Dea Loher Bugatti taucht auf

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Inhaltsangabe zu „Bugatti taucht auf“ von Dea Loher

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2012Ein junger Mann wird während der Fasnacht 2008 in Locarno von einer Gruppe Jugendlicher umgebracht. Aber je genauer die Tat rekonstruiert wird, umso fraglicher wird, was geschehen ist. Den oder die Schuldigen zu finden ist trotz klarer Beweise schwierig. Ein Freund der Familie des Opfers sucht einen anderen Weg: Er erinnert sich an ein Autowrack, das seit 75 Jahren im Lago Maggiore liegt – ein Bugatti Brescia 22. Die Bergung wird ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Dea Loher fragt nach dem Sinn des Lebens angesichts eines sinnlosen Todes.

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    Bugatti taucht auf

    j125

    20. April 2017 um 08:57

    Meine Meinung:Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf das Buch gestoßen bin und was mich genau daran angesprochen hat. Vielleicht, dass einige Elemente auf wahren Begebenheiten beruhen, vielleicht, dass verschiedene Teile zu einem Ganzen verknüpft werden soll(t)en. Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Der erste Teil spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wo der Leser Rembrandt Bugatti begleitet, den Bruder des Bugatti Gründers Ettore Bugatti. Dieser Teil hat mir am besten gefallen, da ich Rembrandt irgendwie mochte. Allerdings wird man sofort in die Geschichte geschmissen und ich konnte nicht immer alle Personen zuordnen. Im zweiten Teil befindet man sich in Locarno, bei einem Straßenfest. Scheinbar grundlos wird ein junger Mann von drei Männern zu Tode geprügelt. Mit diesem Teil konnte ich gar nichts anfangen. Die Erzählweise sagte mir nicht zu, da zwischendrin die Biografie der Täter nacheinander runtergerattert wurde und ich manchmal die handelnden Personen nicht unterscheiden konnte. Mir fiel es sehr schwer, mich auf die Handlung zu konzentrieren, sofern sie vorhanden war.Der dritte Teil schließlich beschäftigt sich mit einem Mann, der mit der Familie des Toten bekannt ist. Zum Gedenken an den Toten möchte er einen alten Bugatti bergen, der seit Jahrzehnten auf dem Grund des Lago Maggiore liegt. Auch dieser Teil konnte mich nicht wirklich überzeugen. Zwar wird hier an die Ereignisse des zweiten Teils angeknüpft, aber so richtig habe ich nicht verstanden, welche Rolle da die Geschichte aus der Vergangenheit (Teil eins) spielt. Natürlich, es handelt sich bei dem Auto um einen Bugatti und die Geschichte der Familie Bugatti wird aufgearbeitet, aber im Grunde braucht es den ersten Teil nicht. Was wichtig ist, wird auch im dritten Teil erzählt. Fazit:Mir erschließt sich leider der Roman als Ganzes nicht. Mit der Erzählweise hatte ich so meine Probleme und die Handlung konnte mich nicht wirklich packen. Schade.

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  • Über die Bergung eines Traumautos

    Bugatti taucht auf

    PaulTemple

    Als mir am Ende des Romans in den Nachbemerkungen gewahr wurde, dass die soeben gelesenen Ereignisse größtenteils so stattgefunden haben, kam ich doch noch einmal ins Nachdenken.  Das Buch gliedert sich in drei Teile: Zunächst erhält der Leser Einblick in die Tagebücher des Bruders von Ettore Bugatti, DEM Autokonstrukteur, der während des Ersten Weltkriegs mehrere Schicksalsschläge zu verkraften hat.  Scheinbar völlig gelöst davon erscheint der zweite Teil des Romans: 2008 wird der Karneval von Locarno von einem brutalen Vorfall überschattet; ein junger Mann wird von Jugendlichen so stark verprügelt, dass er später an seinen schweren Kopfverletzungen verstirbt. Minutiös, detailreich und einem sachlichem Polizeibericht gleichend, zeichnet die Autorin dies nach. Grauenhaft brutal der Inhalt, superb die sprachliche Gestaltung. Der dritte Teil fügt schließlich alles zusammen, indem ein Freund des Getöteten beschließt, ihm zum Gedenken einen versunkenen Bugatti vom Grund des Gardasees zu bergen. Dies ist meiner Meinung nach der schwächste Teil des Romans, etwas zuuuu sehr ausufernd und langatmig für mich. 

