Deborah Holmes

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Langeweile ist Gift

Langeweile ist Gift

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Erschienen am 01.10.2012

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Rezension zu "Langeweile ist Gift" von Deborah Holmes

Rezension zu "Langeweile ist Gift" von Deborah Holmes
Clarivor 6 Jahren

Emanzipationsbewegung zu Anfang des 20.Jahrhunderts

Eine der wenigen Frauenrechtlerinnen zu Ende des 19. Jahrhunderts war Eugenie Schwarzwald, geb. Nussbaum.

Sie wurde in Ostgalizien geboren und besuchte die Grundschule in Czernowitz. Später lebte sie in Wien und betrieb als eine der Ausnahmefrauen ein Studium der Germanistik in Zürich, wo sie um 1900 promoviert wurde.

Eugenie, auch "Gena" genannt, war eine Streiterin für Reformpädagogik, Freiheit und Gerechtigkeit. Verheiratet war sie mit ihrem Jugendfreund Herrmann Schwarzwald, der ihr den nötigen Rückhalt bieten konnte, um ihre Absichten mit ihren reformpädagogischen Ambitionen zu verwirklichen. Aufgeschlossen und rebellisch befasste sie sich neben der Arbeit als Schulleiterin in Wien mit den schönen Künsten und führte einen von zahlreichen Berühmtheiten frequentierten Salon.

Deborah Holmes zeichnet den Weg dieser jüdischen Frau nach, die keine Grenzen kannte und sich über Konventionen hinweg setzte, um ihre Ideen von Freiheit und Bildung für Mädchen in den entsprechenden Lehranstalten durchzusetzen.
Es war nicht leicht für sie, Anerkennung in den konservativen Kreisen ihrer Zeit zu finden. Nicht nur der überall herrschende Antisemitismus bereitete ihr Ungelegenheiten. Es waren vor allem ihre Ansprüche an Bildung und Gleichberechtigung für Frauen, die auf Widerstände stießen. Doch gründete sie mit unermüdlichem Einsatz ein Mädchenlyzeum, in denen diese Abitur machen konnten, und sie gründete die erste Gemeinschaftsschule für Mädchen und Jungen.

In ihrer Biographie geht Deborah Holmes den langen Weg einer Frau mit, der sie voller Elan, Kraft und guter Ideen zu ungewöhnlichen Freundschaften und Aktivitäten führte. Nach Aussagen hunderter Briefe und Dokumente war Eugenie Schwarzwald zwar nicht überall beliebt. Doch konnte sie eine große Schar bekannter Zeitgenossen in Kunst und Kultur um sich scharen. Sie überstand den Ersten Weltkrieg mit Tatkraft und ihrer unermüdlichen Hilfsbereitschaft. Der nahende Zweite Weltkrieg schickte sie jedoch auf eine Reise ins Ungewisse. Bekannte Namen unter den Freunden tauchen auf, die bemüht waren, ihre Lage zu erleichtern. Sie flüchtet in die Schweiz, wo zunächst ihr Mann und 1940 auch Eugenie Schwarzwald verstarb.

Die Biographie ist detailreich und mit zahlreichen Anmerkungen nach jedem Kapitel versehen. Das Wien mit seinem kulturellen Leben und seinen zahlreichen Künstlern, Kritikern und Dichtern nimmt in der Erzählung breiten Raum ein. Das Buch ist eine fleißige und ausführliche Arbeit geworden, in der man sowohl von den politischen Unwägbarkeiten, den Freundschaften aber auch den privaten Anfeindungen mit Betroffenheit liest. Deborah Holmes zeigt in der Person Eugenie Schwarzwalds eine Heldin mit weltoffener und charismatischer Ausstrahlung.

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