David Vann Im Schatten des Vaters

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Inhaltsangabe zu „Im Schatten des Vaters“ von David Vann

Eine abgelegene Insel im südlichen Alaska, die nur per Boot oder Wasserflugzeug zu erreichen ist, mit nichts in Sicht außer wilden Wäldern und schroffen Bergen. Hier hat Jim eine Holzhütte gekauft, um dort ein Jahr mit seinem dreizehnjährigen Sohn Roy, den er kaum kennt, alleine zu leben. Aber Jim ist jämmerlich unvorbereitet auf das Leben in der Wildnis: auf Bären, peitschenden Regen und Schnee und vor allem auf die Einsamkeit. Nachts muß der zunehmend verschreckte Roy das verzweifelte Schluchzen seines Vaters mitanhören. Roy will nichts als fort von der Insel, aber er fürchtet sich vor dem, was passiert, wenn er geht. Und so bleibt er, bis das Schicksal des Vaters und sein eigenes mit einem erschütternden Ereignis besiegelt ist. Mit dieser unvergeßlichen Geschichte über ein verheerendes Abenteuer tief in der Wildnis von Alaska ist David Vann eine bemerkenswert scharfsichtige Darstellung der komplizierten und spannungsgeladenen Beziehung zwischen Vätern und Söhnen gelungen. Er hat sich damit einen festen Platz unter den besten jungen amerikanischen Autoren erobert. Sein Roman wurde unter anderem mit dem Grace Paley Prize, dem California Book Award, dem Prix des Lecteurs de L'Express, und dem Prix Medicis Étranger ausgezeichnet.

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  • Im Schatten des Vaters

    Im Schatten des Vaters
    vanjarvis

    vanjarvis

    12. April 2015 um 14:46

    Der 13-jährige Roy soll ein Jahr allein mit seinem Vater Jim auf einer einsamen Insel in Alaska verbringen – in einer baufälligen Holzhütte, die Jim gekauft hat, mitten in der Wildnis zwischen Bergen und Wäldern und Schnee. Roy wächst eigentlich bei seiner Mutter auf, getrennt von Jim, und hier sollen Vater und Sohn sich besser kennenlernen. Doch die beiden reden kaum miteinander, konzentrieren sich auf die Vorbereitungen für den Winter, versacken in der kühlen Einsamkeit, und nachts hört Roy, wie sein Vater sich in den Schlaf weint. Eine Novelle über eine Vater-Sohn-Beziehung, die einen in der ersten Hälfte langsam, fast schleppend, nach unten zieht, um einem dann, wenn man am Boden angekommen ist, mitten ins Gesicht zu treten. Die Geschichte liest sich zu Beginn bedrückend, gerade weil Vann Roys Gefühle nicht mit dem Skalpell seziert. Was danach kommt, geschieht so plötzlich und fühlt sich so abstrus, so widersinnig an, dass man die zweite Hälfte der Erzählung in einem Atemzug verschlingen will – um sie am Ende dann doch lieber wieder hochzuwürgen, in der Hoffnung, sie aus dem System zu kriegen. Es ist eine Weile her, dass ein Buch mich so packen, so bewegen konnte, aber ich muss zugeben, es hat zwischenzeitlich ziemlich wehgetan.

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  • Rezension zu "Im Schatten des Vaters" von David Vann

