Deborah Feldman

 4.4 Sterne bei 175 Bewertungen
Autorin von Unorthodox, Überbitten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Deborah Feldman

Die US-amerikanisch-deutsche Autorin Deborah Feldman wird 1986 in New York geboren. Da ihre Eltern getrennt leben, wächst Feldman bei ihren Großeltern im stark jüdisch geprägten Stadtteil Williamsburg auf, die sie streng nach dem Glauben der Satmarer Chassiden erziehen. Als Muttersprache lernt Feldman Jiddisch, da Englisch als zu weltlich gilt. Feldmans Jugend ist von vielen Verboten geprägt, beispielsweise muss sie Körper und Haar vollständig bedecken und darf nichts Rotes tragen. Sie besucht eine private religiöse Mädchenschule und wird auf ein Leben als Mutter und Ehefrau vorbereitet. Heimlich liest sie englischsprachige Romane und geht mit einer Freundin ins Kino. Mit siebzehn Jahren heiratet Feldman einen Satmarer Chassiden, den ihre Familie für sie ausgesucht hat und mit neunzehn bekommt sie einen Sohn. Ohne dass ihr Mann es weiß, schreibt sich Feldman am Sarah Lawrence College ein und studiert englische Literatur. Heimlich plant sie, die Satmarer Chassiden zu verlassen, sobald ihr Sohn drei Jahre alt ist. Sie betreibt einen anonymen Blog über ihr Leben als chassidische Frau, laut ihrer Autobiographie ihr erster schriftstellerischer Erfolg. Nachdem sie schließlich mit ihrem Sohn wegzieht, erscheint 2012 ihr autobiographischer Roman „Unorthodox“, der von der Kritik hoch gelobt wird und es sofort auf die Bestsellerliste der New York Times schafft. Heute lebt Deborah Feldman mit ihrem Sohn in Berlin.

Neue Bücher

Unorthodox

 (144)
Erscheint am 10.02.2020 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Deborah Feldman

Cover des Buches Unorthodox (ISBN:9783442770205)

Unorthodox

 (144)
Erscheint am 10.02.2020
Cover des Buches Überbitten (ISBN:9783442716142)

Überbitten

 (22)
Erschienen am 10.12.2018
Cover des Buches Entinnerung (ISBN:9783906910369)

Entinnerung

 (0)
Erschienen am 24.09.2018
Cover des Buches Unorthodox (ISBN:9783958620070)

Unorthodox

 (6)
Erschienen am 12.09.2016
Cover des Buches Exodus: A Memoir (ISBN:9780142181850)

Exodus: A Memoir

 (0)
Erschienen am 24.02.2015

Neue Rezensionen zu Deborah Feldman

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Rezension zu "Unorthodox" von Deborah Feldman

Eine völlig andere Welt
dominonavor 4 Monaten

Die Autorin schreibt über sich selbst und wie sich sich von der Welt ihrer stark jüdisch-orthodoxen Vorfahren löst. 

Ich habe oft fassungslos den Kopf darüber geschüttelt, wie diese Dinge im 21. Jahrhundert noch möglich sind. Die Autorin ist nur ein paar Jahre älter als ich und hat durch ihre Kindheit ein körperlich und auch in gewisser Weise geistig gestörtes Verhältnis zu sich selbst erfahren. Bitte nicht falsch verstehen, die Autorin ist unfassbar sympathisch und neugierig genug, um aus den Grenzen auszubrechen und sich ein Stück weit selbst zu heilen. 
Das Buch hat mir eine andere Parallelwelt gezeigt, die ich bisher für unmöglich gehalten habe und dafür bin ich dankbar.

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L

Rezension zu "Unorthodox" von Deborah Feldman

Eine berührend erzählte Befreiung
Loonylovegood03vor 6 Monaten

Der Inhalt


Bei Unortodox handelt es sich um einen autobiografischen Roman, der von Deborahs Leben in einer ultra orthodoxen Newyorker chassidischen Satmarer Gemeinde handelt. Sie schildert ihr Sehnen nach Wissen, das ihr verwehrt bleibt, ihr fehlendes Gefühl der Zugehörigkeit und ihre schmerzhaften Erfahrungen mit Sexualität auf eine unglaublich bewegende Art und Weise. Letztendlich geht es um ihre seelische und tatsächliche Befreiung und Selbstfindung.

