Delphine de Vigan Das Lächeln meiner Mutter

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Inhaltsangabe zu „Das Lächeln meiner Mutter“ von Delphine de Vigan

Warum hat Lucile sich für den Freitod entschieden? Diese Frage treibt Delphine seit dem Tag um, an dem sie ihre Mutter tot aufgefunden hat. Schon als Kind findet sie Lucile schöner, talentierter, unkonventioneller als andere Mütter – aber auch immer wieder kühl und distanziert. Auf ihrer Spurensuche trägt sie die Erinnerungen der gesamten Familie zusammen. Es entsteht das Porträt einer widersprüchlichen und geheimnisvollen Frau, die ihr ganzes Leben auf der Suche war – nach Liebe, Glück und nicht zuletzt nach sich selbst.

Erschütternd, ergreifend, berührend. Die Geschichte einer Suche in einer wunderschönen, poetischen Sprache.

— SicaUee

Beeindruckende Geschichte um die Familiengeschichte der Autorin. Intensiv.

— Cappukeks

Ein bewegendes, tolles Buch

— Campe

Sehr ergreifend und ging mir an die Substanz

— sedmi

Ein Teppich der Erinnerungen, eine Familiengeschichte, eine behutsame Annäherung, ein Stück Zeitgeschichte - für mich eine Entdeckung...

— LitteraeArtesque

Schmerzlich nah gibt die Autorin Einblick in das Leben ihrer französischen Großfamilie, samt Krankheiten Suiziden und Inzest-Vorwürfen.

— Leseblume13

Eine beeindruckende Suche nach Erinnerungen und Mosaiksteinchen, aus denen das Bild einer außergewöhnlichen Frau entsteht

— parden

Ein Buch, das mich auch nach Tagen nicht losgelassen hat.

— BluevanMeer

Nach dem Freitod der Mutter macht sich Delphine auf den Weg, ihre Familie, insbesondere ihre Mutter und sich selbst zu erkennen.

— Waschbaerin

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Die Magnolienfrau

Wäre auch eine interessante Filmvorlage!

Kristall86

Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen

Stuckrad-Barre ist wirklich ein sehr guter Beobachter. Ein abwechslungsreiches, unterhaltsames und bissiges Buch.

leolas

How to Murder Your Life

Bis ungefähr Seite 200 ist es ganz gut zu lesen, aber es wird immer langweiliger und das Ende ist die schlimmste Heuchelei!

ju_theTrue

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Total offen und ehrlich, voll auf die 12, polarisiert auch in mir, doch das mag ich sehr, dass es auch nach dem Lesen nachwirkt. Toll!

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Sassenach123

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  • Ein Leben zwischen Realität und Wahn …

