David Vann

 3,9 Sterne bei 137 Bewertungen
Autor von Im Schatten des Vaters, Dreck und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Vann

Hier fehlt noch ein Lebenslauf.

Alle Bücher von David Vann

Cover des Buches Im Schatten des Vaters (ISBN: 9783518463314)

Im Schatten des Vaters

 (32)
Erschienen am 12.03.2012
Cover des Buches Dreck (ISBN: 9783518465332)

Dreck

 (28)
Erschienen am 14.07.2014
Cover des Buches Die Unermesslichkeit (ISBN: 9783518464380)

Die Unermesslichkeit

 (23)
Erschienen am 20.05.2013
Cover des Buches Aquarium (ISBN: 9783518425367)

Aquarium

 (20)
Erschienen am 27.03.2016
Cover des Buches Goat Mountain (ISBN: 9783518466469)

Goat Mountain

 (17)
Erschienen am 10.01.2016
Cover des Buches Momentum (ISBN: 9783446265943)

Momentum

 (3)
Erschienen am 09.03.2020
Cover des Buches Dreck (ISBN: B00D97H2PW)

Dreck

 (4)
Erschienen am 07.06.2013
Cover des Buches Aquarium (ISBN: 9783941004764)

Aquarium

 (2)
Erschienen am 22.03.2016

Neue Rezensionen zu David Vann

Cover des Buches Goat Mountain (ISBN: 9783518466469)
GAIAs avatar

Rezension zu "Goat Mountain" von David Vann

Eine Beschreibung männlicher Gewalt
GAIAvor einem Jahr

Der Inhalt dieses Buches ist schnell erzählt. Ein Ich-Erzähler erinnert sich aus seinem Erwachsenenleben heraus an vier Tage Jagdausflug im Alter von 11 Jahren mit seinem Vater, Großvater und einem Freund der Familie. Die Mutter ist kurz nach der Geburt abgehauen, eine Großmutter scheint es auch nicht mehr zu geben. Hier existieren nur Männer unter sich. Und das mit vielen Aggressionen und Gewalt untereinander. Aus der Widmung zu Beginn des Romans und der Danksagung lässt sich schließen, dass der Autor hier zwar nicht autobiografisch berichtet, aber doch viele Eindrücke aus seiner Familie hat einfließen lassen. Der Autor hat Cherokee-Vorfahren, die jedes Jahr auf ihrem Land bei Goat Mountain in Kalifornien zur Jagd gingen.

Aus dem reinen Romantext geht dann jedoch kaum mehr eine Verbindung zu den Cherokee hervor. Es wird nur einmal benannt, dass schon alle Generationen vor dem Jungen auf diesem Land jagten und es im Alter von 11 Jahren nun seine Initiation werden soll, bei welcher er erstmalig selbst ein Tier töten darf. Doch schon zu Beginn zeigt sich eine scheinbar soziopathische Ader im Jungen, denn dieser erschießt kurzerhand auf Entfernung einen Mann, der auf dem Land der Familie wildert. Reue zeigt er nicht, vielmehr Freude an der Erfahrung des Tötens. Und diese Gewalttätigkeit scheint nicht von irgendwo herzukommen, sondern tief in der Familie zwischen den Männern verankert zu sein.

Über den sich in die Länge streckenden Text hinweg ziehen sich nun Bibelverweise, die die geerbte und unausweichliche Gewalttätigkeit des Menschen/Mannes belegen sollen. Daneben quatscht der Großvater wirres philosophisches Zeug zwischenrein. Es wird sich durch die Wildnis gekämpft und einfach weiter zur Jagd gegangen, obwohl man eine Leiche (den Wilderer) im eigenen Camp wie ein Stück Wild aufgehängt hat, es wird sich geprügelt, gewürgt, zurückgelassen, aufeinander geschossen. Gedankengänge der Natives finden sich nicht im Roman. Ein Widerspruch zu den Bibelpassagen, da zumindest der Großvater (der Roman spielt in den 1970ern) noch anders aufgewachsen sein sollte. Dieser fehlende oder ausgeblendete Aspekt stößt mir neben dem Gewaltexzess besonders komisch auf. Auch an die Schreibe muss man sich erst einmal gewöhnen. Sehr reduziert bestehen manche Sätze eigentlich nur aus Stichpunkten, ganz ohne Prädikat. Man kann sich durchaus daran gewöhnen, aber ohne daraus ein besonders interessantes Lektüreerlebnis zu machen.

So bleiben ohne sprachliche Raffinessen nur die Fragezeichen im Kopf zurück nachdem das Buch beendet ist. Warum habe ich diese vier Tage miterleben müssen? Was für ein Mensch aus dem Kind geworden ist, geht aus dessen Schilderungen nicht hervor. Psychologische Tiefe gibt es meines Erachtens nicht ausreichend. Man erfährt höchstens zu was (aber nicht warum) der Mensch fähig ist. Dadurch verliert das Buch für mich an inhaltlicher Relevanz. Schade, da hätte es mehr Potenzial gegeben.

