No & ich

von Delphine de Vigan 
4,2 Sterne bei384 Bewertungen
No & ich
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Positiv (313):
C

Ich sehe jetzt Jugendliche auf der Straße mit anderen Augen

Kritisch (11):

Mich konnte das Buch leider so gar nicht überzeugen. Die Grundidee gefällt mir sehr gut, nur die Umsetzung nicht. Hab's abgebrochen...

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Inhaltsangabe zu "No & ich"

Willkommen in der wunderbaren Welt der Lou Bertignac: Mit Wärme, Poesie und Sprachverliebtheit entführt die französische Bestseller-Autorin Delphine de Vigan ihre Leser in den verrückten Kosmos einer 13-Jährigen. Und ins Paris der Obdachlosen. „No & ich“ ist ein berührender Roman über Freundschaft, Träume und das Erwachsenwerden – und eine Weltverbesserer-Geschichte für jene, die nicht vergessen haben, was sie selbst alles ändern wollten.

Lou lebt in Paris. Sie ist 13 Jahre alt, hochbegabt und eine Einzelgängerin. Um die Welt zu verstehen, beobachtet sie die Menschen und stellt unglaublich gewagte Theorien auf. Sie hinterfragt alles, liest Unmengen von Büchern und sammelt Wörter. Lou ist das, was ihre Mitschüler einen Freak nennen. Am liebsten wäre sie allerdings so wie alle anderen. Dann würde sie zum Beispiel herausfinden, in welcher Richtung man beim Knutschen die Zunge drehen muss – im Uhrzeigersinn oder dagegen?

Als Lou die 18-jährige No trifft, die mitten in Paris auf der Straße lebt, wagt sie ihr bis dahin größtes Projekt: No retten! No mit ihren dreckigen Klamotten und ihrem müden Gesicht. No, die obdachlos ist. No, die bettelt und schier am Verhungern ist und zu viel trinkt. No, deren Einsamkeit sie völlig fertig macht. No, die Lous Welt auf den Kopf stellt. Lou will No retten – und sich und der Welt beweisen, dass sich alles ändern lässt. Und so entwickelt sich eine zarte Freundschaft zwischen der obdachlosen No und Lou, die das Erwachsenwerden ganz neu kennenlernt.

„No & ich“ ist ein literarischer Überraschungserfolg: Der fantasievolle Roman der Pariserin Delphine de Vigan wurde in 15 Sprachen übersetzt und 2008 mit zwei in Frankreich sehr renommierten Preisen ausgezeichnet, dem Prix des Libraires sowie dem Prix Rotary International.

„No & ich“ erscheint als hochwertige Schmuckausgabe im kleinen Handtaschenformat, die sich wunderbar zum Schenken und Selberlesen eignet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426654385
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Knaur
Erscheinungsdatum:21.08.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.03.2009 bei steinbach sprechende bücher erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Roman über ein einsames Mädchen, das die Welt verbessern möchte, dabei an ihre Grenzen stößt und mit der harten Realität konfrontiert wird.
    Einsames Mädchen, das die Welt verbessern möchte und mit der harten Wirklichkeit konfrontiert wird