    Das Lächeln meiner Mutter

    Herbstrose

    04. September 2017 um 19:14

    Lucile ist tot, sie hat am 25. Januar 2008 ihrem Leben selbst ein Ende bereitet. Ein Schock für ihre Tochter Delphine, der Schriftstellerin und Verfasserin dieser Biographie, die sie fünf Tage später in ihrer Wohnung im Bett liegend findet. Lange, sehr lange, ist sie nicht fähig zu begreifen, zu verstehen was geschehen ist. Um diesen Zustand zu beenden beschließt sie Jahre später, ein Buch über ihre Mutter zu schreiben. Was war sie für ein Mensch, wie war ihr Leben, hat sie sie überhaupt richtig gekannt? Sie beginnt zu recherchieren, liest Briefe und Tagebücher aus ihrem Nachlass, fragt in der Verwandtschaft nach, schaut sich Familienfotos und Schmalfilme an. Allmählich beginnt sich ein Bild der Mutter zu formen, einer Frau, die so ganz anders war. Lucile war eine Schönheit. Bereits als Kind war sie ein gefragtes Model, das nicht unwesentlich zum Unterhalt der Großfamilie beitrug. Den Tod zweier Brüder und die sexuellen Übergriffe des Vaters hatte sie wohl nie ganz verarbeitet. Eine in sehr jungen Jahren geschlossene Ehe ging schief, es folgten zahlreiche Liebhaber. Als erwachsene Frau litt sie unter bipolaren Störungen, verbrachte viele Jahre in Nervenkliniken, verlor das Sorgerecht für ihre Kinder und musste öfters ihren Arbeitsplatz wechseln. Sie wurde nur einundsechzig Jahre alt … Für die Autorin Delphine de Vigan war dieser Versuch, ihrer Mutter näher zu kommen und sie zu verstehen, eine schmerzliche Erfahrung. Immer wieder fügt sie, neben der Lebens- und Leidensgeschichte Luciles, ihre eigenen Empfindungen ein. Zweifel und Unsicherheit das Richtige zu tun machen sich breit, Schreibblockaden wechseln mit euphorischem Schaffen. Wie weit geht die Privatsphäre? Darf sie alles preisgeben, was sie erfahren hat? Man spürt als Leser, wie die Tochter während des Schreibens dieser Biographie sich ihrer Mutter annähert, sie zu verstehen lernt und letztendlich ihren Frieden schließen kann.Fazit: Ein empfehlenswertes Buch, tiefgründig und berührend, über eine beeindruckende Frau und deren authentische Lebensgeschichte.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Leserunde zu "Nach einer wahren Geschichte" von Delphine de Vigan

    Taschenbücher / Nach einer wahren Geschichte

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Zwei Frauen – Ein raffiniertes Spiel mit Fiktion, Wirklichkeit und Identität Stell dir vor, du bist ein eher schüchterner Mensch, dem es nicht leicht fällt, auf andere zuzugehen. Bis du eines Tages plötzlich auf deine Seelenverwandte triffst und meinst, mit ihr alles teilen zu können. Doch dann scheint euch etwas zu entzweien. Und damit fängt es an … Hast du Lust auf ein literarisch raffiniertes Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu verschwimmen drohen? Das auf einer wahren Begebenheit beruht und demnächst von Roman Polański verfilmt wird? Dann lass dir die Leserunde zu "Nach einer wahren Geschichte" von Delphine de Vigan nicht entgehen!Zum InhaltZwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichen Treffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde. Und natürlich über Bücher und Filme, die man liebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Bis sie eines Tages feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird.Hört sich gut an? Hier geht es zur Leseprobe!Mehr über die AutorinDelphine de Vigan, geboren 1966, gelang mit ›No & ich‹ (2007) der Durchbruch als Schriftstellerin. Seit dem Roman ›Das Lächeln meiner Mutter‹ (2010), der wochenlang die französische Bestsellerliste anführte, zählt sie zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Frankreichs. Sie lebt mit ihren Kindern in ParisZusammen mit Dumont vergeben wir im Rahmen dieser Leserunde 25 Exemplare von "Nach einer wahren Geschichte" von Delphine de Vigan. Bewirb dich bis zum 24.08.2016 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und beantworte folgende Frage:Mit welcher Person kannst du all deine Geheimnisse und Ideen teilen?Wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg!* Bitte beachte auch unsere Richtlinien für Buchverlosungen & Leserunden.

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  • Altlasten einer Familie

    Das Lächeln meiner Mutter

    Leseblume13

    08. June 2016 um 12:42

    Ein sehr persönliches Buch von Delphine de Vigan, in dem sie das Leben ihrer Mutter aufarbeitet. Wer aufgrund des sanften Titels und zarten Coverfotos eine rührselige Mutter-Tochter-Story erwartet, wird schockiert: Schmerzlich nah gibt die Bestseller-Autorin Einblick in das Leben ihrer französischen Großfamilie - Krankheiten, Unfällen, Suiziden und Inzest-Vorwürfen vorsichtig annähernd. Dabei sucht sie konsequent nach Ursachen und Auswirkungen auf die manisch-depressive Lucile, der sie ihr Leben verdankt, aber auch ihre Last. Für den Leser ist es ein sehr bewegendes Buch, das die Auswirkungen von Kindesmissachtung und -missbrauch aufzeigt und in dem er den im Raum stehenden Freitod wechselweise als Drohung und Erlösung empfindet. Ein Buch, das lange nachhallt.26. Februar 2015

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  • Nichts steht der Nacht entgegen...

