Denis Johnson

 3.8 Sterne bei 151 Bewertungen
Autor von Train Dreams, Engel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Denis Johnson

Er lotet menschliche Untiefen aus: Der 2017 verstorbene, 1949 in München geborene US-Amerikaner Denis Johnson verarbeitete in seinem literarischen Werk sehr persönliche Erfahrungen. Es ging stets um Drogen, Alkohol und Medikamente und was diese mit Menschen anstellen können. Der Leser muss sich also auf einiges gefasst machen. Aber es lohnt sich, Johnson bei seinen fantastisch-realistischen Erkundungen zu begleiten. Die Kurzgeschichtensammlung „Jesus‘ Sohn“ (dt. 1995) ist am bekanntesten. Johnsons Erzählkunst fesselt auch dann, wenn sie mit einem schockierenden Blitzlichtgewitter die Schattenseiten des amerikanischen Traums erhellt. Doch unvermittelt tauchen aus dem Grauen auch satirische Betrachtungen auf. Und zuweilen hält das Chaos inne und endet in schmerzlicher Zärtlichkeit. Für seinen Roman „Ein gerader Rauch“ (dt. 2008), der den Vietnamkrieg zum Gegenstand hat, erhält Denis Johnson den National Book Award zu einem Zeitpunkt, als er gerade selbst im Irak unterwegs ist. Mit der Aufarbeitung US-amerikanischer Vergangenheit beschreibt Johnson immer auch die Gegenwart. Er kennt dabei keine Schonung, schon gar nicht für sich selbst. Johnson geht mit seinen Themen und der sprachlichen Offenlegung menschlichen Leids genau dorthin, wo es wehtut. Das Mitgefühl für seine Charaktere und der ihm eigene Humor halfen Johnson immer wieder, die Balance zu der Wucht der geschilderten Ereignisse herzustellen.

Alle Bücher von Denis Johnson

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Denis JohnsonTrain Dreams
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Train Dreams
Train Dreams
 (29)
Erschienen am 01.04.2006
Denis JohnsonJesus' Sohn
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Jesus' Sohn
Jesus' Sohn
 (20)
Erschienen am 01.10.2007
Denis JohnsonEngel
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Engel
Engel
 (22)
Erschienen am 01.04.2003
Denis JohnsonEin gerader Rauch
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Ein gerader Rauch
Ein gerader Rauch
 (18)
Erschienen am 01.02.2010
Denis JohnsonKeine Bewegung!
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Keine Bewegung!
Keine Bewegung!
 (17)
Erschienen am 01.10.2011
Denis JohnsonSchon tot
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Schon tot
Schon tot
 (13)
Erschienen am 15.05.2018
Denis JohnsonDer Name der Welt
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Der Name der Welt
Der Name der Welt
 (13)
Erschienen am 15.05.2018
Denis JohnsonFiskadoro
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Fiskadoro
Fiskadoro
 (7)
Erschienen am 01.02.2005

Neue Rezensionen zu Denis Johnson

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Rezension zu "Keine Bewegung!" von Denis Johnson

Zwei, die sich nicht suchen, finden sich
Duffyvor 2 Monaten

Oberflächlich betrachtet ist der Plot nichts besonderes. Das ist ein Thriller, könnte man sagen und die ganz Schlauen würden meinen: Das ist die Noir-Abteilung. Die Handlung ist einfach. Jimmy Luntz, ohnehin schon mit einer Menge Schulden belastet und deshalb auch immer auf der Flucht, trifft auf Anita, auch auf der Flucht, aber nicht wegen Schulden, sondern weil im Hintergrund 2,3 Millionen zu ergaunern sind. Natürlich trifft man sich in einer Bar, natürlich gibt es auch die ganz bösen Jungs, die nun hinter beiden her sind. Und die sind nicht zimperlich, sondern machen auch schon mal von Waffen und unästhetischen Verschönerungsmethoden Gebrauch.
Johnson zieht die Sache durch, mit allen Konsequenzen, und das macht das Buch besonders, denn wer ins Detail geht, der kann die herrlich übertriebenen Gimmicks des Genres genießen, die der Autor mit einer Lust einstreut, dass man irgendwann denken könnte, er wolle uns hier Satire abliefern. Doch das ist es nicht, es ist ganz einfach ein rasend schneller Roman mit herrlichen Dialogen, denen man sich nicht entziehen kann. "Beifall auf offener Szene" fällt einem dabei ein und dann erkennt man ihn, den rabenschwarzen Humor und den Spaß, den Johnson beim Schreiben gehabt haben muss. Das sich so ganz nebenbei auch die Spannung aufbaut und bis zum Ende hält, ist fast schon ein Nebeneffekt, doch der eine oder andere wird sich dabei ertappen, dass er das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, bis er auf der letzten Seite angekommen ist. Für alle die, die diesen Roman langweilig finden, meine Empfehlung, nicht immer jeden "Krimi" so schnell zu lesen, denn dann versteht man selbst sowas nicht.
Wahrscheinlich hätte sich Johnson großartig mit Ken Bruen verstanden. Der "Jack Taylor"- Erfinder arbeitet ähnlich, mit knalligen Dialogen und kurzen Sequenzen. Was will uns diese Vermutung sagen? Dass der Leser dieser Rezension gleich zwei Literaturtipps auf einmal bekommt. Viel Freude damit!

