Die Mississippi-Bande - Wie wir mit drei Dollar reich wurden

von Davide Morosinotto 
4,6 Sterne bei41 Bewertungen
Die Mississippi-Bande - Wie wir mit drei Dollar reich wurden
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Spannende Abenteuergeschichte für Mädchen und Jungen mit myseriösem Mordfall, verstecktem Schatz und einer äußerst merkwürdigen Uhr.

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Abenteuer, Spannung und ein Kriminalfall - eines der besten Kinderbücher, das ich jemals gelesen habe!

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Inhaltsangabe zu "Die Mississippi-Bande - Wie wir mit drei Dollar reich wurden"

Alles begann mit dem Mord an Mr. Darsley. Oder vielleicht auch nicht. Wenn ich es mir recht überlege, begann es eigentlich ein paar Wochen zuvor. An dem Nachmittag, als wir durch die Sümpfe des Bayou paddelten, um ein paar Fische zu fangen. Was wir stattdessen fingen, war eine verbeulte Blechdose, in der drei Dollar lagen. Drei Dollar! Dafür würden wir uns etwas im Katalog bestellen. Noch ahnten wir nicht, dass wir mit dieser Bestellung das größte Abenteuer unseres Lebens auslösen würden ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783522184557
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Erscheinungsdatum:17.01.2017

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    EmmyLvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Spannende Abenteuergeschichte für Mädchen und Jungen mit myseriösem Mordfall, verstecktem Schatz und einer äußerst merkwürdigen Uhr.
    Spannende Abenteuer, ein verborgener Schatz und ein mysteriöser Mord

    Der aufregende Abenteuerroman beginnt in den Sümpfen des Bayou von Louisiana. Te Trois, Eddi, Joju und Tit haben sich in den Sümpfen eine kleine Hütte gebaut. Das ist ihr persönlicher Rückzugsort. Jeder versteckt sich hier aus anderen Gründen vor seiner Familie oder der Realität. Gerade sind sie fertig mit dem Bau eines Einbaums. Mit dem selbst gebauten Kanu wollen sie im Sommer ausgedehnte Erkundungstouren unternehmen. Beim Angeln finden die Kinder in einer Dose drei Dollar. Das ist für die Kinder sehr viel Geld. Nach einigem Überlegen beschließen sie, etwas aus dem Katalog der Firma „Walker and Dawn Co.“ zu bestellen. Schon das heimliche Bestellen, das endlose Warten und schließlich die kreative Paketübergabe sind sehr abenteuerlich, denn die Eltern dürfen nichts erfahren. Umso enttäuschender ist es, als sie im Packet nur eine kaputte, alte Uhr entdecken. Mit dieser Uhr beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens, denn sie verspricht großen Reichtum im fernen Chicago.

    Te Trois ist der Abenteurer dieser kleinen Gruppe. Eigentlich heißt er Peter Chevalier und wohnt zusammen mit vier Brüdern und der alleinerziehenden Mutter auf einer winzigen Farm. Eddi ist etwas ängstlich, liebt Bücher und fühlt sich als Schamane der Sümpfe. Er kann sogar mit den Tieren sprechen. Sein richtiger Name ist Edward Brown. Abgerundet wird das Quartett mit den Geschwistern Juli und Francis Dart. Sie werden von allen aber nur Joju und Tit gerufen. Joju ist das einzige Mädchen in der Runde. Sie kommt aus sehr ärmlichen Verhältnissen und kümmert sich rührend um ihren sehr viel jüngeren Bruder. Ihre Mutter beglückt die Männer des Ortes. Dies ist auch der Grund, weshalb Joju ihre Zeit lieber fern von zu Hause verbringt. Sie ist mutig, selbstsicher, vorrausschauend und verantwortungsbewusst. Ihr Bruder Tit spricht nicht, ist autistisch veranlagt und hat eine dunkelbraune Hautfarbe. Zur Zeit der Romanhandlung wird er durch seine Hautfarbe automatisch als Sklave abgestempelt.

    Jedes Kind erzählt rückblickend einen Teil der aufregenden Geschichte in der Ich-Form. Es beginnt Te Trois mit dem Fund des Geldes, die aufregende Fahrt erzählt Eddi und die abenteuerlichen Intrigen in Chicago werden von Joju geschildert. Im Abspann fasst der introvertierte Tit das Leben der vier Protagonisten kurz zusammen. Trotz unterschiedlicher Erzähler bleibt der Roman chronologisch ohne Überschneidungen.

    Jedes Kapitel wird mit einer passenden, ganzseitig vollflächigen Illustration in schwarz/weiß eingeleitet. Abgebildet sind Collagen aus Zeitungsartikeln, Landkarten, Katalogseiten, die wesentliche Informationen für das folgende Kapitel enthalten. Alle Bilder erinnern an Kupferstiche, welche um 1900 für Veröffentlichungen verwendet wurden. Damit wird für den Leser eine einzigartige Atmosphäre geschaffen.

    Dieser Roman erinnert an die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn auf dem Mississippi. Mit bildhafter Beschreibung des Settings gelingt es dem Autor, seine Leser in die schwülen Sümpfe von Louisiana zu entführen. Von der ersten bis zur letzten Seite bleibt der Handlungsbogen straff gespannt. Die spannende Geschichte ist für Mädchen und Jungen ab 12 Jahren geeignet. Wir haben das Buch im Unterricht mit einer 7. Klasse gelesen und die gewonnenen Erkenntnisse in den Geschichtsunterricht einfließen lassen.

    Das Buch ist nicht nur zu Hause sondern auch als Schullektüre geeignet. Großartige Unterhaltung, hervorragend ausgearbeitete Protagonisten und ein wundervolles Porträt der Zeit.

    Kommentare: 1
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    FrauGoldmann_Buechers avatar
    FrauGoldmann_Buechervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch für alle großen und kleinen Leser von Abentuergeschichten. Vier Freunde, vier Abentuerer auf der Reise ihres Lebens. Wunderbar!
    Eine Abenteuergeschichte - nicht nur für Jungs

    Kinderbücher sind eigentlich nicht mein Fachgebiet. Ich lese zwar ab und an gerne mal ein Kinderbuch, aber hauptsächlich beschäftige ich mich mit Literatur „Erwachsenenliteratur“. Doch dieses Buch über das ich heute schreibe, hat mich in seinen Bann gezogen. Seit meiner eigenen Kindheit – und das ist seehr lange her- habe ich nicht so eine mitreißende, spannende, berührende Abenteuergeschichte gelesen.

