Alligatoren

von Deb Spera 
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Alligatoren
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Ergreifend und anrührend - Frauenschicksale in den Südstaaten

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Drei Frauen, die alle drei mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben und doch vom Schicksal zusammengeführt werden.

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Inhaltsangabe zu "Alligatoren"

Seit Stunden belauern sie sich gegenseitig: das Alligatorweibchen, das seine Jungen beschützen muss, und Gertrude, deren vier Töchter seit Tagen nichts gegessen haben. Ein Schuss fällt, doch er trifft nicht das Reptil – es gibt Schlimmeres als den Hunger.
Auch Annie, die Plantagenbesitzerin, hat einen größeren Feind, als sie wahrhaben möchte. Ihren jüngsten Sohn kostete das bereits das Leben.
Doch als Oretta, Annies schwarze Haushälterin und in erster Generation von der Sklaverei befreit, Gertrudes kranke neunjährige Tochter bei sich aufnimmt, finden diese drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, zusammen. Denn sie alle haben eins gemeinsam: die unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959672207
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:376 Seiten
Verlag:HarperCollins
Erscheinungsdatum:03.09.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 03.09.2018 bei Lübbe Audio erschienen.

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    EOSvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Ergreifend und anrührend - Frauenschicksale in den Südstaaten
    Ergreifend und anrührend - Frauenschicksale in den Südstaaten

    In diesem Buch wird das schwere Schicksal dreier Frauen beschrieben, die jede auf ihre Art leidet, sei es unter Armut, Rassismus, häuslicher Gewalt, Hunger oder Krankheit. Jede sehnt sich nach Befreiung von den Qualen und nach einem selbstbestimmten Leben.
    Da ist Gertrude mit ihren vier Töchtern, ihr Leben wird von ständigem Hunger bedroht, aber auch die Gewalttätigkeit ihres dauernd betrunkenen Ehemannes und Vaters setzt ihnen zu. Das einsame Leben in den Sümpfen fordert ihre ganze Kraft, bis Gertrude sich eines Tages von ihrem Mann befreit, aber ein harter Weg liegt vor ihr....
    Annie ist zwar Plantagenbesitzerin und verwöhnt mit den neuen technischen Erfindungen, aber sie findet heraus, dass ihr mächtiger Mann ein dunkles und böses Geheimnis hat, das ihre beiden Töchter aus dem Haus trieb und den Selbstmord eines Sohnes auslöste. Diese Erkenntnis wirft sie völlig aus der Bahn und bewirkt, dass sie ihr Leben auf drastische Weise umkrempelt, bis sie sich schließlich befreit....
    Dann ist da noch Oretta, sie arbeitet als schwarze Haushälterin für Annie, und ist eine herzensgute und hilfsbereite Frau. Durch zwei schwere Schicksalsschläge, der Tod ihrer einzigen Tochter und der schwere Unfall ihres Mannes, ist sie schwer getroffen, aber gibt nicht auf, denn sie findet sich geborgen in der tiefen Liebe zu ihrem Mann....
    Diese drei Frauen finden zueinander und unterstützen sich gegenseitig, um sich ihre persönliche Freiheit zu erkämpfen. Ihre harten Bemühungen um Selbstbestimmung sind ergreifend und haben mich während des Lesens in eine andere Welt gezogen, die mich nicht losließ, selbst in Lesepausen und als ich das Buch beendet hatte. Das raue Leben in den Südstaaten und die harten Schicksale haben mich sehr betroffen gemacht und mir reichlich Stoff zum Nachdenken geboten. Und obwohl nicht wirklich viel passiert, ist immer diese subtile Spannung da: wie geht es weiter?
    Deb Speras intensiver und detaillierter Schreibstil erzeugt eine niederdrückende Atmosphäre, die einen gefangen hält und mitleiden lässt. Es schockiert zu sehen, wie Frauen in dieser Zeit diskriminiert wurden, aber ihr Erfolg im Bemühen um Loslösung stimmt hoffnungsvoll.
    Ich möchte das Buch jedem empfehlen, der ernsthafte und ergreifende Literatur mag. Ich fand es schade, als ich das Buch beendet hatte, denn ich hätte den Lebensweg dieser drei mutigen Frauen gern noch weiter begleitet, da ich sehr vertraut mit diesen drei Charakteren geworden bin.  

