Denis Johnson Keine Bewegung!

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Inhaltsangabe zu „Keine Bewegung!“ von Denis Johnson

'Ein großer, finsterer, ernster Spaß.' Philip Roth Friseur und Barbershop-Sänger Jimmy Luntz verspielt seit Jahren das Geld zwielichtiger Kredithaie. Doch einige Leute sehen das gar nicht gern. Skrupellose Leute mit großkalibrigen Waffen. Auf der Flucht vor Geldeintreibern wird die schöne Indianerin Anita Jimmys Gefährtin – und plötzlich geht es nicht mehr nur um ein paar Riesen für Lotterie und Poker, sondern um sein Leben, Sex und 2,3 Millionen Dollar. 'Der Gott, an den ich glauben möchte, hat eine Stimme und einen Humor wie Denis Johnson.' Jonathan Franzen

Johnson konnte nicht überzeugen.

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2-5 Sterne, jederzeit. Kein "gefälliges" Buch. Russland, Deutschland, Türkei, Auswanderung, (sexuelle) Identität, ...zu viel???

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    Keine Bewegung!

    rallus

    19. November 2014 um 14:05

    Ein richtig knalliger bunter Popsong dauert nicht lange. Im besten Fall, bevor die Energie ihn verlässt, 2 Minuten und 2 Sekunden. Genau so lange dauert der Song 2 von der Popgruppe (oder genauer Alternative-Rock Band für den Musikpuristen) Blur. Ein poppiges knalliges Buch dauert hier nur 204 Seiten. Und genau wie bei Song2 hört es auf bevor die Energie verpufft ist.Ursprünglich als Fortsetzungsgeschichte für den amerikanischen Playboy geschreiben, kann man in so wenig Buch auch nicht viel literarische Ergüsse reinpacken. So wie in Song2 sich auch niemand an einem exzessiven Gitarrensoli versucht. Ein Beispiel: "'Welche Nationalität haben sie?' 'Wie?' 'Sind sie eine Latina?' Sie starrte ihn an. 'Ja. Klar. Sind sie ein Arschloch?' 'Groesstenteils', sagte er." Jimmy Luntz ist das Arschloch. Gerade von einem Schulden-Erinnerungs-Nachdruck-Gangster aus einem Chorwettbewerb gerissen, an dem er teilnahm. Er schiesst diesen nieder und flieht mit dessen Auto. Dann trifft er die schöne Anita, die Latina, die sich gerade von ihrem reichen Mann getrennt hat. Zusammen kommen sie in einer Bar unter. Juarez, der den Kleingangster schickte, päppelt den Angeschossenen auf und findet das Liebesnest. Und es geht natürlich um viel Geld, 2,3 Millionen, einen Richter und viele Schiesseisen. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse - und das Buch hört auf. So einfach, mittendrin, mit vielen Leichen und gebrochenen Herzen. Dass das aber auch alles Spass machen und so herrlich trashig sein kann, beweist uns Denis Johnson hier. Ein kurzweiliger Lesespass, ein knallbunter, cooler Gangstertrash. Und eigentlich hab ich hier schon zu viele Worte verloren. :-)

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  • Rezension zu "Keine Bewegung!" von Denis Johnson

    Keine Bewegung!

