Deborah Levy Heim schwimmen

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Inhaltsangabe zu „Heim schwimmen“ von Deborah Levy

Es ist heiß. Sehr heiß ...
In einer Juninacht rasen die junge exzentrische Kitty Finch und der alternde Dichter Joe H. Jacobs über eine Gebirgsstraße an der Côte d’Azur; sie sucht ein Gespräch, er hofft, dass er die Fahrt heil übersteht.
Eine Woche zuvor war Kitty dem Familienpool entstiegen, und seine Frau Isabel hatte die rothaarige Sirene überraschend zum Verbleiben eingeladen. Seitdem bewegt sich die junge Schöne wie eine hochexplosive Mischung aus Erotik, Geheimnis und Psychose durch die brüchige Ferienidylle der Jacobs’. Keiner der Gäste in dieser Ferienresidenz ist ohne schmerzliche Erinnerungen und enttäuschte Hoffnungen, die in der Stille der flirrend heißen Sommertage und -nächte plötzlich aufbrechen. Und während sie einander belauern und belügen, tastet sich Kitty an den Haarrissen in ihrem Leben entlang, bis es unvermeidlich zum Drama kommt.

Mein Highlight des Sommers! Der Verfall dieser trügerischen Sommeridylle lauert auf jedem Grashalm und in jedem Wassertropfen. Großartig!

— Poesiesoso

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  • Deborah Levy - Heim schwimmen

    Heim schwimmen

    miss_mesmerized

    25. June 2017 um 17:23

    Es soll nur eine Woche erholsamer Urlaub an der Côte d’Azur werden. Der Autor Jozef, seine Ehefrau und Journalistin Isabel sowie deren 14-jährige Tochter Nina. Das Haus teilen sie sich mit ihren Freunden Laura und Mitchell. Schon bei der Ankunft droht Ungemach, im Pool treibt ein scheinbar lebloser Körper, der sich jedoch dann als ausgesprochen lebendige junge Frau herausstellt. Aus einem später nicht mehr nachvollziehbaren Impuls heraus lädt Isabel Kitty Finch ein, das noch freie Schlafzimmer zu nutzen. Isabel ahnt, dass dies der letzte Tropfen ist, der ihrer Ehe noch fehlt, um sie endgültig scheitern zu lassen. An allen Krisenherden der Welt ist sie präsent, während zu Hause ihr Mann das Bett mit anderen Frauen teilt und sich ihre Tochter zunehmend entfremdet. Ihre Freundin Laura ist ihr in diesem Moment auch keine Hilfe, steht diese ebenfalls vor einem Scherbenhaufen: das gemeinsame Geschäft ist pleite und sie und Mitch werden ihr Haus veräußern müssen. Keine guten Voraussetzungen für erholsame Ferien.Deborah Levys Roman hat es 2012 bis auf die Short List des Man Booker Prize geschafft und wurde allseits für seine präzise Zeichnung von Figuren gelobt, die allesamt vom Leben enttäuscht oder frustriert sind und in eine ungewisse Zukunft blicken. Insbesondere Isabel wird sich der fragilen Lage bewusst, in der sie sich innerhalb des Familiengefüges und des Londoner Zuhauses befindet:„In ihrem Haus in London war sie eine Art Gespenst. Wenn sie aus irgendeinem Kriegsgebiet zurückkehrte und feststellte, dass in ihrer Abwesenheit die Schuhcreme oder die Glühbirnen einen neuen Aufbewahrungsort erhalten hatten, in der Nähe, aber eben nicht genau dort, wo sie sonst immer gewesen waren, dann wurde ihr klar, dass auch sie keinen festen Platz im Haus der Familie hatte.”Das Idyll der Kleinfamilie existiert nicht mehr. Vielleicht hat es dieses nie gegeben, trotzdem scheint die Verbindung zwischen ihr und Joe nicht gänzlich abgerissen, wie Tochter Nina erstaunt feststellt. Die kleinen Veränderungen sind es, die die Figuren letztlich völlig aus der Bahn werfen. Nachdem Joe – wie von Isabel schon zu Beginn prophezeit – mit Kitty geschlafen hat, stellt er fest:„Alles war wie vorher, nur ein klein wenig anders.” Dass dieses „klein wenig“ aber genau das ist, was ihm bislang an Mut gefehlt hat, wird erst einen Moment später klar. Deborah Levy benötigt nicht viele, ausschweifende Worte, um das Unglück ihrer Figuren auf den Punkt zu bringen und entwickelt so einen sehr eingängigen, eigenen Stil.Ein kurzer Roman, in der Sommerhitze der Mittelmeerküste angesiedelt und somit perfekt für heiße Tage. Ein wenig hat er mich an Ali Smith „The Accidental“ erinnert, der mit einem ähnlichen Grundszenario spielt und bereits 2005 bis auf die Short List des Man Booker Prize vorgedrungen war.

