Demians Schüler*innen im Buch kommen aus unterschiedlichen Kulturen, sind unterschiedlich situiert und haben verschiedene Wertvorstellungen. In einer Welt, in der sich alles nur noch darum dreht «gesehen» zu werden oder perfekt sein zu müssen, wird den Schüler*innen das Leben wirklich schwer gemacht.
Nicht nur im schulischen Umfeld müssen sie sich beweisen, sondern auch zuhause, im Kreis der eigenen Familie. Sie kämpfen mit ihren inneren Dämonen und versuchen gleichzeitig einen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Der Epilog ist ein enorm starker Einstieg, der viele Fragen aufwirft und mich emotional abgeholt hat. Demian schreibt aus den Perspektiven verschiedener Schüler*innen und dadurch wird das Buch lebendig. Der Schreibstil ist sehr kraftvoll und intensiv, wodurch die Emotionen greifbar wirken und die Protagonisten authentisch werden.
Die unterschiedlichen Gedankengänge sind intensiv, ehrlich und haben mich stellenweise sprachlos gemacht. Viele von uns können sich noch an die Zeit in der Schule erinnern, ob positiv oder negativ, ich habe mich in einigen Situationen wiedergefunden.
Wenn die ganze Klasse sich auf ein Theaterstück vorbereiten muss, erkennt man schnell, dass die Schüler sich in ihren Rollen oftmals wiedererkennen. Genau das beschreibt Demian in einem eindrucksvollen Setting und je näher wir dem Ende kommen, desto mitreissender und atmosphärischer wird die Handlung. Die Botschaft am Ende hat mich sehr berührt und ich kann jetzt schon sagen, dass dieses Buch mich nachhaltig begleiten wird.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich bin dankbar, dass ich an der Lesung in der Buchhandlung Stauffacher in Bern dabei sein konnte. Demian hat eine besondere Art aus seinem Buch vorzulesen, ich hätte noch stundenlang zuhören können.
Ein Zitat das mich sehr berührt hat (Protagonistin Elif):
«Wir verbringen unser Leben damit, uns vorzubereiten. Auf Prüfungen, auf Jobs. Auf irgendetwas, das immer vor uns liegt. Je älter wir werden, desto weiter rückt der Tag nach hinten. Oder nach vorne. Je nachdem, wie man es betrachtet. Jedenfalls von uns weg. Bis der Tod das Spiel beendet und alle unsere Vorbereitungen auf einen Schlag völlig nutzlos macht».