    Was für eine Abenteuergeschichte: Anfang des 19 Jahrhunderts im Südstaat Louisiana steht am Ufer des Bayous: „eines Flussarms inmitten des riesigen Sumpfes“, die Hütte der vier Freunde, die sich dort heimlich treffen. Hierher zieht es Te Trois, Eddie, die Grille, Joju und ihren kleinen Bruder Tit. Die vier sind eine unternehmungslustige kleine "Bande", die raucht, angelt, schnitzt, und sich vor allem für kurze Zeit dem schroffen Umgang Zuhause und der vielen Arbeit dort entzieht. Der Bayou ist ihr Revier für Abenteuer und das Versteck vor Erwachsenen. „Allein schon ihn zu erreichen war ein richtiges Abenteuer. (Außerdem kannten wir natürlich die Stellen im Sumpf, an denen man nicht einsank).“ (Zitat: S 10. Die Mississippi-Bande) Neben der selbst gebauten Holzhütte, zählt auch ein selbst geschnitzter Einbaum zum Eigentum der kleinen Kinderbande.
    Eines Tages fischen sie eine alte Büchse aus dem Fluss heraus, die einen wahren Schatz in sich trägt: ganze drei Dollar! Ein richtiges Vermögen! Aber, wie soll das Geld auf vier Kinder gerecht aufgeteilt und der Besitz von so viel Geld erklärt werden? Was zu tun ist, ist bald geklärt: Das bekannteste Versandhaus des Landes, Walker & Dawn, hat das richtige Angebot für die Kinder: einen Polizei-Revolver. Die drei Doller reichen für das Vorhaben aus, der Plan wird perfekt ausgeführt. Als dann eines Tages das sehnlichst erwartete Päckchen ankommt, nimmt das wunderbare Abenteuer seinen Lauf: Statt der Pistole, kommt eine kaputte Uhr an. Damit ist der Ärger noch nicht komplett. Die Eltern erfahren fast alles. Prügel, Hausarrest, Strafarbeiten sind ihre Strafe für so viel Ungehorsam. Doch das Schicksal meint es gut mit den vier Rabauken. Tatsächlich erfahren sie sehr bald, dass die Uhr gar keine schlechte falsche Lieferung gewesen ist. Das Versandhaus will sie zurück und schickt seine Handelsvertreter ins Land, um die Familie zu finden, die die Uhr erhalten hat. Jedoch wird jetzt der Schlamassel der Freunde noch größer. Denn von der Pistole wissen die Eltern nichts und das muss auch so bleiben. Also reißen die vier aus, fangen den bereits angereisten Vertreter ab und verabreden sich um Mitternacht – so wie es sich für solche Geschäfte gehört – im Bayou, um die Übergabe des Finderlohns und der Uhr vorzunehmen. Was sich dort um Mitternacht ereignet, verrate ich hier nicht, aber es ist der Beginn einer abenteuerlichen Reise, die das Leben der jungen Helden für Immer verändern wird. Wie es sich herausstellt, beträgt der Finderlohn 4000 Dollar und wird nur an denjenigen ausgezahlt, der die Uhr im Versandhaus Walker & Dawn in Chicago, persönlich an Mr. Walker überreicht. Diesen Finderlohn lassen sich die vier nicht mehr nehmen. In ihrem Einbaum paddeln sie auf dem Mississippi bis nach New Orleans von dort aus auf dem Schaufelraddampfer nach Saint-Louis wo sie den Zug nach Chicago nehmen müssen ...

    Was ist so Besonderes an dem Buch? – Ich persönlich bin von der spannenden Erzählweise und dem Aufbau der Handlung fasziniert. Ein Abenteuer führt zum nächsten, allerdings sind die Wendungen keine actionreichen Ereignisse, sondern folgen einer schlüssigen Reihe von Geschehnissen. So haben nun mal Lügen kurze Beine und wer lügt, muss zuweilen noch mehr lügen. Diese Erfahrung machen die vier leider immer wieder. Ohne sie zu verurteilen, beschreibt der Autor wie die kleine Bande lernt zwischen Gut und Böse zu entscheiden, neue Fehler macht, Vertrauen und Verbündete sucht und auch findet. Dabei weiß der Leser aber nie, ob es ihnen auch wirklich gelingen wird, Menschen zu finden, die sie verstehen und ihnen helfen werden. Die Handlung wirkt nie konstruiert, aufgesetzt oder vorhersehbar. Das genau ist das besondere an dem Abenteuerroman. Die Neugierde des Lesers - zumindest meine - am Fortgang der Handlung, ebbt nie ab. Mal ist es die berührende Erzählweise über das Elternhaus, mal sind es die Begebenheiten in Amerika zu Anfang des 19 Jahrhunderts, die in die Handlung einfließen und so einen überaus interessanten historischen Kinderroman mit sachkundigen Themen entstehen lassen. Mich haben die Beschreibungen rund um den Mississippi, die Maschinerie des einzigartigen Fluss-Dampfers sehr beeindruckt. Kleine interessante Errungenschaften, zum Beispiel die Entwicklung der ersten Schließfächer oder moderner Lagerlogistik, schließen so manche Wissenslücke - auch bei Erwachsenen!

    Darüber hinaus lese ich etwas heraus, was in den Kinderbüchern gar nicht mehr so thematisiert wird. Und an dieser Stelle sehe ich die Verbindung zu den Kinderbuch-Klassikern von Mark Twain oder Charles Dickens. Es ist die Kindheit, die gar keine ist. Dies hat der Autor sehr gut aufgezeichnet und dargestellt. Das vermeintlich unbeschwerte Spiel am Flussufer, fischen, angeln, ... keine Verantwortung haben. Nein, diese ungetrübte, leichte "Freizeitgestaltung" ist den vier Freunden alles andere als vergönnt. Ihre Kindheit besteht aus harter Arbeit, Armut, aus Schlägen, Hunger und zuweilen Rassismus.