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  • Eine leider enttäuschende Kurzgeschichte

    Heim schwimmen

    Adlerauge

    07. May 2014 um 18:20

    Es könnte ein Ferienidyll sein, an der französischen Riviera - wäre da nicht Kitty Finch, die sich in der Villa einnistet und die Lebenshülsen der englischen Familie Jacobs in sich zusammenfallen lässt. Ich hätte laut positiver Lesekritik mehr erwartet ! Bin daher mehr enttäuscht über dieses Buch ! Die Charakterzüge der einzelnen Personen werden zu schwach dargestellt und die Handlung der Geschichte ist auch ziemlich schwach umgesetzt ! Selbst das Ende des Buches ist ziemlich voraussehbar und dadurch fehlt auch das Potenzial an "Spannung" . Deswegen vergebe ich für dieses Buch auch nur 2 Sterne !

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  • Ganz schön doppelbödig

    Heim schwimmen

    Buecherschmaus

    15. March 2014 um 17:35

    Deborah Levy hat mit "Heim schwimmen" ein ganz schön doppelbödiges Buch vorgelegt und stand damit auf der Auswahlliste zum Man Booker Price. Zentrales Motiv ist darin ein Swimmingpool am Ferienhaus in den französischen Seealpen, unweit von Nizza. Hier haben sich für die Sommerzeit ein englischer Dichter mit Frau und pubertierender Tochter und ein befreundetes Ehepaar eingemietet. Auf den ersten Blick ist der Pool ein Bild für sirrend heiße Sommertage voller Unbeschwertheit, Muße, Luxus und Freiheit. Hier ist er aber eher trüb, modrig, in ihm treiben "Insekten in verschiedenen Stadien des Todeskampfs". Zu Beginn treibt in ihm Kitty Finch, eine junge, rothaarige, überwiegend nackte junge Frau, die sich erfolgreich in diese Feriengesellschaft drängt und zum Bleiben aufgefordert wird. Was anfangs spontan erschien, erweist sich alsbald als abgekartetes Spiel, da sie ein glühender Fan des Dichters ist und ihm ein selbstgeschriebenes Gedicht vorlegen möchte. Wie die junge Kitty sind auch die anderen Protagonisten nicht das, was sie vorgeben. So werfen Mitchell und Laura mit Geld um sich, obwohl ihr Laden in Euston pleite ist, so gaukeln auch Isabel und JHJ, der Dichter, eine glückliche Ehe vor, die so schon lange nicht mehr existiert. Kitty selbst erweist sich immer mehr als psychisch schwer gestört. Sie entfacht in allen Personen zudem starke Reaktionen, sei es in Mitchell, der sie geradezu hasst, sei es bei der Tochter Laura, die in ihr eine Freundin sucht, sei es in JHJ, der gegen bessere Einsicht eine Affäre mit ihr beginnt und sich zunehmend an seine Kindheit erinnert fühlt. Damals hieß er noch Jozef Nowogrodzki und wurde von seinen jüdischen Eltern im polnischen Wald ausgesetzt, um ihn vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu retten. Dies gelang, er kam nach England und konnte sich eine Existenz aufbauen. Nie vergaß er aber die strikte elterliche Anweisung, unter gar keinen Umständen jemals wieder nach Hause zu kommen. Diese Unbehaustheit, Heimatlosigkeit scheint er gemeinsam zu haben mit Kitty. So heißt auch ihr Gedicht, das wir als Leser nicht zu Gesicht bekommen "Hein schwimmen". Eine Heimatlosigkeit, die ihm am Ende wohl zum Verhängnis wird. Vieles in diesem schmalen Roman, der äußerst knapp und sparsam in acht erzählten Tagen verpackt ist, erschließt sich nicht sofort. Erst am Ende ahnt man, was man da gerade gelesen hat. Es scheint, jeder Satz hat hier Bedeutung, vieles ist doppelbödig. So entsteht der unbedingte Wunsch, dieses Buch ein zweites Mal zu lesen.

