Deborah Feldman

 4.4 Sterne bei 251 Bewertungen
Autorin von Unorthodox, Überbitten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Deborah Feldman

Die US-amerikanisch-deutsche Autorin Deborah Feldman wird 1986 in New York geboren. Da ihre Eltern getrennt leben, wächst Feldman bei ihren Großeltern im stark jüdisch geprägten Stadtteil Williamsburg auf, die sie streng nach dem Glauben der Satmarer Chassiden erziehen. Als Muttersprache lernt Feldman Jiddisch, da Englisch als zu weltlich gilt. Feldmans Jugend ist von vielen Verboten geprägt, beispielsweise muss sie Körper und Haar vollständig bedecken und darf nichts Rotes tragen. Sie besucht eine private religiöse Mädchenschule und wird auf ein Leben als Mutter und Ehefrau vorbereitet. Heimlich liest sie englischsprachige Romane und geht mit einer Freundin ins Kino. Mit siebzehn Jahren heiratet Feldman einen Satmarer Chassiden, den ihre Familie für sie ausgesucht hat und mit neunzehn bekommt sie einen Sohn. Ohne dass ihr Mann es weiß, schreibt sich Feldman am Sarah Lawrence College ein und studiert englische Literatur. Heimlich plant sie, die Satmarer Chassiden zu verlassen, sobald ihr Sohn drei Jahre alt ist. Sie betreibt einen anonymen Blog über ihr Leben als chassidische Frau, laut ihrer Autobiographie ihr erster schriftstellerischer Erfolg. Nachdem sie schließlich mit ihrem Sohn wegzieht, erscheint 2012 ihr autobiographischer Roman „Unorthodox“, der von der Kritik hoch gelobt wird und es sofort auf die Bestsellerliste der New York Times schafft. Heute lebt Deborah Feldman mit ihrem Sohn in Berlin.

Alle Bücher von Deborah Feldman

Cover des Buches Unorthodox (ISBN: 9783442770205)

Unorthodox

 (206)
Erschienen am 10.02.2020
Cover des Buches Überbitten (ISBN: 9783641269937)

Überbitten

 (28)
Erschienen am 13.04.2020
Cover des Buches Entinnerung (ISBN: 9783906910369)

Entinnerung

 (0)
Erschienen am 24.09.2018
Cover des Buches Unorthodox (ISBN: 9783958620070)

Unorthodox

 (11)
Erschienen am 12.09.2016
Cover des Buches Exodus: A Memoir (ISBN: 9780142181850)

Exodus: A Memoir

 (1)
Erschienen am 24.02.2015

Neue Rezensionen zu Deborah Feldman

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Rezension zu "Überbitten" von Deborah Feldman

Wer "Unorthodox kennt, muss unbedingt auch dieses Buch lesen!
Bibliomaniavor 2 Tagen

Nach „Unorthodox“ das zweite Buch der starken jungen Frau aus Williamsburg. Deborah Feldman hat es geschafft und wohnt mit ihrem Sohn in einer eigenen Wohnung. Sie muss den Schein nach wie vor aufrecht erhalten, damit eine Scheidung, die unter chassidischen Juden nicht nur sehr schlecht aufgenommen, sondern in der Regel auch unter allen Umständen zu vermeiden versucht wird, erfolgreich ein kann. Deborah kämpft weiter in diesem Buch, um sich wirklich zu befreien. Was ihr dabei auch wichtig ist: Ihre Wurzeln zu ergründen, zu verstehen, sich selbst dabei zu finden und so begibt sie sich nicht nur räumlich auf eine weite Reise, sondern auch in ihren Gedanken, Gefühlen und Taten.

Deborah Feldman ist eine unglaublich mutige und starke Frau. Natürlich hat sie Schwächen, Probleme und kämpft immer wieder mit sich selbst, aber ihre Geschichte ist so unglaublich, dass man dieser Frau einfach den größten Respekt zollen muss. Sie schreibt ehrlich und offen, hält mit nichts hinterm Berg, macht sich regelrecht nackt vor den Augen des Lesers. Eine weiteres Plädoyer für den Feminismus, wie es schon „Unorthodox“ war.

Ich bin als Leser voll versunken in Ihre Gedankenwelt, in Ihre Ängste, staune immer wieder über ihren Mut und Tatkraft. So eine Geschichte muss einfach erzählt werden und ich bin Deborah Feldman wirklich dankbar, dass sie uns ihre Geschichte anvertraut hat. Obwohl ich auf den ersten etwa 100 Seiten ein paar Probleme hatte wieder bei ihr anzukommen, hat mich ihr Leben doch sehr bald so gefesselt, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Hut ab vor dieser Persönlichkeit! Ich hoffe auf weitere Bücher dieser Autorin.

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Rezension zu "Unorthodox" von Deborah Feldman

Unorthodox
Mira123vor 19 Tagen

Dieses Hörbuch hat mich durch die Anfangsphase meines neuen Jobs begleitet. Eine meiner ersten Aufgaben war es, 30 Skripten zu je 130 Seiten auszudrucken und dann mit Spiralbindungen zu versehen. Allein schon die Seiten auszudrucken hat drei Stunden gedauert, dann musste ich bunte Zwischenseiten einlegen, sicherstellen, dass alle Seiten richtig herum daliegen, dann alles lochen und schließlich binden. Drei Vormittage war ich beschäftigt - oder ein Hörbuch lang. Deswegen will ich mich auch gar nicht beschweren, denn bei wievielen Jobs kann man bitte Hörbücher hören ohne dass es jemanden stört? Und das hier ist dieses Hörbuch, das mich bei meiner Aufgabe begleitet hat: "Unorthodox" von Deborah Feldman.