    Den Aufbau habe ich auch kurz erwähnt: Der Abenteuerroman besteht aus vier Teilen – so viele Mitglieder zählt auch die Bande. Jeder Teil wird aus der Perspektive eines der Kinder erzählt, auch aus seinem Lebensbereich heraus. In Rückblenden erzählt jeder auch über seine Familie. Jedes der vier jungen Helden hat ein schweres, ein von Armut und Schroffheit gezeichnetes Leben. Sie leben zumeist mit nur einem Elternteil und vielen Geschwistern zusammen, das Essen ist knapp, die Kleidung ist abgetragen und fransig, kaum einer kann lesen und die Schule regelmäßig besuchen. Das Sumpfland ist nur schwer zu bearbeiten, das Geld ist mehr als knapp und jede arbeitende Hand trägt zum Überleben bei. Unter diesen Umständen ist die Verbindung der vier Kinder untereinander sehr familiär. Sie stehen für einander ein und geben sich ein wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung. Jeder von Ihnen hat seine Schwächen und Stärken. So ist Te Trois der Abenteurer, voller Unternehmungsgeist und Tatendrang. Er steht seinen Freunden treu zur Seite, verteidigt sie und ist insbesondere für Joju und ihren Bruder Tit eine große Stütze. Er ist ein schneller Läufer, ein Kundschafter, ein flinker Handwerker. Seine vielseitige Begabung bringt die Bande auf ihrer Reise immer gut voran.
    Da ist Eddi, eher zurückhaltend, immer voller Sorgen, genau 112 Sorgen stehen auf seiner Sorgen-Liste zum Zeitpunkt des Aufbruchs in das Abenteuer. Eddi ist auch etwas arbeitsscheu, aber dafür ein richtig guter Schamane. Er "spricht" mit den Tieren und erkennt als geduldiger, ruhiger Beobachter die Naturereignisse noch bevor sie geschehen. Der Indianer Joe ist sein Lehrer und bringt ihm bei, was es heißt ein Medizinmann und Schamane im Einklang mit der Natur zu sein. Eddi ist ein wenig der Außenseiter: Er kommt aus einigermaßen geregelten Familienverhältnissen und kann als einziger richtig gut lesen. Als einziges Mädchen der Bande ist Joju, eine kleine rothaarige Südstaatenschönheit, mit von der Partie. Sie weiß sich durchzusetzen und erstaunt die kleine Truppe, aber auch den Leser, immer wieder mit weiser und guter Menschenkenntnis. Auf Jojus Urteil ist immer Verlass. Ja, sie kennt die Menschen, kann sie gut und schnell einschätzen und ist aber auch sehr verschlossen. Sie lässt nichts an sich heran, ihre Gefühle kennt keiner, und sie ist wie Te Trois, eine hervorragende fleißige Handwerkerin. Doch an erster Stelle ist sie die Schwester von Tit. Tit - von Pétit, der Kleine - ist das jüngste Mitglied der Mississippi-Bande und mitdabei ist er nur, weil ihn Joju nicht aus den Augen lässt. Tit und Joju können kaum unterschiedlicher aussehen. Tit ist "schwarz" und Joju "weiß". Die Geschwister werden deshalb gemieden und der Kontakt mit Joju und Tit ist allen Kindern im Dorf verboten. Tit spricht so gut wie nicht aber dafür liebt er Zahlen. Als die kaputte Uhr statt des Polizei-Revolvers ankommt, kann Tit sich nicht mehr von dem tickenden Chronometer trennen. Immer wieder zieht er die Uhr auf, die klickt und klackt und natürlich weiß er genau bei welchen Zahlen das Ticken und Klacken einsetzen. Als Kinder einer armen Witwe, die, wegen ihres schlechten Lebenswandels, an den Rand der Stadt vertrieben wurde, haben es Joju und Tit nicht leicht . Nur Te Trois und Eddi geben ihnen Halt und Rückhalt. Auf der Reise ist es für Tit sehr gefährlich: Mal bekommt er keine Limonade, weil er ein „Neger“ ist, mal muss er auf dem Dampfer als „Diener“ der weißen Kinder getarnt reisen, und in Chicago wird er von der Schwester getrennt. Doch ist es gerade Tit und seiner Liebe für Zahlen zu verdanken, dass am Ende jene Zahlenkombination aufgelöst wird, die zum Schatz führt. Nicht umsonst heißt es im Untertitel des Buches: Wie wir mit drei Dollar reich wurden.


    Das absolute Highlight sind die vielen ganzseitigen, schwarz-weißen Zeichnungen, die die Geschichte vollends ergänzen und vervollständigen. Am Ende eines jeden Abschnitts finden kleine und große Leser eine Landkarte, oder eine Produktbeschreibung, Informationen und Einzelheiten zu den Gegenständen und Ereignissen rund um die Handlung. So ist in den kleinen Infokästschen nachzulesen, warum Glücksspieler auf dem Mississippi-Dampfer ungestört und ungestraft Karten spielen durften. Die Zeitungsausschnitte erklären den großen Wert, den die kaputte Uhr haben soll sowie die Bedeutung und Rolle der ermorderten Miss Dawn, die das Versandhaus selbst aufgebauct hat. Ja, die Mississippi-Bande ist eigentlich von Anfang dieser mysterösen Mordgeschichte auf der Spur!

    So, und nun wünsche ich allen interessierten Lesern viel Spaß und Freude an dem Buch, lest es langsam, genießt es oder lasst es euch einfach schön vorlesen.

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    kreszenzvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Abenteuer, Spannung und ein Kriminalfall - eines der besten Kinderbücher, das ich jemals gelesen habe!
    Eines der besten Kinderbücher, das ich jemals gelesen habe!

    Puh, ich weiß gerade gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Denn hier geht es um ein großartiges Kinderbuch, eigentlich um das Beste, das ich seit langer, langer Zeit gelesen habe! Wirklich!

    Fangen wir doch einfach mal mit dem Inhalt an. Die Geschichte spielt 1904 mitten im Sumpfgebiet des Mississippi-Deltas, im „Bayou“. Irgendwo im Sumpf, wohin sich kein vernünftiger Erwachsener je begibt, steht die selbstgebaute Hütte der Mississippi-Bande. Genauer handelt es sich hierbei um den abenteuerlustigen und wilden Te Trois, den selbsternannten Sumpfschamanen Eddie, die hübsche Julie und ihren Bruder Tit, der nie ein Wort sagt. Der Bayou ist für die Kinder Abenteuerspielplatz und geheimer Zufluchtsort in einem. Bis auf den Arztsohn Eddie stammen alle Kinder aus sehr ärmlichen Verhältnissen und leicht im Leben hat es keiner der vier.

    Die eigentliche Handlung beginnt, als die Kinder beim Angeln eine alte Dose aus dem Fluss fischen, aus der drei Dollar herausfallen. Für die damalige Zeit eine enorme Summe Geld! Die will natürlich klug investiert werden. Gut, dass Te Trois Mutter wie fast alle Amerikanerinnen den Versandhauskatalog von Walker & Dawn zuhause hat. Hier kann man wirklich alles bestellen: von Kleidung über Haushaltsartikel, Öfen, Revolver und und und. Moment… Revolver?? Tatsächlich: Bestellnummer 61R510, Polizei-Revolver, $ 1,95, zzgl. Versandkosten. Klar, ein Revolver ist nützlich und bietet einige Vorteile und nach ein paar Diskussionen wird er auch schon bestellt – heimlich natürlich, denn die Eltern hätten das Geld sofort konfisziert.

    Doch als die Lieferung kommt, gibt es lange Gesichter: statt dem Revolver wurde eine Taschenuhr geliefert. Und dann auch noch eine, die gar nicht funktioniert. Was tun? Reklamieren fällt flach. Das Geld ist alle und die Eltern dürfen nichts erfahren.

    Wie der Zufall es will, taucht kurze Zeit später ein Handelsvertreter von Walker & Dawn auf, der die Uhr zurückhaben will und dafür im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen würde. Denn wie die Bande kurz darauf erfährt, ist auf die Uhr ein Finderlohn 4000 Dollar ausgesetzt. 4000 Dollar! Wenn sie die nach Hause brächten, wären sie Helden! Sie beschließen also, die Uhr zurückzubringen. Und schon geht die Reise los, vom Mississippi-Delta quer durchs ganze Land, bis ins ferne Chicago.

    So weit, so gut. Klingt doch wie ein ganz normaler Abenteuerroman, oder? Dachte ich am Anfang auch. Doch die Geschichte entwickelt so eine Sogwirkung, dass man einfach immer weiterlesen muss: Ein Ereignis jagt das nächste, es wird nie langweilig und die Handlung ist so fintenreich, dass man sie nie vorhersehen kann. An den Kapitelanfängen ist das Buch sehr liebevoll mit Katalog-, Landkarten- und Zeitungsausschnitten illustriert und es hat nicht lange gedauert, bis ich mit den Kids mitgefiebert und mitgefühlt habe.

