Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten und sage nochmal herzlich danke dafür. Ich kannte Deborah vorher nicht und war gespannt auf ihr Buch. Das Cover hatte mir auf Anhieb gefallen - wie Farbmagie - und ich wollte unbedingt wissen, welche Geschichte sich dahinter verbirgt. Ich wurde nicht enttäuscht.
Die Autorin hat eine Welt und Charaktere erschaffen, die mich in ihren Bann gezogen haben. Elira ist eine unheimlich starke Frau, die im Laufe der Geschichte über sich hinaus wächst und zu sich selbst findet. Aber auch die Nebencharaktere sind so zauberhaft und vielseitig, egal ob Jorin, Xenia oder Kim Kima - um nur Beispiele zu nennen. Ihr werdet sie lieben. Ihre Abenteuer und Emotionen werden so intensiv und gut beschrieben, dass ich mich wie ein direkter Zuschauer gefühlt habe. Dazu beigetragen haben auch die unterschiedlichen Erzählperspektiven, die so manches eindringlicher machten.
Die Geschichte greift viele Themen auf, die heute auch in unserer Welt präsent sind: Diversität, unterschiedliche Wertvorstellungen, Toleranz und Akzeptanz, Selbstliebe, Schuld, der Kampf unterschiedlicher Kulturen und der Umgang mit der Umwelt. Aufgrund des flüssigen Schreibstils und der mitreißenden Handlung, und auch aufgrund humorvoller Augenblicke, fliegt man nur so durch das Buch auf ein starkes Finale zu.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐ Ich werde definitiv mehr von Deborah B. Stone lesen.
Deborah B. Stone

Lebenslauf
Deborah B. Stone trank bitteren Tee in einem erloschenen Krater in Japan, zeichnete in ägyptischen Tempeln und fror auf neuseeländischen Gletschern.
Sie studierte Kunst und Leben vergangener Epochen (Kunstgeschichte) und analysierte Identitäten und Wahrnehmungen (Gender Studies).
Jahrelang leitete sie ein Empowerment-Projekt mit Jugendlichen – und schrieb im Café.
Deborah ist Kreativitäts-Coach und Poesiepädagogin. Zurzeit schreibt sie neben ihrer Lehrtätigkeit Kurzgeschichten und arbeitet an einem Hörbuch.
Deborah lebt mit ihrer Familie in Berlin, wenn sie nicht als Waldelbin auf Fantasy-LARPs unterwegs ist.
Alle Bücher von Deborah B. Stone
Von Höhenflügen und Abstürzen
Elira im Schatten
Neue Rezensionen zu Deborah B. Stone
Elira im Schatten ist so zauberhaft wie das Cover – ich bin nur so durchgeflutscht. Wir haben von Anfang an eine Heldin als Underdog, die sich ganz klar abhebt und mit sich selbst struggled. Elira bricht aus ihrer Heimat auf, in der sie sich eigentlich kaum zu Hause fühlt – und unterwegs gibt es nicht nur jede Menge Geheimnisse zu entdecken, sondern witzige, schlagfertige und tiefsinnige Verbündete. Ihre verschiedenen Stationen sind spannend, oft überraschend und immer atmosphärisch dicht erzählt, die Beschreibungen sind so lebendig, dass mensch das Rascheln im Sumpf, die Hitze des Feuers und das Flüstern der Apfelbäume fast selbst spürt.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir Elira selbst: verletzlich, stur, wütend, zärtlich, direkt – und dabei nie flawless. Ihre Entwicklung von verunsicherter junger Frau bis hin zu jemandem, der sich selbst und anderen gegenüber Verantwortung übernimmt, ist wunderbar nachvollziehbar. Es wirkt nie wie die „große Liebe als Lösung“, sondern wie ein Weg zu mehr Selbstliebe.
Liebe gibt es trotzdem! Die Spannung baut sich erst ganz schnell durch eine gewisse attraktive See-Szene auf, wird später aber entschleunigt und nimmt ein langsameres Tempo auf, mit vielen kleinen, zärtlichen und manchmal auch ziemlich heißen Momente (Stichwort: Apfelbaum), die ich sehr gefeiert habe. Queere Figuren und verschiedene Beziehungsformen haben auch ihren Platz in der Geschichte und gehören zu der Welt dazu wie auch in der Realität, was ich immer genieße.
