„Alligatoren“ von Deb Spera ist wirklich ein mitreißender Roman über drei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch so viel miteinander verbindet. Wir begleiten Gertrude, Annie und Oretta in den Südstaaten der 1920er-Jahre und bekommen dabei einen sehr eindringlichen Einblick in eine Zeit, in der das Leben für viele Menschen alles andere als einfach war. Armut, Hunger, Rassismus, Gewalt und die fehlende Selbstbestimmung von Frauen sind nur einige der Themen, mit denen sich das Buch beschäftigt.
Mich hat vor allem traurig gemacht zu lesen, mit was für Umständen manche Menschen damals leben mussten und zu welchen Mitteln sie greifen mussten, um sich selbst und ihre Kinder zu schützen. Gleichzeitig fand ich es unglaublich bemerkenswert, welche Kraft diese drei Frauen immer wieder aufbringen und wie viel Willensstärke in ihnen steckt. Jede von ihnen trägt ihr eigenes Päckchen und trotzdem geben sie nicht einfach auf.
Das Buch ist definitiv sehr dramatisch und teilweise auch ziemlich heftig – also wirklich nichts für allzu weiche Seelen. 😅 Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hat mich die Geschichte gepackt. Die Atmosphäre ist düster, die Schicksale gehen unter die Haut und manche Szenen bleiben definitiv länger im Kopf. Besonders schön fand ich, dass hier nicht einfach nur eine Geschichte erzählt wird, sondern dass man auch viel über eine Zeit erfährt, die man sich aus heutiger Sicht teilweise nur schwer vorstellen kann.
„Alligatoren“ ist für mich ein Roman über Überleben, Mut, Zusammenhalt und vor allem über drei unglaublich starke Frauen. Keine leichte Kost, aber definitiv eine Geschichte, die Eindruck hinterlässt.