    Wie schon erwähnt, haben die Kinder alles andere, was man heute eine „glückliche Kindheit“ nennen würde. Te Trois lebt zusammen mit seinem tyrannischen Bruder Chuck und zwei weiteren Brüdern bei seiner verwitweten Mutter. Die Familie schlägt sich irgendwie durchs Leben und Te Trois muss nicht nur auf dem eigenen Hof arbeiten, sondern auch noch bei anderen Familien mit aushelfen. Julie und Tit haben zwar die gleiche Mutter, aber unterschiedliche Väter, weswegen Tit eine andere Hautfarbe hat und die Familie mit allerhand Schikanen und Anfeindungen zu kämpfen hat. Und obwohl Eddie aus etwas besserem Hause ist, haben seine Eltern nie für ihn Zeit.

    Generell kann man sagen, dass alle Charaktere bis in die kleinsten Nebenfiguren anschaulich und sehr gut ausgearbeitet sind. Im Handlungsverlauf nimmt der Leser der Reihe nach die Perspektive von jedem Kind ein – warum, das erfährt man zum Ende hin. Diesen Kniff fand ich persönlich wirklich schön gemacht. Jedes der Kinder hat sich bedingt durch sein bisheriges Leben einen Schutzpanzer zugelegt und will sich von den anderen nicht unbedingt in die Karten schauen lassen.

    Alle haben also ihr Päckchen zu tragen, aber keines der Kinder kennt sein Leben anders und macht daher ganz unbeschwert das Beste daraus. Im Buch werden viele vermeintlich schwere Themen aufgegriffen (Armut, Kinderarbeit, Rassismus, Prostitution und Depression), aber immer so ganz nebenbei, ohne im Vordergrund zu stehen oder dramatisiert zu werden. Für mich ganz besonders erfrischend: der Autor hat sich über alle gängigen Rollenklischees in Kinderbüchern hinweggesetzt. Obwohl mit verschiedenen Schubladen gespielt wird, hat jede davon einen doppelten Boden. (Hach, was bin ich heute literarisch!)

    Kurz noch zum Lesealter: der Verlag gibt als Empfehlung „ab 10 Jahren“ an. Finde ich persönlich absolut in Ordnung.

    Mein Fazit: ein Kinderbuch (auch für Erwachsene), das zum mitfiebern und mitfühlen einlädt und das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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    Felicitas_Brandts avatar
    Felicitas_Brandtvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine tolle Geschichte, mit Helden, Schurken, Geheimnissen und Abenteuern, die mich richtig gut unterhalten hat <3
    Ein tolles Kinderbuch (:

    Zitat:

    „Welchen Namen ich mir selbst geben würde? Ich weiß nicht. Vielleicht würde ich mich  >das Mädchen, das nicht weinen kann< nennen, denn ich habe in meinem ganzen Leben noch nie geweint. Dass ich nie weine, heißt nicht, dass ich glücklich bin. Im Gegenteil.“ S. 219

     „Ich war losgezogen, um frei zu sein. Und jetzt war mir das genommen worden, was mir im Leben am allerwichtigesten war. Aber ich würde es mir zurückholen.“ S. 235

    Inhalt: Die Mississippi-Bande – Wie wir mit drei Dollar reich wurden von Davide Morosinotto

    Es begann an einem Nachtmittag wie jedem anderen, als wir im Bayou angelten. Doch kein Fisch landete in unserem selbstgebauten Boot, sondern eine Blechdose mit drei Dollar darin, das größte Vermögen, dass wir je besessen hatten. Mit diesem Geld wollten wir uns etwas im Katalog bestellen. Doch damit lösten wir etwas aus, dass uns in das größte Abendteuer unseres Lebens stürzte.


    Meinung:

     Die Mississippi-Bande ist ein Kinderbuch, das im Januar im Thienemann Verlag erschienen ist. Es geht (wie der Titel schon sagt) um die Mississippi-Bande, bestehend aus Eddi, Te Trois, Joju und Tit. Die Geschichte spielt im frühen 20. Jahrhundert, also nichts mit Facebook oder Low Carb und mitten im Banjou, das Sumpfgebiet in den Südstatten. Es ist heiß, drückend, Mücken fliegen umher und vier Abenteurer versuchen der Ärmlichkeit oder dem Druck ihrer Elternhäuser zu entfliehen.

     Vier Kinder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eddi scheint es von ihnen am besten getroffen zu haben. Er hat Mutter und Vater, ein ordentliches Zuhause und eine Zukunft. Er selber, sieht sich als Schamane, der die Stimmen der Tiere und der Geister hören kann. Er ist sowas, wie der kleine Nerd der Truppe.

    Te Trois, heißt eigentlich ... hat nur noch seine Mutter und seine Geschwister, von denen er oft Prügel bezieht. Er ist muskulöser, ein Kämpfer und Abendteuer und derjenige, der an diesem Schicksalhaften Tag die Angel auswirft, deren Fang alles verändern wird.

    Joju ist ein wunderschönes Mädchen und nennt Tit ihren kleinen Bruder, doch er ist schwarz und sie weiß. Tit redet kaum, gibt nur hin und wieder Laute von sich und ist trotzdem einer von ihnen. Einen Vater haben sie nicht, im Dorf werden sie nicht geduldet. Es wird nicht direkt gesagt, aber die Hinweise sind recht eindeutig, dass ihre Mutter eine Prostituierte ist. Sie wohnen am Rande des Dorfes in einer kleinen Hütte und haben das härteste Schicksal der vier. Trotzdem ist keiner von ihnen verbittert.

     Im ersten Kapitel fällen sie einen Baum und schnitzen sich eine Art Kanu daraus, das als Einbaum bezeichnet wird. Sie lassen ihn zu Wasser, machen ihre erste Fahrt und werfen die Angel aus, doch statt des Mittagsessen, finden sie eine alte Blechdose und darin drei Dollar. Das war damals ein riesiger Haufen Geld und es musste gut überlegt werden, was sie damit anfangen wollten. Schließlich kamen die vier zu dem Entschluss aus „dem Katalog“ vom größten Versandhaus ihrer Welt, etwas zu bestellen und zwar einen Revolver. Te Trois will den unbedingt bestellen und auch Joju stimmt ihm zu. Aber Kinder können schließlich nicht einfach einen Revolver  bestellen und was, wenn der Postbote sie übers Ohr haut und ihr Geld nimmt? Ein gewitzter Plan wird ausgetüftelt und nach langem Warten, erreicht sie endlich ein Paket. Aber nicht der ersehnte Revolver ist darin, sondern eine Taschenuhr, die zu allem Unglück auch noch kaputt ist! Die Kinder sind schwer enttäuscht, nur Tit kann sich gar nicht mehr von der Uhr trennen und drehte mit Freuden daran herum.

     Doch dann taucht ein Zeitungsbericht auf, dicht gefolgt von einem seltsamen Mann, der behauptet der Uhr auf der Spur zu sein, um sie zurückzubringen. Doch das an dem Typen was faul ist, merkt unsere Mississippi-Bande recht schnell und geht zum Gegenangriff über, bis sich die Ereignisse schließlich überschlagen und die vier auf die größte Reise ihres Lebens führt.

     Ich mochte das Buch richtig gern! Hinten drauf stand irgendwas von wegen „für alle Huckelberry Finn Fans“ und das hat mich direkt überzeugt, es mitzunehmen. Das Cover fand ich jetzt  nicht so wunderschön, war aber okay. Die Kapitel haben eine angenehme Länge (Bahnfahrerfreundlich <3) und beginnen immer mit entweder einer Zeitungsanzeige oder einem Bild aus dem berühmten Katalog. Die Zeitungsanzeigen erzählen die Geschichte von

    Mr. Darsley, der schon auf dem Original Klappentext erwähnt wird. Wie genau das aber alles zusammen hängt, das müsst ihr selber rausfinden. Es gibt auf jeden Fall alles, was ein Kinderbuch braucht. Geheimnisse, einen Schurken, Helfer, verrückte Kinder, einen verborgenen Schatz und viel Abendteuer.

