Demian Cornu

 4,8 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Demian Cornu (*1981), geboren und aufgewachsen in Bern, hat Religionswissenschaft und Geschichte studiert. Er ist Vater zweier Kinder zweier Generationen, Co-Präsident des DeutschSchweizer PEN Zentrums, Kurator der Diskussionsreihe h*story und Torwart der Schweizer Literatur Nati. Davor und daneben war er Rapper, Lehrer, Nachtwache, Verkäufer von Pizzas und Tonträgern, Kader in der Bundesverwaltung, Moderator, Ticketdealer, Darsteller in einem Dokumentarfilm, Lagerist, Krypto-Trader, Reisebegleiter und vieles mehr. 2022 erschien sein Debutroman Transite kleiner Welten im Kommode Verlag. Demian Cornu mag Waschbären, spontane Begegnungen und den Geruch von Feigenbäumen – und glaubt trotz allem immer noch an das Gute im Menschen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Demian Cornu

Cover des Buches Einmachglas (ISBN: 9783907724071)

Einmachglas

(4)
Erschienen am 02.03.2026
Cover des Buches Transite kleiner Welten (ISBN: 9783905574920)

Transite kleiner Welten

(0)
Erschienen am 01.09.2022

Neue Rezensionen zu Demian Cornu

Cover des Buches Einmachglas (ISBN: 9783907724071)
YoliKikis avatar

Rezension zu "Einmachglas" von Demian Cornu

YoliKiki
Was passiert, wenn man Schüler*innen eine Stimme gibt, eine Stimme die sichtbar macht, was in ihnen vorgeht?

Demians Schüler*innen im Buch kommen aus unterschiedlichen Kulturen, sind unterschiedlich situiert und haben verschiedene Wertvorstellungen. In einer Welt, in der sich alles nur noch darum dreht «gesehen» zu werden oder perfekt sein zu müssen, wird den Schüler*innen das Leben wirklich schwer gemacht. 

Nicht nur im schulischen Umfeld müssen sie sich beweisen, sondern auch zuhause, im Kreis der eigenen Familie. Sie kämpfen mit ihren inneren Dämonen und versuchen gleichzeitig einen Platz in der Gesellschaft zu finden. 

Der Epilog ist ein enorm starker Einstieg, der viele Fragen aufwirft und mich emotional abgeholt hat. Demian schreibt aus den Perspektiven verschiedener Schüler*innen und dadurch wird das Buch lebendig. Der Schreibstil ist sehr kraftvoll und intensiv, wodurch die Emotionen greifbar wirken und die Protagonisten authentisch werden. 

Die unterschiedlichen Gedankengänge sind intensiv, ehrlich und haben mich stellenweise sprachlos gemacht. Viele von uns können sich noch an die Zeit in der Schule erinnern, ob positiv oder negativ, ich habe mich in einigen Situationen wiedergefunden. 

Wenn die ganze Klasse sich auf ein Theaterstück vorbereiten muss, erkennt man schnell, dass die Schüler sich in ihren Rollen oftmals wiedererkennen. Genau das beschreibt Demian in einem eindrucksvollen Setting und je näher wir dem Ende kommen, desto mitreissender und atmosphärischer wird die Handlung. Die Botschaft am Ende hat mich sehr berührt und ich kann jetzt schon sagen, dass dieses Buch mich nachhaltig begleiten wird. 

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich bin dankbar, dass ich an der Lesung in der Buchhandlung Stauffacher in Bern dabei sein konnte. Demian hat eine besondere Art aus seinem Buch vorzulesen, ich hätte noch stundenlang zuhören können. 

 

Ein Zitat das mich sehr berührt hat (Protagonistin Elif): 

«Wir verbringen unser Leben damit, uns vorzubereiten. Auf Prüfungen, auf Jobs. Auf irgendetwas, das immer vor uns liegt. Je älter wir werden, desto weiter rückt der Tag nach hinten. Oder nach vorne. Je nachdem, wie man es betrachtet. Jedenfalls von uns weg. Bis der Tod das Spiel beendet und alle unsere Vorbereitungen auf einen Schlag völlig nutzlos macht». 

Cover des Buches Einmachglas (ISBN: 9783907724071)
Seitenmusiks avatar

Rezension zu "Einmachglas" von Demian Cornu

Seitenmusik
Vorhang auf für eine Generation unter enormen Druck

TW: Suiz*d: „Eigentlich habe ich keinen Grund, mich umzubringen, aber auch keinen, es nicht zu tun. Niemand würde sich freuen. Niemand würde um mich trauern. Sogar zum Sterben zu langweilig." (S. 11) – Dieser Satz steht früh im Buch und er hat mich sofort mitten hinein in die sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten dieser Jugendlichen gezogen: Identität, Druck, das Gefühl, den eigenen Platz in der Welt noch nicht gefunden zu haben.

„Einmachglas" von Demian Cornu ist am 01.03.2026 beim Zeitkind Verlag erschienen, 178 Seiten. Der Schweizer Autor hat selbst zwei Kinder und ist unter anderem Co-Präsident des DeutschSchweizer PEN Zentrums, Kurator der Diskussionsreihe h*story und Torwart der Schweizer Literatur Nati. „Einmachglas" ist sein zweiter Roman.

Worum geht's? 

Eine Schulklasse in einem sozialen Brennpunkt probt für ihr Abschlusstheater. Der Alltag ist geprägt von Teilnahmslosigkeit, Mobbing, Gewalt und familiären Problemen. Als ein Mitschüler plötzlich stirbt, wird das zum Wendepunkt – die Jugendlichen werden gezwungen, sich mit Verlust, Leistungsdruck und Identität auseinanderzusetzen. Das Theaterstück wird zur Katharsis. Und zur Anklage.

