DeLong Lucien Ein Dieb – Bekenntnisse

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Inhaltsangabe zu „Ein Dieb – Bekenntnisse“ von DeLong Lucien

„Bevor du dich umbringst, schnappst du dir die Kohle und haust ab!” Wovon andere nur träumen, macht er wahr. Er überfällt einen Einzelhandelsladen nach Geschäftsschluss und setzt sich kurze Zeit später nach Jamaika ab.

„Immer hatte ich gedacht, du landest einen großen Coup, und dann hast du genug Kohle, um den Rest deines Lebens angenehm zu verbringen. Um ehrlich zu sein, hatte ich sowieso nicht weitergedacht, als bis zu jenem ersten Coup. Danach würde ja alles gut sein!“

Doch im wahren Leben füllen Palmenwipfel und Sonnenaufgänge nicht den Tag. Und irgendwann ist das erbeutete Geld ausgegeben.

„Mein erster Coup war ein verrückter Zufall und ein unglaublicher Glücksgriff gewesen – und nun?“ Er wird zum Dieb.

Ein wechselhaftes Leben beginnt – zwischen den nobelsten Hotels und völlig abgebrannt zwischen Pennern auf dem Pariser Bahnhof. „Es dauerte lange, bis ich wagte, mich diesem neuen, so wechselhaften und unsicheren Fluss meines Lebens anzuvertrauen.“

Ein toller, hochwertiger Schreibstil der über die etwas zu flache Geschichte hinwegsehen lässt.

— Mauela

Nette Lektüre für unterwegs, kurzweilig, nicht allzu viel Tiefgang.

— Aischa

Ein Debütroman, der besser hätte sein können. Ich bin gespannt auf das nächste Buch von Lucien DeLong.

— anna_m

Nur durch das Lesen war ich heute Abend in zig verschiedene Länder, habe Adrenalin gespürt und mich verliebt. Vielen, vielen Dank dafür!

— Alyson

Zeitvertreib auf einem Flug

— 20reading17

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  • Ein Dieb - Bekenntnisse

    Ein Dieb – Bekenntnisse

    Mauela

    13. September 2017 um 11:07

    Das Diebesleben hat sich ausgelebt. In der Gefängniszelle sitzen reflektiert ein namenlose Dieb über seinen ersten Überfall und wie es dazu kam, sein unstetes Leben, seine dauernde Einsamkeit.Mich hat das Buch „Ein Dieb –Bekenntnisse“ von Lucien DeLong zuerst einmal sprachlich absolut begeistert. Poetisch und anmutig, mit viel Witz, manchmal sogar im direkten Dialog mit dem Leser ist der Roman ein Genuss zu lesen. Wortwiederholungen wie z.B. „ …ganz beiläufig, ganz locker, ganz deutlich..“ (Seite 11)oder  „..so rot, so perfekt, so rund..“ (Seite 16) haben etwas mantraartiges an sich und haben mich beim Lesen richtiggehend eingelullt. Einzig auf Seite 21 und 23 kommen sprachliche Brüche vor. Auf einmal werden Worte wie „…fickte…Weiberzeug…geil...“ (Seite 21) und „…es kotze mich an …“ (Seite 23) benutzt. Nicht das das in der heutigen Zeit weiter tragisch wäre, aber ich finde diesen Stilbruch sehr schade, denn  insgesamt ist der ganze Roman in meinen Augen sprachlich sehr hochwertig. Diese beiden sprachlichen Ausrutscher beeinflussen aber leider bei mir den eigentlich total positiven Gesamteindruck negativ.Die Geschichte selber ist interessant und gut zu lesen. Allerdings kann der Leser von einem nur rund 143 starken Roman keinen besonderen Tiefgang oder gar  Einblicke ins Gefühlsleben des Protagonisten erwarten. Dazu bilden die wenigen Seiten leider zu wenig Raum. Und so bleibt dem Leser der Protagonist eher fremd und die Erzählung etwas zu flach. Vor allem was die bereisten Länder angeht, kommen mir persönlich Landesinformationen viel zu kurz. Schade ist auch, dass der Autor den roten Faden, den ich gefunden zu haben glaube nicht bis zum Ende durchzieht. Auf Seite 29 steigt der Dieb im Goldeneye in Jamaika ab. Dort hat einst der Autor von James Bond, Jan Fleming, ebenfalls Station gemacht. Auf Seite 32 geht es dann für unseren Dieb weiter nach Kuba ins Hotel Inglaterra, in dem eine Teil des Filmes Unser Mann in Havanna gedreht wurde. Dann ist aber leider Schluss mit dem „roten Faden“. Ich hätte es toll gefunden, wenn Lucien DeLong mit Hotels und Orten aus bekannten Filmen und Büchern weiter gemacht hätte. Das hätte dem Buch tatsächlich noch den letzten Pfiff gegeben. Trotzdem, für ein Erstlingswerk ein gutes Buch. Darum von mir eine Leseempfehlung für alle die gerne auf hohem sprachlichen Niveau lesen und trotzdem mit einer Geschichte klar kommen, die nicht ganz so in die Tiefe geht.  

