Delphine Vigan (de)

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Delphine Vigan (de)No et moi de Delphine Vigan (de) (2010)
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No et moi de Delphine Vigan (de) (2010)
No et moi de Delphine Vigan (de) (2010)
 (4)
Erschienen am 01.01.1100

Neue Rezensionen zu Delphine Vigan (de)

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Rezension zu "No et moi de Delphine Vigan (de) (2010)" von Delphine Vigan (de)

No und Lou
Kofukuvor 3 Jahren

Es gibt Menschen, die sich auf klare, nüchterne Weise so gehaltvoll ausdrücken können, wie es andere es auf prätentiöse Weise nie schaffen werden. Dass Delphine de Vigan zu diesen Menschen gehört, hat sie mit "No et moi" bewiesen. Ihre Sätze sind nicht immer einfach gestrickt, teilweise sehr metaphorisch, aber immer verständlich.

Denn "No et moi" erzählt die Geschichte von Lou Bertignac, einem hochbegabten Mädchen, das auf die Obdachlose No trifft und beschließt ihr zu helfen. Das Geschehen wird aus ihrer Perspektive erzählt und die Autorin hat mit ihrem Stil den Nagel auf den Kopf getroffen. Er passt unglaublich gut zu Lou, mit ihrer intelligenten, einfühlsamen, etwas schüchternen und ruhigen Art. Sie beschreibt  alles sehr bildlich, genau wie sie die Dinge sieht, wodurch man jegliche Szenen genau vor Augen hat. Zu nah lässt  den Leser allerdings nicht an die Handlung heran, dafür springt sie oft viel zu schnell von Ereignis zu Ereignis. Den roten Faden etwas lose zu halten, fand ich von Delphine de Vigan gut gewählt, denn das verleiht dem Ganzen umso mehr den Eindruck es wirklich mit der Perspektive eines jungen Mädchens, das ihren Platz im Leben noch nicht so recht gefunden hat, zu lesen.

Für ihre 13 Jahre benimmt sie sich bereits sehr erwachsen, was auf verschiedene Ursachen zurückzuführen ist. Zum einen hat sie mit familiären Problemen zu kämpfen, zum anderen muss sie sich als Schülerin der "seconde" muss sie sich als Außenseiterin in einer Klasse voll älterer Schüler behaupten. Ihre Ängste und Probleme werden ebenso realistisch, wie nachvollziehbar dargelegt, so dass Lou eine absolut sympathische Protagonistin ist, mit der man sich gut identifizieren kann.

Parler je n'aime pas trop ça, j'ai toujours l'impression que les mots m'échappent, [...], ce n'est pas une question de vocabulaire ni de défintion, parce que des mots j'en connais pas mal, mais au moment de les dire ils se troublent, se dispersent, c'est pourquoi j'évite les récrits et les discours, je me contente de répondre aus questions que l'on me pose, je garde pour moi l'excédent, l'abondance, ces mots que je multiplie en silence pour approcher la vérité.

Während sich Lou wie ein offenes Buch lesen lässt, bleibt No, eigentlich Nolwenn, die meiste Zeit über ein Mysterium, weil ihre Vergangenheit nur Schritt für Schritt beleuchtet wird. Auch wenn man schließlich mehr über sie erfährt, bleibt No ein vollkommen undurchsichtiger, schwer einschätzbarer Charakter.

No gibt zahllosen Obdachlosen ein Gesicht. Ihre Geschichte lässt niemanden kalt. Die Autorin weiß, wie sie schreiben muss, um Leute zum nachdenken zu bewegen. Da gibt es keine Melodramatik, kein Mitleidheischen um das arme Mädchen, das das Schicksal vieler junger Frauen teilt. Es ist die brutale Realität, die so sehr berührt, die nicht mehr los lässt. Es ist die Aktualität und Allgegenwärtigkeit der Problematik, als auch deren Umsetzung im Buch, die "No et moi" derart lesenswert machen.

Gelesenes kann man nicht ungelesen machen und man überlegt, wie oft man eigentlich schon an Leuten in ähnlicher Situation vorbeigegangen ist, ohne sich ernsthafte Gedanken über sie zu machen.

Wegen des ganzen Kummers, den beide Mädchen erlebt haben, ist es umso schöner zu sehen, wie sie sich anfreunden. das Leben hat schließlich auch seine schönen Seiten.

Beiden ist die Freundschaft wertvoll und kostbar und während No einen Anker in Lou findet, wächst vor allem letztere dadurch über ihre Grenzen hinaus.