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    Xanakas avatar
    Xanakavor 4 Tagen
    Eindringlich und ausdrucksstark

    Gertrude ist ganz unten, als sie bei Annie Coles um Arbeit in deren Näherei bittet. Annie stellt ihr zusätzlich ein Haus für sich und die vier Töchter zur Verfügung. Alvin, der Ehemann Gertrudes, versäuft das gesamte Geld und schlägt sie und die Kinder. Oretta, ist eine ehemalige Sklavin und kümmert sich bei den Coles um deren Haushalt. Sie ist es auch, die die jüngste Tochter von Gertrude aufnimmt und wieder hochpäppelt. Mary wäre an Unterernährung und Parasiten sonst vermutlich gestorben. Aber auch die anderen Mädchen sind nicht gesund und stark unterernährt.

    Es ist die Geschichte dieser drei Frauen aus den Südstaaten der USA um 1920. Sie kommen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und doch verbinden sie die Ereignisse zunehmend mehr miteinander. Die Zeiten sind hart. Die Baumwollernte wurde durch die Baumwollkapselkäferplage von 1918 bis in die 20er Jahre drastisch reduziert. Die reichen Plantagenbesitzer versuchen den Ruin durch Umstellung auf Tabak zu verhindern. Den kleinen Farmbesitzern gelingt das nicht. Die Not und das Elend gerade für diese Personen sind besonders schlimm.

    Eigentlich haben diese Frauen nichts gemeinsam. Annie ist reich und hat eine eigene Näherei. Ihr Mann hat zwar bei der Baumwollkrise auch viel Geld verloren, aber er ist optimistisch es mit dem Tabak zu schaffen. 

    Dazu gehört Gertrude und ihre Familie. Gertrude und ihre Familie sind zwar weiß, sind aber durch die Krise bettelarm und kommen kaum noch über die Runden. Dazu vertrinkt Alvin das zusätzlich erarbeitete Geld. 

    Oretta ist schwarz und mit Odell verheiratet. Sie ist meines Erachtens die gute Seele des Hauses, kümmert sich um alles, obwohl sie meiner Meinung nach mitunter trotzdem wie eine Sklavin behandelt wird. Sie hat das Herz auf den rechten Fleck und kann sich auch in der schwarzen Gemeinde gut durchsetzen. Sie ist ein durch und durch guter Mensch und liebt ihren Mann Odell über alles. Es ist rührend zu lesen, wie innig ihr Verhältnis ist. 

    So unterschiedlich diese drei Frauen sind, so sehr rührte mich ihr Schicksal und es war spannend mitzuerleben, wie sie zusammenfanden und sich gegenseitig in den schwersten Stunden stärkten und unterstützten. Deb Spera schreibt so anschaulich, es gelingt einem beim Lesen direkt in die Story einzutauchen. Obwohl sich dieses Buch sehr leicht lesen lässt, gibt es Momente, bei denen ich schlucken musste, oder aber auch mal pausieren um das Gelesene sacken zu lassen. Das sind die Momente in denen das Buch besonders eindringlich auf mich wirkte. Dieses Buch werde ich auf jeden Fall nicht so schnell vergessen. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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    Lealein1906vor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Drei Frauen, die alle drei mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben und doch vom Schicksal zusammengeführt werden.
    Unbeschönigtes Leseereignis

