Denis Johnson

 3.9 Sterne bei 160 Bewertungen
Autor von Train Dreams, Engel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Denis Johnson

Er lotet menschliche Untiefen aus: Der 2017 verstorbene, 1949 in München geborene US-Amerikaner Denis Johnson verarbeitete in seinem literarischen Werk sehr persönliche Erfahrungen. Es ging stets um Drogen, Alkohol und Medikamente und was diese mit Menschen anstellen können. Der Leser muss sich also auf einiges gefasst machen. Aber es lohnt sich, Johnson bei seinen fantastisch-realistischen Erkundungen zu begleiten. Die Kurzgeschichtensammlung „Jesus‘ Sohn“ (dt. 1995) ist am bekanntesten. Johnsons Erzählkunst fesselt auch dann, wenn sie mit einem schockierenden Blitzlichtgewitter die Schattenseiten des amerikanischen Traums erhellt. Doch unvermittelt tauchen aus dem Grauen auch satirische Betrachtungen auf. Und zuweilen hält das Chaos inne und endet in schmerzlicher Zärtlichkeit. Für seinen Roman „Ein gerader Rauch“ (dt. 2008), der den Vietnamkrieg zum Gegenstand hat, erhält Denis Johnson den National Book Award zu einem Zeitpunkt, als er gerade selbst im Irak unterwegs ist. Mit der Aufarbeitung US-amerikanischer Vergangenheit beschreibt Johnson immer auch die Gegenwart. Er kennt dabei keine Schonung, schon gar nicht für sich selbst. Johnson geht mit seinen Themen und der sprachlichen Offenlegung menschlichen Leids genau dorthin, wo es wehtut. Das Mitgefühl für seine Charaktere und der ihm eigene Humor halfen Johnson immer wieder, die Balance zu der Wucht der geschilderten Ereignisse herzustellen.

Alle Bücher von Denis Johnson

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Train Dreams9783644400177

Train Dreams

 (30)
Erschienen am 26.03.2019
Cover des Buches Engel9783644000179

Engel

 (23)
Erschienen am 20.08.2019
Cover des Buches Jesus' Sohn9783644000162

Jesus' Sohn

 (20)
Erschienen am 13.03.2019
Cover des Buches Ein gerader Rauch9783644042117

Ein gerader Rauch

 (18)
Erschienen am 02.05.2014
Cover des Buches Keine Bewegung!9783499256615

Keine Bewegung!

 (17)
Erschienen am 01.10.2011
Cover des Buches Schon tot9783499275197

Schon tot

 (13)
Erschienen am 15.05.2018
Cover des Buches Der Name der Welt9783499275203

Der Name der Welt

 (13)
Erschienen am 15.05.2018
Cover des Buches Die Großzügigkeit der Meerjungfrau9783499274176

Die Großzügigkeit der Meerjungfrau

 (7)
Erschienen am 17.12.2019

Neue Rezensionen zu Denis Johnson

Neu

Rezension zu "Die lachenden Ungeheuer" von Denis Johnson

Was ist Wahrheit, was ist Lüge?
Xirxevor 2 Monaten

Nair, ein Hauptmann im Nato-Geheimdienst, und Adriko, Ex-Kindersoldat unter Idi Amin und ein Mann für alle Fälle, haben sich viele Jahre nicht gesehen, doch noch immer immer bezeichnet jeder den andern als Freund. Adriko hat einen Plan, den er jedoch seinem Freund nur bruchstückweise erzählt; und eine Verlobte, die er in seinem Heimatdorf in Uganda heiraten will - mit Nair an seiner Seite. Aber auch Nair spielt nicht mit offenen Karten: Er soll seinen Freund überwachen - er hat selbst keine Ahnung weshalb. Und nebenbei hat er noch ein kleines Geschäft laufen, von dem er Adriko nichts erzählt. Gemeinsam brechen sie in Freetown, Sierra Leone, auf. Auf nach Uganda, zum Fuß der Berge 'Die lachenden Ungeheuer'.
Es ist eine abenteuerliche Reise, die die Drei unternehmen. Derart abenteuerlich, dass sie sie fast das Leben kostet - und das nicht nur einmal. Es geht um geschmuggeltes Uran, geklaute Informationen, Spionage, Freundschaft, Liebe, Verrat - und Afrika. So unübersichtlich die Geschichte manchmal wirkt, man nicht weiß, wer gegen oder wer mit wem, so unübersichtlich ist dieses Afrika, das Denis Johnson in diesem Buch beschreibt, das zurecht nicht als Krimi oder Thriller bezeichnet wird. Denn es ist von allem ein bisschen.
Der Autor lässt seinen Ich-Erzähler Nair stellenweise ebenso verworren erzählen wie sich auch die Geschichte zeitweise darstellt. Doch mich hat es nicht gestört, denn es passt exakt zu den Geschehnissen in Sierra Leone und noch besser zu denen in Uganda, wo sie unter anderem von Rebellen gefangen gehalten werden oder anderswo eine Göttin im Baum sitzt.
Eine düstere, fesselnde Lektüre aus einem ebenso düsteren, faszinierenden Afrika.