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  • Unerhört gut!!! Ein gutes Stück Literatur, vielschichtig und bestechend.

    Heim schwimmen

    Nil

    17. August 2013 um 10:26

    Was kann schon großartiges passieren auf knapp 160 Seiten? Eine ganze Menge. Zu Beginn ist man gleich mittendrin und kann die Situation schwer einschätzen. Da treibt eine Frau im Pool der gemieteten Ferienvilla in Südfrankreich und alle sind sich unsicher ob diese noch lebt. Sie lebt und bringt mit ihrer Ankunft im vermeintlichen Ferienidyll alles durcheinander. Da sind zum einen das Ehepaar Schriftsteller und Kriesengebietsreporterin mit Kind und ein weiteres Ehepaar, dass vor dem Ruin steht, weil ihr Landen nicht läuft. Und nun kommt Kitty Finch dazu und bleibt. Der Roman hat eine Geschichte zu erzählen der vieles nicht erzählt. Jede Figur hat anderen Ballast und versucht sich in diesem Zusammenspiel Zurecht zu finden. Kitty schafft es ungefragt alle in persönlich unangenehme Situationen zu bringen. Alle müssen aus ihrer eigenen comfort zone heraus. Aus dem vermeintlichen Idyll, wird durch Kitty Finch eine regelrechte Psychofalle. Auch für sie selbst. Aber es ist kein Thriller, keine Sorge. Nein, ein gutes Stück Literatur, vielschichtig und bestechend gut. Sprachlich auch sehr gelungen. Hier ein Beispiel von Seite 75: "Da er nichts anderes zu tun hatte, als auf Kosten anderer und zu Lasten seines Verstandes zu leben, fühlt sie sich von ihm nie als hoffnungsloser Fall behandelt, sondern stets respektiert - wahrscheinlich, weil er ihr nicht zuhört." Der Roman „Heim schwimmen“ von Deborah Levy war bereits 2012 unter den Finalisten des Booker Prize. Unerhört, dass dieses gute Werk den Preis nicht bekommen hat. Wirklich schade, denn es ist sehr gut, aber die Nominierung zeigt ja bereits die Wertschätzung des Romans.

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  • Von der Interpretation der Dichtkunst...

    Heim schwimmen

    Gruenente

    07. July 2013 um 16:28

    "Heim schwimmen" ist der Name eines nicht gedruckten Gedichtes. Es ist das zentrale Element des Buches, bleibt aber nebulös (oder auch hinter dem dichten dichterischem Regen von Apollinaire). Autorin dieses Gedichtes ist Kitty Finch, die bildhübsch und splitterfasernackt in die südfranzösische Idylle einiger Engländer einbricht. Da sind Mitchell und Laura, die mit der Insolvenz Ihres Geschäftes hadern. Und Joe, der vielnahmige, erfolgreiche Dichter mit seiner Frau Isabel (meist abwesende Journalistin) sowie deren 14 jahrige Tochter Nina, die intensiv mit "dem Frau-werden" beschäftigt ist. Sie wohnen zusammen in einer gemieteten Villa und geniessen den Sommer. Ausserdem ist da noch die Nachbarin, ebenfalls Engländerin, alt und alleinstehend. Jürgen der unfähige Hausmeister, Claude der Café-Besitzer und natürlich der Pool. Kitty, Fan von Joe will dass er ein Gedicht von ihr liest. Von diesem Ansinnen ist er angenervt, einem netten Rendevous aber nicht abgeneigt. Kitty wird im haus aufgenommen, bringt alles durcheinander und scheint verrückt und suizidgefährdet zu sein. Sie behauptet Ihr Gedicht und die bisherigen von Joe wäre eine Zwiesprache zwischen den Autoren.    Die Probleme der Protagonisten treten nach und nach auf, jeder ist so etwas verrückt und der Schluss offenbart, wer tatsächlich die größten Probleme hatte. In einem Buchtipp einer Kölner Buchhandlung (http://www.olitzky.de/index.php?Adr=Topleiste/Schaufenster) habe ich gehört das man dieses Buch auf viele verschiedene Arten lesen kann, ich wess nicht ob das stimmt, aber am Ende müsste man es noch einmal lesen um die Anzeichen, die auf den schluss hindeuten nochmals neu zu deuten. Waas angesichts der 163 Seiten auch kein unmögliches Unterfangen wäre. Ich werd es , wenn es mal als Taschenbuch erscheint im Lesekreis zur Diskussion stellen. Ich kann es mir auch sehr gut als Theaterstück vorstellen.