Meine Meinung

Was mich von der ersten Seite an überzeugt hat: Dieser Roman fühlt sich nicht an wie ein Buch über Jugendliche. Er fühlt sich an wie ein Buch von ihnen, weil sie meiner Meinung nach sehr authentisch dargestellt sind. Die Perspektiven wechseln zwischen den Schüler:innen und geben so einen tiefen Einblick in unterschiedliche Lebensrealitäten innerhalb einer Generation. Man lernt nach und nach, wer da eigentlich zu uns als Lesende spricht. Jede Figur trägt einen eigenen Rucksack, hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Sorgen. Am Anfang hat mich der recht schnelle Perspektivenwechsel gefordert, aber bin dann doch recht schnell reingekommen.

Was dem Autor meiner Meinung nach besonders gut gelingt: Die Jugendlichen sind keine Opfer und keine Held:innen. Sie sind selbstbezogen, manchmal unfair, manchmal unerträglich. Und weil sie sich in ihren Emotionen so echt anfühlen, sind sie für mich so überzeugend.

Das Theaterstück als Rahmen ist mehr als dramaturgisches Mittel. Es ist das Herzstück des Romans: Der Moment, in dem die Jugendlichen auf der Bühne sagen, was sie sonst nicht sagen können, wenn die Erwachsenen endlich ihnen zuhören müssen, ist einer der stärksten des Buches – und die Anklage an die älteren Generationen sitzt: „Wer zeigt uns, wie man schwach sein darf? Wie man liebt?" (S. 167).

Wenn ich mir was anders wünschen dürfte: noch 50 bis 100 Seiten mehr. Nicht weil die Geschichte nicht auch so wirkt, sondern weil ich mit den Figuren gerne noch länger zusammen gewesen wäre. Ein kurzer Hinweis sei noch erlaubt: Das Buch thematisiert Suizidalität, Gewalt und psychische Belastungen von Jugendlichen mit einer Direktheit, die wahrscheinlich bewusst gewählt ist. Ein kurzes Vorwort oder ein Hinweis auf Unterstützungsangebote wäre bei einer solchen Thematik wünschenswert gewesen.

Fazit

„Einmachglas" ist ein Geheimtipp, der keiner bleiben sollte. Für alle, die wissen wollen, was Jugendliche wirklich beschäftigt. Herzlichen Dank an Gabriela vom Zeitkind Verlag für das Rezensionsexemplar! 🙏

Cover des Buches Einmachglas (ISBN: 9783907724071)
Rahel-Beatrices avatar

Rezension zu "Einmachglas" von Demian Cornu

Rahel-Beatrice
Intensiv, heftig, etwas zum Nachdenken mit einem unfassbar packenden Epilog!


Intensiv, heftig, etwas zum Nachdenken mit einem unfassbar packenden Epilog!

Rezension zu

Einmachglas – Demian Cornu

𝗠𝗲𝗶𝗻 𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁

Eine Schulklasse, die siebzig Tage Zeit hat, sich auf das Schlusstheaterstück vorzubereiten. Genau hier startet das Buch und erzählt von ihrem Leben, von ihren Familien, aber auch von ihren Sorgen und Ängsten.

Am Anfang war ich etwas überfordert mit den schnellen Wechseln der Perspektiven, denn das Buch ist aus der Sicht der Schüler*innen geschrieben. Als ich jedoch in der Geschichte angekommen war, fand ich diese Perspektivenwechsel einfach nur genial.

Es sorgt dafür, dass man anfängt nachzudenken, denn jeder in dieser Geschichte hat seinen eigenen Rucksack zu tragen. So viele einzelne Geschichten kommen ans Licht, voller Probleme, Sorgen und Ängste, die die Jugendlichen versuchen zu verbergen. Genau das ist der Grund, weshalb all die Charaktere so viel Tiefe mitbringen. Denn genau so ist das Leben nun einmal.

Und genau das merkt man im Laufe der Geschichte. Nicht nur das Denken des Lesers verändert sich, sondern auch das unserer Protagonist*innen.

Es ist ein absolut genialer und fesselnder Roman. Ein Buch mit tiefen Emotionen, Einblicken und Wahrheiten. Wunderbar erzählt und in Szene gesetzt von Demian Cornu. Eine absolute Leseempfehlung.

𝗞𝗹𝗮𝗽𝗽𝗲𝗻𝘁𝗲𝘅𝘁

Eine Schulklasse in einem sozialen Brennpunkt probt für ihr Abschlusstheater. Der Alltag ist geprägt von Teilnahmslosigkeit, Mobbing, Gewalt und familiären Problemen. Der plötzliche Tod eines Mitschülers wird zum Wendepunkt, zwingt die Jugendlichen, sich mit Verlust, Leistungsdruck und Identität auseinanderzusetzen und einander mit mehr Respekt zu begegnen. Das Stück wird schliesslich zur Katharsis und Anklage gegen die Erwachsenenwelt.

𝗭𝗶𝘁𝗮𝘁𝗲

Zu leer, um zu fühlen. Und jetzt sitzen Sie da – als Pappfiguren ohne Rückgrat, als Zuschauer des Lebens, das Sie nicht mehr verstehen.

Natürlich ist niemand hier schuldig. Das System ist schuld, die Gesellschaft ist schuld. Aber wer ist das? Sie alle! Im Einzelnen Opfer, im Kollektiven Täter.

Weil auch Sie es nicht anders gelernt haben. Weil Sie in derselben Fake Welt leben wie wir.

Sie können jetzt nach Hause gehen. Das Stück ist vorbei.

Das Leben nicht. Wir bleiben, weil es uns nicht egal ist.

𝓧𝓞𝓧𝓞 𝓮𝓾𝓻𝓮 𝓡𝓪𝓱𝓮𝓵'𝓼

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