Mein Herz gehört ganz klar Kim Kima. Die Momente mit der sprechenden Katze sind so liebevoll, witzig und berührend, dass ich mehr als einmal schlucken musste. Und überhaupt: Die Nebenfiguren – von Xenia über Tisha bis zu den Zwischenblütern – bleiben im Kopf, weil sie und ihre ganz eigenen Wunden und Sehnsüchte mitbringen.
Erzählerisch hat mich außerdem beeindruckt, wie die verschiedenen Perspektiven nach und nach zusammenlaufen, und wie man auf das Zusammentreffen hinfiebert. Später hat mich eine bestimmte Rede Eliras auch sehr berührt, aber das müsst ihr selbst lesen. :)
Zwischendurch blitzt immer wieder ein herrlich trockener Humor auf, der genau dann kommt, wenn die Geschichte ihn braucht, ohne jemals ihre ernsten Themen kleinzureden: Vorurteile, Machtmissbrauch, Schuld und die Frage, wie wir mit dem Schaden umgehen, den wir anderen (oder der Welt) bereits zugefügt haben.
Das Ende ist für mich unvergesslich (selbst lesen!) – ein sehr überraschender Twist eines Kampfes, der die Botschaft des gesamten Buchs verkörpert.
Während des Lesens habe ich mich durchgängig umarmt gefühlt.
Für mich ein klares Highlight. ✨
Eine spannende Story mit sich entwickelnden Charakteren. Humorvoll und vielschichtig zugleich. Und, nicht zu vergessen: romantisch ;)
Der Roman wird in der 3. Person erzählt, überwiegend aus der Perspektive der Protagonistin. Einzelkapitel weisen aber auch andere personale Erzähler*innen mit einer eigenen Stimme auf und lassen uns andere Sicht- und Fühlweisen miterleben.
Die bildhafte, sinnliche Sprache macht das Setting erfahrbar, ohne kitschig zu werden.
Das Besondere an diesem Buch: Identität und Vielfalt
Der innere Konflikt um Identität und Zugehörigkeit spiegelt sich in der Außenwelt im drohenden Krieg der Völker wider. Themen wie Anerkennung, Geschlechterbeziehungen und Werte werden auf besondere Weise behandelt. Zum Beispiel gehört Elira, die Protagonistin, weder zu den Menschen noch zu den Elementarai (Magiervolk). Selbst von den meisten Zwischenblütern (halb Mensch, halb magisch) trennt sie mehr als sie verbindet. Ihre Suche nach Akzeptanz von Außen scheitert. Erst, als Elira sich selbst akzeptiert findet sie ihre Aufgabe und ihren Platz.
Es gibt reichlich Spannungen zwischen Menschen, Elementarai (Magiervolk), Zwischenblütern (halb Mensch, halb Magier) magischen Tieren – aber auch innerhalb der Gruppierungen: „Die Bösen“ gibt es nicht.
Eine Schwester Eliras gründet mit ihrer Liebsten eine Familie, Eliras geliebter Jorin war zuvor mit seinem besten Freund zusammen: In Eliras Welt, Aluria, werden Partnerschafen unabhängig vom Geschlecht geschlossen. Die gerade für Heranwachsende wichtige Frage nach Geschlechterbeziehungen wird im Roman also mit vielfältigen Partnerschaften beantwortet. Beziehungen brauchen vor allem Zuneigung und Respekt, das wird auch in den sensiblen Sexszenen deutlich.
Gespräche aus der Community
"Von Höhenflügen und Abstürzen" ist die dritte Anthologie der Berliner Schreibgruppe ForumWort.13 Autor:innen loten in ihren Kurzgeschichten die Extreme zwischen Aufstieg und Fall aus. Es tummeln sich Feen, Vögel, Geister der Vergangenheit, Heilerinnen, Todbringer – und sogar Nazis. Und manchmal sprießen im Moment tiefster Verzweiflung Flügel.
Endlich bin ich dazu gekommen, dieses wunderbare Buch zu Ende zu lesen und auch zu rezensieren. Bitte vielmals um Entschuldigung, dass es sooo lange gedauert hat! Es war ein Vergnügen, in die verschiedenen Welten abzutauchen, vielen lieben Dank für die Möglichkeit, bei eurer Leserunde mitzumachen! <3
Zusätzliche Informationen
Deborah B. Stone wurde am 10. April 1979 in Berlin geboren.
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