Davide Enia So auf Erden

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Inhaltsangabe zu „So auf Erden“ von Davide Enia

Mit neun erlebt Davidù seine erste Schießerei in den Straßen Palermos. Ebenfalls mit neun trägt der Junge zum ersten Mal Boxhandschuhe. Und mit neun Jahren begegnet Davidù Nina - dem Mädchen mit dem Maulbeermund - und er bekommt zum ersten Mal im Leben weiche Knie ... Davidùs Vater starb kurz vor seiner Geburt, und so sind es seine Mutter, seine Großeltern und sein hünenhafter Onkel, die ihn aufziehen. Die Jahre vergehen. Von Onkel Umbertino lernt Davidù die Liebe zum Boxen und zum Meer. Von seiner Großmutter, einer Lehrerin, die Liebe zu den Worten und zum Erzählen. Von Großvater Rosario, dem großen Schweiger, die Liebe zu den Pflanzen und zum Kochen. Und von Nina - von Nina lernt er einfach die Liebe. Eine Liebe, für die er immer wieder kämpfen muss - vor allem gegen sich selbst. Als Davidù schließlich für das Finale in den Ring steigt, geht es um viel mehr als nur die italienische Meisterschaft ...

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    So auf Erden
    jamal_tuschick

    jamal_tuschick

    11. September 2014 um 06:31

    Glückliche Bestie Davide Enias Romandebüt „So auf Erden“ fängt stark an   „Here comes the story of the Hurricane. The man the authorities came to blame for something that he never done.“ Bob Dylan in „Hurricane“ über Rubin „Hurricane“ Carter Der Klappentext verspricht einen „Hurricane von einem Roman“. Die Schreibweise von „Hurricane“ lese ich als Anspielung auf Rubin „Hurricane“ Carter, einen schwarzen Mittelgewichtsboxer, dessen Tragik Poesie in elisabethanischer Fülle provozierte. Carter war in der Form seines Lebens, als er 1966 verhaftet, wegen Mordes angeklagt und zu dreimal lebenslänglich verurteilt wurde. Das Urteil basierte auf Falschaussagen und Vorurteilen. Rehabilitiert wurde Carter nach neunzehn Jahren in Haft. Seine Biografie inspirierte Nelson Algren, Bob Dylan, Norman Jewison und Wolf Wondratschek. Davide Enias Held ist neun, als ihn ein Onkel zum ersten Mal in den Ring schiebt. Davidùs Begabung zeigt sich auf Anhieb. Er argumentiert mit den Händen fast wie ein geschulter Faust-Rhetoriker. Davidù liegt das Boxen im Blut, die Fachleute in Enias Roman erkennen das. Sie bemänteln ihre Freude mit einem Anschein von Ungerührtheit. Das ist ein großartiger Einstieg. Enia lässt Davidù seine Geschichte selbst erzählen, sie spielt in Palermo. Auf den Straßen wird geschossen, die Polizei ist in jedem Fall der Feind. Der Junge verinnerlicht das Gesetz des Schweigens. Er nimmt Maß am bärbeißigen Onkel Umbertino. Davidùs Vater lebt nicht mehr, der Halbwaise wächst in Obhut seiner Mutter und ihrer Schwiegereltern auf. Die Großmutter lenkt ihn Richtung Literatur, der Großvater lehrt Davidù undurchdringlich zu sein. Der Enkel besteht seinen ersten Straßenkampf zum Schutz eines Mädchens: „Ich war ruhig und heiter wie der Zorn Gottes.“ Das Mädchen heißt Nina, so klingt für Davidù die Liebe. Er vernimmt die Geschichten seiner Familie und entdeckt seinen Onkel neu als tugendhaften Hurengänger. Enia erfindet der Prostitution ein hübsches Gehäuse. Wie märchenhaft, denke ich, bis mir Malaparte und sein Seelen verkaufendes Nachkriegsneapel einfällt. Bomben fallen auf Palermo, „im Augenblick des Einschlags entstand eine kleine Sonne, die sich mit dem Regen traf“, als Umbertino sein Schicksal offenbart wird: „Das Blut verleugnet sich nicht.“ Umbertino „ist eine glückliche Bestie“. Seine Stadt hält keine Gegner für ihn bereit, bis „der Neger“ auftaucht, ein Deserteur der amerikanischen Streitkräfte – ein Mann, der im Alkohol badet – ein Mittelgewicht, das die Bestie von Palermo mit Bienenstichen zur Schnecke macht. Dem Neger wurde die Gnade der Schnelligkeit zuteil, sein nom de guerre könnte „Hurricane“ sein. Das Schlachtross Umbertino macht ihn zu seinem Meister. Eine Initiation findet statt, nach den Regeln der Kunst. Der schwergewichtige Novize entwickelt Vorzüge leichterer Klassen. Ich finde das riesig erzählt, vor allem die Stelle, wo Umbertino die Sache auf den Punkt bringt: „Der Neger war siebenundzwanzig und hatte kein einziges Mal im Gesicht.“ Er trifft, ohne getroffen zu werden. Nicht die Reichweite bringt den Vorteil, vielmehr die Beinarbeit: „Der Neger boxte nicht. Er schwirrte.“ Er löst die Verbindung zu seinem Schüler und verwischt seine Spuren. Umbertino eröffnet eine Boxschule, Enia erklärt sie zur heiligen Halle. Die nächste gewaltige Begegnung in Umbertinos Leben wirft Licht auf Davidùs Vater. „Der Paladin“ kommt noch schneller als „der Neger“ bei seinen Gegnern zum Zug. Das verleiht ihm mythischen Glanz, Enia reizt das Unwahrscheinliche aus. Er malt lauter Heldenbilder. Nicht immer schrammt er am Kitsch vorbei. Davide Enia , „So auf Erden“, Roman, Berlin Verlag, 384 Seiten, € 20,60

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