    Die 13-jährige Lou Bertignac hat einen IQ von 160, zwei Klassen übersprungen und geht in die 10. Klasse einer ganz normalen Schule in Paris. Sie ist schüchtern, möchte nicht auffallen und hält sich während des Unterrichts mit Beiträgen zurück. Als sie ein Referat vor der Klasse halten soll, wählt sie aus einer spontanen Idee die Obdachlosigkeit von Frauen in Frankreich als Thema aus, da ihr eine junge Frau am Bahnhof aufgefallen war. 
    No ist 18 Jahre alt und lebt auf der Straße. Für ihr Referat möchte Lou sie interviewen und nähert sich ihr an, indem sie No in Cafés einlädt. Statt zur Cola greift No allerdings zu Wodka und erzählt Lou nach und nach ihre Geschichte. 
    Die hochbegabte Lou ist ein Mensch, der alles versucht zu analysieren, um es in Gänze zu durchdringen. Sie stellt Theorien auf, die es zu bestätigen bzw. zu widerlegen gilt und führt in ihrer Freizeit zu Hause in Eigenregie kleine "Konzeptexperimente" und "Widerstandsfähigkeitstests" durch. No entwickelt sich zu ihrem ganz eigenen Projekt und als sie merkt, dass No vergeblich versucht an Jobs zu kommen, die daran scheitern, dass sie keinen festen Wohnsitz hat, kann Lou sogar ihre Eltern dazu bewegen, No im Kinderzimmer ihrer am plötzlichen Kindstod verstorbenen Schwester aufzunehmen. 
    In ihrer kindlichen Naivität versucht Lou No von der Straße zu retten und ihrem Leben eine Struktur zu geben. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, die junge Frau zu zähmen, was eine enorme Herausforderung für die sonst so ängstliche Lou herausstellt, die sich von ihrer Mutter vernachlässigt und ungeliebt fühlt und an ihrer neuen Aufgabe über sich hinauswächst. 
    "No & ich" ist ein Roman über eine ganz besondere Freundschaft zwischen zwei ungleichen Menschen, die sich kaum kennen. Die jüngere Lou ist eine Einzelgängerin und versucht die obdachlose No, die aus dem sozialen Netz gefallen ist, wieder zu integrieren. Lou ist zwar ein sehr analytisch denkender Mensch, geht das Projekt "No" aber sehr blauäugig an. Sie hat schon fast eine romantische Vorstellung davon, No zu einer festen Arbeit und einer eigenen Wohnung zu verhelfen. Sie kann einfach nicht verstehen, wie es in einer so fortschrittlichen Welt Menschen geben kann, die verwahrlost auf der Straße leben. 
    Es ist ein einerseits sehr positiver Roman der die Welt ein Stück besser machen will und in der Lou mit ihren naiven Vorstellungen eine Vorbildfunktion für die Erwachsenen einnimmt, die Obdachlose in ihrem Alltag nicht mehr wahrnehmen. Auf der anderen Seite ist es aber auch ein melancholischer Roman, da Lou aus in einem traurigen Elternhaus großgeworden ist und ihr einsamer Alltag sehr monoton ist. Durch das Zusammenleben mit No erwacht Lous Mutter aus ihrer Lethargie und beginnt, ihre Umwelt wieder wahrzunehmen, No selbst hat jedoch massive Schwierigkeiten, sich zu integrieren. Der Roman zeigt, wie schwierig es ist und wie viel Geduld und Hingabe nötig sind, um einen Menschen schon nach nur wenigen Wochen oder Monaten auf der Straße mit einer ganz anderen Abhängigkeit zu konfrontieren. 
    "No & ich" ist zwar eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die ich mich auch als Schullektüre vorstellen könnte, ist aber auch für Erwachsene lesenswert und zum Nachdenken anregend.  

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    gsts avatar
    gstvor einem Jahr
    Kurzmeinung: aufwühlend und nachdenklich machend
    Was macht Menschen liebesfähig?

    „Es gibt etwas lästiges im Leben, etwas, wogegen kein Kraut gewachsen ist: Man kann nicht mit Denken aufhören. Als Kind übte ich mich jeden Abend darin, ich lag im Bett und versuchte, absolute Leere herzustellen, einen nach dem anderen verscheuchte ich die Gedanken, noch bevor sie zu Worten gerinnen konnten, ich zog sie mit der Wurzel aus, vernichtete sie mit Stumpf und Stiel, aber ich stieß immer aufs selbe Problem: daran denken, mit Denken aufzuhören, ist immer noch denken. Und dagegen ist nichts zu machen.“ (Seite 136)

    Lou ist 13 und die Kleinste aus der Klasse. Kein Wunder, denn sie hat bereits zwei Jahrgangsstufen übersprungen. Sie fühlt sich allein und sie ist es auch. Die Mädchen in ihrer Klasse haben schon ganz andere Interessen und zu Hause trauert die Mutter um Lous verstorbene Schwester. Nur Lukas bemüht sich um sie. Er ist mit Abstand der Älteste in der Klasse, schließlich hat er schon zwei Klassen wiederholen müssen.