    Im Schatten des Vaters
    Boris

    Boris

    Achtung! Ich habe lange überlegt: Kann man über dieses Buch schreiben, ohne eine entscheidende Wendung nach etwa 2/3 des Buches zu "verraten". Bin zu dem Ergebnis gekommen...Nein! Also: nicht weiter lesen, wer sich überraschen lassen will! Das Buch ist der dunkle Bruder von David Gilmours "Unser allerbestes Jahr". In beiden Bücher beschließen Vater und Sohn ein Jahr gemeinsam zu verbringen. Bei Gilmour werden Filme geschaut, bei David Vann geht es gemeinsam nach Alaska. Ein Jahr alleine auf einer Insel, ohne ALLES! Bei Gilmour zeigt ein ganz wunderbarer Vater einem eigentlich auch ganz tollem Sohn, wie das Leben funktioniert. Bei Vann zieht der psychisch labile, kranke, Vater den Sohn in einen Abgrund aus dem beide nicht mehr lebend herauskommen werden. Man fliegt also in die Wildnis und es stellt sich schnell heraus: Die Wildnis ist wild! Es gibt dort Bären, schlechtes Wetter und die Vergangenheit, die den Vater nicht loslässt. Er weint sich jede Nacht in den Schlaf, der 13 jährige wird zum Beichtvater des Vaters. Schnell stellt sich heraus: Vater will Selbstmord begehen. Zuerst ein Sturz von einer Klippe, dann die Magnum! Dies ist der schockierende Höhepunkt des Buches. Der Sohn kommt zurück in die Hütte, sieht den Vater, die Magnum an der Schläfe, der Vater kann nicht abdrücken, übergibt dem Sohn die Pistole, verläßt die Hütte, hört einen Schuß, kommt nach Stunden zurück und findet den Sohn tot! Dann folgen 60 konsequente Seiten...bis zum bitteren Ende! Für mich die Entdeckung dieses Jahres. Dieser "Roman" ist Teil einer Sammlung von Storys. Warum Suhrkamp nicht gleich ALLE übersetzen lassen und veröffentlicht hat??? Muß immer Roman draufstehen??? Egal....Lesen!!!und hoffen auf mehr...

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  • Rezension zu "Im Schatten des Vaters" von David Vann

    Im Schatten des Vaters
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. June 2011 um 14:48

    Der Vater, geschieden, lädt seinen Sohn ein, mit ihm ein Jahr auf einer abgelegenen Insel vor Alaska, die nur per Boot oder Wasserflugzeug zu erreichen ist, zu verbringen. Der 13-jährige Roy will eigentlich nicht mit, denn was soll er da, weit weg von seinen Freunden, seiner Schwester und Mutter. Seine Mutter empfiehlt ihm aber, genau über seine Entscheidung nachzudenken, wenn er, nach einer Nacht darüber schlafen, immer noch nicht mitwill, so ist das o.k. für sie. Der Vater, Jim, ist nicht wirklich gerüstet, um ein Jahr auf dieser Insel zu verbringen. Zudem fehlt der richtige Draht zu seinem Sohn. Er ist depressiv, spricht und weint nachts, so dass Roy, sich am liebsten die Ohren zuhält. Der Vater spricht mit Roy über Dinge, die man normaler-weise nicht unbedingt als Erwachsener mit einem 13-jährigen Kind bespricht. Am Besten geht es Roy wenn er alleine zum Fischen gehen kann. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als nach Hause nach Kalifornien zu reisen, lässt sich dann aber von seinem Vater umstimmen, doch zu bleiben. Der erste Teil des Buches endet so dramatisch, mir blieb die Luft weg, so schockierte mich dieser. Der zweite Teil war für mich ebenfalls ziemlich furchterregend und bildlich möchte ich mir das nicht nochmals vorstellen. Ich erzähle absichtlich nicht, was zum Ende des ersten Teils passiert ist, auch wenn das vielleicht manch einer schon in einer Rezension gelesen hat, ich damals nicht. Denn man sollte sich diese Geschichte, besser gesagt, diese Novelle, selber zu Gemüte führen. Allerdings wäre es vielleicht von Vorteil gewesen, wenn man gewusst hätte, dass David Vann mit dieser Novelle den Suizid seines eigenen Vaters verarbeitet hat. Und es ist nur eine Geschichte aus mehreren, aus dem Buch "Legend of a Suicide".

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  • Rezension zu "Im Schatten des Vaters" von David Vann

    Im Schatten des Vaters
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    04. June 2011 um 20:37