    Das Lächeln meiner Mutter

    parden

    NICHTS STEHT DER NACHT ENTGEGEN... "Rien ne s'oppose à la nuit", so lautet der französische Titel des Buches - und gleichzeitig ist dies eine Liedzeile aus einem Chanson, der die Autorin während der ganzen Zeit begleitet hat, in der dieses Buch entstand. Eine düstere und mutige Schönheit empfand Delphine de Vigan beim Hören des Chansons - Attribute, die sich in diesem Roman widerspiegeln. Doch ist es überhaupt ein Roman? "Das Lächeln meiner Mutter" ist im Grunde eine Hommage der Autorin an ihre Mutter Lucile, die mit nur 61 Jahren Selbstmord beging - eine Spurensuche, das Zusammensetzen zahlreicher Mosaiksteinchen und Erinnerungsfragmete, aus denen schließlich das Bild einer widersprüchlichen und geheimnisvollen Frau entsteht. Delphine ist es schließlich, die ihre Mutter tot auffindet... "Ich sah sie sofort auf ihrem Bett liegen, die Schlafzimmertür war offen, Lucile kehrte mir den Rücken zu (...), sie schläft, sagte ich mir, ich nahm alle Kraft zusammen, um mir das zu sagen, ich ging in ihr Schlafzimmer (...), ich kauerte mich neben sie, ich schüttelte sie, sanft, dann heftiger (...) Der Gedanke konnte mich nicht erreichen, es war nicht akzeptabel, es war unmöglich, das kam nicht in Frage, nein." (S. 367) Einen Teppich der Erinnerungen webt de Vigan hier, geknüpft aus Aufzeichnungen von Gesprächen mit den zahlreichen Mitgliedern der Familie, aus Notizen, Tagebucheintragungen, Briefen, Fotos, Filmen, Dokumenten... Vielschichtig das Porträt, das so nach und nach vor den Augen des Lesers entsteht - und auch und vor allem vor den Augen der Autorin. Denn es war ein schwieriger, langwieriger, kräftezehrender Prozess, in dem dieses Buch entstand, geprägt von Zweifeln, die de Vigan nicht müde wird zu betonen. Die Chronologie des Lebens ihrer Mutter, immer wieder unterbrochen durch Einblicke in den Schaffensprozess des Romans, das ist es, was den Leser hier erwartet. "Ich weiß nicht mehr, wann mir der Gedanke kam, über meine Mutter zu schreiben, um sie herum oder von ihr aus, doch ich weiß, wie sehr ich den Gedanken ablehnte, ihn möglichst lange auf Abstand hielt und mir dabei die Liste der unzähligen Autoren vor Augen führte, die im Laufe der Jahrhunderte bis in die jüngste Gegenwart über ihre Mutter geschrieben hatten, um mir zu beweisen, wie vermint das Gelände war und wie abgegriffen das Thema (...) Wahrscheinlich hatte ich den Wunsch, eine Hommage an Lucile zu schreiben, ihr einen Sarg aus Papier - denn mir scheint, das sind die schönsten aller Särge - zu schenken und ihr ein Leben als Figur zu geben." (S. 14 und 72) Sie zieht einen sofort in ihren Bann, diese Familiengeschichte. Denn es ist nicht nur die Geschichte ihrer Mutter, die Delphine de Vigan hier erzählt. Die Erzählung saugt den Leser in die Szenerie einer bürgerlichen Familie hinein, hinter deren wohlanständiger Fassade Schlachten geschlagen werden, wo Brüche unheilbare Wunden hinterlassen - bis hin zur Verzweiflung am Dasein. Vorsichtig, beihnach scheu tastet sich die Autorin an das Leben ihrer Mutter heran. Immer wieder hält sie inne, reflektiert sich und ihr Tun - und die möglichen Folgen ihrer Enthüllungen. Die Balance zwischen dem, was der Leser wissen darf und dem, was man nie erfahren soll, wirkt dabei sehr geglückt. "Bislang hatte sie sich nie eine Vorstellung von ihrer Zukunft machen, ihr Form und Farbe geben könen. Sie hatte sich nie in ein anderes Leben projizieren, neue Umgebungen erfinden können. Weshalb sie manchmal gedacht hatte, ihre Träume seien so groß, so maßlos, dass sie nicht einmal in ihren eigenen Kopf passten." (S. 143) Dies ist ein Buch, das einen zunehmend fesselt. Es ist der Autorin gelungen, die Menschen, die darin vorkommen, in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit zu zeichnen: als gut und schlecht, verzweifelt und glücklich, hoffnungsvoll und zerstört. Ein liebevolles und schonungsloses Buch, das den Mythos einer Familie zugleich ehrt - und dekonstruiert. Das Porträt einer zerrissenen Frau, gleichzeitig ein Ausschnitt der Chronik einer Großfamilie, eingebunden in das Zeitgeschehen vor allem der Pariser 50er und 60er Jahre. Eine sehr persönliche Erzählung, empahtisch und klar geschrieben, aber zu keiner Zeit pathetisch oder melodramatisch - und dennoch ungemein berührend. Thematisch wie erzählerisch war dieses Buch für mich eine Entdeckung. © Parden