    Für Lou ist es ein Problem, vor der ganzen Klasse ein Referat zu halten. Als sie ihr Thema (obdachlose Mädchen) gefunden hat, lernt sie No kennen und freundet sich mit der 18jährigen an. Das Referat gelingt hervorragend, doch Lou kann No nicht berichten, weil die untergetaucht ist. Lou gibt nicht auf, findet  sie schließlich und lernt sie immer besser kennen … Lukas wird zum engen Vertrauten und Lous Eltern verlieren zunehmend den Kontakt zur Tochter.

    Das Buch hat einen jugendgerechten Spannungsbogen, der auch ältere Leser mitfiebern lässt. Wird es gelingen, No zu zähmen oder gerät Lou „unter die Räder“?

    Die Autorin lässt uns tief in Lous Gedankenwelt eintauchen, in ihre Hilfsbereitschaft, ihre Illusionen, ihre Zweifel. „ Bücher haben Kapitel, um die einzelnen Phasen sauber zu trennen, um zu zeigen, dass die Zeit vergeht oder die Lage sich weiterentwickelt, und manchmal sogar Teile mit verheißungsvollen Titeln Begegnung, Hoffnung, Ende, sie sind wie Bilder. Doch im Leben gibt es gar nichts, keine Titel, keine Warntafeln Gefahr, häufiger Steinschlag oder drohende Desillusionierung. Im Leben ist man ganz allein in seinem Kostüm, und es ist eben Pech, wenn es ganz zerrissen ist.“ (Seite 191)

    Fazit: ein gelungenes Jugendbuch, das auch Eltern nicht kalt lässt. 

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    Angel10vor 2 Jahren
    No und ich

    Zwei Mädchen, die aus zwei völlig verschiedenen Welten kommen, zeigen menschliche Größe.

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    Cuentames avatar
    Cuentamevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Gefühlvoller Jugendroman über das Erwachsenwerden, Verantwortung und die erste Liebe.
    Ein Jugendroman mit 1/2 Happy End

    Dieses Buch habe ich mir gekauft, weil ich den Titel interessant fand. Wer ist eigentlich No? Und wer ist ich? Was verbindet die beiden?



