Deborah Feldman Unorthodox

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Inhaltsangabe zu „Unorthodox“ von Deborah Feldman

Am Tag seines Erscheinens führte »Unorthodox« schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft. Wenige Monate später durchbrach die Auflage die Millionengrenze. In der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt.

Eine bemerkenswerte Geschichte in einem stellenweise holprigen Erzählstil.

— Gegen_den_Strom_lesen

wirklich lesenswert! die aufrüttelnde Geschichte einer außergewöhnlichen jungen Frau die ausbricht.

— Gwenliest

Eine Parallelgesellschaft. Als Frau ist man fassungslos.

— Bücherfüllhorn-Blog

Interessanter Einblick in eine ultraorthodoxe jüdischeGemeinde, aber oft recht inkonsistent u. die Autorin nicht sympathisch

— Apfelgruen

Spannend, interessanter Blick in eine fremde „Parallel-Welt“ der erschreckend ist.

— moni_angekommen

Sehr bewegendes und packendes autobiographisches Drama über den harten Weg einer jungen Frau. Absolutes must-read!

— Isaopera

Anfangs kam ich schwer rein. Aber nach den ersten 100 Seiten hat es mich absolut gefesselt. Sehr interessant!

— _wildautsum_

Erschreckender Einblick in eine Gesellschaft, die durch psychische Gewalt und Bildungsverweigerung, junge Menschen verängstigt und blendet.

— Thoemie

Was für eine starke Frau und was für ein gutes Buch. Unbedingt lesen!

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  • Eine Parallelgesellschaft. Als Frau ist man fassungslos.

    Unorthodox

    Bücherfüllhorn-Blog

    14. November 2017 um 12:35

    Ich habe das Buch abends angefangen zu lesen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich las bis vier Uhr morgens, bis zum Schluss! Das Buch ist nicht unbedingt ein Pageturner, aber das Leben von Deborah Feldman mitten in New York und dennoch so komplett abseits in der Welt, ist unvorstellbar. Groß geworden und aufgewachsen ist sie im strengen chassidischen jüdischen Glauben.   Jeder Bereich des Lebens ist reglementiert. Bücher in englischer Sprache oder generell alles, was dem Glauben widerspricht, sind natürlich nicht gestattet. Jeder muss besser sein als der andere Jude, damit Gott sie nicht mehr strafen kann. So passt jeder auf jeden Fehltritt anderer auf. Selbst Kindern wird ihre Kindheit mit den strengen Regeln geraubt.   Die Welt der Frauen wird von den Männern mit Absicht klein gehalten und beengt. Bildung ist untersagt! Die Frau soll Kinder gebären und in der Küche stehen! Mich hat vor allem entsetzt und innerlich aufgeregt, wie Frauen dort im Namen der Religion regelrecht gedemütigt werden. Wie alle Schuld ihnen angelastet wird. Diese Ungerechtigkeiten gegen Frauen. Es entsteht ein völlig falscher Eindruck von der Welt. Bildung führt zu nichts Gutem, werden sie gelehrt. Das kommt einem doch bekannt vor! In vielen Männer-Gesellschaften (Patriarchaten) die heute noch in Ländern in dieser Welt existieren, kann man ähnliches erkennen.  Man kann es sich nicht vorstellen, dass es so eine religiöse Richtung mitten in New York gibt.   Dennoch schafft Deborah Feldman sich einen kleinen Zugang zur Welt der Goyim, der Nicht-Juden. So ist der Freiheitsgedanke in ihr nicht mehr zu stoppen.   Alles in allem: Diese Geschichte gibt Einblick in die ultraorthodoxe chassidische Gemeinde in New York, über das Leben, die Traditionen und Feste im Jahresrhythmus, viele Tabus und die Unterdrückung der Frauen. Eine Parallelgesellschaft. Als Frau ist man fassungslos.   Sterne: Ganz kurz nur habe ich geschwankt, zwischen 4 und 5 Sternen. Aber dann dachte ich, dass Buch hat alle meine Erwartungen erfüllt. Dennoch gab es Längen, aber weil ich das Buch zu Ende lesen wollte/musste, es ging gar nicht anders, flogen die Seiten dahin. Ich schaffte es nicht, das Buch aus der Hand zu legen. Deswegen kann es nur fünf Sterne geben!