    „Alligatoren“ ist ein wirklich interessantes Buch über das Amerika vor der großen Weltwirtschaftskrise. Erzählt wird die Geschichte anhand von drei Schicksalen: eine (zu den Zeiten) eher reiche weiße Frau, eine arme weiße Frau und eine schwarze Frau – die alle drei mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben und doch vom Schicksal zusammengeführt werden.
    Die Geschichte handelt von Annie, die erkennen muss, dass in ihrem Haus ein Feind lebt, der ihre ganze Familie bedroht. Getrude hat gerade ihren gewalttätigen Mann umgebracht und sucht nun Arbeit bei Annie. Da sie sich im Moment nicht um alle ihre Kinder kümmern kann, gibt sie ihre jüngste und kranke Tochter an Oretta, die schwarze Haushälterin von Annie, ab. So verwebt sich das Leben dieser drei Frauen, die alle in ihrer Art und Weise um Freiheit kämpfen.
    Zuerst wusste ich nicht so recht, worauf dieses Buch hinaus wollte, aber dann wird das Buch von Seite zu Seite besser und spannender. Die Geschichte wird durch die drei Perspektiven sehr lebendig und emotional erzählt. Die (eher traurigen) Zustände der damaligen Zeit werden unbeschönigt dargestellt, das war sicher auch eine große Rechercheleistung. Es passieren viele schreckliche Sachen in dem Buch, das heißt es wird auch nichts beschönigt und genau das macht das Buch so lesenswert.
    Der Schreibstil ist eigentlich sehr angenehm zu lesen, bis auf eine Sache: Sowohl bei Oretta, als auch bei Gertrude wird immer das Wort „wie“ statt „als“ verwendet. Etwas was die Leute heute gerne machen, deswegen weiß ich nicht, ob es sich um einen grammatischen Fehler handelt (der sehr häufig wiederholt wird), oder um ein Stilmittel, um zu zeigen, dass die beiden Frauen der unteren Schicht angehören. Auf jeden Fall hat es beim Lesen schon etwas gestört.
    Das Buch war lange auf drei Punkte Kurs, konnte mich aber dann auf den letzten Seiten doch noch zu vier Punkten umstimmen. Ich habe die Lektüre wirklich genossen und empfehle das Buch auch gerne weiter.

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    tinkerfeevor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Toller historischer Roman über das Leben von drei starken Frauen...
    Ein Südstaatenroman über das Leben von drei Frauen in den 1920er Jahren…

    Alligatoren erschien im September 2018 im HarperCollins Verlag und stammt aus der Feder von Deb Spera. In den Roman geht es um das Leben von drei Frauen in den Südstaaten. Jede der drei Frauen hat mit ihren Problemen und Ängsten zu kämpfen und lernen, dass sie zusammen stärker sein können, als sie es sich selbst zugetraut haben.

    Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen erzählt. Zum einem gibt es Gertrude, welche um das Überleben Ihrer Töchter kämpfen muss, da ihr Ehemann das hart verdiente Geld lieber in der Bar lässt. Dann gibt es Annie, die Ehefrau eines Plantagenbesitzers, der ein dunkles Geheimnis mit sich trägt, welches bereits ihre Familie zerstört hat und zu guter Letzt lernt der Leser noch die Afroamerikanerin Oretta kennen. Sie ist die Haushälterin von Annie und ist die gute Seele, welche selbst keinen Unterschied zwischen dunkel- und hellfarbigen Menschen macht, auch wenn sie selbst trotz der Sklavenbefreiung aufpassen muss was sie sagt und tut.

    Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und zum Teil knall hart. Anfangs musste ich mich an die angepasste Sprache gewöhnen, da sie teils doch sehr derb war. Aber für diese Zeit ist die Sprache und der Ausdruck der verwendet wurde authentisch. Wie bereits erwähnt, wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen und zwar in der Ich-Perspektive geschrieben. Das hat mir sehr gut gefallen, da man die Trauer, Wut, Verzweiflung aber auch Hoffnung und Freude dadurch gut mitfühlen konnte.

    Das Buch macht einen sehr nachdenklich und zeigt wie sehr die Frauen in der Vergangenheit kämpfen mussten um die eigenen Wünsche erfüllen zu können. Durch den historischen Hintergrund (Sklavenbefreiung, Wirtschaftskrise) bekommt man einen sehr guten Einblick, dass die 20er Jahre nicht nur golden waren, sondern es in der Zeit für viele um das Überleben ging.

    Ich kann das Buch jedem empfehlen, der historische Romane mit starken weiblichen Protagonistinnen mag.

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    Fornikas avatar
    Fornikavor 8 Tagen
    Starke Frauen in harten Zeiten

    Drei sehr unterschiedliche Frauen treffen im Sumpf der heißen Südstaaten aufeinander. Gertrude, die ihre hungernden Kinder vor ihrem trunksüchtigen Vater beschützen muss. Oretta, die zwar nicht mehr wie ihre Mutter als Sklavin auf der Plantage schuftet, aber als Hausmädchen mit schwarzer Hautfarbe immer noch nicht als vollwertiger Mensch behandelt wird. Und Annie, Orettas Arbeitgeberin, die eine aufstrebende Fabrik leitet. Sofern ihr Mann das zulässt.