    Der Inhalt:
    "Ich" ist Lou, eine 13jährige hochbegabte Schülerin und die Jüngste in ihrer Klasse, Sie schwärmt heimlich für Lucas, der nie seine Hausaufgaben macht und nur selten dem Unterricht folgt. Lou lebt mit ihrem Vater und ihrer Mutter in einer guten Pariser Wohngegend und übernimmt zu Hause die Mutterrolle, da ihre Mutter dazu nicht fähig ist. Vor einigen Jahren ist Lous jüngere Schwester Thais gestorben, als sie noch ein Baby war. Den Verlust konnte die Mutter nie verkraften. Seitdem kümmert sich Lou ums Kochen und testet Fertigessen, das sie jeden Abend für die Familie vorbereitet. Zum Vater erfährt man eher weniger. Er scheint aber eine fürsorgliche Person zu sein, der das Wohl seiner Tochter am Herz liegt. 
    "No" ist 18 und obdachlos. Im Laufe der Geschichte erfährt man, dass sie von ihrer Mutter zurückgelassen wurde, als diese einen neuen Mann kennengelernt hat. Man spürt, dass sie sich oft unsicher ist und große Angst hat, Lou zu verlieren, als dieser endlich gelingt, ihr Vertrauen zu gewinnen. Als Lou für die Schule ein Referat halten soll, beschließt sie, etwas über obdachlose Frauen zu schreiben. Daraufhin lernt sie Lou kennen. Nach und nach kann sie durch gelegentliche Treffen ihr Vertrauen gewinnen. Bereits hier wird ersichtlich, dass No ihre innerliche Leere mit Alkohol betäubt (Lou gibt No bei ihren Treffen ein Getränk aus und sie nimmt jedes Mal ein Glas Rotwein). 
    Was verbindet die beiden? Beide Mädchen sind mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Lou und ihre "unsichtbare" Mutter, No auf der Straße. Lous großes Mitgefühl und Helfersyndrom führen dazu, dass ihre Eltern scheinbar ohne vorher eventuelle Probleme abzuwägen, zustimmen, No bei sich aufzunehmen.
    Anfangs läuft alles wie im Bilderbuch, No findet einen Job und lernt scheinbar ein geregeltes Leben zu führen und auch Lous Mutter öffnet sich endlich, kocht wieder und löchert No geradezu mit Fragen. Alles scheint perfekt, doch nach einem Familienausflug, bei dem No zu Hause bleibt, wird klar, dass sich alte Gewohnheiten nicht über Nacht abstellen lassen. No hat sämtliche Flaschen alkoholischer Getränke geleert und muss daraufhin das Haus verlassen, da Lous Vater einen schlechten Einfluss auf seine Tochter befürchtet.
    Daraufhin kommt No bei Lucas unter, der - wie auch Lou und No - auf sich allein gestellt ist. Er lebt allein, die Mutter kommt nur sporadisch vorbei - lediglich die Putzfrau sieht er einmal die Woche. Dieses Geheimnis schweißt Lou und Lucas noch mehr zusammen. Doch auch bei Lucas kann No nicht von ihrem Alkoholkonsum lassen und geht nicht mehr zur Arbeit. Lou kann daraufhin auch nicht mehr bei Lucas bleiben und verschwindet wieder auf der Straße. Lou macht sich schließlich auf die Suche nach No, die mit ihrem Ersparten nach Irland zu ihrer ersten großen Liebe reisen möchte. Doch scheinbar so schnell wie sie in Lous Leben getreten ist, verschwindet sie wieder. Lou und Lucas' Suche bleibt erfolglos, doch ihre Freundschaft wird noch stärker. Das Buch endet schließlich mit einem Kuss.
    Meine Meinung:
    Besonders hat mir die realistische Schilderung über No gefallen und die Tatsache, dass das Buch nicht mit einem Happy End schließt, sondern das Ende eher offen bleibt. Auch die langsame Annäherung von Lou und Lucas ist sehr gefühlvoll beschrieben und spiegelt viele Höhen und Tiefen wider, die man als Teenager durchlebt. 
    Weniger gut fand ich, dass Lous Eltern ihr sofort zugestimmt haben, als sie vorgeschlagen hat, No bei ihnen aufzunehmen. Auch der Stimmungswandel der Mutter war für mich eher unnatürlich - besonders nach der jahrelangen Trauer um die verstorbene Schwester. 
    Allen in allem finde ich, dass dies ein gelungenes Buch ist, dass viele Facetten des Lebens beleuchtet. Dazu hat meiner Meinung nach die Erzählweise in der Ich-Perspektive beigetragen, die auf der einen Seite noch sehr kindlich, an manchen Stellen aber auch sehr erwachsen klingt. Am Ende ist Lou mit ihren 13 Jahren noch nicht erwachsen, aber hat durch No eine Menge Lebenserfahrung und Verantwortungsgefühl dazugewonnen. Von mir eine klare Leseempfehlung! 

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    M
    Mery93vor 3 Jahren
    No und Lou

    Sehr schön aber gibt einem auch zu denken...

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Sensibles Porträt eines besonderen Mädchens. Sehr empfehlenswert!
    Hauptsache, man kommt ins Handeln

    Über das Thema „Hochbegabung“ haben die meisten Menschen schon mal irgendetwas gehört. Aber was das konkret für den Einzelnen bedeutet, wissen die wenigsten. Genie ist oft ein Klischee, das man mit Hochbegabten verbindet und von dem man ausgeht, dass solche Menschen wunderbar spielerisch durchs Leben tänzeln. Das kommt vor, muss aber so nicht sein.