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  • Emotionaler Einblick in die Welt der ultraorthodoxen Juden

    Unorthodox

    Silkchen2909

    30. August 2017 um 09:36

    Deborah Feldman ist in Brooklyn groß geworden, doch vom Big Apple und all seinen aufregenden Möglichkeiten hat sie als Kind nichts, denn sie lebt in der ultraorthodoxen chassidischen Satmar-Gemeinde.Sie wächst bei ihren Großeltern auf und der Großvater führt ein religiös-fundamentalistisches Regiment. Ein wahrer Graus für eine kleines Mädchen, das nicht lesen darf obwohl genau das ihre Leidenschaft ist. Was Deborah in ihrer Kindheit erlebt, ist erschreckend, lässt einen immer wieder den Kopf schütteln. Dass eine Anfang der 80er-Jahre geborene Frau in der westlichen Welt so aufwächst, hält man im ersten Moment nicht für möglich. Doch damit ist es nicht genug, denn das Buch lädt zum Nachdenken ein. Wissen wir, wie unsere Nachbarn wirklich leben? Was motiviert Menschen, derart religiös zu werden? Wieso schaffen es so wenige Frauen, sich zu emanzipieren?Das Buch hat mir einen tollen Einblick in eine mir fremde Welt geboten. Die Lektüre war nicht immer einfach, sowohl stilistisch als auch vom Inhalt her. Aber das fand ich wirklich gut und hat mich herausgefordert.

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  • Unorthodox

    Unorthodox

    thenight

    20. August 2017 um 14:09

    Inhalt:Die Autorin Deborah Feldman, erzählt in ihrem Buch von ihrer Kindheit und ersten Erwachsenenjahren als orthodoxe Jüdin in Williamsburg/New York. Einem Leben zwischen Tradition und dem Drang nach Freiheit. Als Chassidische Jüdin in der Satmar Gemeinde, ist sie den Regeln einer der strengsten Gemeinden innerhalb des Judentums unterworfen, jede Verfehlung wird bestraft, Bildung für Mädchen erfolgt nur insoweit das den Mindesanforderungen der staatlichen Schulbehörde Genüge getan wird. Das einzige Ziel im Leben eines Mädchens ist es zu heiraten und ihrem Mann zu dienen.Deborah Feldman, beschritt einen harten Weg um dem Leben das ihr vorbestimmt war zu entfliehen.Meine Meinung:Das letzte Mal als ich mich mit Religion, gleich welcher Art beschäftigt habe, war zu Schulzeiten, uns wurden die unterschiedlichen Glaubensrichtungen aufgezeigt, da war die  Einteilung allerdings recht einfach: Christen,Juden, Moslem,Buddhisten. Fertig. Das sich diese Glaubensrichtungen allerdings immer weiter verzweigen und verästeln und dabei für mich unverständliche Blüten treiben können, lernte ich erst nach meiner Schulzeit, durch Bücher und was man so aufschnappt.Durch das Buch Unorthodox, habe ich eine dieser Blüten kennengelernt. Mitten in der Millionenstadt New York, lebt eine große Gruppe Menschen, abgeschottet vom Rest der Stadt, nach ihren eigenen Gesetzen und Regeln, immer in der Angst etwas zu tun das nicht Gottgefällig ist, wobei es durchaus legitim ist, Verbrechen vor dem Gesetz zu vertuschen um das Ansehen einer Familie nicht zu beschmutzen. Und immer kann es sein, das der Rabbiner eine neue Regel aufstellt, die alle zu befolgen haben.Deborah wächst in dieser Umgebung bei ihren Großeltern auf, ihr Vater scheint gesundheitlich nicht in der Lage sich um die Tochter zu kümmern und ihre Mutter hat die Familie und die Gemeinde verlassen. Das Mädchen fühlt sich allein und ungeliebt, obwohl ich persönlich nicht einmal glaube das dies von ihrer Familie auch so gesehen wurde, sie wurde mit allem versorgt, musste nie Hunger leiden, aber sie war auch das Kind, dessen Eltern, die Erwartungen nicht erfüllten, das Kind das aneckte und sich nur widerwillig den Regeln beugte. Deborah liest verbotene Bücher zu denen Anne of Green Gables , Stolz und Vorurteil oder Mathilda gehören, Bücher aus denen sie im Endeffekt ihre Kraft zieht.Als sie mit 17 Jahren mit Eri verheiratet wird, erhofft sie sich ein besseres Leben. Nach sehr schwierigen Startbedingungen in die Ehe ( die jungen Leute haben keinerlei Ahnung was in der Hochzeitsnacht auf sie zukommt) scheint sich diese Hoffnung nach einem Umzug zu erfüllen, Deborah macht den Führerschein und sie beginnt ein Studium. Und je mehr sie lernt und je mehr sie das Leben kennenlernt, desto mehr hinterfragt sie, bis sie die Kraft findet sich von ihrem Mann zu trennen und ein neues Leben zu beginnen.Ich weiß nicht, wie viel bei der Übersetzung des Buches verloren ging, vieles wurde mir nicht genau genug erklärt, ich hatte häufig das Gefühl, das nur Deborah ihr Leben hinterfragte, allen anderen schien der Weg den ihr Leben nimmt als vorgezeichnet und unabänderlich zu sein.Etwas das ich mir nicht vorstellen kann, schließlich lebte Deborah nicht irgendwann im 18. oder 19. Jahrhundert sondern im jetzt und heute.Auch hätte ich mir einen Blick von außen auf die Gemeinde gewünscht, wie sehen andere das Leben der Juden in Williamsburg, wie kann es sein, das schon von vornherein klar zu sein scheint, das eine Frau die ihren Mann verlässt auch automatisch das Sorgerecht für ihr Kind verliert? Deborah konnte das abwenden, aber wie genau wird leider nicht beschrieben.Deborah Feldmans Schreibstil ist anfangs etwas Gewöhnungsbedürftig, sie schreibt als würde sie ihrem Gegenüber ihre Geschichte erzählen, so das ich ganz nah bei ihr war, viele ihrer Schilderungen gingen mir persönlich sehr nah.Alles in Allem gebe ich für das Buch eine Leseempfehlung und werde sicherlich auch das zweite Buch der Autorin lesen.

