Überbitten

von Deborah Feldman 
4,1 Sterne bei14 Bewertungen
Überbitten
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Entwicklungsgeschichte einer sich emanzipierenden Jüdin, spannend, aber auch anstrengend zu lesen

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Einfach genial geschrieben, toll reflektiert und eines der spannendsten Leseerlebnisse der letzten Jahre.

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Inhaltsangabe zu "Überbitten"

Mit 23 verlässt Deborah Feldman die ultraorthodoxe chassidische Gemeinde der Satmarer Juden in Williamsburg, New York, und damit das Leben, das sie in »Unorthodox« so packend erzählt hat. Die Möglichkeit zurückzukehren hat sie nicht. Sie folgt ihrem großen Traum, gemeinsam mit ihrem Sohn in Freiheit zu leben. Sie verlässt New York und folgt den europäischen Spuren ihrer geliebten Großmutter, die den Holocaust überlebt hat und die die einzige Person war, bei der sich die junge Frau angenommen fühlte. Schließlich gelingt es Deborah Feldman, Wurzeln zu schlagen, ausgerechnet in Berlin, dem Ort, der durch die Satmarer mit so vielen Ängsten und Vorurteilen verbunden war. Bildstark, wortgewaltig erzählt Deborah Feldman die beeindruckende Geschichte einer Selbstfindung und Versöhnung mit der Vergangenheit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442716142
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:704 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:10.12.2018

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    GersBeas avatar
    GersBeavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Entwicklungsgeschichte einer sich emanzipierenden Jüdin, spannend, aber auch anstrengend zu lesen
    Nachdenkliche Befreiungsgeschichte einer jüdischen Amerikanerin vom ultraorthodoxen Judentum

    Inhalt (Klappentext)


    Kurz nach ihrem 23. Geburtstag verlässt Deborah Feldman die ultraorthodoxe chassidische Gemeinde der Satmarer Juden in Williamsburg, New York, und damit das Leben, das sie in Unorthodox ebenso packend wie anschaulich beschrieben hat. Eine Möglichkeit zurückzukehren gibt es für sie nicht. Sie folgt allein ihrem Traum, gemeinsam mit ihrem Sohn ein freies selbstbestimmtes Leben zu führen. Ihr Alltag wird aber zum Überlebenskampf, und trotz existentiell bedrohlicher Armut und andauernder Einsamkeit gelingt ihr das Unvorstellbare: Mit der Publikation ihres Bestsellers Unorthodox 2012 wird sie über Nacht zum Medien-Star.

    Doch spätestens da wird ihr klar, dass es nicht diese Art von Erfolg ist, die sie sucht, dass es ihr vielmehr seit jeher um eine innere Klarheit, die Integrität ihrer Persönlichkeit geht, die in ihrer religiösen Gemeinschaft mit ihren strengen Regeln immer wieder verletzt wurde. Sie verlässt New York, um auf dem Land die Werke der europäischen Literatur zu lesen, und beginnt zu ahnen, dass ihre Wurzeln in Europa liegen. Instinktiv begibt sie sich auf die Spurensuche ihrer geliebten Großmutter, die den Holocaust überlebt hat und die für sie in Williamsburg die einzige Person war, bei der sie sich sicher und angenommen fühlte.

    Als sie zum ersten Mal nach Europa reist, ist sie noch hin- und hergerissen zwischen Ängsten, Vorurteilen und Zweifeln und dem ersten Gefühl eines Ankommens, wird sie schließlich in Berlin in genau jenem Land Wurzeln schlagen, das sie bei den Satmarer Chassidim als das Übel schlechthin kennengelernt hatte.

    Bildstark und eindringlich erzählt Deborah Feldman diese Geschichte, in der die äußeren Stationen zugleich eine innere Entwicklung spiegeln. Sie ist das Zeugnis einer Frau, der es nach langem, erkenntnisreichem Weg gelungen ist, ihren Traum zu verwirklichen. Mit Überbitten stellt sie sich in einer verblüffend aktuellen Weise in die Tradition der Aufklärung des europäischen jüdischen Humanismus.

    Dieses Buch ist ein faszinierendes Dokument der Versöhnung. Deborah Feldman schreibt dazu: »Der Begriff Iberbetn war in unserer Gemeinschaft so geprägt, dass er zu einem allgemeinen Ausdruck für unwahrscheinliche Eintracht wurde.«

    Inhalt


    Die Autorin ist in einem ultraorthodoxen engen intoleranten Umfeld in einem jüdischen New Yorker Stadtteil aufgewachsen. Mit 23 Jahren verlässt sie dieses Milieu mit ihrem kleinen Sohn, wohlwissend, dass sie jetzt als Ausgestoßenen angesehen wird und ganz auf sich allein gestellt ist.