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  • Eine etwas andere französische Großfamilie

    Das Lächeln meiner Mutter

    Waschbaerin

    06. August 2015 um 09:49

    Um es vorweg zu sagen, wer eine rührselige Mutter - Kind Geschichte erwartet, wird zutiefst enttäuscht werden. Manchmal braucht man beim Lesen schon gute Nerven, weil man in das Geschehen eingreifen und Lucile schütteln möchte, ihr zurufen "merkst du nicht, dass es der falsche Weg ist".  Delphine, inzwischen eine erwachsene Frau, findet ihre Mutter nach ihrem Freitod in deren Wohnung. Mit dem Tod kommt die Frage, wer war diese - meine Mutter. In Puzzlestückchen setzt Delphine das Leben ihrer Mutter Lucile, als auch ihr eigenes Leben und das ihrer Geschwister zusammen. Gleichzeitig wird das Bild einer französischen Großfamilie in den 50ern lebendig. Lucile stolpert in eine viel zu früh geschlossene Ehe. Dass diese Verbindung auf Dauer nicht das halten kann, was sie sich davon erwartet, erkennt der Leser sehr schnell. Nacheinander kommen die Kinder, mit deren Erziehung Lucile, die sich selbst nicht organisieren kann, überfordert ist. Sie stolpert von einem Gelegenheitsjob in den nächsten. Ihre Kinder bleiben sich vielfach selbst überlassen. Nicht weil ihre Mutter dies so will, sondern weil sie es nicht anders kann. Erst als reife Frau und nach mehreren Lebensgefährten, wird Lucile beständiger. Doch der Alkohol hat sie inzwischen auch gezeichnet. Am Ende ist ihre Kraft erlahmt. Dies ist ein Buch, das man nach der letzten Seite nicht einfach zusammen klappt und zur Tagesordnung übergeht. Es bleibt viel, worüber man nachdenken will. Ich würde dies als einen biographischen Roman bezeichnen. Sehr empfehlenswert.