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  • Sitten- Zwänge und Verbote !!

    Unorthodox

    Die-Rezensentin

    04. August 2017 um 09:02

    Deborah Feldman wächst in einer strengen jüdischen Familie auf, die der chassidischen Gemeinde angehört. Das Leben besteht allezeit aus Sitten, Ritualen, Zwängen und Gebräuchen. Als junges Mädchen darf Deborah nichts von dem, was andere Jugendliche in ihrem Alter so tun, noch nicht einmal lesen.Sie muss sich züchtig anziehen, die Kleidung ist immer lang und unmodern. Die Frauen rasieren sich die Köpfe, damit kein Fremder ihre Haare sieht, tragen stattdessen Perücken. Kontakt zu Andersgläubigen geht gar nicht.Deborah möchte sich eigentlich schon früh gegen die strengen Regeln zu Hause auflehnen, trotzdem gehorcht sie artig und auch als ihr ein Ehemann ausgesucht wird, willigt sie ein. Ehen werden grundsätzlich von den Eltern und der Familie arrangiert, ein Mitspracherecht gibt es für die Eheleute nicht. Die Regeln und Sitten, wie es abzulaufen hat, an welchen Tag was geschieht, wann man den Mann zum ersten Mal sieht usw. ist alles streng reglementiert. Aufgeklärt wird niemand von den jungen Leuten, aber es gibt Unterricht, in dem dem Paar erklärt wird, wie evtl eine Hochzeitsnacht abläuft.Doch weder Frau noch Mann haben eine Ahnung, was wirklich passiert. Am nächsten Tag wird sofort alles von der Familie kontrolliert und wehe, es ist kein Blut im Laken.Es wird ein unglaubliches Theater um die Periode der Frau gemacht, da sie in der Zeit und danach als unrein gilt. Anschließend muss ein Rabbi tagelang weiße Tücher kontrollieren, ob kein Blut mehr zu sehen ist. Zuletzt muss die Frau in ein Badehaus gehen und wird von Badefrauen gewaschen, was tlw. auch sehr unangenehm und intim ist. Danach erst ist die Frau wieder rein und der Mann darf sie berühren.Ein anderes wichtiges Thema ist das Verhalten am Sabbat. Es darf absolut nichts getan werden, Mütter mit kleinen Kindern dürfen diese nicht auf der Straße tragen, denn etwas tragen ist nicht erlaubt. Also müssen sie dann zu Hause bleiben, wenn die Familie sich bei Verwandten trifft. Als dringend ein Krankenwagen benötigt wird, wird auch erwartet, dass man die Schmerzen bis Sabbatende aushält, weil telefonieren eine unerlaubte Tätigkeit wäre. Zu Anfang des Buches nahm ich an, wir befinden uns in irgendeiner anderen Zeit, aber das Ganze spielt sich im 21. Jahrhundert ab. Unvorstellbar, ich konnte eigentlich immer nur mit dem Kopf schütteln, ich finde es unfassbar, in der heutigen Zeit so etwas zu lesen.Das ganze Leben der chassidischen Juden besteht nur aus strengen Regeln, Unmengen an Bräuchen und Verboten.Ich mag seit jeher die jüdische Kultur mit ihren Sitten und Gebräuchen und lese gerne darüber. Doch gegen die chassidische Gemeinde sind ja sogar die Amischen noch fast fortschrittlich.Das Ende kam etwas abrupt, ich hätte mir Deborahs Ausstieg aus der Gemeinde doch etwas ausführlicher beschrieben gewünscht. Ansonsten ist `Unorthodox` ein Buch, das ich unbedingt empfehlen kann, wenn sich jemand für das Thema interessiert.Wer Lust hat, kann übrigens eine ganze Menge bei Google nachlesen.