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  • Liebe, Verlust und tragische Schicksale

    Heim schwimmen

    Clari

    24. May 2013 um 19:47

    In einem Haus in Südfrankreich verbringen zwei Ehepaare aus England 1994 ihren Sommerurlaub. Joe und Isabel Jacobsen können sich das leisten. Er ist ein erfolgreicher Schriftsteller, und sie ist Kriegsberichterstatterin. Sie haben ihre Tochter Nina bei sich und das befreundete Ehepaar Laura und Mitchell. Die beiden Letzteren besitzen in London einen Laden mit exotischen Gegenständen sind aber pleite. Zu allem Übel hat Isabel eine etwas verrückte einsame junge Frau mit ins Haus gebeten, Kitty Finch. Sie ist hübsch aber etwas überkandidelt, und man argwöhnt, dass von ihr Unheil ausgehen könnte. Der Sommer ist heiß und die Atmosphäre ebenfalls. Joe versucht ein Buch zu schreiben, und Isabel ruht sich von ihrem anstrengenden Beruf aus. Für ihre pubertierende Tochter hatten und haben sie wenig Zeit. So langsam entblättert die Autorin das Innere der Protagonisten, das nicht von Ruhe und Harmonie zeugt. Allenthalben lauern Gefahren und Fallen, die den Frieden störe könnten. In einem Netz von Widersprüchen verheddern sich die Protagonisten, als Kitty sich verrückt und ungewöhnlich aufführt. Was beabsichtigt sie nur?   Die Geschichte kulminiert zu einem tragischen Geschehen, in der über den Dichter Joe zu erfahren ist, dass er Opfer des Holocausts ist. Er hat sich als Kind ohne Familie in England wiedergefunden und fast meint man, dass er nie wieder so richtig Tritt fassen konnte im Leben.   Mit ihrer Erzählweise bannt Deborah Levy bis zuletzt. Die heftige Sommerhitze, das Leben am Strand, die Cocktails und die offensichtliche Untreue von Joe lassen zuerst an eine eher leichte Geschichte denken. Doch hinter den Fassaden dräut allerseits Gefahr, denn die Welt und das Leben bestehen aus Unwiederbringlichem, Versagen, auch Trauer und Verlust. Wie die Geschichte erzählt wird, das zeigt die langsame Steigerung von der leichten Muse zu einem ernsten Hintergrund. Fast kriminalistisch mutet der Stoff an, als es zum Ende kommt.    Eine spannende Lektüre erwartet den Leser!

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  • Rezension zu Deborah Levy: "Heim schwimmen"