     Ich mochte den Erzählstil gerne, wenn er auch anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war. Das Buch ist in vier Teile unterteilt, die immer von einem anderen Kind erzählt werden, sodass also jeder aus der Bande einen Teil der Geschichte aus seiner Sicht erzählt. Der von Joju hat mir am besten gefallen. Sie ist ein starkes Mädchen, mit ganz normalen Sorgen und einer schlimmen Vergangenheit und einem kleinen Bruder, den sie über alles liebt, auch wenn er in dieser Welt nicht viel Platz hat. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass in einem Kinderbuch die Thematik weiß/schwarz aufgegriffen wird, aber genauso war es und es war absolut passend und gut, wobei mir bei der Szene wirklich ein Schauer über den Rücken gelaufen ist.

    Das Buch wird für Kinder ab 10 Jahren empfohlen und dem kann ich auch gut zustimmen, allerdings kennt ihr eure Kinder am besten und wisst, was ihr mit ihnen lesen könnt (: Es ist ein schönes Buch, aber es werden wie gesagt der Konflikt zwischen schwarz und weiß aufgegriffen, das Thema der Prostitution gestreift, Joju hat Mädchenprobleme und es gibt einen Schurken, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Die Themen sind wunderbar in die Geschichte eingearbeitet und ich möchte das Buch aber auch jedem „Erwachsenen“ sehr ans Herz legen (:

     

    Urteil: Eine tolle Geschichte, mit Helden, Schurken, geheimnissen und Abenteuern, die mich richtig gut unterhalten hat <3 Von mir gibt es vier Bücher und eine klare Leseempfehlung!

     

    ©hisandherbooks.de

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    Irvevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein großartiges Buch mit "Tom Sawyer"-Feeling. Spannende Unterhaltung für Groß und Klein. http://irveliest.wordpress.com
    *+* Davide Morosinotto: "Die Mississippi-Bande" *+*

    Eddi, Te Trois, Joju und ihr Bruder Tit sind unzertrennliche Freunde.
    Wann immer es möglich ist, treffen sich die vier am Fluss. Einerseits wollen sie ihren Elternhäusern entfliehen, andererseits sind sie kleine Abenteurer, die jede Chance nutzen, um etwas Spannendes zu erleben. Sie haben sich gerade erst einen Einbaum selbst geschnitzt, auf dessen Jungfernfahrt sie eine alte Blechbüchse mit drei Dollar angeln.
    Drei Dollar waren damals viel Geld – die Geschichte spielt im frühen 20. Jahrhundert – und den Kindern hat es einen Heidenspaß bereitet, über die Verwendung ihres Schatzes zu beraten.
    Sie sind sich einig, dass sie etwas aus einem damals allseits bekannten und sehr beliebten Versandhauskatalog erwerben wollen. Geplant, getan, jedoch geht mit der Bestellung etwas schief. Und das hat Folgen….

    Ehe sie sich versehen, befinden sich unsere Helden mitten im größten Abenteuer ihres Lebens und sie brauchen viel Mut, Ausdauer und Cleverness, um an ihr Ziel zu kommen. Dass sie all das haben, beweist unser Quartett ein ums anderes Mal. Dabei ergänzen sich die Kinder ganz wunderbar. (Die Rezension ist meinem LitBlog entnommen.) Jeder hat andere Eigenschaften, kann andere Dinge besonders gut, oder besonders schlecht – und braucht dann Unterstützung, die es ganz selbstverständlich bekommt. Eddi, Te Trois, Joju und Tit halten zusammen wie Pech und Schwefel und geben nicht auf, durchleiden so manche Durststrecke, behalten ihr Ziel aber stets vor Augen. Zum guten Schluss, am Ende des Buches, schließt sich der Kreis dieser tollen Geschichte auf ganz wunderbare Weise, und hat mich sehr berührt.

    Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, sowohl die vier Hauptpersonen, aber auch die Nebenfiguren, die trotz ihrer oft kleinen Rollen und kurzen Auftritte immer wieder richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Erzählung sind. Grandios gelungen ist die Atmosphäre, die das gesamte Buch ummantelt. Immer wieder dachte ich, jetzt müsse jeden Moment Tom Sawyer um die Ecke gucken, so sehr hat mich meine persönliche Lesestimmung an dessen Abenteuer erinnert.
    Das Buch ist in vier größere Abschnitte gegliedert, von denen je eins von einem der vier Abenteurer erzählt wird. Die verschiedenen Perspektiven bescheren dem Abenteuer weitere Facetten, denn jeder hat andere Schwerpunkte, die er bei dieser großen Sache setzt, und eine andere Empfindsamkeit bei verschiedenen Dingen.

    Der Autor schafft es, die Geschichte in bewegten und bewegenden Worten zu erzählen. Worte, die die Umgebung vor dem inneren Auge malen. Worte, die die Stimmungen der Kinder spüren lassen. Worte, die sich bei manchen Begebenheiten tief in den Leser bohren und ihn zum Nachdenken anregen. Liest man das Buch gemeinsam mit seinen Kindern, gibt es viele Ansatzpunkte für Gespräche. Denn die Freizeitgestaltung der heutigen Kindergeneration ist zumeist komplett anders und es ist für sie sicher interessant zu sehen, wie kind früher seine Freizeit ohne Handy und Co. verbracht hat, aber auch, wie es um die gesellschaftlichen Strukturen und den technischen Stand bestellt war.

    „Die Mississippi-Bande“ wird für ein Lesealter ab 10 Jahren empfohlen, dem ich generell zustimme. Denn der Autor hat für die jüngeren Leser einen gutes Maß an Spannung, Abenteuer und Gewalt, die es leider damals auch gab, gefunden. Ich würde das Buch aber keineswegs als reines Kinderbuch einstufen. Für mich ist es ein wunderbarer All-Ager, an dem auch Erwachsene durchaus Freude haben können. Mir hat das Buch jedenfalls spannende, gute und zum Teil auch emotionale Unterhaltung beschert.
    Auch für das Auge hat das Buch einiges zu bieten. Das Cover ist ein Traum und lädt ein, in die Geschichte hineinzublättern. Jedes Kapitel wird zudem mit einem passenden Zeitungsausschnitt eingeläutet, der zusätzliches Flair in das Buch hineinzaubert.

    Inhalt
    Alles begann mit dem Mord an Mr. Darsley. Oder vielleicht auch nicht. Wenn ich es mir recht überlege, begann es eigentlich ein paar Wochen zuvor. An dem Nachmittag, als wir durch die Sümpfe des Bayou paddelten, um ein paar Fische zu fangen. Was wir stattdessen fingen, war eine verbeulte Blechdose, in der drei Dollar lagen. Drei Dollar! Dafür würden wir uns etwas im Katalog bestellen. Noch ahnten wir nicht, dass wir mit dieser Bestellung das größte Abenteuer unseres Lebens auslösen würden …

    Autor
    Davide Morosinotto wurde 1980 in Norditalien geboren. Bereits mit 17 Jahren veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte, die auf der Auswahlliste des renommierten italienischen Literaturpreises „Premio Campiello“ stand. Seitdem hat er über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, für die er zahlreiche Preise erhalten hat. Davide Morosinotto lebt als Autor, Journalist und Übersetzer in Bologna.