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  • Blick auf eine jüdische Sekte in Amerika

    Unorthodox

    UteSeiberth

    16. July 2017 um 11:32

    Die noch recht junge Autorin scheint in diesem Roman eine autobiographische Situation zu verarbeiten.In dieser Satmar-Gemeinde herrschen wohl offenbar die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen Gemeinde weltweit.Sie schildert ganz unaufgeregtvon der Unterdrückung der Frauen,von der Zwangsheirat und der Angst,bei verbotenen Dingen erwischt zu werden.Als  das erste Kind,ein Junge,geboren wird findet sie die Kraft,dieseGemeinschaft mit ihrem Kind zu verlassen,um dem Sohn eine Leben in Freiheit zu ermöglichen.Die vielen Einschränkungen der Jungen Frauen haben mich ziemlich erschreckt und so kann ich es gut verstehen,dass sie aus dieser Gemeinschaft austreten wollte.Aber der Roman war ziemlich beeindruckend für mich.

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  • Autobiographischer Roman über ein Leben voller Einschränkungen - die Befreiung dagegen unspektakulär

    Unorthodox

    schnaeppchenjaegerin

    14. July 2017 um 18:23

    "Unorthodox" ist ein autobiographischer Roman, der aus Sicht des Mädchens Devoiri das Leben innerhalb der chassidischen Satmar-Gemeinde, einer ultraorthodoxen jüdischen Sekte, in Williamsburg/ New York erzählt. Devoiri lebt bei ihren streng religiösen Großeltern Bubby und Zeidi, die auch von ihrer Enkelin erwarten, dass diese sich an die Regeln der Gemeinde hält. Das Leben ist für die Teenagerin, die schon früh im Kleinen gegen die scheinbar absurden Regel aufbegehrt, voller Einschränkungen. Bücher lesen und Fernsehen sind verboten, das Tragen von Kleidung nur nach bestimmten Regeln erlaubt, Frauen müssen sich die Haare abrasieren und tragen stattdessen Perücken, Sexualität ist ein Tabuthema und Zwangsehen sind an der Tagesordnung. Wer die Regeln bricht, löse unweigerlich einen neuen Holocaust aus, wird schon den Kindern eingebläut, weshalb es auch für Devoiri ein Leben voller Verunsicherung und ständiger Angst ist, etwas falsch zu machen. Devoiri leiht sich trotzdem in der Bibliothek verbotene Bücher, am liebste schmale Taschenbücher, die sie zwischen Bett und Matratze verstecken kann. Sie ist dann auch die Schülerin, die fast als einzige in der Lage ist, auf Englisch zu lesen und zu schreiben und entwickelt so viel Ehrgeiz, Grundschullehrerin zu werden. Schon früh wird sie verheiratet und nachdem es zu Beginn der arrangierten Ehe enorme Schwierigkeiten in ihrem Sexualleben gegeben hat, da beiden jegliches Wissen über den Körper fehlte, degradiert sie Eli wenig später zum Objekt seiner Befriedigung. Einerseits ist Devoiri froh, den Akt schnell über sich ergehen lassen zu können und dass Eli immer seltener zu Hause ist, andererseits hat sie sich ihr Eheleben anders vorgestellt. Sie dachte irrtümlicherweise, dass sie als verheiratete Grau mehr Freiheiten haben würde, als bei ihren Großeltern, fühlt sich nun aber durch ihre Schwiegermutter, Schwägerin und den Rest der Gemeinde unter ständiger Beobachtung. Die strenge Glaubensgemeinschaft der chassidischen Juden war mir bisher nicht bekannt, aber auch ohne (religiöses) Vorwissen fällt es einem nicht schwer, in diesen autobiographischen Roman einzutauchen. Deborah Feldmann beschreibt ihr Leben als Teenager und junger frau innerhalb der Satmar-Gemeinde, das völlig abgeschottet von der Außenwelt ist. Es ist kaum zu begreifen, wie eine solche Parallelgesellschaft in einer Stadt wie New York möglich ist und dass es Menschen gibt, die dieses Leben voller Einschränkungen über Generationen hinweg aufrechterhalten, das einzig dazu zu dienen scheint, sich Gott unterzuordnen und seine Regeln kompromisslos zu befolgen. Die Satmar-Gemeinde geht sogar so weit, Zionismus und den Staat Israel abzulehnen, da dieser von Menschen errichtet wurde. "Unorthodox" ist ein Bestseller, der die Befreiung von Deborah Feldman aus den Fesseln der Satmar-Gemeinde feiert. Ich fand diesen autobiographischen Roman aufgrund der mir fremden Thematik interessant zu lesen und in Teilen wirklich erschütternd zu erfahren, was Frauen dort über sich ergehen lassen müssen. Dennoch kommt der Roman meiner Meinung nach nicht dem Hype gerecht. Ich fand den hochgelobten Roman nicht so überragend, da ich mir mehr von dem Befreiungskampf erhofft hatte. Letztlich ist die Satmar-Gemeinde aber eine nach Außen hin friedliche, gewaltfreie Glaubensgemeinschaft, in der eine Scheidung vom ungewollten Ehepartner und ein Austritt aus der Gemeinde nicht unmöglich ist - solange man mit einem Bruch mit der eigenen Familie leben kann. 