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  • Leserunde zu "Ein Dieb – Bekenntnisse" von DeLong Lucien

    Ein Dieb – Bekenntnisse

    Phantom_Verlag

    Hat davon nicht jeder schon einmal geträumt: „Du schnappst Dir die Kohle und haust ab"?In einem Sportgeschäft kaufte ich eine schwarze Skimaske und Handschuhe. Zuletzt eine Gaspistole. Ich kam mir so lächerlich vor, als ich die Sachen zum ersten Mal zu Hause anzog. Wie in einem schlechten Film. Was für eine peinliche Angelegenheit! Und doch …In dem Debüt „Ein Dieb – Bekenntnisse" von Lucien DeLong (ISBN 13-978-3-927447-07-3) steht ein junger Mann im Mittelpunkt, der zufällig eine Chance ergreift und zum „Dieb" wird, sich nach Jamaika absetzt und sich anschließend anonym, beziehungs- und haltlos durch Europa bewegt, bis er versucht, in England Fuß zu fassen.„Es dauerte eine Weile, bis mir klar wurde, was dieses unstete Leben bedeutete: keine Freunde, keine Dauer. Es bedeutete, keine Spuren zu hinterlassen. Nicht am Tatort und nicht in der Geschichte des Lebens. Ich durfte nicht existieren, musste immer und ewig anonym bleiben. Meine Anonymität bedeutete meine Freiheit. So war die ultimative Freiheit meine größte Freude und meine größte Herausforderung.”Und dem dann – natürlich – eine Beziehung zum Verhängnis wird.

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    • 50
  • Netter Erstlingsroman

    Ein Dieb – Bekenntnisse

    Aischa

    09. September 2017 um 18:19

    Um es vorweg zu nehmen: Der Roman ist für ein Erstlingswerk ganz o.k., er ist flüssig zu lesen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.Das Thema klingt sehr spannend: Ein junger Angestellter in einem Reprostudio ist die Monotonie seines Lebens leid. Er setzt das Gedankenspiel seines Freundes in die Tat um und überfällt die Angestellte eines Kaufhauses, als sie die Tageseinnahmen zur Bank fahren will.Berauscht davon, wie leicht ein Raub ihm von der Hand geht, wiederholt er ihn nach kurzer Zeit, bevor er sich ins Ausland absetzt.Die Beute ist jedoch in der Karibik schnell durchgebracht, und so nimmt seine kriminelle Laufbahn den Anfang.Das Ganze liest sich sehr kurzweilig und ich war bis zum Ende neugierig, wie es weitergeht. Der Schluss ist allerdings der schwächste Teil der Geschichte, er ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar.Ich hätte mir an vielen Stellen mehr Einblicke in das Seelenleben des Protagonisten gewünscht, Einiges ist leider doch sehr oberflächlich beschrieben.Dennoch ein empfehlenswertes Buch, ich bin gespannt, wie sich DeLong weiter entwickeln wird.

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  • Vielleicht lag es an zu großen Erwartungen...

