Debra Dean

 4,2 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Debra Dean

Debra Dean, in Seattle geboren, hat an der University of Oregon studiert. Sie hat fast zehn Jahre als Schauspielerin in New York gearbeitet. Heute lebt sie mit ihrem Mann wieder in Seattle und unterrichtet Literatur an der Seattle Pacific University und am Bellevue Community College. Für ihre Kurzgeschichten und Essays hat sie mehrere Literaturpreise erhalten. "Die Madonnen von Leningrad" ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Debra Dean

Cover des Buches Palast der Erinnerungen (ISBN: 9783426435083)

Palast der Erinnerungen

 (5)
Erschienen am 02.02.2015

Neue Rezensionen zu Debra Dean

Cover des Buches Palast der Erinnerungen (ISBN: 9783426635025)E

Rezension zu "Palast der Erinnerungen" von Debra Dean

Ernste Themen, die dennoch ein wenig Hoffnung verbreiten wollen ...
engineerwifevor 3 Monaten

Als Leser erleben wir die Hauptperson Marina in jungen Jahren in Leningrad und auch in der Gegenwart, in der das Einzige, was noch in ihrer Erinnerung verblieben scheint, die Vergangenheit ist. Diesen Roman über die deutsche Besetzung Leningrads während des Zweiten Weltkriegs zu lesen, ist kein leichtes Unterfangen in der jetzigen Zeit, in der die Ukrainer gnadenlos von russischen Angriffen gebeutelt werden. Nichts aber auch gar nichts haben die Menschen aus der Vergangenheit gelernt! Doch auf wundersame Weise erfahre ich auch Positives über die damalige Zeit des Grauens. „Schaffe dir einen Ort der Erinnerungen, der nur in deinem Kopf existiert“ rät eine der Museumsbabuschkas der jungen Marina, als diese langsam zu verzweifeln scheint und so verbringen die Beiden die kältesten Tage fast ohne Nahrung oder Wärmequellen in der Eremitage und kreieren Schönheit, wo keine mehr ist. 


In der Gegenwart versucht Marianas Tochter Helen zu begreifen, was mit ihrer Mutter los ist. Ihr Vater Dmitri hat sie lange verschont und den unaufhaltbaren Verfall vor ihr ferngehalten, doch das Offensichtliche ist nicht zu übersehen. Marina lebt nur noch in Erinnerungen und nimmt ihre Umwelt kaum noch wahr …


Debra Dean hat mit „Palast der Erinnerungen“ einen Roman erschaffen, der zugleich Hoffnung und Sorge in mir schürte. Die vielen Erwähnungen über Gemälde, Skulpturen und andere Kunstgegenstände schmälerten ein wenig meinen Lesefluss, doch gleichzeitig sah ich mich auch selbst wieder vor einigen Jahren durch die wundervollen Hallen des Winterpalasts wandeln. Ich vergebe für das Buch solide vier Sterne aber eine Leseempfehlung nur für diejenigen, die mit den Themen fertig werden können und wollen. 

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Cover des Buches Palast der Erinnerungen (ISBN: 9783426197134)H

Rezension zu "Palast der Erinnerungen" von Debra Dean

Rezension zu "Palast der Erinnerungen" von Debra Dean
HeikeGvor 15 Jahren

Die Schönheit der Kunst erhellt jede Finsternis

Im Winter 1941, die Deutschen stehen kurz vor Leningrad, packt die junge Museumsführerin Marina in der Eremitage die Kunstschätze für den Abtransport zusammen. Die Menschen bleiben zurück in der belagerten Stadt und mit ihnen der Hunger und der Tod.
Sie lebt mit ihrem Onkel und dessen Familie in den Kellern unter dem Museumsschloss, hält nachts auf dem Dach Wache, um Brandbomben möglichst schnell zu entdecken und zu entfernen. Um Kraft zu schöpfen, geht Marina durch die leeren Säle und ruft sich jedes Bild ins Gedächtnis - sie baut sich "Gedächtnispaläste". Es ist ihre Obsession. Die Erinnerung an die Gemälde helfen ihr gegen Kälte und Trauer.
Als sie über sechzig Jahre später an Alzheimer erkrankt und die Gegenwart um sie herum ins Dunkel gleitet, stellt Debra Dean dies jedoch nicht als "Katastrophe" dar. Marinas Aufmerksamkeitsspanne wird zwar geringer, aber dadurch kann sie sich - wie durch eine Lupe - besser auf die kleineren Freuden und Genüsse des Lebens konzentrieren und... Es sind die Bilder der Eremitage, die in ihrem Gedächtnis weiterleuchten.
Marina verwebt die Erinnerung der Bilder mit der Wirklichkeit.

Die Romanhandlung verläuft in zwei parallelen Szenarien: einerseits das von den Deutschen belagerte Leningrad, in dem die hungernden Menschen versuchen, ihre Menschlichkeit zu bewahren. Andererseits die USA heute, wo die an Alzheimer erkrankte Marina in ihrer eigenen Erinnerungswelt lebt, teilweise ihre Kinder nicht mehr erkennt.

Es ist ein erstaunlich reifes Buch. Liebevoll, romantisch, anrührend und realistisch in der Schilderung des Krieges wie der Schönheit der Bilder, die ihre Heldin Marina sich zu bewahren versucht. Es ist eine erstaunliche Collage aus Liebes-Kiegs-Überlebensroman.

Debra Dean sendet einen tröstlichen Gedanken in ihrem Romandebüt:

Es ist die Schönheit der Kunst, die jede Finsternis erhellt.

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