Die Gabe der Jungfrau

von Deana Zinßmeister 
3,9 Sterne bei37 Bewertungen
Die Gabe der Jungfrau
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Inhaltsangabe zu "Die Gabe der Jungfrau"

Die gefährliche Reise einer eigenwilligen jungen Frau in den Wirren der Bauernkriege. Ein Dorf in der Kurpfalz um 1525. Anna Maria wächst mit vier Brüdern auf einem Hof auf. Als ihr Vater zwei seiner Söhne in den Krieg schickt, damit sie für die Sache der Bauern kämpfen, versucht Anna Maria ihn umzustimmen, doch vergebens. Bevor die Brüder aufbrechen, geben sie ihrer Schwester das Versprechen, dass keiner ohne den anderen heimkehren wird. Doch dann sieht Anna Maria die beiden eines Nachts im Traum und weiß, dass sie in Gefahr sind. Nun hält sie nichts mehr zu Hause, denn sie verfügt über die Gabe, in ihren Träumen den Tod vorherzusehen …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442470365
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:511 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:08.02.2010

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    ElkeKs avatar
    ElkeKvor 10 Monaten
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau"

    Inhaltsangabe:

    Die jungfräuliche Anna Maria, die Tochter des freien Bauern Daniel Hofmeister, lebt mit ihrer Familie Anfang des 16.ten Jahrhunderts in dem kleinen Ort Mehlbach. Ihre Brüder Peter und Matthias sind vom strengen Vater losgeschickt worden, um bei den Bauernaufständen mitzukämpfen. Denn im ganzen Land wehrt sich das Bauernvolk gegen die Tyrannei und Ausbeutung des Adels und der katholischen Kirche.

    Daniel Hofmeister führt seit Jahren ein Doppelleben. Eigentlich ist er Fritz Joß, der in früheren Jahren Aufstände organisierte, diese aber stets vereitelt wurden. Mit dem Wissen aus seinem früheren Leben gibt er Anna Maria viele Ratschläge mit auf den Weg, als sie sich genötigt sieht, ihre Brüder zu suchen. Denn sie hat die Gabe, gewisse Dinge zu träumen. Eines ihrer Träume war, das ihre Brüder auf dem Schlachtfeld sterben und das wollte sie unbedingt verhindern.
    Auf ihrem Weg zu ihren Brüdern erlebt Anna Maria abenteuerliche Geschichten. Sie macht die Bekanntschaft mit dem gefürchteten Wolfsbanner, erlebt Armut und Krankheit, wird auf Burg Nanstein gefangen genommen (in der Hoffnung, ihre Gabe würde von Nutzen sein), erleidet selbst schwere Krankheiten und wird obendrein noch fast vergewaltigt.

    Und als sie ihre Brüder zu finden glaubt, ist sie am Ende ihrer Kräfte. Überall herrschen Unruhen und Aufstände, Tod und unsagbares Blutvergießen. Wird sie ihre Brüder doch noch finden können?

    Mein Fazit:

    Dies ist mein dritter Roman dieser Autorin und ich muss sagen, nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den vielen Personen und Zeitsprüngen kam ich sehr gut in die Geschichte rein. Anna Maria wächst einem sofort ans Herz, sie ist fleißig, folgsam, hat Repsekt gegenüber ihren Eltern, ist aber auch recht eigensinnig und stur. Trotz aller Gefahren, die auf ihr lauern, macht sie sich auf den Weg ins Ungewisse, und das zu einer Zeit, wo Frauen mehr als Objekt der Begierde als eigenständige Personen angesehen werden. Dennoch wirkt die Figur glaubhaft und der Leser fühlt und leidet mit ihr. Mich beeindruckte auch, das die Autorin sehr viel Wert darauf legte, das Anna Maria in vielen Dingen unerfahren ist und dies wird vielerlei zum Ausdruck gebracht. So erkennt sie nicht das Gefühl der Eifersucht und beschehrt dem Leser damit einige heitere Momente.

    Ein weiteres Merkmal dieses Buches ist die außerordentliche Verbindung zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Die Bauernaufstände und viele genannten Personen hat es tatsächlich gegeben. Aber die Fiktion beim Lesen zu erkennen, ist schon schwierig, so raffiniert hat die Autorin die Ereignisse ineinander verwoben.