    Ein Dieb – Bekenntnisse

    anna_m

    09. August 2017 um 14:10

    Vom Dieb in seiner Gefängniszelle geschrieben, beginnt der Roman mit der kurzen Schilderung eines gewöhnlichen Angestellten über seinen monotonen Alltag. Er ist höchst unzufrieden und möchte aus diesem Leben ausbrechen, weshalb er die einzige ihm lohnenswert erscheinende Gelegenheit (außer dem Suizid) ergreift, die sich ihm bietet. „Bevor du dich umbringst, schnappst du dir die Kohle und haust ab!“ (S.8). Der erste große Überfall bringt ihm um die 100.000 DM. Er täuscht eine während eines Spanienurlaubs gefundene neue Anstellung im Ausland vor und setzt sich nach Jamaika ab, wo er ein Leben im Luxus führt. Schicke Hotels, leichte Frauen, gutes Essen und viel Alkohol. Doch das Geld aus seinem Überfall ist nach einigen Monaten schon zur Hälfte ausgegeben und das Leben im puren Luxus beginnt ihn zu langweilen. Also beginnt er, sich für die Natur und Kultur des Landes zu interessieren. Um weitere Reisen zu finanzieren und überhaupt zu ermöglichen, beschließt er ganz bewusst eine Karriere als Dieb zu beginnen. Sein neuer „Beruf“ erscheint ihm wesentlich spannender als sein altes Leben. Seine Arbeit kommt einem Rausch gleich. Diebstähle und Raubüberfälle sind wie eine Droge, die ihn zwar nicht süchtig, aber doch abhängig macht. Neben Bargeld und Wertgegenständen nimmt er auch fremde Pässe, die ihm als Reisedokumente dienen, sofern er schnell genug verschwindet. Notizenhaft und eher farblos beschreibt der Dieb seine Lernphasen, ohne dabei Details zu nennen, ohne auf genaue Abläufe einzugehen und ohne seine Gefühlsregungen zu erwähnen. Er lernt wo und wen er ausrauben muss, um einen rentablen Coup zu landen, doch der Leser erfährt wenig über das Wie und Was. Außer natürlich: je luxuriöser das Hotel, je reicher die Gäste, desto mehr gibt es zu holen. Anscheinend ist der Protagonist sehr anpassungsfähig und sehr talentiert im Observieren, denn nach ein oder zwei Jahren behauptet er von sich, die Leute der Haute Société perfekt imitieren zu können. Er werde für einer von ihnen gehalten. Doch auch hier bleibt offen, wie es dazu gekommen ist und was genau er gelernt hat. In den Hotels begegnet er vielen Menschen, legt seine Klischees ab, und das alles auf viel zu wenigen Seiten, viel zu knapp beschrieben. Als hielte der Leser das abschließende Fazit einer äußerst interessanten, wissenschaftlichen Studie in den Händen, ohne Zugang zur angewandten Methode zu haben, ohne das Experiment nachvollziehen zu können. Für mich war dies eine der größten Frustrationen während des Leseerlebnisses, die sich im ersten Drittel des Romans immer wieder bemerkbar machte. Auch die Beschreibungen der bereisten Länder kommen zu kurz, und so fällt es schwer, tatsächlich in diese sicher wunderschöne, exotische Welt einzutauchen. Dann folgt der erste willkommene Bruch im Erzählstil, es gibt eine bessere Schilderung der Gedankengänge und eine Erzählung eines Überfalls, die sich nicht bloß wie der vorgefertigte Ablaufplan dazu liest. Der Autor scheint wirklich bei seinem Protagonisten angekommen zu sein, denn der einem Tagebuch ähnelnde, notizenhafte Stil wird immer erzählerischer. Gleichzeitig gibt es eine Wendung in der Geschichte. Hier möchte ich nicht zu viel vorweg nehmen, denn es geht hier nicht um eine vollständige Inhaltsangabe. Nur so viel sei gesagt: Der einsame Dieb, der sich immer selbst genug war, auf der Suche nach Luxus und kulturell bereichernden Erlebnissen, lernt die Vorzüge einer wahren, zwischenmenschlichen Beziehung kennen… und die Probleme, die sich für ihn daraus ergeben. Schließlich wird er in einem Hotel festgenommen. Und weil er um die Beweise gegen ihn weiß, gesteht er unumwunden, immerhin hatte er sein Leben lang mehr oder weniger damit gerechnet, sich in dieser Situation wiederzufinden. Es scheint ihm gleichgültig zu sein, als hätte er sich lange schon darauf vorbereitet, und doch erfährt man wenig über seine Gedanken und Gefühle. Sehr überraschend begeht er dann Selbstmord in seiner Zelle, noch vor der Gerichtsverhandlung und ohne mit der Wimper zu zucken, was recht befremdlich ist. Natürlich hat er die Genugtuung, ein spannendes, interessantes und aus seiner Sicht auch erfülltes Leben gehabt zu haben. Allerdings liebte er die Freiheit und verabschiedet sich von ihr, oder von der Aussicht, sie in einigen Jahren wiederzusehen, ohne auch nur das Gerichtsurteil abzuwarten. Obwohl, oder gerade weil er von Anfang an angekündigt war, blieb dieser Entschluss für mich unnachvollziehbar.   