     

    Deb Speras Roman bietet einen sehr authentischen Ausflug in die 1920er. Das Leben ist hart, und das lässt uns die Autorin hautnah spüren. Die Beschreibungen sind sehr bildhaft, die Autorin verliert sich aber nicht in unnötiger Grausamkeit. Ihre drei Hauptfiguren kommen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, trotzdem wird einem schnell klar, dass das Leben für alle drei kein Zuckerschlecken ist. Ich fand die drei Frauen sehr interessant und auch alle irgendwo sympathisch, selbst wenn Gertrude einem das nicht immer leicht macht. Durch ständige Perspektivwechsel blickt man mal der einen, mal der anderen in den Kopf, was mir sehr gut gefallen hat, da auch das Zusammenführen dieser Erzählstränge wunderbar funktioniert. Auch sprachlich unterscheiden sich die drei, sodass der Erzählstil zwar immer flüssig, aber doch sehr abwechslungsreich ist. Bis auf Kleinigkeiten hat mir dieser Südstaatenroman wirklich gut gefallen, die Autorin sollte ich mir merken.

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    HoroSoulvor 8 Tagen
    Drei starke Frauen

    Das Cover ist wunderschön und sehr passend, da drei Frauen zu sehen sind.
    Leider bin ich sehr schwer in die Geschichte reingekommen. Von Anfang an fand ich den Sprachstil sehr anstrengend und überhaupt nicht schön. Er war meiner Meinung nach absolut nicht atmosphärisch und ich konnte mich nur schlecht in die Charaktere hineinversetzen. Außerdem haben mich die Kraftausdrücke (die sehr häufig auftauchen) gestört. Mir ist klar, dass es in einer Zeit spielt in der es normal ist und ich habe schon viel Literatur zu diesem Thema gelesen, aber hier hat es mich leider einfach nur sehr gestört.
    Die Grundgeschichte fand ich eigentlich sehr interessant, aber ich bin mit dem Schreibstil einfach nicht warm geworden und die Handlung war einfach nur schleppend.
    Leider eine Enttäuschung.

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    lesen-ist-lebenvor 10 Tagen
    Kurzmeinung: spannender Südstaatenroman über drei starke Frauen
    Die Südstaaten und drei starke Frauen

    „Alligatoren“ ist ein 376 seitiger Roman von Deb Spera. Er erschien am 03.09.2018 bei Harper Collins Germany.

    Zusammenfassung:

    Der Roman nimmt den Leser mit in die Südstaaten, Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Sklaverei ist offiziell abgeschafft, aber noch immer sind Klassentrennung und Rassenfeindlichkeit in der Gesellschaft verbreitet. Hier leben drei Frauen, die in unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft leben, aber deren Leben miteinander verbunden sind und Einfluss aufeinander nehmen. Da ist Annie, die Plantagen- bzw. Nähereibesitzerin, die mit Mann und zwei erwachsenen Söhnen auf der Plantage wohnt. Die beiden Töchter sind verheiratet, wohnen seit langem in einer anderen Stadt und haben keinen Kontakt zum Rest der Familie. Die Zweite ist Oretta, die farbige Haushälterin von Annie, deren Vorfahren schon seit Generationen für die Familie Coles arbeiten. Und dann ist das noch die weiße Arbeiterin Gertrude, deren Ehemann säuft und sie misshandelt. Gertrude lebt in einfachsten Verhältnissen und kann ihre Töchter kaum mit dem Notwendigsten versorgen. Jede der drei Frauen hat einen Schicksalsschlag zu verkraften. Trotz allem kämpfen sie weiter und geben nicht auf.

    Meine Meinung:

    Das Cover passt gut zum Buch, da es für mich ein typisches Bild der Südstaaten zeigt. Die Autorin schreibt abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen. Die Rollen der Frauen sind gut durchdacht und machen einen authentischen Eindruck auf mich. Der Schreibstil ist unterhaltsam und verständlich. Das Buch lässt sich dadurch sehr gut und relativ zügig lesen. Die Autorin versteht es Spannung aufzubauen und verrät weder zu viel, noch zu wenig von der Geschichte.

    Fazit:

    Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es erzählt sehr spannend von dem Leben drei starker Frauen, die versuchen ihr Leben zu meistern und mit den gegebenen Widrigkeiten zurecht zu kommen. Man bekommt einen Eindruck über das harte Leben in den Südstaaten zu Beginn des 20 Jahrhunderts.