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    • 2
  • Bugatti taucht auf

    Bugatti taucht auf

    Lesemanie

    1913-16: Rembrandt Bugatti, Bruder des berühmten Autobauers, führt Tagebuch während er an Tierskulpturen für den Zoo arbeitet. Ein melancholischer Mann, voll Selbstzweifel, der höchst lakonisch von den Eigenarten seiner Umgebung erzählt und auf wenigen Seiten dem Leser ans Herz wächst. Viel zu schnell, scheint es, kommt dieser erste Teil des Buches zu einem Ende und Dea Loher setzt erneut an. 2008: Es ist Fasnacht in Locarno. Valon, Ilija und Branko lassen sich durch die Menschenmassen treiben, trinkend, redend, wieder trinkend. Es kommt zu einem Missverständnis zwischen einem der drei und einem anderen Jungen. Der Streit droht zu eskalieren, andere Jugendliche schalten sich ein und versuchen, die Betroffenen zu beschwichtigen. Zunächst scheinen sie Erfolg zu haben, doch zum Schluss liegt einer der Schlichter, Luca, tot auf dem Boden. Dieser zweite Teil der Geschichte ist völlig unbeteiligt und faktenfixiert gehalten – der Leser hört die Geschichte so, wie die ermittelnden Polizeibeamten sie wohl zu hören bekämen. Aussagen werden gemacht, zurückgezogen, und in veränderter Form wieder gemacht und keiner der direkt und indirekt Beteiligten hat das Selbe gesehen. Man muss sich selbst ein Urteil bilden so gut es eben geht. Später: Jordi, ein Freund von Lucas Familie, erfährt vom Tod des Jungen während er gerade durch Venezuela reist. Tief erschüttert und wie unter Schock kehrt er sofort nach Hause zurück. Seine Art der Trauerbewältigung zeichnet Loher ganz behutsam und detailliert nach. Die Besuche im Haus von Lucas Eltern. Die Besuche bei seinen eigenen Eltern, der Vater todkrank. In Jordi reift die Idee, etwas Verrücktes zu machen, etwas, um irgendwie ein Zeichen der Erinnerung an Luca zu setzen. Angeblich liegt ein alter Bugatti auf dem Grund des Sees. Jordi beschließt, den Wagen zu bergen: "Ein ertränktes, versenktes Auto für einen erschlagenen, zu Tode getretenen Jungen." Was danach mit dem Wagen geschehen soll, will er sich später überlegen. Er stürzt sich auf und in dieses Projekt. Der Boden des Sees ist tief, das angebliche Autowrack völlig von Sand begraben, sodass die Aktion behutsam geplant und durchgeführt werden muss und einige Monate in Anspruch nimmt. Währenddessen geht das Leben weiter. Der Erzählton, besonders im zweiten, den Mord erzählenden, Teil, ist sachlich und aufs Wesentliche beschränkt, was die Traurigkeit und Sinnlosigkeit des Ereignisses noch unterstreicht. Erst im dritten Teil kehren wirkliche Emotionen zurück. Ausgedrückt werden sie dabei immer nur direkt durch die Personen, entweder durch das was sie sagen oder tun. Die Erzählstimme hält sich emotional sehr zurück. Überhaupt liegt die Stärke des Buches in den Dialogen und Handlungen der Charaktere, was durchaus damit erklärt werden könnte, dass Dea Loher sich in der Vergangenheit besonders als Dramatikerin hervorgetan hat. Insgesamt ist Bugatti tauch auf ein solides, aufwühlendes Buch, das jedoch auf der Bühne vielleicht noch ein bisschen mehr Wucht entfalten könnte als in Buchform