WARUM mich das Buch enttäuscht hat: Das Buch hat mir nicht gefallen. Vielleicht hatte ich beim Lesen eine sehr kritische Einstellung, weil ich wusste, ich würde einen Kommentar dazu schreiben, aber neben dem Inhalt an sich und seiner erzählerischen Umsetzung, weist das Buch auch formell einige Fehler auf. Viel zu viele für meinen Geschmack. Neben Druckfehlern, wie z.B. fehlenden Satzzeichen oder einem abgeschnittenen Wort, gibt es auch Sätze, in denen ein Wort fehlt, sei es Artikel, Subjekt, Prädikat… Da fragt man sich als Leser manchmal, wie viel Sorgfalt auf das Korrekturlesen entfallen ist.          Auch fällt es manchmal schwer, der rasenden Erzählung zu folgen und klar zwischen Gedankenspielen und stattfindender Handlung zu unterscheiden. In Kapitel zwei erfährt der Dieb von seinem Freund, dass eine Geschäftsführerin im Einkaufszentrum die Tageseinnahmen in den Nachttresor bringt und kundschaftet daraufhin sofort den Weg aus, den sie dafür zurücklegen muss. Der Überfall folgt sogleich. Dann verhält er sich ruhig, reicht Urlaub ein und bucht eine Reise. Der allgemein sehr knappe Erzählstiel und die vielen Raffungen des Geschehens machen es hier schwer, wenn auch nicht unmöglich, zwischen den zeitlichen und örtlichen Ebenen zu unterscheiden. Vor allem auch, weil dieser Stil zum (viel zu) schnellen Lesen geradezu einlädt. Hier zwei kleine Beispiele, die mich beim Lesen verwirrten:         Die Reise von Kuba auf die Bahamas und die Entscheidung, einen Pass zu stehlen: „Gleichzeitig schien es mir wohl auch logisch und sinnvoll, meine alte Identität abzulegen, wenn ich ein neues Leben begann. Ich war nicht mehr der, der ich einst gewesen war. Und mehrere Identitäten, fand ich, konnten nicht schade[n]. […]                 So wählte ich den einzigen Weg, den ich kannte, ich klaute einen Pass. Und reiste auf die Bahamas. […]                 Die Bahamas, erinnerte ich mich, die waren doch dieses Steuerparadies, dieser Finanzplatz mit Bankgeheimnis und so. Sicher würde ich mein Geld dort gut unterbringen können…                 Ich dachte, dass es sinnvoll sein konnte, einen finanziellen Anlaufpunkt zu haben, eine Art Geldanlage […] und da ich nun schon mal in der Gegend war, konnte ich dies auch auf den Bahamas tun. Ich flog hin. Ohne große Formalitäten, konnte ich ein Konto eröffnen.“ (S.36)         Die Kofferfrage nach dem Überfall des Geldtransporters am Baumarkt in England: „ Mit beiden Koffern ging ich die wenigen Meter zu meinem Auto und fuhr los. […] Nach ein paar Metern hielt ich in einer ruhigen Seitenstraße, packte die Geldkoffer in zwei normale Reisekoffer und warf die leeren Koffer in zwei große Müllcontainer.“ (S.128)   Außerdem ist der Stil für meinen Geschmack zu umgangssprachlich, was auch die erwähnte Ähnlichkeit zum Tagebuch oder zur kurzen Reisenotiz erklärt. Die teilweise unerwartete Wortwahl, für meinen Geschmack manchmal zu viele Correctio und die fehlende Korrektur verstärken diesen Effekt. Als Beispiel könnte man hier das erste Kapitel nehmen. Dass ich kein Fan der Umgangssprache bin und dass mir der Schreibstil missfällt, mag Geschmackssache sein. Und darüber lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten. Dass es so viele Fehler gibt, die mir bei einer ersten und schnellen Lektüre sauer aufstoßen, verärgert mich als Leser… und würde mich noch mehr ärgern, hätte ich das Buch nicht gewonnen, sondern gekauft. Letzten Endes bleiben leider wenige bildliche Erinnerungen an die Geschichte hängen, wie z.B. die erste Begegnung mit Tessa und die grünen Streusel auf dem Cappuccino. Dabei hätten gerade die Reisen in ferne Länder so viel mehr hergeben können. Auch der im ersten Kapitel angekündigte Suizid bleibt mir unverständlich. Ich hatte eine überzeugendere, tiefgründige und vor allem explizitere Erklärung durch die Geschichte erwartet.   Ich wünsche dem Autor viel Erfolg für sein nächstes Buch. Er hat auf jeden Fall das Potenzial für eine positive Weiterentwicklung, was insbesondere im zweiten und im letzten Drittel dieses Romans erkennbar wird. Diese Geschichte hätte besser erzählt werden können, bewegt sich jedoch zu sehr zwischen Reise-, Kriminal- und Liebesroman hin und her, weshalb keines der drei Genres wirklich gelungen bedient wird. Ich würde dem Autor empfehlen, sich an einem Briefroman zu versuchen, oder tatsächliche die Form eines Tagebuchs zu wählen. Das passt meiner Meinung nach besser zu seinem Schreibstil