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  • Ein sehr intensiver, autobiographischer Roman

    Unorthodox

    jasimaus123

    13. July 2017 um 09:05

    Unorthodox ist ein autobiographischer Roman von Deborah Feldman, die in eine streng orthodoxe Gemeinde in Williamsburg hineingeboren ist. Sie erzählt in ihrem Buch von ihrer Kindheit, der Glaubensgemeinschaft in der sie aufwächst, ihr Älterwerden und schließlich das Loslösen von diesem streng religiösem Umfeld, dass den Holocaust als Strafe Gottes sah und den Gemeindemitgliedern welchtliche Freuden versagt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir nicht einfach gefallen ist in die Geschichte hineinzufinden. Obwohl Deborah Feldman von ihrem alltäglichen Leben berichtet, fühlte es sich für mich an als würde ich in eine neue Welt eintreten. die Glaubensgemeinde in der sie groß wurde hat eine ganz eigene Art die Dinge zu brachten und Zusammenhänge zu verknüpfen und auch eine Vielzahl an unbekannten Ritualen und auch jüdischen Wörtern. Diese wurden immer sehr gut von der Autorin erklärt, aber es war doch ein befremdliches Gefühl. Ich finde es toll, dass man durch das Buch mehr über ultraorthodoxe Glaubensgemeinschaften erfährt, da ich persönlich so wie gar nichts darüber wusste. All die Verbote, Regeln und diese komplexe Gemeinschaft die dahintersteckt, all das war mir neu und es war für mich nicht nur interessant zu erfahren wie das alles genau funktioniert sondern auch wie es ist ein Teil davon zu sein. In dieser Hinsicht konnte ich durch dieses Buch wie etwas ganz Neues erfahren und das ist es was ich in Büchern suche. Die Autorin selbst bleibt sehr distanziert. Ich hatte das Gefühl sie beschreibt ihre Vergangenheit in einem sehr kühlen Stil, der es aber nicht verhindert, dass man als Leser eine Verbindung zu ihrem jüngeren Ich aufbaut. Trotz der Sachlichkeit, ist es dennoch ein sehr emotionales Buch, das sehr viel von der Autorin preisgibt und ich finde es wirklich bewunderswert wie offen sie über ihr Leben geschrieben hat. Eine sehr starke junge Frau, die mich mit ihrem Taten (und natürlich auch ihrem Buch!) sehr beeindruckt hat! FAZIT: Eine sehr intensive autobiographische Erzählung, die mich nicht nur sehr bewegt sondern auch nachdenklich gemacht und mir die Augen geöffnet hat. Die Welt ist groß und leider sehen wir immer nur einen Teil davon, aber Bücher wie dieses machen es uns möglich mehr über sie und die Menschen die sie bevölkern herauszufinden. Ich kann es wirklich nur empfehlen!

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