Bei diesem Buch handelt es sich um die Biographie der Autorin. Sie wuchs in einer ultra-orthodoxen jüdischen Sekte auf. Bücher sind verboten, von klein auf lernt Feldman, dass sie sich unterordnen muss, weil sie ein Mädchen ist. Kontakt zu Außenstehenden ist unerwünscht, sie lernt, dass ihr Körper etwas Schmutziges ist, für das man sich schämen muss. Nackte Haut zu zeigen? Unmöglich! Sein Haar zu zeigen wenn man eine verheiratete Frau ist? Auf gar keinen Fall, da muss eine Perücke her und die muss am besten auch noch mal bedeckt werden. Die Einschränkungen gehen so weit, dass die Mitglieder der Sekte an manchen Tagen der Woche nichts tragen dürfen und ja, aus irgendeinem Grund zählt das Schieben von Kinderwägen an diesem Tag auch zu den verbotenen Aktivitäten. Und in dieser Welt verbrachte die Autorin einen großen Teil ihres bisherigen Lebens. Für mich unvorstellbar! Und auch die Autorin fühlt sich schon als junge Frau nicht mehr wohl in dieser Sekte. Sie erzählt von den Zweifeln, die sich schon in jungen Jahren bei ihr gemeldet haben, von dummen Gerede hinter hervorgehaltener Hand, von geheimen Lektüren und erste intensivere Kontakte mit Leuten, die nicht Teil der Sekte sind, bis hin zur Flucht aus dieser Gemeinschaft, gemeinsam mit ihrem Sohn, damals noch ein Kleinkind. Die Leser oder Zuhörer bekommen wirklich einen unglaublich tiefen Einblick in ihr Leben, ihre Gefühlswelt und ihr Leid. 

Mich hat es sehr überrascht, wie neutral die Autorin erzählt hat. Klar, sie erzählt von ihrem Leben, da kann man nie ganz neutral sein, aber ganz ehrlich? Ich hätte es auch verstanden, wenn sie in Schimpftiraden ausgebrochen wäre, alle Mitglieder und vor allem die Autoritätsfiguren verflucht hätte und sich danach in Selbstmitleid gesuhlt hätte. Wär zwar dann wahrscheinlich nicht so lesenswert, aber eine absolut verständliche Reaktion. 

Mein Fazit? Eine spannende Biographie, die mich bis zur letzten Minute fesseln konnte.

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Rezension zu "Unorthodox" von Deborah Feldman

Must-Read!
Janine_Napircavor 4 Monaten

Unorthodox ist die autobiographische Geschichte Deborah Feldmans, die auszog, ein selbstbestimmtes, von Zwängen freies, im Grunde ein ganz normales Leben zu führen. In eine chassidische ultraorthodoxe jüdische Familie hineingeboren, mit einer der Glaubensgemeinschaft entflohenen Mutter und einem geistig kranken Vater wächst sie bei ihren strengen Großeltern auf und lernt schnell, was sie zu tun und zu lassen hat. 


Die Sekte hält zum Beispiel Hitler für von Gott gesandt, schneidet masturbierenden Jungen die Penisse ab denn: „Chassidischen Männern ist es untersagt zu masturbieren, erklärt Eli mir immer wieder. Folglich, so erklärt er mir, bin ich dazu verpflichtet, ihn zu befriedigen, damit sich keine sexuelle Frustration bei ihm bildet. Wenn ich mich weigere, würde ich ihn zwingen zu sündigen und damit die Bürde seiner Missetat tragen.“ und verheirateten Frauen die Haare zu Glatzen. 


Frauen werden sexuell missbraucht, zu Gebärmaschinen gemacht, die regelmäßig ihre ‚Reinheit‘ von einem Rabbiner kontrollieren lassen müssen, Kindesmissbrauch durch Gelehrte wird auch hier unter den Teppich gekehrt - ich frage mich wirklich, wie lange religiöse menschenverachtende Institutionen noch bestehen können, in jeder beschissenen Religion. Keiner erhält Zugang zu weltlicher Bildung, aus Angst vor Ausbruch, sollen alle in dieser Bubble gefangen gehalten werden.


Ich bewundere Deborahs Mut und Kraft im Alter von Anfang zwanzig so drastische, lebensverändernde Entscheidungen zu treffen, ohne fremde Hilfe, ohne eine andere Welt überhaupt so richtig zu kennen, mit der verfolgenden Sekte im Nacken und dann auch noch diese so persönliche Geschichte aufzuschreiben, publik zu machen - ganz große und wichtige Aufklärungsarbeit, die Feldman, die auch literarisch unabhängig der Thematik nicht zu verachten ist, hier leistet. 


Vielen, vielen Dank @deborah_feldman für deine Geschichte, die mich wütend ja fast wahnsinnig vor strotzender Ungerechtigkeiten gemacht - trotz sachlichem, nüchternem Erzählton, aber auch hoffnungsvoll gestimmt hat: egal wie aussichtslos eine Situation manchmal scheint, es lohnt sich immer zu kämpfen. 


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