    INHALT:
    Lou ist dreizehn und hat einen IQ von 160. Sie ist hochbegabt. Bereits zwei Schulklassen hat sie übersprungen und ist immer noch die Klassenbeste. Allerdings auch die Jüngste und Kleinste, von einem ihrer Klassenkameraden liebevoll „Krümel“ genannt. Einfach hat sie es nicht, weder in der Schule noch zu Hause. Als sie für ein Referat eine obdachlose junge Frau interviewt, beginnen sich die Dinge zu verselbständigen ...

    MEINUNG:
    Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 13-jährige Lou. Sie ist wirklich sehr speziell, und ich habe es genossen, ihre Besonderheiten ausführlich kennenzulernen. Wie sie sich gedanklich zügelt, um ihren Emotionen Herr zu werden! Und ihre Art, die Dinge anzugehen und zu durchdenken, fand ich wirklich sehr spannend. Dem Leser sollte allerdings klar sein, dass Lou nur eine einzige von vielen möglichen Fassetten darstellt, wie Hochbegabte ticken und sich verhalten. Unter ihnen gibt es genauso viele verschiedene Varianten wie unter allen „normalen“ Menschen mit einem IQ von unter 130.
    Aber das Thema Hochbegabung ist nur ein Aspekt des Buches, der der Geschichte vielleicht die Würze gibt, sie aber nicht ausmacht. Die eigentliche Handlung dreht sich um ein Mädchen, das die Welt retten will. Die Welt in Gestalt einer obdachlosen jungen Frau. Was sie dafür alles anstellt und in die Wege leitet, ist wirklich sehr berührend. Und im Nebeneffekt heilt sie auch noch ihre Eltern, wird von ihren Mitschülern angenommen und kommt mit sich selbst ein winziges bisschen besser klar.
    Insgesamt hat das Buch eine durchweg positive Botschaft. Egal, wie die Situation aussieht, sie ist es wert, sich zu engagieren und etwas zum Guten zu verändern. Ob man das tatsächlich erreicht, ist dabei nicht ganz so wichtig. Hauptsache, man kommt ins Handeln.

    WERTUNG:
    Ich habe einen kleinen Moment gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden. Sobald ich mich auf Lou und ihre Welt eingelassen hatte, konnte ich die Geschichte nicht mehr weglegen, zu faszinierend sind die Figuren, die Story und die stille Dramaturgie. Das Buch ist wirklich eine Empfehlung wert und erhält von mir mein persönliches „Sehr gut“ und fünf von fünf Wertungspunkten.
    Mein Fazit: Sensibles Porträt eines besonderen Mädchens. Sehr empfehlenswert.

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    Arizonas avatar
    Arizonavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: traurig und schön, melancholisch, eben typisch französich...
    Die Dinge sind wie sie sind... oder hat man doch die Kraft, sie zu ändern?

    Die 13 jährige Lou ist hochbegabt und hat bereits zwei Klassen übersprungen. Sie soll in der Schule ein Referat halten, und als Thema wählt sie Obdachlosigkeit, da es ein grosses Problem in ihrer Heimatstadt Paris darstellt. Sie lernt am Bahnhof eine junge obdachlose Frau kennen, die 18 jährige No, und die beiden reden über ihre Situation. Die Sache mit dem Referat läuft super. Doch nun hat es sich Lou in den Kopf gesetzt, No zu helfen, und dabei ist sie ziemlich hartnäckig. 

    Nebenbei ist es auch noch die Geschichte von Lous Freundschaft zu Lucas, einem Mitschüler, der jedoch im Gegensatz zu ihr bereits zweimal sitzengeblieben und somit älter als sie ist. Er nennt sie liebevoll Krümel. Und sie vergöttert ihn. Zudem gibt es in Lous Familie Probleme, aufgrund eines dramatischen Ereignisses hat ihre Mutter Depressionen und lebt daher ziemlich von der Aussenwelt zurückgezogen. Lou hat jedoch ein super Verhältnis zu ihrem Vater. Aber als Lou ihn fragt, wieso es so viele Obdachlose gibt und ob man nichts daran ändern könne, sagt der Vater nur: "Die Dinge sind, wie sie sind." Es ist eben alles komplizierter als man denkt. Doch für Lou ist eigentlich alles ganz einfach: Sie möchte nur No helfen, sich um sie kümmern, für sie da sein. 