    Heim schwimmen

    Moena

    30. April 2013 um 20:07

    »Heim schwimmen« erzählt von der Londoner Familie Jacobs, die eigentlich einen entspannenden Urlaub in Frankreich verbringen wollte. Vater Jozef, genannt Joe, ist Schriftsteller und versucht mit seinen Texten seiner Vergangenheit zu entfliehen. Als Kind wurde er von seinem Vater in den polnischen Wäldern ausgesetzt, bevor seine Familie deportiert und getötet wurde. Joes Frau Isabel reist als Reporterin um die Welt, um aus Kriegsgebieten zu berichten. Ihre Familie sieht sie selten und mit Jozef verbindet sie nur noch wenig. Sie weiß von seinen gelegentlichen Affären und wartet eigentlich nur noch auf eine Gelegenheit, sich von ihm zu trennen. Isabel kommt es sehr gelegen, als die hübsche junge Frau im Swimmingpool der Villa auftaucht und es ist nicht ihre Nächstenliebe, die dafür sorgt, dass sie Kitty Finch das freie Zimmer unter ihrem Dach anbietet. Und so flattert Kitty tatsächlich wie ein verirrter Vogel durch das Leben der Jacobs, die zwar unter demselben Dach wohnen, aber doch nie wirklich beieinander zu sein scheinen. Dabei wird sie nicht nur für die vierzehnjährige Tochter Nina, die zwischen ihrem mit sich selbst beschäftigten Vater und der nie anwesenden Mutter häufig untergeht, zur Bezugsperson, sondern bringt auch sonst einige Steine ins Rutschen. Doch Kitty Finch ist nicht zufällig in der Villa aufgetaucht. Sie hat ein Gedicht geschrieben und wünscht sich, dass ihr Idol Joe sich damit beschäftigt - das gibt sie zumindest vor. Das Gedicht selbst bekommt man im Buch nicht zu lesen, kann also nur durch die Reaktionen der anderen Figuren erahnen, um was es darin geht. So ist Nina, die das Gedicht heimlich liest, beunruhigt, weil sie aus dem Text herauszulesen glaubt, Kitty wolle sich ertränken. Auf ihre Warnungen reagiert jedoch niemand. Joe hingegen schiebt das Gespräch mit Kitty über ihr Gedicht mit immer neuen Vorwänden auf und redet um den heißen Brei herum. Über Kitty selbst erfährt man als Leser nicht viel, und die Dinge, die im Laufe der Geschichte über sie bekannt werden, passen perfekt ins Bild der verrückten, verwirrten Person, als die sie erscheint und als die sie die anderen im Haus sehen wollen. Aber kann man das wirklich glauben? Was Kitty mit ihrem Text wirklich bezwecken will und warum ausgerechnet Joe das Gedicht lesen soll, erfährt der Leser erst am Ende des Romans und auch hier bleibt viel Raum für Spekulationen und Interpretation. Insgesamt ist »Heim schwimmen« ein Roman, über den man nachdenken muss. Deborah Levy skizziert mit einem leicht verständlichen, teilweise poetischen Schreibstil ein vages Bild verschiedener Charaktere, die durch die Worte »Ehe« und »Familie« aneinander gebunden sind und doch jeder für sich bleiben, jeder auf seine Art heimatlos und auf der Suche nach sich selbst. Fazit Ein abstraktes Familiendrama mit skurrilen Szenen und interessanten Charakteren, das auf 160 Seiten viel Stoff zum Nachdenken und Interpretieren bietet.

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  • Rezension zu "Heim schwimmen" von Deborah Levy

    Heim schwimmen

    asita

    15. February 2013 um 08:23

    ein buch, an dem man nicht vorbeigehen kann. deborah levy, heim schwimmen. allein das cover mit der rothaarigen frau und das blau des buches. man greift automatisch hin. südfrankreich, ein ferienhaus in der nähe von nizza. das ehepaar jozef (dichter) und isabel (kriegsberichtertatterin) jacobs verbringt eine woche mit ihrer tochter und einem befreundeten ehenpaar in einer villa. es sollen ruhige ferien werden. aber es kommt alles anders. keiner ist auf den anblick einer nackten frau (“Ist es ein Bär?”) in ihrem pool an einem nachmittag vorbereitet. es ist eine junge frau names kitty finch. sie bringt das ruhige leben in der villa durcheinander. kitteys faszination und sexuelle anziehung zu jozef liegen auf der hand, aber trotz allem lädt isabel sie ein zu bleiben. levy hat die schöne finch, fink (Vogelname) genannt, kein zufall. so hat jedes wort in diesem 106 seitigen roman ein bedeutung. die handlung in acht tagen und nächten … man erkennt erst nicht was man da liest. aber dann wird alles klar. ein roman oder ein krimi? http://www.hugendubel.de/blog/deborah-levy-heim-schwimmen/

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