Davide Longo Der Steingänger

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Inhaltsangabe zu „Der Steingänger“ von Davide Longo

Ein existentieller und grandioser Roman, mächtig wie die Täler und Berge, in denen er spielt: In den Bergen Piemonts sind die Menschen von einer unsichtbaren Naturgewalt bestimmt. Eine explosive Stille umgibt die Dorfbewohner. Sie hüten ein Geheimnis, doch Cesare, der Steingänger, kommt der Wahrheit gefährlich nahe. In einer dichten, kargen Sprache, mit einzelnen Sätzen schneidend wie Fels, nimmt diese außergewöhnliche Geschichte ihren Lauf. Unabänderlich wie der Zyklus der Jahreszeiten scheint das Schicksal der Menschen.

Atmosphärisch, düster, jede Menge Lokalkolorit.

— WolfgangHaupt
WolfgangHaupt

Eine faszinierende Geschichte, spannend und mit ungewöhnlichen glaubwürdigen Charakteren, langsam und intensiv, wie das Leben in den Bergen.

— JulesBarrois
JulesBarrois

Sehr spannende Schleuser-Geschichte aus Italien! "Man könnte meinen, in diesem Tal sei Reden eine Schande." Und am Ende ist alles ganz anders gewesen. Sehr empfehlenswert!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Das Leben im Gebirge

    Der Steingänger
    WolfgangHaupt

    WolfgangHaupt

    21. December 2015 um 10:07

    Das Leben im Gebirge ist hart und dauert meist nicht lange. So ergeht es gleich Fausto, einem Schleuser, der Menschen von Italien nach Frankreich bringt. Cesare, der ihn findet, ahnt nichts Gutes, so entwickelt sich die Geschichte auch. Das Besondere: Kaum ein Wort verlässt die Lippen der dort Ansässigen, die Stimmung ist gedrückt, jeder hat etwas zu verbergen. Es zieht sofort hinein, diese düstere kalte Stimmung, als Bewohner der Alpenrepublik hat man schnell Verständnis und ist gleichermaßen froh, dass man in der Stadt geboren ist. Die wirtschaftliche Lage ist schlecht, jeder versucht sein Auskommen zu finden, die Schleuserei ist da ein einträgliches, wenngleich gefährliches Geschäft. Die Freizeit gestaltet sich einsam, Cesares einziger Freund ist seine Hündin, die ihn stets begleitet, manchmal Sergio, kein richtiger Freund, eher ein im Schicksal Verbundener, dann zumeist in Begleitung Flüchtiger. Dialoge muss man suchen, es lebt von der Beschreibung der Umgebung, dem Leben, den Figuren, auch wenn sie wortkarg interagieren. So fällt auch meine Rezension aus. Mir hats gefallen, ein Autor, den man sich merken kann. Warum? Weil er anders ist, weil die Sprache eine Besondere ist. Spannungsmäßig hätte man eine Prise addieren können, allerdings schwierig, weil wahrscheinlich das Gedrückte und das Lokale untergegangen wären.  Fazit: Für Menschen, die etwas anderes suchen. Leseempfehlung? Klar.

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  • Jeder soll da sterben, wo er hingehört

    Der Steingänger
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    29. July 2015 um 10:09