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    • 3
  • Dea Loher - Bugatti taucht auf

    Bugatti taucht auf

    *Arienette*

    23. October 2013 um 13:54

    "Bugatti taucht auf" ist der erste Roman von Dea Loher. Als Dramatikerin ist sie sehr bekannt und auch ausgezeichnet worden. In all ihren Stücken geht es um Gewalt, Verbrechen und Tod - so auch in ihrem Roman, der auf wahren Tatsachen beruht. Im Februar 2008 wurde ein junger Mann, Damiano Tamagni von drei Jugendlichen getötet. Der Bugatti 22, der seit den 1930-Jahre im Lago Maggiore versenkt war, wurde geborgen. "Bugatti taucht auf" ist in drei Teile aufgeteilt, die miteinander verbunden werden. Der erste Teil ist in Tagebuchform gehalten und gibt die Aufzeichnungen von Rembrandt Bugatti aus den Jahren 1913 - 1916 wieder. Er ist der Bruder des Automobilherstellers und Konstrukteurs Ettore Bugatti. Rembrandt Bugatti beschäftigte sich mit Tierplastiken. "So viele sinnlose Dinge, täglich, die Hauptarbeit besteht darin, sich der Sinnlosigkeit entgegenzustemmen, dem "vergeblich" irgendetwas entgegenzusetzen, und seien es dumme (..) kleine Tierfiguren." (Zitat) Der depressiv veranlagte Rembrandt Bugatti beging im Januar 1916 Selbstmord. Der zweite Teil handelt von dem Mord an Luca, der in der Fastnacht von drei Jugendlichen zu Tode getreten wird. Dieser Teil liest sich stellenweise wie eine Reportage, ein Gerichtsprotokoll. Der Leser muss sich durch seitenweise Zeugen- und Täteraussagen, die sich untereinander widersprechen, durcharbeiten. Es gibt keine Erklärung für diese sinnlose Tat. "...weil es da diesen Tod gab, den Tod an dem einen Abend im Februar, den der Verstand nicht begreifen konnte, für den niemand eine schlüssige Erklärung hatte, der von drei jungen Männern einfach weggeschwiegen, vergessen oder in eine verwirrende und bewusst konfuse Erzählung umgeformt wurde, eine lückenhafte und widersprüchliche noch dazu, so dass jede Mühe der Rekonstruktion, und vor allem jede Mühe der Rekonstruktion, die auch eine Rekonstruktion der Gründe, des Anlasses und der Ursachen sein wollte, ins Leere, ins ewig und unaufhaltsam Leere verlief. Umberto blickte gewissermaßen ins Nichts, und dieses Nichts gab keinen Blick zurück.” (Zitat) Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Bergung des Bugatti. Erzählt wird aus der Sicht von Jordi, der die Familie des Opfers besucht und die Trauer bei dieser nachvollziehen kann. Jordi möchte etwas für Luca tun, ihm ein Denkmal setzen und kommt auf die Idee, den Bugatti bergen zu wollen. " Er musste diese Lethargie durchbrechen, dachte Jordi, die den Ort, den ganzen Landstrich beherrschte, diese Trägheit, die selbstzufriedene". (Zitat) Mir hat der Roman gut gefallen, sprachlich ist er dicht und eher nüchtern. Der zweite Teil las sich beklemmend und eindringlich. Die Autorin: Dea Loher, geb. 1964 in Traunstein, studierte Germanistik und Philosophie in München. Sie lebt in Berlin. Ihre Theaterstücke wurden mit zahlreichen Preisen gewürdigt, darunter dem Dramatikerpreis der Hamburger Volksbühne, dem Jakob Michael Lenz Preis, dem Gerrit Engelke Preis, zwei Mal mit dem Mühlheimer Dramatikerpreis, dem Else Lasker Schüler Dramatikerpreis, dem Bertolt Brecht Preis, dem Berliner Literaturpreis 2009 und dem Marieluise Fleißer Preis 2009. (Quelle: Verlagsseite)

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