    Die letzten Seiten flogen nur so dahin, es wurde mörderisch spannend und alle geschichtlichen Fakten und fitiven Abläufe liefen ineinander, so das die Handlung und auch das Ende sowohl schlüssig als auch konsequent ist. Ein paar klitzekleine Fragen blieben zwar offen, aber das ist nicht so tragisch.

    Ein Lesevergnügen, das ich so schnell nicht vergessen werde, zumal damit meine Geschichtskenntnisse ein wenig aufgefrischt wurden.

    Insgesamt ist mir das Buch 4 von 5 Sternchen wert.

    Anmerkung: Die Rezension stammt aus April 2010.

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    LEXIs avatar
    LEXIvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    Anna Maria, die Tochter des freien Bauern Daniel Hofmeister, ist nicht nur mit einem attraktiven Äußeren gesegnet, sie hat außerdem auch großes Talent, zu singen und zu malen. Obgleich sie neben ihren Brüdern Jakob, Matthias, Peter und Nikolaus das heimliche Lieblingskind ihres Vaters ist, verbietet er dem Mädchen bei strenger Strafe, ihre Leidenschaften auszuleben. Anna Maria empfindet zudem ihre von der Großmutter geerbte Gabe der Hellsichtigkeit als große Bürde und fürchtet sich davor. All jene, die ihr nahe stehen, erscheinen ihr zum Zeitpunkt ihres Ablebens im Traum, um sich von ihr zu verabschieden. Kurze Zeit nach dem Aufbruch ihrer beiden Brüder in den Krieg träumt sie davon, dass einer von ihnen sterben wird. Anna Maria setzt alles daran, ihren Vater davon zu überzeugen, sich auf die Suche nach ihnen zu machen, sie rechtzeitig zu warnen und gesund nach Hause zu bringen.
    ********
    Deana Zinßmeister erzählt die Geschichte der jungen Seherin Anna Maria Hofmeister und benutzt dazu drei verschiedene Zeitepochen, in denen die Handlung abwechselnd spielt. Der eine Erzählstrang handelt vom Jahre 1493 in Basel, der Vergangenheit ihres Vaters, der diesbezüglich stets großes Stillschweigen bewahrte und einige Geheimnisse zu hüten scheint. Ein zweiter Abschnitt berichtet über die Geschehnisse in Mehlbach im Jahre 1521, wo der Leser ein wenig in die Geschichte der Familie Hofmeister eintauchen und die einzelnen Protagonisten kennen lernen darf. Die Autorin berichtet vom Schicksal des kämpferischen Leibeigenen Joß Fritz, der den Wunsch eines Sterbenden erfüllen wird und offenbart darin auch seine geheimnisvolle Beziehung zu den Hofmeisters. Sie erläutert den Werdegang des freien Bauern Daniel Hofmeister, zeigt einen Einblick in das Alltagsleben der Familie und den kleinen Eigenheiten und Charakteren seiner Kinder. Der dritte Handlungszeitraum spiegelt die aktuellen Ereignisse Mehlbachs im Jahre 1525. Die Autorin lässt ihre Protagonistin Anna Maria auf die abenteuerliche Suche nach ihren Brüdern gehen, wo sie allerlei erfahren und einen kleinen Teil der Geschichte des Landes miterleben darf. Zinßmeister lässt Anna Marias Lebensweg mit jenen historischer Persönlichkeiten wie Joß Fritz, dem Anführer der Bundschuhaufstände, sowie dessen Mitkämpfer Jacob Hauser, Landsknecht Kilian, Thomas Müntzer und Heinricht Pfeiffer, kreuzen. Sie weilt auch eine Zeitlang auf Burg Nanstein, dem Sitz Franz von Sickingens, und erfährt die Geschichte seines Kampfgenossen Götz von Berlichingen zu Hornberg in den Landshuter Erbfolgekrieg zwischen Bayern und Rheinpfalz. Im Verlauf der Reise der jungen Seherin erhält man einen Eindruck von den Mühen und Plagen der armen Landbevölkerung, ihren Lebensumständen und dem tiefen Aberglauben, dem die Menschen in dieser Zeit verhaftet sind. Besonders klar kommt dies am Beispiel des so genannten „Wolfsbanners“ Veit zum Ausdruck, der mit einem Rudel Wölfen in den Wäldern jagt und lebt. Das größte Augenmerk richtet die Autorin jedoch auf die kämpferischen Auseinandersetzungen im Zuge des Bauernkriegs zwischen 1524 und 1526 in der Region zwischen Basel und Halberstadt, der Saar und dem Erzgebirge. Die historischen Hintergründe dieser Aufstände werden deutlich: die Bauern protestierten gegen die Einschränkung ihrer Rechte, die Abgabenlast und stellten revolutionäre Forderungen, die letztendlich zu blutigen Auseinandersetzungen führten. Für meine Person war die Konzentration auf die kriegerischen Hintergründe zu intensiv, das Buch wies dadurch einige Längen auf und die Angelegenheiten der sympathischen Hofmeisters gerieten für mich zu sehr in den Hintergrund. Auch die eher blassen und unpersönlichen Protagonisten trugen nicht dazu bei, mich für dieses Buch begeistern zu können und bewogen mich beinahe dazu, nach der Hälfte des Buches abzubrechen. Dass ich es dennoch nicht getan habe, ist letztendlich auf meine Neugier auf das Schicksal der beiden Brüder zurückzuführen …
    ********
    Als erste Lektüre von Deana Zinßmeister war ich von „Die Gabe der Jungfrau“ enttäuscht und es verleitet mich nicht gerade dazu, weitere Bücher von dieser Autorin zu lesen. Aus diesem Grund vergebe ich dafür auch nur zwei Bewertungssterne …

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    LiebezuBuecherns avatar
    LiebezuBuechernvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    Ein Dorf in der Kurpfalz um 1525. Anna Maria wächst dort mit ihren vier Brüdern behütet auf dem Hof des Vaters auf, als dieser zwei seiner Söhne in den Krieg schickt, damit diese für die Rechte der Bauern kämpfen. Anna Maria versucht ihren Vater vergeblich um zustimmen. Bevor die Brüder nun in den Krieg ziehen, versprechen sie ihrer Schwester nicht ohne den jeweils anderen wieder Heim zu kehren. Anna Maria hat die Gabe Sterbende kurz vor ihrem Tod noch einmal im Traum zu sehen. Als sie nun eines Nachts von den beiden Brüdern träumt, erwacht sie in tiefer Sorge und will sie suchen. Nichts hält sie mehr auf dem Hof und so macht sie sich auf die lange, beschwerliche Reise ihren Brüdern entgegen und erlebt unterwegs einige Strapazen aber auch die Liebe...

    Was man in diesem Historischen Roman geboten bekommt, ist ein wenig wie in vielen anderen. Eine Frau, die allein umherzieht, unterwegs auf einige Gefahren trifft und am Ende doch Glück hat und auch noch der Liebe begegnet.

    Dennoch schreibt Deana Zinßmeister mitreißend und sehr unterhaltsam und beim Lesen ist man sofort in einer anderen Welt und folgt Anna Maria auf dem Weg zu ihren Brüdern durch unheimliche Wälder, in eine Wolfsschlucht, auf Burg Nanstein und durch einige andere Strapazen, die sie unterwegs erlebt.

    Hin und wieder wechselt die Autorin die Zeiten und erzählt in kleinen Rückblenden beispielsweise die mysteriöse Geschichte von Anna Marias Vater und dessen wahrer Identität. Dennoch hat man nie das Gefühl aus dem Lesefluss gerissen zu werden. Auch die Nebenfiguren wurden von Deana Zinßmeister lebendig und vielschichtig dargestellt und gehen neben den Hauptfiguren nicht in der Geschichte unter. Die Liebesgeschichte die mit eingebaut ist, kommt ganz ohne Kitsch aus und wird sehr feinfühlig von der Autorin erzählt. Auch das, ein sehr großes Plus an diesem Buch.

    Das Nachwort bietet dann noch einiges an Hintergrundwissen zu wahren historischen Begebenheiten und ist auf jeden Fall wert gelesen zu werden.

    Ein gut recherchierter Historischer Roman, der unterhaltsam und gut lesbar ist und den ich deswegen nur schwer aus der Hand legen konnte. Für Leser des Historischen Romans eine Empfehlung.

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    nirak03s avatar
    nirak03vor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    Die Gabe der Jungfrau ist ein facettenreicher gut recherchierter historischer Roman.
    Der Schreibstil von Deana Zinßmeister ist sehr flüssig und lässt sich gut lesen.
    Auch wenn hier mehrere Handlungsstränge und mehrere Zeitzonen neben einander her gehen, verliert man nicht den Überblick. Ich hatte keine Schwierigkeiten mich auf die Geschichte einzulassen. Ganz im Gegenteil, ich war die ganze Zeit mitten im Geschehen.
    Immer wieder begegnen uns neben den Protagonisten auch Zeitgenössische Personen und deren Geschichten. Wie z.B. Fritz Joß, Franz v. Sickingen und viele andere. Man spürt deutlich, dass die Autorin sehr viele Geschichtsbücher gelesen hat und diese kleinen Geschichten bindet sie hier so geschickt hinein, das ein Authentischer historisch korrekter Roman entstanden ist, der mich komplett gefangen genommen hat.

    Erzählt wird die Geschichte von Anna Maria und ihrer Familie vor dem Hintergrund der Bauernaufstände um Martin Luther. Und zwar so glaubwürdig, das ich das Gelesene gut nachvollziehen konnte und in die Geschichte hineintauchen konnte. Egal ob wir auf dem Bauernhof ihrer Kindheit waren oder auf der Suche nach ihren Brüdern, oder gar in Gefangenschaft immer konnte ich die Gefühle der Protagonisten oder deren Handlungsweise gut nachvoll ziehen. Wenn z.B. von kalten Füßen die Rede war, musste ich mir regelrecht warme Socken anziehen, mir war zeitweise heiß und kalt zu gleich.

    In einem relativ ausführlichen Nachwort geht Deana Zinßmeister noch einmal auf die geschichtlichen Details ein. Was für mich immer sehr wichtig ist, da ich immer gerne weiß, was historisch korrekt ist und was nur Fiktion. Leider muss ich bemängeln, dass keine Karte uns den Weg zeigt, den die Protagonisten gegangen sind. Die wäre zur Orientierung nicht schlecht gewesen.

    Ich hatte einige wirklich unterhaltsame spannende Lesestunden, es hätten gerne etwas mehr Seiten sein können. Ich mag einfach solche historisch spannenden Romane.

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    Raubrittertorstis avatar
    Raubrittertorstivor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    Horcht, was ich euch sage...
    Die vielen wechselnden Zeitsprünge zerreissen den Lesefluss enorm. Schade.

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    Tanzmauss avatar
    Tanzmausvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    Anna Maria wächst ohne ihre Mutter zusammen mit ihren Brüdern auf dem väterlichen Hof auf. Als zwei von ihren vier Brüdern in den Krieg ziehen, nimmt sie ihnen das Versprechen ab, dass keiner ohne den anderen heimkehren soll. Aber kurz nachdem die beiden losgezogen sind, hat Anna Maria einen Traum. In diesem Traum kommt einer der beiden zu Tode. Beunruhigt macht sich Anna Maria auf die Suche nach ihren Brüdern.

    Die Geschichte spielt zur Zeit des Bauernaufstandes 1525 in der Kurpfalz. Als Leser, der diese Region kennt, ist es ein besonderes Vergnügen, das Buch zu lesen, da man doch die ein oder andere Stelle oder Ort wiedererkennt und so die Protagonistin auf ihrem Weg verfolgen" kann. Aber auch für ortsunkundige Leser ist das Buch ein echtes Highlight. Man wird als Leser von der Geschichte komplett gefangen genommen und begleitet Anna Maria auf ihrer Suche nach ihren Brüdern. Leidet und hofft mit ihr mit und bekommt dabei ganz nebenbei einen Einblick in die Hintergründe der Bauernkriege und ihre Beweggründe geliefert.

    Eine Danksagung, sowie das Nachwort und eine ausführliche Bibliographie runden das Buch noch zusätzlich ab.

    Fazit: Ein spannender Roman zu Zeiten der Bauernkriege in der Kurpfalz mit einer sympathischen Protagonistin, der sowohl anspruchsvoll wie auch unterhaltsam ist und für schöne und spannende Lesestunden sorgen wird.

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    Lesemaus85vor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    Die gefährliche Reise einer eigenwilligen jungen Frau in den Wirren der Bauernkriege
    Ein Dorf in der Kurpfalz um 1525. Anna Maria wächst mit vier Brüdern auf einem Hof auf. Als ihr Vater zwei seiner Söhne in den Krieg schickt, damit sie für die Sache der Bauern kämpfen, versucht Anna Maria ihn umzustimmen, doch vergebens. Bevor die Brüder aufbrechen, geben sie ihrer Schwester das Versprechen, dass keiner ohne den anderen heimkehren wird. Doch dann sieht Anna Maria die beiden eines Nachts im Traum und weiß, dass sie in Gefahr sind. Nun hält sie nichts mehr zu Hause, denn sie verfügt über die Gabe, in ihren Träumen den Tod vorherzusehen …
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    Ein schöner historischer Roman, der flüssig und leich zu lesen ist.
    Die Autorin erzählt eigentlich drei Geschichten in einer, wechselt immer wieder zwischen Verangenheit und Gegenwart, macht die Handlung dadurch spannend und kurzweilig.
    Man lernt verschiedene Charaktere kennen und taucht mit ihnen in deren jeweiliges Leben ein. Deana Zinßmeister schafft glaubwürdige Personen, die mit ihren kleinen Fehlern und Eigenheiten authentisch wirken.
    Sie bindet die historsichen Grundlagen schön in den Kontext ein.
    Dennoch habe ich mir mit diesem Buch schwer getan. Kann aber leider nicht genau sagen, woran es liegt.
    Zeitweise, konnte mich die Geschichte doch nicht so in ihren Bann ziehen.
    Zum Beispiel lernt man Joß Fritz, den Vater von Anna Maria, im ersten Teil der Geschichte näher kennen. Nur um dann zu sehen, dass er im zweiten Teil komplett von der Bildfläche verschwindet und kein Wort mehr zu seinem Verbleib gesagt wird.
    Der Schluss hat mich aber mit dem ganzen Werk versöhnt. Als Anna Maria und Veit diese schöne zarte Liebe entwickeln, war ich hin und weg.
    Und das Ende hat mir dann doch einige Tränen entlockt.
    Ein guter historischer Roman, ohne Ecken und Kanten.

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    sabistebs avatar
    sabistebvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    Mehlbach im Jahre 1525. Die siebzehnjährige Anna Maria führt mit ihren vier Brüdern ein behütetes Leben als freie Bauern. Anders als ihre leibeigenen Nachbarn geht es den Hofmeisters gut, sie müssen keinen Hunger leiden und keinen Frondienst leisten. Aber der Schein trügt. Daniel Hofmeister, Anna Marias Vater, führt seit Jahren ein Doppelleben. Als Joos Fritz war er der Anführer der Bundschuh Verschwörung, als Daniel Hofmeister ist er ein freier Bauer und treu sorgender Familienvater. Zu alt, um noch selber für die Rechte der Bauern kämpfen zu können, schickt seine beiden Söhne Peter und Matthias in den Krieg, um für die Freiheit der Bauern einzustehen, und sein Lebenswerk zu vollenden. Anna Maria jedoch besitzt seit ihrer Kindheit eine Gabe. Im Traum kommen die Toten zu ihr, um sich zu verabschieden und sie weiß, wenn der Schnee fällt, werden ihre Brüder sterben.
    Von der Liebe zu ihren Brüdern getrieben macht sich Anna Maria auf die Suche nach Peter und Matthias, um sie nach Hause zurückzuholen. Wird sie ihre Brüder vor dem ersten Schnee finden oder kann man das Schicksal nicht betrügen?

    Dieser historische Roman ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen spielt er in einer Zeit, die in den meisten deutschen Geschichtsstunden nie erwähnt wird. Man spricht über Luther, über seine Thesen, aber nie über die Bauernaufstände, ein Teil deutscher Geschichte, der für die meisten Menschen unbekannt ist. Auch der Name Joos Fritz ist nur wenigen Menschen ein Begriff. Die Autorin benutzt die bekannten biografischen Daten von Joos Fritz, um die Geschichte des Bauernaufstandes zu erzählen, und die Zeiten von denen man nicht weiß, wo er war, um ihn ein Doppelleben führen zu lassen, etwas das durchaus im Bereich des möglichen liegt.
    Anna Maria ist keine Heldin, sie ist auch keine irgendwie besondere junge Frau (bis auf ihre prophetischen Träume, die sich jedoch nur auf ihre Familie beziehen) und hat keine besonderen Fähigkeiten. Sie kämpft sich durch eine wilde Landschaft und nutzt ihre Möglichkeiten ohne je kämpfen zu müssen, sie bleibt sich treu und ein durch und durch glaubwürdiger, normaler Mensch.
    Die Geschichte ist in sich schlüssig. Sie erzählt spannend sowohl historische Ereignisse als auch Anna Marias Suche ohne je unglaubwürdig oder aufgesetzt zu wirken.
    Auch ist dieser historische Roman einer der wenigen, die ohne nervigen Sexszenen auskommen, die Geschichte trägt sich ohne Sex, ohne "magische" Wendungen, sie ist durch und durch logisch, strukturiert und spannend, ohne dabei jedoch vorhersehbar zu werden.

    Zur Spannung trägt auch die Erzählweise der Autorin bei. Die erzählt nicht einfach nur linear eine Geschichte. In die eigentliche Handlung sind Rückblicke eingewoben, die nach und nach erklären, wie es zu dieser Ausgangssituation kam und auch später laufen immer mehrere Handlungsstränge parallel, die den Leser so bei der Stange halten. Obwohl der Leser schon durch den Prolog weiß, wie es wohl ausgehen wird, ist dies jedoch so geschickt gelöst, dass man bis zum Schluss nicht weiß, wer stirbt und wer überlebt und warum. Dieser Prolog war eine gefährliche Wahl das Buch zu beginnen, aber es ist gelungen und vielleicht gerade weil man wissen will wer lebt und stirbt, kann man nicht aufhören zu lesen. Das Leben ist Grausam und garantiert keinem ein glückliches Ende, vielleicht macht auch gerade das diesen Roman so glaubwürdig.

    Schade fand ich, dass es kein Personenregister gab, in welchem Hintergrundinformationen zu historischen Personen vermittelt werden. Auch ein Glossar fehlt und leider gibt es auch kein Kartenmaterial. Der Lerneffekt ist durchaus größer, wenn man alles selber nachschlägt, aber einfacher wäre es für den Leser allemal gewesen, dieses Informationsmaterial mitzuliefern.

    Fazit: Ein durch und durch glaubwürdiger und spannend erzählter historischer Roman ohne Kitsch, nervige Bettszenen und mit einem glaubwürdigen Finale.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    "Die Gabe der Jungfrau" ist bereits Deana Zinßmeisters vierter Roman. Ihr gewohnt mitreißender Erzählstil zieht den Leser sofort hinein ins 16. Jahrhundert, die klare Ausdrucksweise macht es leicht, der Geschichte zu folgen und ihre Protagonisten ins Herz zu schließen. Die brodelnde Stimmung der damaligen Zeit kommt sehr gut rüber, man kann die Frustration und Sorge der Menschen nachempfinden und versteht, warum sie so erbittert für ihre Rechte und ihre Freiheit kämpfen.
    Die Geschichte teilt sich zu Beginn in verschiedenen Handlungsstränge auf, die nach und nach miteinander verknüpft werden, sodass man am Ende des Buches ein komplexes Bild vor Augen hat. Im Laufe der Story springt die Autorin hauptsächlich zwischen den Jahren 1521 und 1525 hin und her, langsam kommen so Geheimnisse und Erlebnisse ans Licht und verweben die Leben der Haupt- und Nebenfiguren miteinander. Diese kleinen Einblicke in die Vergangenheit erklären deren Verhalten und bringen sie einem sehr schnell nah. Die Charaktere an sich haben Stärken und Schwächen, wie im wahren Leben auch. Kleine Details geben ihnen Tiefe, auch den Nebenfiguren wie Daniel Hofmeister oder dem Landsknecht Johann. Egal ob Freund oder Feind, jeder ist ein "Typ", der im Gedächtnis bleibt.
    Die historischen Ereignisse sind perfekt mit der Handlung verbunden worden, genau im richtigen Maße, um sein Wissen zu erweitern und die Personen besser zu verstehen, aber nicht so sehr, dass es in einen seitenlangen Geschichtsunterricht ausartet, der einen irgendwann langweilt. Anna Marias göttliche Gabe wird zwar thematisiert, aber nicht in den Vordergrund gerückt, wodurch die Geschichte sehr authentisch und real wirkt. Besonders gefallen hat mir persönlich, dass die Geschichte der Wolfsbanner eingebaut wurde. Diese Wolfsmenschen, die zusammen mit Wolfsrudeln lebten und jagten, flößten den Menschen große Angst ein und galten gar als Werwölfe. Durch genaue und intensive Recherche konnte Deana Zinßmeister das Zusammenleben und die gemeinsame Jagd sehr anschaulich beschreiben, der Geschichte einen unheimlichen Touch verleihen, aber gleichzeitig mit Vorurteilen über diese faszinierenden Tiere aufräumen.
    Am Ende des Buches bleiben einige Fragen über das Schicksal der Protagonisten offen, doch hat die Autorin genug Andeutungen gestreut, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen. Das Nachwort des Buches liefert noch ergänzende Informationen zu den historischen Persönlichkeiten, ein Bibliographie ist ebenfalls zu finden, sowie eine Zeichnung der Burg Nanstein vor dem zweiten Buchteil.