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  • Sie suchte einen Ort, an dem sie unbemerkt sein konnte

    Das Lächeln meiner Mutter

    HibiscusFlower

    Eine zarte, außerordentlich schöne, lustige, schweigsame, oft subversive Frau war ihre Mutter. Sie wurde bewundert, sie wurde begehrt, sie konnte andere Menschen in Leidenschaft versetzen. Dennoch war da auch diese in ihre Einsamkeit verschanzte Frau, die ihrem Leben ein Ende gesetzt hat. Über den Tod ihrer Mutter zu schreiben, diente der Autorin nicht zur Rehabilitation. Sie wollte sich annähern und nicht enthüllen. Sie wollte den Ursprung finden und eine Spur hinterlassen. Und genau diese Spur hat ein Frösteln bei mir als Leserin hinterlassen, das mich unterm Lesen kein einziges Mal loslassen hat. Egal an wie vielen Tassen Kaffee oder Tee ich mich festgehalten oder wie dick ich mich in meine Kuscheldecke eingewickelt habe; da war diese stetige Gänsehaut und eine ewige Anspannung. Gern würde ich es mit Entsetzen beschreiben, doch dies würde mein Gefühlschaos, das dieses Buch bei mir ausgelöst hat, nicht mal ansatzweise beschreiben. Der Urspung beginnt in den 50er Jahren, der durch nostalgische Erinnerungen aufgerüttelt wird. Es sind die Erinnerungen ihrer Familie, die die Autorin in Bildern, Ton und Briefen zusammengetragen hat, damit sie ein Gesamtbild entstehen lassen konnte. Delphine De Vigans Mutter Lucile Poirier wurde 1946 als drittes von neun Kindern geboren. Sie war das zu schnell groß gewordene Kind der Familie, das schon im Kindesalter als Fotomodell arbeitete, eher still das Familienleben mit all seiner Unbekümmertheit, aber auch seiner Unsicherheit durch schwere Verluste verfolgte und sich schon sehr früh von Mauern eines Refugiums umgab, um den Lärm der Welt auszusperren. Geburten, Tod, glückliche Wochen am Meer, Unfälle, ein Bruder mit Down Sydrom, eine frühe Heirat, eine unglückliche Ehe, ein Leben voller Sehnsucht - ein Leben, das durch eine bipolare Störung am Abgrund steht - und damit kratze ich nur an der Oberfläche. Welche Kraft es die Autorin gekostet hat, dieses Buch zu schreiben, lässt sie ihre LeserInnen immer wieder wissen. Doch da ist auch dieser starke Wille, den Fluch, der auf ihrer Familie liegt, zu brechen, um das Leben endlich genießen zu können. De Vigan fügt die Erinnerungen wie ein Mosaik zusammen, bei dem man von den bunten Momenten des Lebens der Familie Poirier erfährt, man jedoch schnell feststellen muss, dass die dunklen, schmerzvollen Bruchstücke überwiegen. Die Verletzungen innerhalb und durch die Familie sind offensichtlich. Die daraus entstandenen `Beschädigungen´, die nicht nur Lucile aus der Bahn geworfen haben, wirken durch den bestehenden Abstand als logische Folge, die dennoch eine bedrückendes Gefühl auslösen und sich wie ein großer Stein auf das Leserherz legen. "Das Lächeln meiner Mutter" spiegelt die Ängste einer Familie wider, die das Motto `Flucht nach vorn´ gepachtet hat. Das Buch zeichnet sich nicht durch den Schreibstil aus; denn dieser ist eher nüchtern gehalten, verliert sich nicht in Sentimentalitäten. Trotz alledem hatte es eine intensive Wirkung auf mich, die all meine Gefühle als Tochter, Schwester und Mutter aufgerüttelt hat. Diese spürbare Einsamkeit, der Wunsch nach Ruhe und Normalität, das Fehlen an Wärme, die Sehnsucht nach Liebe und die Hoffnung auf ein Leben in Frieden - all dies bin ich mit Lucile und Delphine durchlaufen. Schnell rezensieren und dann ab ins Regal ist bei diesem Buch nicht drin. Ich bin mir sicher, dass es mich noch eine Weile beschäftigen wird.

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    • 2
  • In diesem Buch verarbeiten alle irgendwie, irgendwas.