    Das Buch erschien 2007 auf Französisch. Was macht nun den Reiz dieses sozialkritischen Buches aus? Die etwas verschrobene Lou ist einfach nur liebenswert. Sie ist ihrem Alter intellektuell zwar weit voraus, hat sich aber trotzdem noch die kindliche Naivität erhalten. Sie macht sich sehr viele Gedanken, philosophiert und sie hat viele Ängste. Lou ist sehr klein, und die Welt ist gross, aber trotzdem versucht sie, diese zu einem besseren Ort zu machen. Bezeichnend für sie ist der folgende Satz aus dem Roman, der Schlusssatz ihres Referates: Die Dinge sind, wie sie sind - aber man sollte trotzdem seine Augen weit offen halten! So bekommen wir als Leser quasi den Spiegel vorgehalten, denn jeder weiss noch, wie er selbst als Kind mit einer gewissen Naivität gedacht hat, die einem dann als Erwachsener verloren geht.  Und durch dieses Buch bekommen wir mal wieder diesen kindlichen Blick auf die Welt vermittelt. Das Buch sensibilisiert und ruft dazu auf,  die Scheuklappen abzulegen und genau hinzusehen.

    Alles in allem sehr liebenswert geschrieben, aber auch etwas einseitig. Nach der Mitte gab es einen Teil, den ich als recht langatmig empfunden habe, wo sich nichts weiterentwickelt hat. Das Ende dagegen hat mich wieder entschädigt,  wundervoll! 

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    S
    Samtpfotevor 4 Jahren
    No & ich

    Lou ist hochbegabt und eine Einzelgängerin. Am liebsten beobachtet sie die Menschen um sich herum und stellt dabei gewagte Theorien auf, um das zu verstehen, was tagtäglich mit uns geschieht. Bis sie auf die achtzehnjährige No trifft, die mitten in Paris auf der Straße lebt. No mit den dreckigen Klamotten und dem müden Gesicht. No, die jeden Tag um ein Essen und einen Schlafplatz kämpfenmuss. No, deren Einsamkeit die Welt in Frage stellt. Und Lou stürzt sich in ihr neues Projekt: Sie will No retten - und sich und der Welt beweisen, dass sich alles ändern lässt ...

    Inhalt:
    Ein grosser Bahnhof in Paris, ein- und ausfahrende Züge, Lou und No. Lou ist hochintelligent, jung, weitdenkend und kämpferisch. Sie verbringt ihre Freizeit häufig damit, irgendwelche Versuche anzustellen, sich lesend Wissen anzueignen oder damit, Menschen am Bahnhof zu beobachten, ihre Geschichten, Gedanken und Ziele zu erraten. No ist älter als Lou, auch häufig am Bahnhof unterwegs, weil sie da ab und zu ein wenig Geld oder etwas zu Essen bekommt oder wenigstens ein wenig an der Wärme ist. No hat keine grossen Ziele, sie plant ihre Zukunft von der einen Minute zur anderen und sie ist genau so einsam wie Lou. Die beiden jungen Frauen treffen aufeinander und obwohl sie aus zwei Welten zu kommen scheinen, verbindet sie doch ihre grosse Einsamkeit. Lou interessiert sich für No und beginnt, sie immer wieder zu einem Getränk in ein warmes Restaurant einzuladen. Ihr ganzes Geld gibt sie dafür aus. Um No zuzusehen, ihre Geschichten zu hören, ihr ein wenig Gesellschaft zu leisten. Da muss Lou in der Schule einen Vortrag machen und sie wählt das Leben von No als Thema. Schon bald ensteht so etwas wie eine zerbrechliche Freundschaft zwischen den beiden Welten, doch No kann sehr unberechenbar sein und ausserdem benötigt sie schon ganz bald wieder eine neue Bleibe.