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine wundervolle und spannende Abenteuergeschichte - Ein tolles Leseerlebnis für jung und alt!
    Eine wundervolle Abenteuergeschichte

    Wie aus dem Fund von drei Dollar ein großes Abenteuer wurde...

    Als die vier Freunde Eddie, Te Trois, Julie und Tit an einem Sommernachmittag mit ihrem selbst gebauten Einbaum durch die Sümpfe des Bayou paddeln, ahnen sie noch nicht, dass sie bald ein großes Abenteuer erwartet. Sie wollen ein paar Fische angeln, doch stattdessen hat Peter, der von allen nur Te Trois genannt wird, nur eine verbeulte Blechdose am Haken. Als sie diese jedoch öffnen, staunen sie nicht schlecht über den Inhalt: Drei Dollar!! Sofort werden Pläne geschmiedet, was sie mit dem unerwarteten Reichtum anstellen wollen. Als die Entscheidung schließlich gefallen ist, beginnt für die vier ein großes Abenteuer, mit dem sie so nicht gerechnet haben...

    "Alles begann mit dem Mord an Mr Darsley." - Seite 9

    ...mit diesem Satz beginnt die Geschichte der Mississippi-Bande, das so einige Abenteuer bereithält. Ich möchte gar nicht so viel über den Inhalt verraten - nur das alles mit drei Dollar beginnt, die die vier Freunde in einer alten Blechdose aus dem Fluss fischen. Die vier Freunde - das sind Peter, genannt "Te Trois", Eddie, Julie und ihr kleiner Bruder Francis, der den Spitznamen "Tit" (Petit) trägt. Alle vier sind sehr unterschiedlich - was hier ganz toll zur Geltung kommt, ist der Zusammenhalt und das Miteinander. Man schließt die vier Kinder sofort ins Herz.
    Die Entwicklung der Geschichte ist spannend und hält einige Überraschungen bereit. Auch wenn es eigentlich ein Kinderbuch ist - ich kann es allen empfehlen, egal ob jung oder alt. Auch für Erwachsene bietet dieses Buch ein tolles Leseerlebnis, weil es unheimlich toll und detailreich geschrieben ist. Die Erzählform ist die Ich-Perspektive, die aus Sicht der Kinder geschrieben ist, was dem Buch zusätzlich einen besonderen Charme gibt. Am Ende erfährt man auch, was es mit dieser Schreibweise auf sich hat.

    "Mein Herz schlug immer noch viel zu schnell und mir fehlten immer noch einige Dinge, wie zum Beispiel der Kompass, den mir mein Vater geschenkt hatte und der jetzt in der Schublade meines Schreibtischs lag, unerreichbar wie ein verlorener Schatz. Vor allem aber fehlten mir meine Bücher."
    -Seite 107

    Was unbedingt noch erwähnt werden muss: Die Gestaltung des Buchs. Das Cover ist wunderschön gestaltet - schön nostalgisch und sehr passend zur Geschichte, die Anfang des 20. Jahrhunderts, im Jahre 1904, spielt. Sehr schön zu Geltung kommt auch der typische Mississippi-Schaufelraddampfer, der oben in der Ecke abgebildet ist und sich auch immer wieder als Illustration im Buch wiederfindet. Dieser spielt natürlich auch in der Handlung auch eine zentrale Rolle. Eine Besonderheit ist auch, dass es am Anfang eines jeden Kapitels eine Seite mit tollen Abbildungen und Illustrationen gibt, die besonders im zweiten Teil auch interessante Informationen bereithält. Alles zusammen eine rundum gelungene Gestaltung.

    "Der Mississippi floss langsam und majestätisch dahin. Die Sonnenstrahlen spiegelten sich auf der Oberfläche. Die entlang der Kais vertäute Dampfer sahen mit den Rauchwolken, die aus ihren Schornsteinen kamen, wie stolze Indianerhäuptlinge mit hohen weißen Federhauben aus."
    -Seite 129

    Mein Fazit: Ein sehr hochwertiges Kinder-/Jugendbuch, dass mit seiner wundervollen und spannenden Geschichte aber auch Leser allen Alters überzeugt. Vier sympathische Freunde, ein großes Abenteuer und die nostalgische Atmosphäre der Südstaaten aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts - zusammen mit dem tollen Schreibstil und der schönen Buchgestaltung ein wirklich rundum gelungenes Werk. Sehr empfehlenswert für groß und klein!

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    Literaturwerkstatt-kreativs avatar
    Literaturwerkstatt-kreativvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wunderbare Geschichte über eine Reise von vier Kindern entlang des Mississippi.
    Eine Reise entlang des Mississippi

    „Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert

    „Misssissippi-Bande“ von David Morosinotto

    Die Geschichte beginnt 1904 in Louisiana in der Nähe des Mississippi. Im Bayou haben sich die vier Freunde Te Trois, Eddie und die Geschwister Julie und Tit eine geheime Hütte gebaut. Julie hat immer eine schützende Hand über ihren kleinen Bruder Tit. Dieser ist nämlich nicht weiß, wie sie, sondern hat eine dunkle Hautfarbe. Beim Angeln finden die Vier in den Sümpfen eine Blechdose in der drei Dollar sind. Die Kinder bestellen sich von dem Geld einen Revolver aus dem Versandhauskatalog von Walker & Dawn. Als das Päckchen angeliefert wird, ist aber statt des Revolvers, nur eine defekte Taschenuhr darin. An dieser Uhr kann sich allerdings nur der Kleinste und Schweigsame von ihnen, nämlich Tit begeistern. Von einem Handlungsreisenden der Firma Walker & Dawn erfahren sie, dass auf die Uhr eine Belohnung ausgesetzt ist. Dieser Handlungsreisende versucht nun die Kinder übers Ohr zu hauen, um an die Uhr zu kommen. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd im Bayou, bei der der Handlungsreisende umkommt. Die Kinder wollen nun selber die Uhr zur Firma Walker & Dawn zurückbringen. Eine Reise quer durch Amerika von Louisiana bis nach Chicago beginnt. Eine Abenteuerreise die den Kindern viel abverlangt und viele Hürden genommen werden müssen.

    Fazit:

    David Morosinotto nimmt einen mit auf eine Reise in eine vergangene Welt. Eine Welt, wie ich sie aus „Tom Sayer“ oder alten Wild-West Filmen kenne. Der Autor hat einen sehr lebendigen, flüssigen Erzählstil und kann phantastisches Kino im Kopf entstehen lassen. Auch hat er vier wunderbare Protagonisten kreiert die einem sehr schnell ans Herz wachsen und mit denen man mitleidet. Ein sehr gute Idee des Autors ist es, das Buch in 4 Hauptteile zu gliedern. In jedem Teil lässt er ein anderes Kind die Geschichte weiter erzählen. So bekommt der Leser vier verschiedene Erzählweisen (Perspektiven) präsentiert und doch bleibt mit jedem neuen Erzähler die Spannung erhalten. Das wunderschöne Layout des Buches mit verschiedenen Gegenstände des letzten Jahrhunderts darauf, sowie diverse Landkarten, Zeitungsausschnitte und Zeichnungen im Buch, machen das Buch noch reizvoller und spannender. Diese Buch hat mich wie in einem Sog in die Geschichte hineingezogen, die Seiten sind dahingeflogen und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

    Eine absolute Leseempfehlung  nicht nur für Kinder !!!