    Dies ist die dramatisch erzählte Geschichte einer Beziehung eines pubertierenden dreizehnjährigen Jungen mit seinem Vater, oder die Geschichte andersherum betrachtet: es ist der vergebliche und verzweifelte Versuch eines Vaters zu seinem Sohn, den er jahrelang vernachlässigt hat, eine Beziehung aufzubauen. Man muss wohl wie der Autor David Vann ihn Alaska geboren sein, um sich einen solchen Plot auszudenken. Denn Jim, der Vater, von Beruf Zahnarzt, gibt seine Beruf auf, verkauft seine Praxis und überredet mit fadenscheinigen Argumenten seinen, bei seiner vom Vater getrennten Mutter lebenden, dreizehnjährigen Sohn Roy mit ihm ein Jahr lang auf einer einsamen Insel im südlichen Alaska zu leben, wo er ein Haus gekauft hat. Schon da begann für mich als Leser in der Geschichte der Missbrauch. Denn der Sohn Roy ist Mittel zum Zweck, einem Zweck, der dem Vater Jim noch nicht einmal richtig deutlich ist. Irgendeine Krise in der Mitte seines Lebens will er wohl dort bewältigen. Schon den ersten Nächten in der baufälligen Hütte spürt Roy, dass mit seinem Vater irgendetwas nicht stimmt. Jede Nacht weint der Vater sich bei dem Sohn aus, um dann tagsüber so zu tun, als wäre nichts geschehen und alles in Ordnung. Nichts ist in Ordnung, auch nicht auf der Insel und in dem Haus. Der Vater ist denkbar schlecht auf einen solchen Abenteueraufenthalt vorbereitet. Jim versucht mit seinen dreizehn Jahren, dem Vater immer wieder Mut zu machen, ist zunehmend mit dieser Rolle überfordert. Als eines Tages der Vater absichtlich sich eine Steilhang hinunterstürzen lässt, muss der Junge ihn bergen, voller nackter Angst, dass der schwer verletzte Vater sterben könnte und er allein auf der Insel zurückbleibt. Mehr jedoch trifft ihn das Wissen, dass sein Vater sich umbringen wollte und er beginnt Zusammenhänge zu den nächtlichen Weinattacken herzustellen. Ihre Vorbereitung auf den Winter, das Anlegen von Nahrungsvorräten läuft miserabel und chaotisch. So werden sie es nicht schaffen, spürt der Junge von Tag zu Tag mehr. Eines Tages geschieht etwas, das den ersten Teil des Buches dramatisch beendet, hier aber nicht beschrieben werden soll. Der zweite Teil des Buches beschreibt den immer verzweifelter werdenden Versuch des Vaters mit den Folgen des fruchtbaren Ereignisses am Ende des ersten Teils klarzukommen. Den Versuch, zu seinem Sohn eine Beziehung aufzubauen, die er all die Jahre vorher nicht hatte. „Im Schatten des Vaters“ ist eine Geschichte einer komplizierten Vater-Sohn-Beziehung voller Spannungen und Konflikte, voller verpasster Chancen und Gelegenheiten. Nüchtern und aufrüttelnd zugleich erzählt, blieibt sie dem Leser lange in Erinnerung. Ein Roman, der erschüttert und bewegt zugleich. Ein Buch, das Menschen beschreibt, die so einsam sind wie die Landschaft in der sie sich bewegen.

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  • Rezension zu "Im Schatten des Vaters" von David Vann

    Im Schatten des Vaters
    Monsignore

    Monsignore

    11. April 2011 um 23:12

    Der Zustand der USA scheint zu bewirken, dass eine neue Generation von Schriftstellern entsteht, die mit den Motiven Scheitern, Isolation, Seelenabgrund und Verzweiflung arbeiten. John Hart zeigt dies eindringlich, Josh Bazell zeigt es ironisch und jetzt zeigt es David Vann dramatisch. - In seinem Buch ist der Urmythos Amerikas, der einsame Held, der Recht und Ordnung durchsetzt, der erobert und Bären besiegen kann, der rechtschaffen und hart dem Land seinen Stempel aufdrückt und für die Freiheit geradesteht - dieser Held ist gleich zu Beginn kläglich gescheitert. Ein Vater ist es, der es allen und sich selbst mal richtig zeigen will. Er überredet seinen 12jährigen Sohn, mit ihm ein Jahr lang in eine völlig abgelegene Hütte auf einer Insel in Südalaska zu verbringen, auf sich alleine gestellt. Klärung, Klarheit, Mut und Selbstvertrauen sind das Ziel. Schnell merkt der Leser, dass mit dem Vater etwas nicht stimmt. Eine geschickte Erzählperspektive sorgt dafür, dass man die drohende Katastrophe nicht bemerkt - noch vor der Mitte des Buches kommt es zum Leseschock. Danach bleibt nur ein Alptraum, der nicht enden will. Der noch auf der letzten Seite anhält. - Ein grandios konstruiertes Buch, das eine deutlich bessere Aufmachung verdient. Buchcover und Klappentext schrecken ab. Und auf dem Buchrücken ein gerade erschienenes Buch als "modernen Klassiker" zu bezeichnen, ist albern.

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