    Meine Meinung:
    No und ich ist ein sehr berührendes Buch, welches davon handelt, die Welt verändern zu wollen. Jede und jeder von uns kennt diesen Wunsch, diesen Traum und wir alle haben schon das Eine oder Andere unternommen, um wirklich etwas zu ändern. Doch für Lou entwickelt sich No von einem "Projekt" zu einer Freundin, einer wichtigen Vertrauten in ihrem sonst eher einsamen Dasein.
    Die beiden jungen Frauen werden als intelligente Persönlichkeiten dargestellt und von der Autorin sehr liebevoll beschrieben. Lous Leben ist kein leichtes Leben. Und leider geht es wohl vielen Jugendlichen so, dass sie eine Familie und ein Zuhause haben, sich aber trotzdem einsam oder unverstanden fühlen. Dies finde ich von der Autorin absolut glaubwürdig und tiefsinnig dargestellt. Auch Nos Leben ist zwar typisch für eine junge Frau, welche auf der Strasse lebt, es wird aber nicht überspitzt oder gar einer Schublade entsprechend dargestellt. Genau deswegen berührt Nos Geschichte, die wir nach und nach erfahren auch so sehr. Sie kann eigentlich nicht anders, möchte aber trotzdem nicht so weiter leben.
    Die beiden Protagonistinnen sind junge und mutige Frauen, welche uns täglich genau so oder ähnlich begegnen können. Und trotzdem sind sie besonders, sie fallen auf und sie gehen einen gemeinsamen Weg, der sicher nicht der leichteste ist, aber ein sehr ehrlicher.
    Lou ahnt wahrscheinlich gar nicht, wie viel sie mit ihrer ausweglos scheinenden Arbeit für No macht. Ausserdem setzt sie ein Zeichen für ihre Mitmenschen. Auch wenn manchmal etwas so aussieht, als wäre etwas nicht zu erreichen, so kann man es doch wenigstens immer und immer wieder versuchen. Genau so, wie Lou es immer wieder versucht und man wird etwas dabei lernen, bewirken können, einsehen oder sich zumindest besser fühlen. Genau so, wie Lou dies tut.

    Fazit:
    Ein lesenswertes und berührendes Buch welches zum Nachdenken und zum Hinterfragen des eigenen Handelns anregt.

    Zusätzliche Infos:
    Autorin: Delphine de Vigan
    Taschenbuch: 250 Seiten
    Verlag: Droemer Knaur
    Sprache: Deutsch
    Originalsprache: Französisch
    Übersetzt von: Doris Heinemann
    ISBN  978-3-426-50158-0

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    Nici86Leylas avatar
    Nici86Leylavor 4 Jahren
    Youtube-Rezension: No & ich von Delphine de Vigan

    Hier gehts zum Video -->


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    Miias avatar
    Miiavor 4 Jahren
    Berührende Thematik

    Inhalt:
    Lou ist hochbegabt und eine Einzelgängerin. Am liebsten beobachtet sie die Menschen um sich herum und stellt dabei gewagte Theorien auf, um das zu verstehen, was tagtäglich mit uns geschieht. Bis sie auf die achtzehnjährige No trifft, die mitten in Paris auf der Straße lebt. No mit den dreckigen Klamotten und dem müden Gesicht. No, die jeden Tag um ein Essen und einen Schlafplatz kämpfenmuss. No, deren Einsamkeit die Welt in Frage stellt. Und Lou stürzt sich in ihr neues Projekt: Sie will No retten – und sich und der Welt beweisen, dass sich alles ändern lässt ...

    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich umgehauen. Es geht um Lou, die hochbegabt ist und in deren Familie nicht alles glatt läuft. Lou analysiert jedes kleine Detail auf der Welt und das, was sie von sich gibt, ist einfach unendlich erwachsen. Der Schreibstill fesselt einen total und bringt einen über so viele Sachen zum Nachdenken und berührt einen auf so viele Weisen. Das allein fand ich schon ganz wunderbar an diesem Buch.