Sie will die Dinge nicht einfach hinnehmen, wie sie sind. Lou sieht die gesellschaftliche Ungleichheit und will etwas ändern, etwas besser machen.

Je pense à l'égalité, à la fraternité, à tous ces trucs qu'on apprend à l'école et qui n'existent pas. On ne devrait pas faire croire aux gens qu'ils peuvent être égaux ni ici ni ailleurs. 


"No et moi" überzeugt sowohl sprachlich, als auch inhaltlich. Ein Adoleszenzroman, über Freundschaft und soziale Ungerechtigkeit, den man auf jeden Fall lesen sollte!

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "No et moi de Delphine Vigan (de) (2010)" von Delphine Vigan (de)

Rezensions zu Delphine de Vigan "No et moi"
miss_mesmerizedvor 6 Jahren

Die 13-jährige Lou, hochbegabt aber nach dem plötzlichen Tod ihrer kleinen Schwester emotional von den Eltern vernachlässigt, trifft auf die 18-jährige No, die seit Jahren auf der Straße lebt. Lou ist fasziniert von dem Mädchen und beschließt ihr zu helfen. Zunächst sind es Einladungen in ein Café, aber Nos Situation verschlimmert sich drastisch und Lou bittet ihre Eltern, sie bei sich wohnen zu lassen. Zunächst lebt das Mädchen auf, so viel Zuwendung haut sie nie erfahren. Auch Lous Mutter, die sich nach dem Verlust den Kindes völlig zurückgezogen hatte, kehrt ins Leben zurück. Doch das Märchen kann nicht andauern und Lou erkennt, dass das Leben nicht immer ein Happy-End zu bieten hat.

Ein wunderschöner Roman aus der Sicht der jungen Lou geschrieben. Ihr kindliches Alter gepaart mit der hohen Intelligenz erlauben ihr einen ganz eigenen Blick auf die Situation. Manches kann oder will sie noch nicht sehen, anderes erfasst sie mit erschreckendem Scharfsinn. Freundschaft und Vertrauen von denen viel abhängen, genauso große Erwartungen und Enttäuschungen, Delphine de Vigan hat die großen Themen der Jugendlichen auf nur 250 Seiten gepackt und gleichzeitig mit der Obdachlosen No eine dramatische Komponente, die auch einige offene Fragen hinterlässt, eingebaut, vor der man in seinem geregelten Leben oft die Augen verschließt. Kann ein Mensch, der gNz unten war wieder ins Leben finden? Reichen Liebe und Zuneigung aus, um alle Risse wieder zu kitten? Und wie viel Verantwortung kann man einem Mädchen zumuten?

Nicht nur für Jugendliche ein Roman mit vielen Facetten. Erinnert mich ein wenig an Muriel Barberys "l'élégance du hérisson" und an Amélie Nothombs "métaphysique des tubes".

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Gespräche aus der Community

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DUMONT_Verlags avatar

»Er hat mir das Leben gerettet.«

Immer wieder wird Laure genau das sagen, auch dann noch, als sie ihre Lebensfreude längst wiedergefunden hat. Mit neunzehn gibt sie ihre lebensgefährliches Bedürfnis nach Kontrolle auf, überlässt sich der Obhut eines Arztes, der ihr hilft, ihre Magersucht zu besiegen.

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Hast du Lust auf ein literarisch raffiniertes Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu verschwimmen drohen? Das auf einer wahren Begebenheit beruht und demnächst von Roman Polański verfilmt wird? Dann lass dir die Leserunde zu "Nach einer wahren Geschichte" von Delphine de Vigan nicht entgehen!

Zum Inhalt
Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichen Treffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde. Und natürlich über Bücher und Filme, die man liebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Bis sie eines Tages feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird.

Hört sich gut an? Hier geht es zur Leseprobe!

Mehr über die Autorin
Delphine de Vigan, geboren 1966, gelang mit ›No & ich‹ (2007) der Durchbruch als Schriftstellerin. Seit dem Roman ›Das Lächeln meiner Mutter‹ (2010), der wochenlang die französische Bestsellerliste anführte, zählt sie zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Frankreichs. Sie lebt mit ihren Kindern in Paris

Zusammen mit Dumont vergeben wir im Rahmen dieser Leserunde 25 Exemplare von "Nach einer wahren Geschichte" von Delphine de Vigan. Bewirb dich bis zum 24.08.2016 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und beantworte folgende Frage:

Mit welcher Person kannst du all deine Geheimnisse und Ideen teilen?

Wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg!


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