    Das Lächeln meiner Mutter

    MKCooper

    10. May 2014 um 14:03

    Nun, allgemein, finde ich den Schreibstil ziemlich entspannend. Hin und wieder einfach nur erschreckend, wenn in der Kindheit der Mutter irgendwas mit den Kindern/ihren Geschwistern passiert, aber schlimme Erlebnisse und Abenteuer, gehören zum erwachsen werden.  Da dies eine "wahre Geschichte" ist, werde ich mich nicht zu den Protagonisten äußern, da es nach ihrem Tod taktlos wäre. Ich war wirklich sehr oft dabei mich über Eigenschaften von Personen aufzuregen und/oder das Schweigen der anderen.  Dieses Buch ist die Zusammenfassung eines Lebens und dies Würdige ich nicht nur, weil so viel Persönliches und Charakter in diesem Buch steckt, sondern auch, weil es gut verfasst ist und man einen deutlichen Einblick in die Gefühle der Schriftstellerin hierbei bekommt. 

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  • Sehr persönlicher Versuch den Tod der Mutter zu verarbeiten

    Das Lächeln meiner Mutter

    Gruenente

    01. December 2013 um 13:46

    Dieses Buch ist kein Roman. Es ist eine Art Biographie, Autobiographie mit romanhaften Fragmenten. Die Mutter der Autorin beging Selbstmord. Um das und die wechselhaten zeiten die sie mit ihrer psychisch kranken Mutter durchlebte zu hinterfragen, zu erklären und zu verarbeiten enstand dieses Buch. Manchmal mit froßer Distanz, manchmal ganz nah dran wird erklärt wie es ist mit einer manisch depressiven Mutter aufzuwachsen und ihr auch als Erwachsener zu begegnen. Mnachmal wird auch leicht der Versuch unternommen zu erklären warum die Mutter so war wie sie war. Aus eine großen Familie stammend war dieser Selbstmord nur eine der vielen Katastrophen die in dieser Familie geschahen (und wahrscheinlich auch noch folgen werden). Wie warhsceinlich in vielen anderen Familien auch immer wieder schreckliche, schwer zu verarbeitenden Dinge gescehen. Und jede Familie, wie auch die einzelnen betroffenen gehen damit um. Es wird sehr schön beschrieben, wie einzelne Menschen sich in 60 Jahren verändern und wie die Konstallationen zueinander ständig in bewegung sind. Ich empfand das Buch als stark, bewegend und ungeheuer mutig.

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  • eBook Kommentar zu Das Lächeln meiner Mutter von Delphine de Vigan

    Das Lächeln meiner Mutter

    Walter Knorpp

    16. September 2013 um 10:18 via eBook 'Das Lächeln meiner Mutter'

    Dieses Buch ist wundervoll. Esliest sich so leicht und flüssig. Man könnte es an ein em Stück lesen. Die Autorin selbst muß ein wunderbarer Mensch sein. Dazu kommt für mich noch, daß ich in der Zeit, in der sich diese Geschichte abspielt, Paris zu meiner Lieblingsstadt erkoren habe und ab 1960 bis zum Lahr 2000 jedes Jahr dort war, anfangs sogar mehrere Wochen am Stück. Ich bin dankbar, daß ich es lesen durfte und werde auch die anderen Bücher, die Delphine de Vigan geschrieben hat , lesen.

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  • Schmerzliche Erinnerungsreise