    Sie will sich ihrer jüdischen Identität entledigen, quasi häuten, um sich selbst neu erfinden. Die folgenden sieben Jahre werden geschildert (bis sie mit 30 Jahren dieses Buch schreibt).

    Ein langer komplizierter Prozess mit vielen Rückschlägen, manchen Fortschritten, vielen wichtigen Begegnungen. An dessen vorläufigem Ende begreift und akzeptiert sie, dass sie ihre jüdischen Wurzeln nicht abschneiden kann, aber ihr Bewusstsein, ihre Wahrnehmung und ihre Werte haben sich verändert. Endlich fühlt sie sich nicht mehr als unvollständig und zerrissen, sondern als „Einheit“.

    Jedem Jahr ist ein Kapitel gewidmet. Ihr Weg geht von New York über Frankreich, Spanien, Ungarn, Österreich und Skandinavien nach Berlin.

    Meine Meinung


    Dieses Buch ist kein einfaches Buch. Es ist ein sehr persönliches ehrliches Buch.

    Deborah Feldman schildert wie schwer es ist, sich von alten Verhaltensmustern zu befreien, die einem in Kindheit und Jugend aufoktroyiert wurden. Solche Bücher gibt es zuhauf. Das Besondere dieses Buches lag für mich darin, dass ich tief in die Welt des Judentums eintauchte.

    Gelernt habe ich viel über Bräuche und vor allem den Überbau dieser Religion. Etliches kannte ich bereits dem Begriff nach. Die nachdenklichen Schilderungen veranschaulichten mir deren Einfluss auf das tägliche Leben.

    Obwohl es kein politisches Buch ist, verstehe ich nun zum Beispiel viel besser warum sich der Konflikt Israel/Palästina seit Jahrzehnten nicht lösen lässt (obwohl das nicht das Thema des Buches ist).

    Der Holocaust ist überall im Buch spürbar und wird unter verschieden Gesichtspunkten thematisiert. Dessen Einfluss auf Deborah Feldmann als Enkelin einer Überlebenden ist groß. Zugleich ist er in ihrer Familie kein Thema, über das man spricht, was sie schon als Kind ratlos zurückließ.

    Gut gefallen haben mir die längeren Buchzitate, die auf dunkelgrauen Grund gesetzt, jedem neuen Abschnitt vorangestellt sind, beispielsweise von Epikur, Jean Baudrillard, Joseph Roth, Primo Levi.

    Titelbild


    Das gebundene Buch ist hochwertig aufgemacht: ein wie Leinen aussehender glatter Einband, rotes Lesebändchen.

    Der Buchtitel „Überbitten“ ist in goldfarbener Runenschrift gesetzt. Sicherlich ist diese Darstellung sehr bewusst vom Verlag ausgewählt worden, aber auf mich wirkt das – wegen des 3. Reiches – abstoßend. In einer Buchhandlung hätte ich das Buch nicht in die Hand genommen. Wie gut, dass ich eine ausführliche Besprechung im Radio gehört hatte, die mich neugierig auf das Buch gemacht hat.

    Fazit


    Das Buch war oft sehr spannend zu lesen. Wie geht Deborahs Leben weiter, wenn ihre aktuelle Lebenssituation gerade aussichtslos erscheint? Gelingt es ihr das Leben ihrer Großmutter zu entdecken[im ursprüngliche Sinne des Wortes], der einzigen Person, die ihr nahe stand? Wie entwickeln sich ihre persönlichen Beziehungen?

    Das Buch war mitunter sehr mühsam zu lesen. Die Passagen, wo Deborah Feldman ihr Leben und aktuellen Erkenntnisse in philosophische und religionstheoretische Zusammenhänge einordnet, empfand ich zwar als aufschlussreich, aber oft als sehr zäh. Da hätte ein strengeres Lektorat gut getan.

    Deshalb nur 4 Sterne, aber ansonsten eine klare Leseempfehlung.

    Irgendwann werde ich auch das erste Buch „Unorthodox“ von Deborah Feldmann lesen.

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    Das_Leselebens avatar
    Das_Leselebenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: mir fehlen die Worte für dieses Leseerlebnis
    Mir fehlen die Worte.

    Wenn ich am Anfang einer jeden Buchsaison die Kataloge durchschmöckere gibt es für mich immer nur sehr wenige Ankündigungen deren Erscheinung mich und mein Herz jubeln lassen. ‚Überbitten‘ von Deborah Feldman ist eines dieser Bücher. Umso mehr freue ich mich darüber, das es mir der Secession Verlag für Literatur zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank an dieser Stelle.
    Das zweite Buch der Autorin, das in Deutschland im Mai 2017 erschienen ist. Es hat in der wundervollen Hardcover-Ausgabe 704 Seiten.