So kann ich nur mit einem Zitat aus dem Roman enden, welches vielleicht schon heraufbeschwört, dass es in dieser Geschichte keine abschließende, klare Moral zu finden gibt: „Wir fuhren aus dem Sumpf heraus, in Goldkiefern hinein, wo Tom einmal einen Spießer verwundet hatte, eine Geschichte, an die wir uns beim Vorbeifahren alle erinnerten, eine Geschichte, wie üblich, mit einer Moral, allerdings einer unklaren.“

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Cover des Buches Aquarium (ISBN: 9783518425367)
N

Rezension zu "Aquarium" von David Vann

spannend, tragisch, wieder eine zerrüttete Familie bei David Vann
Neeeelevor 2 Jahren

Die 12jährige Caitlin geht jeden Tag nach der Schule in das öffentliche Großaquarium, um dort zu warten bis sie von ihrer Mutter abgeholt wird. Sheri, Caitlins Mutter, ist alleinerziehend und arbeitet hart und viel im Containerhafen um sie beide durchzubringen. So hat sie nicht viel Zeit für Caitlin. Caitlin liebt jedoch die Fische und ist gern im Aquarium. Eines Tages lernt sie dort einen älteren Mann kennen, der die Fische und die Unterwasserwelt ebenso liebt. Als Shari davon erfährt will sie es unbedingt verhindern, dass dieser Mann ihre Tochter weiterhin trifft. Caitlin aber möchte ihren neuen Freund nicht verlieren, hat sie doch nun endlich jemanden gefunden der für sie da ist, die gleichen Interessen hat und sich um sie kümmert wenn ihre Mutter nicht für sie da sein kann. So spitzt sich die Lage mehr und mehr zu, bis sie sich in einer großen Eskalation entlädt.

David Vann ist ja für seine explosiven Familiengeschichten berühmt. Er verarbeitet oft seine eigene schwere Kindheit und den Selbstmord seines Vaters als David 13 Jahre alt ist in seinen Büchern. Auch in diesem Buch geht es wieder um eine völlig zerrüttete Familie, um alte Verletzungen und Narben. Anders als in seinen sonstigen Büchern finden wir in diesem Buch am Ende aber auch ein wenig Hoffnung und Zuversicht.

Dieses war mein zweites Buch von David Vann und mit Sicherheit nicht mein letztes. Man muss sicherlich in Stimmung sein für die Bücher von David Vann und es ist meist nichts für schwache Nerven, aber ich mag seinen Schreibstil sehr gern und kann auch dieses Buch wieder empfehlen.

Eine Sache, welche ich jetzt aber nicht spoilern möchte, hat mir nicht so gut gefallen und war für mich nicht notwendig. Da hätte ich mir einen anderen Grund gewünscht um das Buch aufzulösen. Ist aber keine große Sache und letztlich kann ich damit leben und es tut meinem Lesevergnügen keinen Abbruch.

4,5*/5*

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Cover des Buches Die Unermesslichkeit (ISBN: 9783518464380)
N

Rezension zu "Die Unermesslichkeit" von David Vann

Ein Abwärtsstrudel von ungeheurer Wucht
Neeeelevor 2 Jahren

Dieses Buch entführt uns in die eisige Weite Alaskas und gleichzeitig in die eisigen Schatten einer zerbrochenen Ehe.
Irene und ihr Mann Gary sind dabei eine Hütte auf einer, die meiste Zeit unbewohnten, Insel vor Alaska zu bauen. Diese Hütte ist Garys Lebenstraum. Gary hat schon viele Projekte begonnen, meist ungeplant und so später wieder abgebrochen weil es ihn nicht zu seinem Ziel führte. Diese Hütte aber will er um jeden Preis bauen, wohl wissend, dass dies ein schwieriges Unterfangen wird. So setzt er alles daran den Bau umzusetzen.
Irene ist mit dem Bau der Hütte eigentlich gar nicht einverstanden. Sie möchte nicht in der Einsamkeit leben und sie möchte nicht abhängig von ihrem Mann Gary sein. Zwar möchte sie wieder näher zu Gary finden, da sie befürchtet von ihm verlassen zu werden. So hilft sie Gary widerwillig beim Bau der Hütte obwohl sie weiß, dass es nicht gut ist, nicht die richtige Zeit und dass sie so nicht wird leben können.
So endet dieses Unterfangen in einer großen Tragödie.

Im zweiten Handlungsstrang der Geschichte geht es um Rhoda, die Tochter von Gary und Irene. Sie steht kurz vor der Hochzeit mit Jim und auch sie muss sich die Frage stellen, ob es Liebe ist zwischen Jim und ihr oder doch eher nur Pragmatismus.

Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist spannend geschrieben in einem Schreibstil der mir flüssig und leicht verständlich war. Man wollte immer weiter lesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Trotz der Beschreibungen der rauhen Landschaft, des eisigen Wetters und des nahenden Winters war es an keiner Stelle langatmig. Mit Spannung und dramatischen Wendungen erfahren wir als Leser von der schon lange gescheiterten Beziehung von Gary und Irene und der ungesunden Beziehung von Rhoda und Jim. Dadurch, dass wir direkt in die Gedanken der Protagonisten schauen, kommen wir ihnen unheimlich nahe.
Ein Abwärtsstrudel von ungebremster Wucht.

4,5*/5*

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