    Das Lächeln meiner Mutter

    michael_lehmann-pape

    09. April 2013 um 10:49

      Es ist ein Schock. Da ist der eigene Durchbruch als Schriftstellerin gelungen, eine Preisverleihung steht an, man geht die Mutter an einem Januarmorgen besuchen und da liegt diese tot in ihrem Bett. Ein Tod, der zunächst wie verschlossen in der Tochter liegt. Ein Buch hat sie in dieser Trauerphase zunächst fertig geschrieben und weiß gar nicht, wie. Angesichts dieses freiwilligen Scheidens aus dem Leben.   Doch dann spürt De Vigan, das es damit nicht getan sein kann, mit diesem „Sich Wegwenden“, und beginnt, den Nachlass der Mutter zu sichten. Alben, Briefe, Notizen, Erinnerungsstücke, Gespräche mit Verwandten, mit Geschwistern der Mutter und den eigenen Geschwistern. Solange und so intensiv, dass sich ein Bild beginnt zu ergeben.   „Und dann lernte ich, an Lucile zu denken, ohne dass mit der Atem stockte: an die Art, wie sie ging,...... wie sie die Zigarette fest eingeklemmt zwischen den Fingern hielt,... an das Zittern ihrer Hände“.   Ein Bild einer Frau und Mutter, die anders war. Die als Kind als Model gefragt war (und damit die ein oder andere Weihnachtsfeier der Familie maßgeblich mit finanzierte), die mit vielen Geschwistern in bürgerlichen Verhältnissen, ohne allzu großen Reichtum aufwuchs.   Die als Kind den Unfalltod eines Bruders (Antonin) zu verkraften hatte, ein Tod, an dem (fast) alle anwesend waren. Die den Pflegesohn, den die Familie einige Zeit später aufnimmt, zunächst kaum annehmen will. Eine Frau, die anders war und durchaus ihre „wahnsinnigen“ Momente hatte, die eine Weile lang keine Schecks mehr ausstellen durfte, da sie das Geld einfach so auf der Strasse verteilte. Eine Frau, die Teil dieser „vergnügten, vernichteten Familie“ war, die „wir bilden“.   Und De Vigan schreibt dies alles auf und vollzieht das Leben ihrer Mutter nach. Ein nicht einfacher Weg der Autorin, den der Leser ebenfalls mit begleitet im Buch. „Es funktionierte nicht, es war nicht das Richtige, es hatte nichts mit dem zu tun, was ich wollte“. Denn nicht äußerlich erzählen will De Vigan im Blick auf ihre Mutter, sondern „innerlich“, die Person erfassen, den Menschen erfahrbar machen. Ein Prozess, der gelingen wird, soviel kann vorweg gesagt werden. Und interessant ist es durchaus für den Leser, die einzelnen Etappen dieses inneren Schreibprozesses hier und da für einen Augenblick zu erleben. Einschübe, die dem Buch eine noch weitere, persönliche Note geben, als diese sowieso bei einem schmerzlichen Bericht über die eigene Mutter bereits im Raume steht.   Ein Lebensbild einer Frau, empathisch und feinfühlig erzählt, damit aber auch ein Zeitbild der 50er, 60er, 70er Jahre in Frankreich, in denen De Vigans Mutter aufwuchs. Unbeschwert, einerseits, dem Leben zugewandt, aber daneben auch mit dunklen Gefühlen, Ängsten, durchaus Depressionen zu nennenden Umständen zu Zeiten bei dem ein oder anderen Mitglied der Familie. Und mitten drin Lucille. Eine Frau mit Sehnsucht, die sich nicht wirklich angekommen fühlte, zu wohl keiner Zeit ihres Lebens. Die verschlossen war und dennoch zugewandt, die ihre dunkle Seite besaß und ihre Widersprüche und sich nie wirklich fand.   Ein persönliches, im Stil empathisches und wortreiches, Buch, dass den Leser berührt und, trotz der Geschichte einer ihm eigentlich fremden Familie an Grundfragen des Lebens und der Suche nach sich selbst heranführt.