Meine Meinung

In der ersten Hälfte des Romans geht es vor allem um ihr Leben bei ihren Großeltern und ihre Erfahrungen in der Schule und in der Gemeinde. Schon im Kindesalter hegt sie Zweifel am Glauben, und was die erste Hälfte am meisten dominiert, ist wohl ihr ungestillter Wissensdurst und ihre Erkenntnis über erste Ungerechtigkeiten.
Die zweite Hälfte dreht sich vor allem um ihre Ehe, die in ihr enthaltenen Probleme und ihre Unzufriedenheit. Hier geht es um die ,ihr aufgezwungene, Sexualität, fehlende Intimität und ihren Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. 
Im Großen und Ganzen, halte ich den Roman für einen sehr gelungenen Einblick in eine Subkultur, die oft heimlich und unerkannt agiert und das in einer Großstadtkulisse. Dieser Einblick ist sehr bildlich und berührend geschrieben, die Charakterzeichnung ist großartig und Deborahs Weg zu folgen geht wirklich nahe. Außerdem kann man aus ihrer Kraft sehr viel Inspiration gewinnen. Lediglich den Schluss halte ich für weniger gelungen, da recht viel mit Phrasen um sich geworfen wird und der Schreibstil seine Dichte durch häufige Wiederholungen verliert. 

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Rezension zu "Unorthodox" von Deborah Feldman

Ausbruch
Brivor 7 Monaten

Unorthodox – das ist das Leben von Deborah Feldman lange Zeit nicht. Im Gegenteil, denn sie wächst in der ultraorthodoxen chassidischen Satmar Gemeinde in Williamsburg (New York) auf, einer Gemeinschaft, in die man von außen nicht reinkommt und die sich aus Gründen abschottet. Sogar vor anderen jüdischen Gemeinden. Ziel ist ein gottgefälliges Leben, denn die Satmar sehen den Holocaust als Strafe Gottes. Wie streng ein solches Leben sein kann, kann man sich, ist man nicht mit solch fundamentalistischen Glaubenssätzen aufgewachsen und hat man das Privileg, sich aus allerlei spirituellen Strömungen die geeignete aussuchen zu können, nicht ansatzweise vorstellen. Doch glücklicherweise hat Deborah Feldman es gewagt und ihre Erlebnisse innerhalb dieser Gemeinschaft zu Papier gebracht und sich ein freies, selbst bestimmtes Leben aufgebaut. Mit großem, ungebrochenen Erfolg.

Deborah Feldman beginnt ihr Buch mit ihrer Kindheit bei den Großeltern in Williamsburg. Der Vater scheint sich nicht gebührend um die Tochter kümmern zu können, ihre Mutter hat die Gemeinde vor langer Zeit verlassen. Schon in frühester Kindheit wird Deborah mit Regeln zugeschüttet. Infrage stellt sie diese zunächst nicht, wie auch, sie kennt ja kein anderes Leben. Bildung wird nur ansatzweise vermittelt, Bücher gibt es quasi nicht. Doch sie schafft es, sich einen Bibliotheksausweis erstellen zu lassen und versteckt die ausgeliehenen Bücher nachts unter ihrer Matratze. Natürlich besucht sie eine entsprechende Mädchenschule – denn Mädchen und Jungen haben keinerlei Berührungspunkte zu haben – an der sie, nachdem sie sie erfolgreich abgeschlossen hat, auch unterrichtet. Ein wenig erinnert Deborah Feldman an Eve Harris und deren Roman „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ – was jedoch nicht weiter verwundert, wenn man weiß, dass auch Eve Harris aus einem chassidischen Umfeld stammt.

Sowohl Feldman als auch Harris sind Nachfahren von Holocaust Überlebenden.Beide zeigen die weibliche Sicht des ultra-orthodoxen Glaubens, der Frauen nicht gerade auf Rosen bettet. Allerdings zieht Feldman striktere Konsequenzen daraus. Sowohl Harris Protagonistin als auch Feldman selbst gehen in arrangierte Ehen. Feldman allerdings ist erst 17 Jahre alt und die Welt, die sie hier beschreibt, ist so weit von der Welt entfernt, in der die meisten ihrer Lesser*innen wohl leben, dass die Lektüre zu einer atemlosen, ungläubigen wird. Nicht, dass man sagen wollte, meine Güte, wie gut haben wir es doch in einigermaßen aufgeklärten, in Ansätzen teilweise gleichberechtigten Gesellschaften. Nein, im Gegenteil. Wie schrecklich unmenschlich – denn das sind die Regeln der Satmar – müssen die Gemeindemitglieder solcher Gemeinschaften zum Teil leben. Das lässt sprachlos zurück.

Feldman gelingt es, auszubrechen und sich ein freies Leben aufzubauen. Es kostet sie einiges, doch der Preis ist gemessen an den neuen Möglichkeiten gering. Ihre Schilderungen sind präzise, detailiert, sachlich aber dennoch nicht emotionslos. Sie muss viel über sich und ihre Welt nachgedacht haben, ein äußerst reflektierter Mensch sein und vermag es großartig, anderen Menschen dies mitzuteilen. Hut ab vor dieser Kraft, die Beschämungen und Einschränkungen verarbeitet hat und ein Aufbrechen möglich machte.

Eindeutige Leseempfehlung, dennoch die Warnung: die Schilderungen sind teilweise nichts für zarte Gemüter.

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Zusätzliche Informationen

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