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Rezension zu "Jesus' Sohn" von Denis Johnson

Grundstein zur Legendenbildung
Duffyvor 2 Monaten

1992 erschien diese Storysammlung in den USA und begründete die Sonderstellung von Johnson. Und tatsächlich ist der Ton von Johnson wirklich etwas Neues gewesen. NIemand konnte die absurdesten aber treffendsten Vergleiche ziehen, oder Landschaften, Gebäude und Menschen so beschreiben wir er. Dabei sind seine Geschichten alles andere als harmonsiche Bedtime-Storys. Anders als Bukowski, der einen Reigen mit den Loosern tanzte, nahm sich Johnson all jener an, deren Charakterzüge immer auch etwas neben der Norm lagen, um sie der Normalität als nicht aus der Art geschlagen zu präsentieren. Dass es dabei alle Bereiche menschlicher Emotionen, von Liebe und Zärtlichkeit bis zum absoluten Horror streifte, schien nur eine Logik seiner Heransgehensweise zu sein. Der Eindruck, dass Johnson die Menschen nicht besonders mag, trügt, denn er nimmt sich nie aus der Schusslinie, sucht die Versäumnisse bei sich und gibt uns einen Eindruck, wie es wäre, würde man nicht versuchen, alle Schuld anderen in die Schuhe zu schieben.
Es ist gut, dass Johnson nun auch bei uns bekannter wurde. Weniger gut ist, dass der 2017 verstorbene Autor nichts mehr davon hat.
Beeindruckend.

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Rezension zu "Train Dreams" von Denis Johnson

Abgetrennt
Duffyvor 3 Monaten

Am Ende des 19. Jahrhundert arbeitet Robert Grainier als Tagelöhner, bis er sich ein kleines Stück Land leisten kann. Er heiratet seine Frau Gladys, die ihre Tochter Kate bekommt. Als er eines Tages wieder wegen der Arbeit abwesend ist, kommt es im Tal zu einem schrecklichen Waldbrand. Auch das Haus der Grainiers fällt den Flammen zum Opfer, Robert verliert nicht nur die Heimat, sondern auch Frau und Kind. Er lebt mit dem Schmerz, baut sich an der gleichen Stelle ein neues Haus und lebt zurückgezogen. Eine Vision bringt ihm die Gewissheit, dass seine Tochter noch lebt.
Diese Novelle von Johnson beschreibt sehr sensibel die Veränderungen im Leben eines Menschen. Es ist nicht nur der Verlust, der hier thematisiert wird, sondern es ist auch der Einfluss, den die Veränderung in der Gesellschaft durch die Technik mit sich bringt. Der Kampf gegen viele Dämonen prägt die Hauptfigur, die dennoch den vielen Widerständen trotzt und es schafft, sich mit einer Mischung aus Pragmatismus und Standfestigkeit treu zu bleiben.
Erst spät bei uns in Deutschland entdeckt, hat man nun auch hier Notiz von dem 2017 verstorbenen Autor genommen, der in Amerika zu den ganz Großen der Literatur geworden ist. Zu Recht, wie auch diese Novelle beeindruckend belegt.

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Denis Johnson wurde am 01. Juli 1949 in München (Deutschland) geboren.

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