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  • Beeindruckend

    Das Lächeln meiner Mutter

    Zebrafink

    20. March 2013 um 08:21

    Dies ist kein Roman, dies ist die sehr persönliche Geschichte der Familie der Autorin. Delphine de Vigan hat zwar die Namen geändert, aber sie geht vielerorts darauf ein, dass es ihre Famlile ist. Die Familie ist von Schicksalsschlägen gebeutelt. Die Mutter von Delphine, hier heisst sie Lucile, wächst mit 6 weiteren Geschwistern in einen nach außenhin wohlbehütteten Haus auf. Doch nach dem Selbstmord von Lucile, fast 60 Jahre später, deckt Delphine so allerlei Ungereimtheiten auf und findet heraus, warum Lucile sich das Leben nahm. Angefangen mit dem Tod ihres Bruder mit 8 Jahren, über die angebliche Vergewaltigung Luciles durch ihren Vater, über die Jahre der immerwieder Einweisung Luciles in eine Psychatrie bis hin zur Krebsdiagnose. Darüber schreibt Delphine und auch darüber, wie sie das Leben ihrer Mutter recherchiert hat, wie ihre Gefühle dazu sind und wie sie die letzten Jahre ihrer Mutter erlebt hat. Delphine de Vigan hat damit ein sehr eindrucksvolles Buch über ihre Familie geschrieben und eine Hommage an ihre Mutter.

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  • Rezension zu "Das Lächeln meiner Mutter" von Delphine de Vigan

    Das Lächeln meiner Mutter

    WinfriedStanzick

    07. March 2013 um 11:21

    Mit viel Mut und großer Sensibilität nähert sich die französische Schriftstellerin Delphine de Vigan in ihrem neuen Roman dem Schicksal nicht nur ihrer Mutter Lucile, sondern auch einer geheimnisvollen Familiengeschichte voller Höhepunkte und dramatischer Lebensläufe. Der französische Originaltitel „Rien ne s`óppose a la nuit“ (Nichts steht der Nacht entgegen) ist viel poetischer und passt zum Inhalt des Buches besser, als der deutsche. Er ist einem Chanson entnommen, das die Autorin während des schwierigen Schreibens dieses Buches immer begleitet hat. Warum, das ist die quälende Hauptfrage des Buches, warum hat sich Lucile, diese schöne und besondere Frau, umgebracht? Warum hat sie sich dafür entschieden, freiwillig aus dem Leben zu gehen? Seit dem Tag, als dies geschah, konnte ihre Tochter Delphine nicht ruhen, bis sie auf diese Frage eine Antwort fand und sich so nicht nur mit ihrer Mutter, sondern mit ihrem eigenen, aus der Spur gekommenen Leben versöhnen konnte. In einem langen und für sie und ihre Familienangehörigen, die sie alle befragt, nicht leichten Prozess trägt sie alles zusammen, was sie findet: Tonbänder, Briefe, Fotoalben und viele Bilder. Sie führt viele und lange Gespräche mit den Geschwistern ihrer Mutter, mit Freunden und Bekannten einer weit verzweigten Familie. Und langsam, in einem schmerzhaften Schreib- und Selbstverständigungsprozess entsteht das Bild einer ganz außergewöhnlichen Frau, widersprüchlich und geheimnisvoll. Eine Frau, die ihr ganzes Leben auf der Suche war nach sich selbst. Delphine de Vigan ist mit ihrer literarischen Suche nach dem Lächeln ihrer Mutter ein Familienroman gelungen, der über drei Generationen wie in einer romanhaften Familienaufstellung ein Bild von einer französischen Großfamilie des Bürgertums der 50 er und 60 er Jahre zeichnet, aber auch ihre dunkle Seiten, ihre Familiengeheimnisse und die Ängste der einzelnen Mitglieder offenlegt. Es herrscht in dieser Familie, geprägt auch durch viele unbearbeiteten Schicksalsschläge eine tiefe Verzweiflung am Leben, eine Familienstruktur, die sich für Einzelne anfühlt wie ein Fluch. Delphine de Vigan hat diesem Fluch widerstanden und ihn, wohl auch für viele andere Mitglieder ihrer Familie durch das Schreiben gebannt. Das darf man jedenfalls annehmen, wenn sie die Suche nach ihrer Mutter und ihrem Leben für sich so zusammenfasst: „Jetzt suche ich nicht mehr (…) ich verstehe Lucile, wie sie gerne verstandne wurde: wortwörtlich (…) Lucile starb, wie sie es sich wünschte: lebendig. Jetzt bin ich in der Lage, ihren Mut zu bewundern.“

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