Kommentieren0
11
Teilen

Rezension zu "In der Hölle" von Denis Johnson

wie von einer anderen, fernen Welt
Papiertiger17vor 6 Monaten

Ein beklemmendes, spannendes Werk. Zuweilen schockierend und manchmal seltsam unterhaltsam führt der Autor dem Leser die Brutalität und den Irrsinn menschlichen Daseins vor Augen. Dabei wird über gesellschaftliche Verhältnisse berichtet, deren Nachfühlbarkeit sich einem mitteleuropäischen Leser gänzlich entziehen dürfte; Lebensumstände so völlig fremd und unfassbar als wären sie von einer anderen, fernen Welt.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Keine Bewegung!" von Denis Johnson

Zwei, die sich nicht suchen, finden sich
Duffyvor 2 Jahren

Oberflächlich betrachtet ist der Plot nichts besonderes. Das ist ein Thriller, könnte man sagen und die ganz Schlauen würden meinen: Das ist die Noir-Abteilung. Die Handlung ist einfach. Jimmy Luntz, ohnehin schon mit einer Menge Schulden belastet und deshalb auch immer auf der Flucht, trifft auf Anita, auch auf der Flucht, aber nicht wegen Schulden, sondern weil im Hintergrund 2,3 Millionen zu ergaunern sind. Natürlich trifft man sich in einer Bar, natürlich gibt es auch die ganz bösen Jungs, die nun hinter beiden her sind. Und die sind nicht zimperlich, sondern machen auch schon mal von Waffen und unästhetischen Verschönerungsmethoden Gebrauch.
Johnson zieht die Sache durch, mit allen Konsequenzen, und das macht das Buch besonders, denn wer ins Detail geht, der kann die herrlich übertriebenen Gimmicks des Genres genießen, die der Autor mit einer Lust einstreut, dass man irgendwann denken könnte, er wolle uns hier Satire abliefern. Doch das ist es nicht, es ist ganz einfach ein rasend schneller Roman mit herrlichen Dialogen, denen man sich nicht entziehen kann. "Beifall auf offener Szene" fällt einem dabei ein und dann erkennt man ihn, den rabenschwarzen Humor und den Spaß, den Johnson beim Schreiben gehabt haben muss. Das sich so ganz nebenbei auch die Spannung aufbaut und bis zum Ende hält, ist fast schon ein Nebeneffekt, doch der eine oder andere wird sich dabei ertappen, dass er das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, bis er auf der letzten Seite angekommen ist. Für alle die, die diesen Roman langweilig finden, meine Empfehlung, nicht immer jeden "Krimi" so schnell zu lesen, denn dann versteht man selbst sowas nicht.
Wahrscheinlich hätte sich Johnson großartig mit Ken Bruen verstanden. Der "Jack Taylor"- Erfinder arbeitet ähnlich, mit knalligen Dialogen und kurzen Sequenzen. Was will uns diese Vermutung sagen? Dass der Leser dieser Rezension gleich zwei Literaturtipps auf einmal bekommt. Viel Freude damit!

Kommentieren0
31
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Denis Johnson wurde am 01. Juli 1949 in München (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 187 Bibliotheken

auf 32 Wunschlisten

von 3 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks