Deb Spera

 4.4 Sterne bei 101 Bewertungen
Autorin von Alligatoren und Alligatoren.

Lebenslauf von Deb Spera

Im Fernsehen, Film und nun auch in der Literatur erfolgreich: Deborah Spera ist vor allem für ihre Arbeit als Produzentin beliebter Serien wie beispielsweise „Criminal Minds“ bekannt. Seit 2011 hat sie sogar ihre eigene Produktionsfirma, One-Two Punch Productions, die unter anderem die Serie „Army Wives“ produziert. 2018 erscheint auf Deutsch ihr Romandebüt, „Alligatoren“, schon Monate vor der englischen Originalfassung „Call Your Daughter Home“. Das Buch spielt in South Carolina im Jahr 1924 und handelt vom Überlebenskampf dreier gänzlich unterschiedlicher Frauen zur Zeit der Große Depression. Spera selbst wuchs in Kentucky auf und lebt heute mit ihrer Familie in Los Angeles.

Neue Bücher

Alligatoren

 (102)
Neu erschienen am 03.09.2018 als Hardcover bei HarperCollins.

Alligatoren

Neu erschienen am 03.09.2018 als Hörbuch bei Lübbe Audio.

Alle Bücher von Deb Spera

Alligatoren

Alligatoren

 (102)
Erschienen am 03.09.2018
Alligatoren

Alligatoren

 (0)
Erschienen am 03.09.2018

Neue Rezensionen zu Deb Spera

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BookfantasyXYs avatar

Rezension zu "Alligatoren" von Deb Spera

Schicksalsjahre dreier Frauen
BookfantasyXYvor einem Monat

Von drei Frauen in drei unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten in Amerika des 20. Jahrhunderts, als Afroamerikaner noch Bedienstete in den bürgerlichen Familien waren, handelt dieser Roman. Gertrude Pardee lebt mit ihrem Mann Alvin in einer kinderreichen Familie auf dem Land. Sie haben nicht viel Geld, nur harte Arbeit mit Hilfe der Kinder halten sie über Wasser. Annie Coles  ist eine bürgerliche Ehefrau eines amerikanischen Industriellen, die für die Bewohner im Umfeld Arbeit bieten. Die beiden haben zwei Söhne, wobei ein Sohn in den Augen des Vaters ein Versager ist. Mutter und Sohn verbünden sich, als sie eine neue Existenz aufbauen wollen. In dieser neuen Aufgabe geht der Sohn regelrecht auf. Oretta Bootles ist eine verheiratete Afroamerikanerin, die seit vielen Jahren bei der Familie Coles arbeitet. Schon ihre Mutter arbeitete bei den Coles. Alle drei Frauen stehen in Verbindung mit einander, vor allem durch Arbeit, aber auch Schicksalsmomente bringen die Frauen zusammen. Gertrude sorgt von einem Augenblick auf den anderen für eine Wendung in ihrem Leben, die sich auf die ganze Familie auswirken wird.

Deb Spera beschreibt in ihrem Roman drei unterschiedliche Frauencharaktere, die in Reichtum und minderwertige Armut leben. Oretta stellt eine Figur dar, die die Vermittlerin zwischen Reichtum und Armut ist. Sie kennt beide Seiten als Angestellte in einer Industriellenfamilie, aber auch die Kehrseite der Sklaverei, die ihre Familie erleben musste in der Vergangenheit. Gertrude will nicht länger unter ihrem brutalen Mann leiden, und sorgt dafür, dass er eben nicht mehr der brutale cholerische Ehemann ist. Nicht nur finanziell, sondern auch emotional bricht für Gertrude eine Welt zusammen. Annie plagen Gewissensbisse, wenn sie an die Erziehung ihrer Söhne denkt, aber auch sie ist nicht befreit von Problemen. Trotz konventioneller Unterschiede der drei Frauen, gelingt es der Autorin, eine solidarische Zugehörigkeit zu schaffen, indem die Schicksale die Frauen zusammengebracht haben. Sie helfen sich gegenseitig, weil ihre Männer, bis auf den Ehemann von Oretta, ein dominantes Leben führen, in dem die Frauen zurück stecken müssen. Man erlebt die Frauen beim Lesen sehr nah, weil aus deren jeweiligen Perspektiven erzählt wird. So wirken sie authentischer und lebendiger.

Diese Geschichte erzählt einen ernsten Hintergrund aus einer Zeit, die man vor Jahrzehnten in den Südstaaten Amerikas stattgefunden haben könnte. Frauenunterdrückung in reichen und armen Familien, die eine klare Rollenverteilung darstellen. Eine berührende Geschichte über Frauen, die sich durch ihr Leben kämpfen. Mein persönliches Lesehighlight im Herbst 2018.

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Thalas avatar

Rezension zu "Alligatoren" von Deb Spera

Absolut mitreißend!
Thalavor einem Monat

Zur Handlung: Annie, Gertrude und Oretta sind drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Annie ist eine Plantagenbesitzerin, deren Töchter seit langer Zeit den Kontakt zu ihr abgebrochen haben. Gertrude ist mit Alvin verheiratet, zusammen haben sie 4 Töchter. Doch Alvin arbeitet nicht, sondern trinkt den ganzen Tag nur Alkohol und schlägt seine Frau. Gertrude und ihre Kinder haben seit Tagen nichts mehr gegessen. 

Oretta ist als Haushälterin bei Annie angestellt und ihre Welt gerät aus den Fugen, als Getrude sie, eine Schwarze, bittet, auf ihre kranke 9-jährige Tochter Mary aufzupassen. 

Meine Meinung: Deb Spera hat ein eindrucksvolles, atmosphärisches Bild des Amerika der 20er Jahre geschaffen. Ich habe mich gleich in eine andere Zeit versetzt gefühlt und habe mit den Frauen mitgelitten. Besonders hat mir gefallen, wie die unterschiedlichen Frauenschicksale miteinander verwoben werden und wie die Frauen sich gegenseitig helfen. Mitgefühl und einander zu helfen sind auch heute noch Werte, die gelebt werden sollten! Mich hat dieses Buch sehr berührt und ich kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen. 

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sydneysider47s avatar

Rezension zu "Alligatoren" von Deb Spera

Berührender und mitreißender historischer Roman
sydneysider47vor einem Monat

Worum geht es?

In dem Buch gibt es drei Ich-Erzählerinnen, die alle in den 1920er-Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika  leben und irgendwie miteinander zu tun haben.

Gertrude ist verheiratet mit Alvin. Eine Liebesheirat war es nicht. Alvin liebt Gertrude auch nicht. Er schlägt sie – und zwar so, dass sie lange mit diesen Verletzungen zu tun hat. Er versäuft das Einkommen, mit dem er seine Familie ernähren soll, und redet schlecht über Gertrude. Sie haben vier Mädchen, um deren Wohlergehen sich Gertrude kümmert. Sie überlässt ihre Mädchen immer wieder anderen Leuten – Verwandten und Freunden -,  damit sie dort essen können.

Irgendwann hält es Gertrude nicht mehr aus und greift zu drastischen Mitteln. Anschließend sucht sie sich einen Job als Näherin bei Mrs. Annie Coles. Außerdem kann sie ein Haus mieten, in dem sie für ihre vier Mädchen sorgen will.

Annie Coles scheint nach außen hin wohlhabend zu sein – jedoch plagen sie Geldsorgen. Die letzte Baumwollernte war nicht gut – und sie hofft auf den Tabakanbau. Doch auch dieser läuft nicht so, wie erhofft.

Sie hat eine Näherei, die sie mit ihrem Sohn Lonnie betreibt. Sie stellen dort Kleidung für Damen und Herren her und hoffen auf gute Umsätze.

Doch Annie hat nicht nur geschäftliche Sorgen. Während sie mit ihren Söhnen gut auskommt, hat sie den Kontakt zu ihren Töchtern Sarah und Molly schon lange verloren. Sie weiß lange nicht mal, dass sie Enkelkinder hat.

Oretta arbeitet für Annie Coles. Sie hat afrikanischen Migrationshintergrund und ist die gute Seele dieses Haushalts. Sie ist abergläubisch, aber sehr gutherzig. Sie kümmert sich beispielsweise einige Tage lang um Gertrudes jüngste Tochter Mary und rettet dieser das Leben. Auch redet sie Gertrude ins Gewissen, als diese bei einem weiteren Problem fast ausrastet.

 

Meine Meinung:

Jede dieser Frauen war mir bei der Lektüre des Buches sympathisch oder berührte mich in ihrem Schicksal. Oretta ist eine sehr starke Frau, die ich bewundere. Sie arbeitet für Annie und versucht auch, sich um ihren Mann Odell zu kümmern, der ein Bein verloren hat. Um Mary kümmert sie sich total rührend mit allem Wissen, das ihr zur Verfügung steht. Mary erinnert sie an ihre eigene Tochter, die im Alter von acht Jahren verstorben ist.

Gertrude hielt ich zuerst für schwach, sie tat mir leid. Aber sie weiß sich zu wehren und mausert sich zur starken Persönlichkeit. Jedoch muss sie sich auch von anderen Leuten etwas sagen lassen – beispielsweise im Umgang mit ihren Töchtern. Und das ist gut so.

Auch Annie mochte ich. Sie ist eine starke Frau. Sie versucht zu überleben, Leuten eine Arbeit zu geben zu fairen Bedingungen. Dabei trifft es sie sehr, dass es mit ihrer eigenen Familie nicht zum Besten steht. Das Verhältnis zu ihren Töchtern scheint verfahren.

Man liest das Buch, um zu wissen, wie es mit diesen Frauen weitergeht. Wird es Gertrude gelingen, ihre Töchter zu ernähren? Werden Annie und ihre Familie wieder geschäftlichen Erfolg haben? Und wie geht es mit Oretta – die in dem Buch „Retta“ genannt wird – weiter? Es gibt auch lange noch weitere offene Fragen in dem Buch – beispielsweise das Verschwinden einer Person. Da will man als Leser/Leserin wissen, wie das alles endet. Deswegen liest man das Buch.

Ich habe durch dieses Buch nicht nur drei interessante Frauen kennen gelernt, sondern mir wurde wieder in Erinnerung gerufen, wie sehr manche Menschen in den 1920er-Jahren auch in den Vereinigten Staaten von Amerika ums Überleben kämpfen mussten. 

Die Alligatoren, die dem Buch seinen Titel geben, sind Randfiguren. Sie sind ein Symbol dafür, dass man sie schießen kann, um sich von ihnen zu ernähren. Allerdings schmecken sie nicht besonders gut. Sie sind aber auch Tiere, die den Menschen gefährlich werden können.

Ich vergebe alle Sterne und eine Leseempfehlung.

 

 

 

 

 

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