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  • Einfach spektakulär!

    Ein Dieb – Bekenntnisse

    Alyson

    04. August 2017 um 23:01

    Wo fange ich nur an dieses Buch zu beschreiben?! Es ist einfach unglaublich. Ich denke, ich fange mit den Formalien an. Das Buch „Ein Dieb - Bekenntnisse“ ist 143 Seiten stark und wurde von Lucien DeLong geschrieben. Es wurde vom Phantom Verlag herausgegeben.  Leider gibt es keine näheren Angaben zum Autor direkt. Es hat etwas autobiografisches, ist offiziell aber ein Roman.  Komme ich zum Inhalt: Kurze Warnung vorweg, es kann einigen etwas voraus nehmen, deswegen überspringt diesen Abschnitt, wenn das Buch auch noch auf euerm SUB (Stapel ungelesener Bücher) liegt. Es geht, wie der Titel schon sagt, um einen Dieb, der sein Leben von Geburt bis seinem Tod darstellt. Dabei werden seine unglaublich schönen und exotischen Reisen in fremde Länder beschrieben. Seine Probleme und seine Lieben werden angesprochen. Die Handlung beginnt mit einem kleinen Ausblick und steigt dann in die Erzählung ein. Durch den Ausblick weiß man, worauf es hinauslaufen wird, dennoch bleibt die Spannung wie es zu diesem Ende kommt. Ich möchte gerne ein Wort über den atemberaubenden Sprachstil loswerden. Diese vollkommen moderne Art von Literatur hat mich zutiefst gefesselt. Zum einen diese monologischen Fragen, die tiefe Einblicke in den Protagonisten geben und zum anderen diese sprachliche Gewandtheit. Denglisch ist so selbstverständlich eingearbeitet, dass man definitiv das richtige Gefühl für die länderübergreifende Handlung bekommt. Die ganze Geschichte wirkt total detailliert und authentisch. Es kann sogar fast eine Autobiografie sein. Das wirkt unglaublich fesselnd und echt. Viele Orte und Personen werden kurz angerissen. Ich las in einer anderen Rezension, dass man als Leser nicht so gut das Gefühl bekommt für die Orte und Menschen, die beschrieben werden. Dieses Gefühl hatte ich überhaupt nicht. Es gibt unglaublich viel Gedankenspielraum. Man kann sich so viel selbst vorstellen, leicht gestützt mit Anregungen. Diese kurze und präzise Erzählweise finde ich zum einen sehr erfrischend, zum anderen stimmt sie mit dem Inhalt vollkommen überein. Es geht um einen Dieb, der in Hektik lebt, der den Genuss liebt, sich jedoch fast immer nur auf der „Durchreise“ befindet und sich so auch fühlt. Auch er bekommt nur einen kurzen Einblick in bestimmte Orte. Ich finde das wird durch den Sprachstil noch mal sehr gut unterstützt. Darüber hinaus finde ich die Entwicklung die der Protagonist erlebt besonders bemerkenswert. Es wird ein ganzes Leben geschildet und ich finde die Ansichten, die erzählt werden ändern sich dem Alter entsprechend. Man wächst zusammen mit dem Dieb auf. Seine Gründe für Diebstähle kann man gut nachvollziehen, auch wenn sie zu Beginn sehr naiv wirken. Häufig wird eine Aussage mehrmals erwähnt. Dies schlägt Brücken zwischen den einzelnen Diebstählen und auch den sich zum Teil wandelnden Ansichten. Ein Beispiel ist der Besuch bei seinen Eltern oder Goethes Zitat. Die Wahrnehmung des „normalen“ Lebens ändert sich von Herablassung zu einem Gefühl der Bewunderung, wie er sie später mit Tessa erlebt.  Des Weiteren finde ich auch das Ende zu seinem selbst gewählten Lebensstil  unglaublich passend. Ich hätte mir kein anderes Ende gewünscht. Frei von der ersten bis zu letzten Entscheidung. Das passt zu seinem Wunschleben. Abschließend kann ich nur sagen, dass mich das Buch unglaublich überrascht und gefesselt hat. Ich habe es innerhalb ein paar Stunden komplett verschlungen und konnte es auch nicht aus der Hand legen.  Ich finde es wirklich super modern und euphorisch geschrieben. Nur durch das Lesen war ich heute Abend in zig verschiedene Länder, habe Adrenalin gespürt und mich bei einer alleinerziehenden Mutter zu Hause gefühlt. So gut hat mir schon echt lange kein Buch mehr gefallen. Vielen, vielen Dank dafür.