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    denise7xys avatar
    denise7xyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein super Kinderbuch, mit tollen Charakteren und Spannung! Selbst für Erwachsene ein Heidenspaß!
    Ein Spaß für Jung und Alt

    Erster Satz

    Alles begann mit dem Mord an Mr. Darsley.

    Meinung

    Drei Dollar können viel mehr sein, als nur ein bisschen Geld. Das müssen auch Te Trois, Eddie, Julie und Tit schnell feststellen. Gemeinsam finden die Freunde eine Dose mit dem Geld drin. Kurz überlegt, bestellen die Vier beim größten Versandhaus Amerikas eine Pistole mit passender Munition, doch statt der Handfeuerwaffe bekommen sie eine kaputte Taschenuhr und ein packendes Abenteuer dazu.

    Der Schreibstil ist lustig und locker, aus der Sicht der Hauptcharaktere geschrieben. Jeder der Protagonisten erhält dabei seinen ganz eigenen Stil und der Leser erfährt verschiedene Ansichten und Details zu den Charakteren. Die Erzählweise ist passend für ein Kinderbuch und bringt viel Spaß mit.
    Auf ihrem Weg nach Chicago erleben die vier Jugendlichen so manches Abenteuer. Von selbstgebauten Boot, über Schiff und Zug, bis hin zum Automobil, der Weg zum Ziel ist lang, beschwerlich und nicht immer ungefährlich. Doch sie lassen sich nicht von ihrem Weg abbringen und begegnen dabei einigen fragwürdigen Gestalten, die nicht immer freundlich gesinnt sind. Hinzu kommen die normalen Probleme des Heranwachsen, die auch die Helden dieses Buches nicht verschonen.
    Einzig das Ende gefiel mir nicht ganz so gut, was vielleicht daran liegen mag, dass ich mir noch mehr Abenteuer von der Mississippi-Bande gewünscht hätte, doch leider ist ihre Geschichte in einem Band abgeschlossen.

    Charaktere


    Te Trois, der unausgesprochene Anführer der Gruppe, ist ein cooler, gut aussehender Junge, der zusammen mit seiner Mutter und seinen Brüdern auf einer kleinen Farm lebt. Meist ist er derjenige, der die anderen zu unüberlegten Aktionen überredet. So ist auch die Pistole seine Idee, ebenso die Reise nach Chicago. Andernfalls ist er auch der Mutige, steht immer für seine Freunde ein und rettet sie aus so manch einer schwierigen Situation.

    Eddie, der Schlaue. Er ist ein Jahr älter als Te Trois und Julie und lebt mit seinen Eltern in der Stadt. Sein Vater ist Doktor, womit Eddie behütet aufgewachsen ist und eine vorbildliche Bildung genossen hat. Wiederrum ist er etwas schwächlich gebaut und spricht sich schnell kränker, als was er ist. Er selbst bezeichnet sich als Schamane des Sumpfes und spricht mit den Tieren des Bayous, weswegen die anderen ihn oft belächeln. Meist wird ihm bei wichtigen Gesprächen das Reden überlassen.

    Julie, das Mädchen und doch, oder gerade deswegen, die taffeste aus der gesamten Gruppe. Sie bewahrt in riskanten Lagen immer einen kühlen Kopf, ist stets misstrauisch gegenüber Fremden und bringt die Jungen gerne wieder auf den Boden der Tatsachen. In ihrer Heimat hat sie es nie leicht gehabt, da ihre Mutter einen schlechten Ruf hat, weswegen sie außerhalb in einer kleinen Hütte leben, zusammen mit ihrem Bruder Tit.

    Tit, das jüngste, stille Mitglied der Gruppe. Er spricht nicht viel und hat eine Affinität für Zahlen. Die kaputte Taschenuhr begeistert ihn sofort und er will sie eigentlich gar nicht wieder hergeben. Auf ihrer Reise stößt gerade der dunkelhäutige Tit auf Abneigung und Hass bei anderen Menschen, ohne zu wissen warum.

    Fazit


    Die Charaktere sind alle sympathisch und mit solch einem Engagement dabei, dass man sich nur mitziehen lassen kann. Einige Stellen sind für kleinere Kinder zu grausam und ich würde das Buch eher ab 13 Jahren empfehlen. Kurz und knapp, ein klasse Buch! 5/5 Sternen

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    S
    Sabine_Hartmannvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Vier Jugendliche, Te Trois, Eddie, Joju und Tit, finden in den Sümpfen eine Dose mit 3 Dollar. Damit beginnt ein Abenteuer, das ihre komplet
    Unglaublich detailreich

    Die vier, drei Jungen, ein Mädchen, kommen aus einem kleinen Dorf im Bayou. Harte Arbeit und wenig Freizeit gehören zu ihrem Alltag. In jedem Haushalt gibt es allerdings einen Versandhauskatalog. Dieser bietet quasi alles an, was man irgendwie gebrauchen kann. Unter anderem Laternen, Herde, Waffen, Mäntel …

    Bald erfährt man in der Geschichte, dessen erster Teil von Te Trois erzählt wird, dass der Versandhauskatalog von Dawn & Walker ganz neu ist. Im Laufe der Zeit wird die komplette Geschichte der Gründung und Umsetzung deutlich. Die vier Kinder bestellen sich eine Pistole und Munition. Doch sie erhalten die Munition und eine kaputte Uhr. Kurz darauf taucht ein Mann auf, der ihnen für die beschädigte Uhr 50 Dollar bietet – unglaublich viel Geld. Doch es kommt anders, und plötzlich sind die vier unterwegs nach Chicago.

    Jedes Kind bekommt einen Teil des Buches, das aus seiner Sicht erzählt wird. Zuerst Te Trois, dann Eddie, gefolgt von Julie und schließlich Tit.

    Das Buch entführt einen beim Lesen in eine weite entfernte Welt. Doch die Figuren sind so grandios beschrieben, dass man sofort mit ihnen mitleidet, mitfiebert, mithofft. Das Ganze ist unglaublich spannend. Die Kinder erleben ein rasantes Abenteuer nach dem anderen. Mit Humor, Tatkraft und Cleverness lösen sie alle Probleme, vor allem aber, weil sie zusammenhalten, einander zuhören und jeder etwas zur Lösung der anstehenden Schwierigkeiten beitragen kann, selbst Tit, ein kleiner schwarzer Junge, der nur selten spricht.

    Das Amerika jener Tage wird nicht nur durch die Erzählung lebendig, sondern auch durch die Seiten, auf denen Karten und vor allem Auszüge aus dem Versandhauskatalog abgebildet sind.