     

    Inhalt:
    Mit 23 Jahren und einem kleinen Sohn verlässt Deborah Feldman die ultraorthodoxe chassidische Gemeinschaft der Satmarer Juden in New York.
    Ihre Suche nach dem Selbst führt Deborah Feldman durch viele Höhen und Tiefen, oft geprägt von Ängsten, aber auch von Glück. Ihre Reise führt sie dabei von New York über viele Umwege nach Berlin. 

     

    Meine Meinung:
    Seit fast drei Jahren betreibe ich meinen Blog. Aber noch nie ist es mir so unglaublich schwer gefallen eine Rezension zu verfassen. Denn kein Wort was hier geschrieben steht, wird ‚Überbitten‘ gerecht. Die Lesung am 14.06.17 hat mir diese Aufgabe nicht grade einfacher gemacht. Ich bin noch immer geflasht von meinen Eindrücken, dieser wundervollen Lesung - Danke Deborah Feldman.
    Wer ‚Überbitten‘ zum ersten mal aufschlägt und zu lesen beginnt, der wird vom ersten bis zum letzten Wort feststellen, das es Deborah Feldman´s eigene Sprache ist, welche aus diesem Schreibstil spricht. Sie wirkt wesentlich freier in ihrem Ausdruck, irgendwie glücklich und angekommen.
    Sehr behutsam bringt sie den Leser dazu ihre Reise mitzufühlen und zu verstehen. Eine Reise die sie von ihren Wurzeln wegbringt und zu viel tieferen Wurzeln hinführt. Wie Geist an ihrer Seite, ihre Großmutter. Trotz das Deborah Feldman mit aller Macht aus der Gemeinschaft der Satmarer Juden ausgestoßen wurde und sie keinen Kontakt mehr zu dieser Dame hat, trägt sie die Großmutter immer im Herzen. In dem sie ihre Spuren verfolgt findet sie über Umwege ihren eigenen Weg. Ihr Blickwinkel ist dabei der eines kleinen Kindes, welches total wissbegierig und neugierig seine Umgebung zu entdeckt, gleichzeitig ist sie eine Löwenmutter. Ohne Vorurteile zieht sie ihre Schlüsse. Vielmehr versucht sie immer zu verstehen warum die Begebenheit so sind wie sie sind. Vergebung und sich selbst anzuerkennen spielt dabei eine prägende Rolle. Dies wird schon durch den Titel ‚Überbitten‘ (im jüdischen Überbeten, heißt soviel wie sich von seinen Schuldgefühlen rein waschen).
    Wir als Leser verfolgen eben diesen Weg mit. Ein Weg der oft sehr steinig ist und so manches mal an einem ganz anderen Punkt endet als ich es vermutet habe. Dabei spielen die Themen Glauben, Religion, Feminismus eine zentrale Rolle. Gleichzeitig ist es ein Buch voll von Liebe zur Literatur und ihrer Bedeutung für die Autorin. Des Weiteren hat sie mich mit ihrer Leidenschaft fürs Reisen abholen können. Bildgewaltig werden diese Reisen beschrieben. Ich selber hatte immer das Gefühl mit der Autorin zusammen diese Orte zu bereisen.
    Deborah Feldman ist eine starke Frau. Eine großartige Schriftstellerin. Ein Mensch der für das einsteht, was er fühlt. Ich hoffe darauf noch Einiges von ihr hören und lesen zu dürfen.
    Es gibt Bücher die prägen einen fürs ganze Leben ‚Überbitten‘ und auch ’Unorthodox’ sind zwei dieser Bücher.



    Mehr Infos: http://das-leseleben.webnode.com/news/uberbitten-von-deborah-feldman/

    Kommentare: 1
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    BluevanMeers avatar
    BluevanMeervor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Einfach genial geschrieben, toll reflektiert und eines der spannendsten Leseerlebnisse der letzten Jahre.
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    TanyBees avatar
    TanyBeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr interessant, liest sich aber schwerer als Unorthodox, eher wie ein Sachbuch. Tolle Frau!
    Kommentieren0
    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wichtiges und lesenswertes Buch, für das ich einiges an Leseausdauer & Beharrlichkeit benötigte.
    hexhexs avatar
    hexhexvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Weg aus der jüdischen orthodoxen Gemeinde - kein leichter Weg!
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    Evans avatar
    Evanvor 6 Monaten
    ioreths avatar
    iorethvor 7 Monaten
    carlindas avatar
    carlindavor 9 Monaten
    inter_twisteds avatar
    inter_twistedvor 10 Monaten

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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 4 Monaten
    Unorthodox gefiel mir schon super. Auf den Nachfolger der sympathischen Deborah Feldmann freue ich mich deshalb sehr. :)
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