    Es geht dann darum, dass Lou eine Obdachlose kennen lernt und ihr helfen will. Man begleitet die beiden auf ihrem Weg durch Höhen und Tiefen. Dabei geht es um Vertrauen, es geht um das Zusammensein, um das Nicht-Alleinsein, um Liebe und Geborgenheit.

    Mich haben viele Stellen in diesem Buch sehr zum Nachdenken gebracht und auch wenn einen das Ende nicht ganz befriedigt zurücklässt, hat man so viel über was man nachdenken kann. Irgendwie will man ein Stück wie Lou sein und genau so mutig sein und Sachen in dieser Welt einfach mal anders machen als andere. Sich was trauen und über den eigenen Schatten springen.

    Ich fands großartig und kann es nur empfehlen!

    Fazit: Ein Buch, was einen die kleinen, aber wichtigen Dinge des Lebens näher bringt. Ein Buch, welches einen nachdenken lässt und welches einen animiert mutiger zu sein. 5 Sterne!!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    nettiiis avatar

    *******VOLL VOLL VOLL************
    Hallo ihr Lieben, 

    ich möchte gerne mal wieder ein Buch auf die Reise schicken, welches ich sehr schön finde und ich denke dass es euch auch gefallen wird. Es handelt sich hierbei um den Roman "No & ich" von Delphine de Vigan. Hier zunächst der Klappentext:

    " 'Die Dinge sind, wie sie sind.'
    Wenn wir irgendwann nur noch diese Antwort parat haben - sind wir dann erwachsen? Lou ist hochbegabt und eine Einzelgängerin. Am liebsten beobachtet sie die Menschen und stellt dabei gewagte Theorien auf, um das zu verstehen, was tagtäglich mit uns geschieht. Bis sie auf die achtzehnjährige No trifft, die in Paris auf der Straße lebt. No mit den dreckigen Klamotten und dem müden Gesicht. No, deren Einsamkeit die Welt in Frage stellt. Und Lou stürzt sich in ihr neues Projekt: Sie will No retten - und sich und der Welt beweisen, dass sich alles ändern lässt ..."

    Da das Buch kein dicker Schinken ist, würde ich sagen, dass 10 Leseratten mitmachen können. Ansonsten gelten die üblichen Wanderbuchregeln: 
    Ich bitte darum, dass jeder Leser das Buch so behandelt, als wäre es das Eigene. Jeder Leser hat circa 2–3 Wochen Zeit zum Lesen und wenn es verloren geht, teilen sich Empfänger und Sender den Preis für eine Neuanschaffung :) 
    Ihr erfragt selbstständig die Adresse eures Nachfolgers und schickt das Buch dann weiter.
    Im Buch liegt eine Karte/ Lesezeichen es wäre lieb, wenn jeder von euch einen kleinen Gruß reinschreibt :)

    Also wer mitmachen will, einfach posten, das Buch kann schon bald auf die Reise gehen.

    Teilnehmer:

    1. Rilana -- fertig gelesen
    2. lexxi2k -- fertig gelesen
    3. rosebud -- fertig gelesen
    4. Bellchen -- fertig gelesen
    5. Mikki -- fertig gelesen
    6. LeseJulia -- fertig gelesen
    7. lemmy69 -- fertig gelesen
    8. Michaela_Sanders -- fertig gelesen
    9. Moni-Que -- fertig gelesen
    10. Bücherwurm -- fertig gelesen
    11. Nefertari35 -- fertig gelesen
    12. liiilaa -- fertig gelesen
    13. manu-83 ???
    14.  The iron butterfly -- fertig gelesen
    15. janaka -- fertig gelesen
    16. justitia <-- liest gerade

    janakas avatar
    Letzter Beitrag von  janakavor 5 Jahren
    Das freut mich, viel Spaß beim Lesen. :-)
    Zum Thema

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