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    GothicQueenvor 11 Tagen
    Alligatoren

    „Alligatoren“ von Deb Spera spielt zu Beginn des 20.Jahrhunderts in South Carolina. Am Anfang lernen wir Getrude kennen, die vier Mädchen hat. Alle haben sie Hunger. Im weiteren Verlauf der Geschichte lernen wir noch Annie, die Plantagenbesitzerin kennen und Oretta, ihre schwarze Haushälterin. Oretta ist in erster Generation von der Sklaverei befreit worden. Sie ist eine gute Frau und hat einen guten Mann, der bei einem Unfall sein Bein verloren hat. Die beiden hatten eine Tochter, die leider sehr jung sterben musste. Annies Mann ist herrschsüchtig und später kommt seine dunkle Seite ans Licht. Annie hat zwei Töchter, die nichts mehr mit der Familie zu tun haben wollen und seit vielen Jahren in einer anderen Stadt wohnen. Dann ist da noch ihr zwölfjähriger Bruder gewesen, der sich selbst erhängt hatte. Ein weiterer Sohn arbeitet für den Vater und der stotternde Sohn arbeitet in der Näherei der Familie. Gertrude gibt zu Beginn ihre kranke Tochter in die Obhut von Oretta, welche diese gesund pflegt. Sie setzt ihrem alten Leben einen Schlussstrich, indem sie ihren alkoholsüchtigen, tyrannischen Ehemann erschießt und für sich und ihre Kinder ein neues Haus mietet und bei Annie um eine Anstellung bittet. Oretta, die ihr bereits mit der kranken Tochter geholfen hat, wird so etwas wie eine Freundin für sie und hilft den größeren Mädchen ebenfalls eine Anstellung bei Annie zu bekommen. So haben alle drei Frauen in irgendeiner Art und Weise eine Verbindung zueinander, auch wenn sie aus verschiedenen Gesellschaftsschichten stammen. Im Buch treffen wir auf verschiedene Schicksale. Hunger, Tod, Gewalt und Missbrauch sind Teil davon. Doch erleben wir als Leser auch, wie diese Frauen die Familien zusammenhalten und obwohl sie manchmal fast am Leben zerbrechen, sie sich doch immer wieder aufrappeln und als Siegerinnen hervorgehen, weil sie das Beste aus ihren Leben machen. Der Titel „Alligatoren“ kommt daher, dass zwischendrin Vergleiche zu den Alligatorweibchen gezogen werden. Diese müssen ihre Kinder beschützen und so macht es Gertrude auch gleich zu Beginn, wenn sie ihren alkoholabhängigen, gewalttätigen Mann tötet und ihn an die Alligatoren verfüttert, um sich und ihre Kinder zu schützen und frei zu sein. Ich habe das Buch gern gelesen und es in wenigen Tagen durchgehabt. Ich kann es sehr empfehlen und würde es auch jederzeit wieder lesen. Wer Romane in Zeiten des 20.Jahrhunderts gerne mag, vor allem wenn sie in Amerika spielen, der sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Ansonsten war es eine schöne Erfahrung dieses Buch zu lesen und wer einfach so neugierig darauf ist, vielleicht weil er die Beschreibung gelesen hat, der sollte es auf jeden Fall wagen.

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    Hagazussas avatar
    Hagazussavor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Buch, dass dich nach dem Lesen noch lange nicht los lässt.
    Fesselnd

    Bereits das hochwertige Cover zieht den Leser in seinen Bann, ein Cover, dass starken Bezug zum Inhalt hat. Die Geschichte von drei Frauen, so unterschiedlich sie sind, so helfen sie sich doch am Ende bis hin zur Selbstaufgabe und stehen füreinander ein. Jede Frau erzählt ihre Geschichte in ihrer Weise, so dass das Erzählte sehr authentisch herüber kommt. Ein ergreifender Bericht aus einer Zeit, wo die Frau nicht viel zählte, gut zum Arbeiten, Kinder gebären oder repräsentieren. Ansonsten hatte sie die Klappe zu halten und zu funktionieren. Jede Frau hat ein schlimmes Schicksal und geht mit der ihr eigenen und möglichen Weise damit um. Ein Buch, dass dich nach dem Lesen noch lange nicht los lässt.

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Atmosphärischer Roman in den 1920er-Jahren in den Südstaaten über 3 starke Frauen, die für Freiheit und das Wohlergehen ihrer Kinder kämpfen
    Atmosphärischer Roman in den 1920er-Jahren in den Südstaaten über drei starke Frauen

    Der Roman handelt von drei ganz unterschiedlichen Frauen: Unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlicher sozialer Schicht. 