    Der Steingänger - Davide Longo (Autor) – Suse Vetterlein (Übersetzerin), 176 Seiten, Verlag Klaus Wagenbach; Auflage: 1. (24. Juni 2015), 9,90 €, ISBN-13: 978-3803127471 Eines Abends in einem Tal des Piemont an der Grenze zu Frankreich bemerkt Cesare, (genannt der Franzose) in seiner Hütte, dass es kein Wasser mehr gibt. Bei der Suche nach der Ursache wartet im Cumbo Scuro eine grausige Entdeckung auf ihn: der Körper seines Patensohnes Fausto Berardi, ermordet, steckt im Rohr. „Kurz darauf kam auch das Gesicht zum Vorschein. Es hatte die Farbe gestockter Milch.“ (Seite 13) Die Nachricht verbreitete sich schnell. Das Dorf schweigt. Alle sind davon überzeugt, dass das Verbrechen mit dem Schmuggel über den Pass zusammenhängt. Einfach eine Abrechnung. Cesare gerät schnell ins Visier der Ermittler. Aber die leitende Kommissarin Sonia di Meo traut dem verwitweten Eigenbrötler mehr als dem örtlichen Kommandanten Boerio, den sie im Verdacht hat, mit den Drogenschmugglern unter einer Decke zu stecken. Kommissarin Sonia di Meo, weiß, dass Cesare eine Schlüsselfigur in dieser Welt war und versucht, die Wahrheit herauszufinden. Der Tod des jungen Fausto zwingt Cesare, sein Exil zu verlassen, um die schmerzhafte Wahrheit hinter dem Verbrechen zu suchen und er stellt fest, dass das Motiv in einer ganz anderen Richtung zu suchen ist. Noch einmal muss er seine alten Schmugglerpfade durch die Berge gehen. Die Hauptfigur ist Cesare, ein ehemaliger Schmuggler und Menschenschleuser: Er ist ein Grenzgänger, eine besondere Persönlichkeit. „Er schien aus anderem Holz geschnitzt zu sein, als die meisten Menschen, eines, das man nicht einritzen oder verletzen kann, das aber dennoch sehr brüchig ist.“ (Seite 97) Neben Cesare ist der wirklich große Protagonist die herrliche Berglandschaft, voller Härte, die Verwüstung einer verlassenen Bergwelt, der Stolz der Menschen und ihre Lebensweise, einsam, auf das Wesentliche konzentriert und in einer Gemeinschaft, die sich radikal abhebt von der Moderne. Das Varaita-Hochtal, die Grenze zwischen Piemont und Frankreich, bietet dazu die ideale Kulisse. Es ist fast ein symbolischer Ort, des Öffnen und Schließens und der Spannungen, die zu überwinden sind. Dieses Thema zwischen innen und außen, zwischen Geheimhaltung und Verteidigung, zwischen Rechtsstaatlichkeit und der fatalen Schwelle zwischen Leben und Tod, verbunden mit der Härte der Landschaft, bietet Davide Raum für sein großes erzählerisches Talent. Davide Longo öffnet uns das weite Thema der Grenze: als durchgezogene Linie wie die Wände einer Stadt oder eine Staatsgrenze. Menschlich und kulturell im weitesten Sinne des Wortes, zwischen Menschengruppen, zwischen Männern und Frauen. Zwischen Alt und Jung. Zwischen Leben und Tod. Was trennt uns in jedem Fall? Was ist grundsätzlich verschieden? Wollen wir die Grenzen überwinden? Können wir die Grenzen überwinden? Welchen Preis sind wir bereit, zu zahlen. (Es war schon immer ein Ziel der illegalen Einwanderer in der Hoffnung auf ein besseres Leben.) Davide Longo umreißt eine strenge Ethik der Pflicht und eines streng moralische Lebens und, zur gleichen Zeit, so scheint er uns zu fragen, wie der Protagonist, die Schmerzen, die das Leben bietet, ertragen kann. Es ist ein Roman in Bildern, zwischen Licht und Schatten. Genießen Sie es einfach, dieses Licht auf eine Welt der würdevollen Einsamkeit, des Schweigens, der heroischen, edlen Akzeptanz des Todes, Romantik Abenteuer, mannhaft stiller Altruismus, die eine tiefe Liebe zu und die Sehnsucht nach einem Leben, das durch starke Werte sich existentiell begründet zeigt. Doch unter der fatalistischen Akzeptanz der Härte des Lebens und des Todes, sehen wir manche Bäumchen von Hoffnung und Optimismus, die Kinder unter den illegalen Einwanderern oder die Geburt eines Kalbes. „Keine Prinzipien, kein Hass, keine Erinnerung – das ist die Welt, die kommen wird.“ (Seite 111) Es ist eine diskontinuierliche Erzählung, aber doch zusammenhängend und gut verteilt, mit sehr ausgewogenen Momenten und sehr anschaulich. Die Verwendung von Dialekt und seine natürliche Koexistenz mit den italienischen und anderen regionalen sprachlichen Realitäten sind unverzichtbarer Schlüssel zum Verständnis dieser besonderen Welt. Daniele Longo verwendet eine schmucklose, realistische und einfache Sprache mit extremer Ausdruckskraft. „Zwei stechend grüne Augen, die das Licht verschluckten.“ (Seite 62) Es ist eine Freude, das Buch von David Longo zu lesen. Eine sehr gut ausbalancierte Sprache. Zurückhaltend, mit wenigen Strichen beeindruckend gezeichneten Charaktere. „Er hatte etwas von einem Hundewelpen, das nicht gestreichelt werden will.“ (Seite 11) Die kurzen, fast synkopenartigen Dialoge, enthüllen die Wahrheit des Faktischen gerade soweit, wie es notwendig ist. Vor allem ist es eine Freude, dass die große Italienische Erzählkunst, wie eines Cesare Pavese, Alberto Moravia oder Elsa Morante lebt und sich bester Gesundheit erfreut Eine faszinierende Geschichte, spannend und mit ungewöhnlichen glaubwürdigen Charakteren, langsam und intensiv, wie das Leben in den Bergen. Ein wahrer Lesegenuss. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Verlages Klaus Wagenbach https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1014-der-steingaenger.html Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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  • Rezension zu "Der Steingänger" von Davide Longo

    Der Steingänger
    monalies

    monalies

    15. April 2011 um 10:55

    Düstere und doch hoffnungsvolle Beschreibung eines kargen Lebens in anstrengender Natur. Mit wenigen Worten gelingt es Londo, die Natur und die Menschen einleuchtend und lebensnah darzustellen. Auch ohne Happy-End - ein schönes Buch!

  • Rezension zu "Der Steingänger" von Davide Longo

    Der Steingänger
    asita

    asita

    28. November 2007 um 21:00

    der roman spielt in einem piemontesischen tal. cesare, der auch der franzose genannt wird, entdeckt eine leiche. in einer dichten und kargen sprache nimmt die handlung ihren lauf: schleuser, flüchtlinge, widersacher und schweigen ...

    hier ein bespiel:
    „als die zigarette fertiggeraucht war, hatten die wolken, die er zuvor in der ferne gesehen hatte, den abendhimmel aufgezehrt.“