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    • 2
  • Ein Dieb, ein Dieb....

    Ein Dieb – Bekenntnisse

    20reading17

    04. August 2017 um 16:47

    Um es vorweg zu nehmen, ich mag das Buch. Es ist geschrieben wie aus einem Guss. Die Anfänge der Geschehnisse liegen in den 80er-Jahren und handeln, wie es der Titel schon sagt, von einem Dieb. In Retrospektive erfahren wir vom Ich–Erzähler - denn er wurde schon gefasst und schreibt seine Memoiren, eben den Text, den wir als Roman lesen -  von seiner Motivation den ersten Diebstahl zu begehen, die Konsequenz dieses Diebstahls und den Verlauf seines restlichen Lebens. Und so begleiten wir den Erzähler von Diebstahl zu  Diebstahl und dadurch von Land zu Land, lernen die Menschen und Unternehmen, die er bestiehlt nur am Rande kennen, bis er auf seine erste ernst zu nehmende Liebe trifft. Bei seinem und ihrem Hintergrund kann es nicht lange gut gehen. Glücklicherweise gewährt ihm das Schicksal noch eine zweite Chance, er trifft wiederum eine Frau, mit er eine längere glückliche Zeitspanne verbringen darf, und dann nehmen die Dinge ihren Lauf… In Riesenschritten geht der Roman voran, so dass keine Langeweile aufkommen kann und die Geschichte, die es zu erzählen gilt, in 143 Seiten passt. Dies geht auf Kosten von Details und Tiefe. An so manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass der Autor länger im Geschehen verblieben wäre und mich tiefer in die Atmosphäre eindringen ließe. So wird die Stimmung Jamaikas gleich am Anfang des 3. Kapitels in einer Aufzählung umrissen mit „…vollgelbe Bananen, saftig-süße Ananas... Blue Mountain Kaffee.“ Und „ …bis zum Horizont wogte kristallklares, türkisenes Meer…“. Ja, genauso stelle ich mir Jamaika vor. Wie gerne hätte ich jedoch diese Stimmung in einer und mehreren Situationen, in der der Erzähler genau diese Dinge erlebt und wahrnimmt, als Leser miterlebt, anstatt sie in einer Aufzählung  verarbeiten zu müssen. Ähnlich ergeht es mir mit so manchem Charakter in diesem Roman. Als Leser ist man dadurch dazu verdammt, nur an der Oberfläche zu kratzen. Identifikationsmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Aber am Ende, als sich die sprichwörtliche Schlinge unaufhaltsam zuzog, fieberte ich dann unwillkürlich mit. Trotz aller Kritik habe ich den Roman gerne gelesen, vergebe deswegen 4*, und hoffe auf einen weiteren Roman von Lucien DeLong.

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