    Die Sprache ist flüssig, Dialoge und Monologe herrschen vor. Durch die zahlreichen Informationen, die Kinder sehen zum Beispiel zum ersten Mal ein Automobil oder hören Jazz-Musik auf der Straße, entsteht ein Kaleidoskop an Informationen und atmosphärischen Details, welche die Geschichte zu einer machen, die noch lange in Erinnerung bleibt und die eigene Fantasie beschäftigt.

    Eine Leseempfehlung für alle, die sich noch an Tom Sawyer erinnern, aber auch für Menschen, die gern über Reisen und Abenteuer lesen, die in vergangene Zeiten eintauchen wollen.

     

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    pantaubookss avatar
    pantaubooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein grandioses Kinderbuch über ein spannende Reise und ein unvergessliches Abenteuer einer Kinderbande!
    Das unvergessliches Abenteuer einer Kinderbande!

    Schon das Cover von „Die Mississippi-Bande“ hat mich unheimlich angesprochen. Es riecht förmlich nach aufregendem Abenteuer, dem Entdecken neuer Landschaften und gefährlichen Expeditionen! Die hervorgerufenen Erwartungen an eine Kinderbande, die sich auf eine spannende und gefährliche Reisen begeht, wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil! Das Buch hat mich mit jedem Kapitel überrascht und mich am Ende mit dem Gedanken, ‚Man, was für eine tolle Geschichte!‘ zurückgelassen.

    Morosinotto hat in  „Die Mississippi-Bande“ ein wahnsinnig gutes Gespür dafür gezeigt, welche Figuren er ins Abenteuer ausziehen lässt. Jede der vier Hauptfiguren grenzt sich charakterlich vollkommen von den anderen ab, was die Möglichkeit bietet, für jeden Leser eine Figur zu finden, mit der er sich gut identifizieren kann. Eddie ist der furchtsame und vorsichtige Angsthase der Bande. Er überdenkt lieber alles dreimal und hat sogar im Kopf eine Liste aller Sorgen angelegt, die ihn plagen!

    "Ein Junge mit 112 Sorgen ist nicht dafür geschaffen, Abenteuer zu erleben." (S. 112)

    Te Trois ist der Draufgänger. Ihm kann es nie gefährlich genug sein und er ist es auch, der die Idee hat, von den drei Dollar eine Pistole zu kaufen. Wenn die anderen Kinder vor Angst und Bedenken noch zögern, ist Te Trois bereits losgelaufen. Julie ist die vernünftige „große Schwester“, die immer alle Möglichkeiten im Blick behält und im Stande ist rationale Entscheidungen zu treffen. Das einzige, was ihren harten Panzer erweichen kann, ist ihr jüngerer Bruder Tit, der schwarz ist und nie redet. Die Charaktere der vier Kinder haben mich von Anfang an überzeugt. Toll war auch, dass das Buch in vier Teile unterteilt ist, die jeweils aus den vier Perspektiven der Kinder geschrieben sind.

    Wer „Tom Sawer“ von Mark Twain gelesen hat, verbindet das große Abenteuer automatisch mit der Landschaft um den Mississippi River. Auch Morosinotto nutzt das durch den Klassiker schon abenteuerlich aufgeladene Setting und versetzt seine Figuren in die unheimlichen Sümpfen des Bayous im Jahr 1904.

    "Nachts war der Bayou ein Ort, an dem Gespenster umgingen. Die Bäume wuchsen in der Dämmerung immer höher, bis sie zu Schatten wurden, die bis zum Himmel hinaufreichten." (S.29)

    Die abenteuerliche Reise führt die Kinder aber noch weiter am Mississippi entlang zu Städten wie New Orleans, Memphis und Saint Louis. Klasse ist, dass jedes Kapitel, in dem die Kinder eine neue Stadt erreichen, mit einer Landkarte und einer kurzen Beschreibung der Stadt beginnt, sodass man ihre Reise besser nachvollziehen kann. In jeder Stadt lernen die Kinder neue Menschen, gute, wie schlechte kennen, tanzen auf einem Straßenfest, probieren Alkohol und springen sogar auf einen fahrenden Zug. Jeder Ortswechsel war mit neuen interessanten und gefährlichen Begegnungen verbunden, sodass die Reise an Spannung nie verloren hat.

    "Stellt euch vier Kinder vor, die immer nur mitten in den Sümpfen gelebt haben, und steckt sie dann mitten in eine große Stadt. Dann könnt ihr euch vorstellen, wie wir uns in New Orleans fühlten." (S. 117)

    Die Geschichte an sich hat mir richtig gut gefallen! Nach und nach entwickelt sich die Reise der Kinder in eine Suche nach Antworten und einer Verwicklung in einen Mord. Unbemerkt geraten die Kinder immer tiefer hinein in den Strudel gefährlicher Aufdeckungen und merken, dass sie nicht nur auf die kostbare Taschenuhr, sondern auch gegenseitig aufeinander achtgeben müssen. Dabei wird das Leben um 1904 in Amerika kaum beschönigt und ist von Gewalt, Kinderarbeit und Armut geprägt. Morosinotto hatte eindeutig den Anspruch, die damaligen Verhältnisse realistisch abzubilden, das mag manchen Eltern für die zwölfjährige Lesergruppte zu hart vorkommen, war aber in meinen Augen für Kinder verständlich beschrieben und so gut in die Geschichte integriert, dass keine Ängste zurückbleiben.

    Fazit & Bewertung

    „Die Mississippi-Bande“ von Davide Morosinotto ist ein grandioses Kinderbuch über ein spannende Reise und ein unvergessliches Abenteuer einer Kinderbande, die auf der Suche nach dem großen Geld ungewollt in einen Mordfall verwickelt wird. Eine Geschichte mit viel Witz und Humor, die teilweise erschreckend realistisch die Verhältnisse Amerikas des anfänglichen 20. Jahrhunderts wiederspiegelt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Thienemann_Verlags avatar

    Ihr habt "Tom Sawyer und Huckleberry Finn" als Kinder geliebt? Dann könnt ihr euch jetzt in "Die Mississippi-Bande" wieder an den Mississippi träumen und ein spannendes Abenteuer rund um vier Freunde gemeinsam mit euren Kindern erleben. Worauf wartet ihr noch?

    Inhalt:

    Alles begann mit dem Mord an Mr. Darsley. Oder vielleicht auch nicht. Wenn ich es mir recht überlege, begann es eigentlich ein paar Wochen zuvor. An dem Nachmittag, als wir durch die Sümpfe des Bayou paddelten, um ein paar Fische zu fangen. Was wir stattdessen fingen, war eine verbeulte Blechdose, in der drei Dollar lagen. Drei Dollar! Dafür würden wir uns etwas im Katalog bestellen. Noch ahnten wir nicht, dass wir mit dieser Bestellung das größte Abenteuer unseres Lebens auslösen würden ...

    Lasst euch von dieser Geschichte an die Anfänge des 20. Jahrhunderts entführen. Findet heraus, was die Kinder sich im Katalog bestellt haben und wieso dieser Gegenstand ihr gesamtes Leben verändert!

    Mit etwas Glück könnt ihr eins von 15 Exemplaren von "Die Mississippi-Bande" gewinnen!

    Beantwortet uns einfach folgende Frage: Was würdet ihr in einem Katalog bestellen, in dem es praktisch alles zu kaufen gibt?

    Wir freuen uns schon sehr auf eure Antworten!

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