeit und  Biographie weit weg sind, nähert Szalay sich mit einer bewundernswerten Virtuosität und Einfühlsamkeit.

Es sind zärtliche und warmherzige Porträts durchweg einsamer Männer. Sie kämpfen um Liebe, hadern mit ihrer Vergänglichkeit, verachten  ihre Schwächen und lassen sich immer wieder verführen von ihrer eigenen Eitelkeit.

Man könnte sagen, für Szalays Protagonisten findet sich ihr Mannsein in ihren Krisen und ihrem Umgang damit. Männer geraten in Krisen, wenn sie es nicht schaffen, mit den Veränderungen, mit denen sie das Leben konfrontiert, Schritt zu halten.  Manchmal kommen sie, sich selbst neu erfindend, wieder heraus, andere zumindest dämmert die Erkenntnis, dass sie genau das „eigentlich“ tun müssten.
Szalays Porträts sind Geschichten, die quasi im Schnelldurchgang sich an einer Psychoanalyse des modernen Mannes versuchen. In diesem Buch können Männer, so wie der Rezensent es für sich beschrieben hat,  sich wiedererkennen. Und Frauen, falls sie das Buch lesen, können Männer besser kennenlernen.



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tonkss avatar

Rezension zu "Was ein Mann ist" von David Szalay

Neun Geschichten, von der jede ihren ganz eigenen Sog entwickelt.
tonksvor 4 Monaten

Ich hatte null Erwartungen und es hat mir wirklich richtig gut gefallen! Es ist ein bisschen ein Zwischenschnitt aus Roman und Kurzgeschichtensammlung, da es neun unabhängige Episoden sind, mit jeweils einem männlichen Hauptdarsteller, jeweils 5 bis 10 Jahre älter als der vorhergegangene. Sehr empfehlenswert!

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