    Ein historischer Roman, dessen Lebhaftigkeit und Fülle man sich nicht entziehen kann. Die Seiten fliegen nur so dahin, immer wieder überraschende Wendungen machen es fast unmöglich, das Buch beiseite zu legen. Nach der Lektüre hat man das Gefühl, unglaublich viel erlebt und erfahren zu haben. So soll es sein. :-)

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    Magdas avatar
    Magdavor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Gabe der Jungfrau" von Deana Zinßmeister

    In diesem Buch begibt sich der Leser auf eine Reise durch die deutschen Länder im Jahre 1525. Es ist eine gefährliche Zeit: die Zeit des Bauernkrieges in Deutschland.
    Die Reise beginnt in der Kurpfalz auf einem Bauernhof. Dort wohnt Anna Maria mit ihrem Vater Daniel Hofmeister und ihren vier Brüdern: Jakob, Peter, Matthias und Nikolaus. Zu Zeit kann man nur den ältesten und den jüngsten Bruder auf dem Hof treffen. Peter und Matthias wurden von dem Vater in den Krieg geschickt und man weißt nicht, wo sie sich gerade befinden. Aber Anna Maria ahnt was Böses; vor kurzem hat sie einen schrecklichen Traum gehabt, in dem sie einen von den Brüdern tot gesehen hat. Alle wissen, dass das Mädchen über eine seltene Gabe verfügt: sie kann in ihren Träumen den Tod voraussehen. Um ihre Bruder vor drohender Gefahr zu warnen, begibt sich das tapfere Mädchen auf die Suche und bald befindet sie sich selbst in großer Gefahr.

    Die Geschichte von Anna Maria und ihrer Familie hat mich von Anfang an in Atem gehalten. Das Mädchen begibt sich auf eine gefährliche Reise und die Autorin weiß fesselnd und überzeugend darüber zu berichten. Anschaulich und packend erzählt Deana Zinßmeister über das Leben im 16. Jahrhundert in Deutschland: bildhaft und lebensnah wurden unter anderen die Arbeit auf dem Bauernhof, Jagdszenen oder die Szenen in den Wirtshäusern dargestellt. Auch erfährt man vieles über die historischen Hintergründe und lernt einige Details über die damaligen Ereignisse und ihre Hauptfiguren kennen. Man merkt, dass die Autorin gründlich recherchiert hat. Die Sprachweise und der Erzählstil sind sehr ansprechend. Die Protagonisten kommen authentisch rüber; ihre Gefühle, Sorgen und Ängste kann man sehr gut nachempfinden.
    Für mich war es eine sehr gelungene historische Reise, auf der ich viel erfahren und miterleben könnte.

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