    Gertrude Pardee ist Mutter von vier Mädchen, von denen zwei bei ihrem Bruder leben. Die Familie lebt in ärmlichen Verhältnissen im Sumpf und hungert. Ihr Ehemann Alvin ist Alkoholiker und gewalttätig. In ihrer Verzweiflung steht Gertrude kurz davor, einen Alligator zu erschießen, um ihre Töchter zu versorgen. 

    Annie Coles ist die Ehefrau des Plantagenbesitzers Edwin Coles. Seit der Baumwollkapselkäfer die Ernte zerstörte, sind sie auf den Anbau von Tabak umgestiegen. Das Ehepaar hat vier erwachsene Kinder, aber nur noch Kontakt zu den beiden Söhnen, die den Eltern helfen. Annie ist ihrer Zeit voraus und Besitzerin einer Näherei, in der sie mehrere Frauen beschäftigt. Ihr Sohn Lonnie soll den Betrieb übernehmen, was für den Vater undenkbar unmännlich ist. 
    Die Familie hat in der Vergangenheit einen schweren Verlust erlitten und leidet bis heute darunter. Annie würde sich gern mit ihren beiden Töchtern versöhnen, aber dann macht sie eine für sie so unglaublich erschütternde Entdeckung, dass ihr die vergangenen Ereignisse erst gegenwärtig klar werden und sie sich vor allen zurückzieht. 

    Oretta Bootles ist die farbige Hausangestellte der Familie Coles. Auch sie hat in der Vergangenheit einen schweren Verlust erlitten. Sie hat dennoch ihren Glauben nicht verloren und kümmert sich aus christlicher Nächstenliebe um die neunjährige Tochter von Gertrude, als diese schwer krank ist. Zudem vermittelt sie Gertrude eine Arbeitsstelle bei Annie Coles in der Näherei. 

    Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht einer der drei Frauen geschildert. Die Autorin berücksichtigt dabei in ihrer Ausdrucksweise die soziale Herkunft, so dass man als Leser problemlos in die Lebensumstände der jeweils handelnden Protagonistin eintauchen kann. 
    Das Leben in den 1920-er-Jahren in den Südstaaten ist von einer Wirtschaftskrise, Armut und Krankheit geprägt. Zudem haben die Menschen mit den Kräften der Natur wie Schädlingen und Unwetter zu kämpfen. 

    Was die Frauen verbindet, ist ihr Drang nach Freiheit und die Fürsorge um ihre Kinder. Was sie nicht voneinander wissen ist, dass alle drei schmerzliche Verluste in der Vergangenheit erlitten haben. 
    Zu Beginn verlaufen die einzelnen Passagen parallel nebeneinander, aber im weiteren Verlauf des Romans gibt es immer mehr Überschneidungen, die die drei Leben der Frauen miteinander verbinden. 

    Durch die bildhafte und lebendige Beschreibung fühlt man sich in die 1920er-Jahre in die Situation der Plantagenwirtschaft in den Südstaaaten in den USA hineinversetzt. Spürbar ist das Über-/ Unterordnungsverhältnis von Schwarz und Weiß, auch wenn die Sklaverei abgeschafft ist. Dagegen nehmen die Frauen im Gegensatz zu ihren Männern eine unheimliche starke, moderne Rolle ein. Während die farbige Oretta mit ihre Mann Odel auf Augenhöhe ist und eine sehr innige Beziehung führt, setzen sich Gertrude und Annie gegen ihre dominanten Ehemänner zur Wehr.

    "Alligatoren" ist ein atmosphärischer, beklemmender, phasenweise trauriger Roman, der zeigt, dass Menschen trotz unterschiedlicher sozialer Schichten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.Schließt man sich dann in der Not zusammen, was die Solidarität unter den Frauen beweist, ist eine Veränderung möglich. Kein Mensch ist allein und darum wird letztlich demonstriert, wie viel man in der Gemeinschaft durch gegenseitige Hilfe und Unterstützung über gesellschaftliche Schichten hinweg erreichen kann, so dass der Roman mit einem hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft aufwartet und den Mut der Frauen belohnt. 

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    ninchenpinchenvor einem Monat
    ... nicht nur der Klappentext hört sich verheißungsvoll an, auch das Cover macht neugierig.
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