    thelexxx

    17. June 2012 um 12:33

    Barbershop-Sänger Jimmy Luntz ist alles andere als ein Chorknabe; er ist ein Spieler mit einem Hang dazu, in Schwierigkeiten zu geraten. Nachdem er das Geld zweier Gangster verzockt, soll ihm ein Denkzettel verpasst werden. Aus dem Nichts gelingt es dem notorischen Pechvogel jedoch, den Spieß umzudrehen und seinen vermeintlichen Attentäter anzuschießen. Unfähig, den Job zu Ende zu bringen, also seinen Killer zu töten, stiehlt Luntz dessen Wagen und entfacht damit unweigerlich eine hoffnungslose Verfolgungsjagd, die übermächtigen und wütenden Gegner im Nacken. --- Als Luntz dann inmitten seiner völlig planlosen Flucht auf die attraktive Indianerin Anita trifft, und diese, zu seiner eigenen Überraschung, in einer Bar abschleppt, ahnt er nicht, dass sein hübscher One-Night-Stand in einen Komplott um 2,3 Millionen Dollar verwickelt und auf der Suche nach einem Komplizen ist, um sich das ominöse Geld allein unter den Nagel zu reißen. Widerwillig und inkonsequent, wie Spieler, ihrer Natur entsprechend, von Zeit zu Zeit sein können, lässt er sich darauf ein - auch in der Hoffnung, die eigene Haut möglicherweise retten zu können. Abgesehen davon ist Anita eben auch sehr hübsch. --- Es beginnt eine rasante Odyssee aus Gewalt, Sex und Missgeschicken, die weniger etwas mit althergebrachten Gangsterromanzen à la Bonnie und Clyde zu tun hat, sondern sich vielmehr im schwarzhumorigen Kriminalitätskosmos eines Quentin Tarantino abspielen könnte. Haufenweise bitterböse Szenen, pointierte Dialoge und der rasante Plot machen Johnsons Roman, mit dem, in der Tat, etwas ungelenken deutschen Titel "Keine Bewegung!", zu einem kurzweiligen Lesevergnügen, dem es jedoch immer ein wenig zum Klassiker fehlt. Gerade zum Ende hin, überschlagen sich die Ereignisse und die Geschichte wird an einigen Stellen eine Prise zu fahrig. Was man hier jedoch bekommt, ist, um bei den Vergleichen zur Welt des Films zu bleiben, eine unterhaltsame Gangstergeschichte an der Grenze zum Popcorn-Kino; kein Epos, aber auch keine Schmonzette; ein schmutziges und wildes Roadmovie, das zum Lachen bringt und erschreckt - nicht mehr, aber auch definitiv nicht weniger. --- Auch zu lesen auf: buchpiraten.blogspot.de

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  • Versuch gescheitert

    Keine Bewegung!

    Stefan83

    24. October 2011 um 11:13

    Ja, wenn ein hoch gepriesener Literat wie der Amerikaner Denis Johnson im Gefilde des Kriminalromans wildert, dann muss das schon was Besonderes, mehr noch, eine Ehre für das gesamte Genre sein. So zumindest der Ersteindruck bei all den Lobeshymnen, welche jegliche frei verfügbare Stelle des Buches zieren und dieses „ungemein eingängige Vergnügen“ mit Superlativen versehen. Und wenn dann noch Großmeister Jonathan Franzen höchstpersönlich Denis Johnson und Gott in einem Atemzug nennt, bleibt wohl keine andere Wahl mehr, als reflexartig zur Geldbörse zu greifen und vor Vorfreude pfeifend ekstatisch zur Kasse zu taumeln, um das knapp 200 Seiten umfassende Meisterwerk endlich genießen zu können. Blöd nur, dass man schließlich feststellen muss, dass es nicht nur keins ist, sondern auch Humor & Komik ungefähr so häufig sind wie ausschweifende Dialoge in Sexfilmen. Und der Vergleich mit letzteren cineastischen Werken ist insofern nicht weit her geholt, da „Keine Bewegung“ ursprünglich als Fortsetzungsroman für den Playboy vorgesehen war. Zum Glück für Leser und Abonnenten des Letzteren, entschied man sich letztendlich dann aber doch für den Druck in Romanform. In der Tradition der alten amerikanischen Detektiv- und Gangsterromane erzählt Johnson die Geschichte des trotteligen Friseurs und Chorsängers Jimmy Luntz aus dem kalifornischen Alhambra, dessen Hang zur Spielsucht ihn zum Schuldner bei einem Mafioso gemacht hat. Bevor an eine Flucht nur zu denken ist, gerät er in die Fänge des Geldeintreibers Gambol, der ihm zur Motivation und als Zahlungsanreiz kurzerhand das Schienbein zertrümmern will. Ein in die Ecke getriebener Friseur ist jedoch ein nicht zu unterschätzender Gegner. Luntz schnappt sich flink Gambols' Waffe und jagt diesem prophylaktisch eine Kugel in den Oberschenkel. Samt der Knarre und dem Auto tritt er nun den Rückzug an, nur um kurze Zeit später über die stockbesoffene Anita Desilvera zu stolpern, welche unter Anklage steht 2,3 Millionen Dollar unterschlagen und damit ihren Mann bestohlen zu haben. Nach ein bisschen dreckigem Sex beschließt man die Reise gemeinsam fortzusetzen, während der verletzte Gambol eine ehemalige Armee-Krankenschwester in Anspruch nimmt, um möglichst schnell die Fährte des Flüchtigen Luntz aufnehmen zu können… Ein äußerst ansprechendes Cover im nostalgische Comic-Look. Eine nach literarischem Roadmovie klingende Geschichte. Der äußere Schein von „Keine Bewegung!“ lässt bei Freunden kleiner Krimi-Kleinode die Erwartungen in die Höhe steigen, nur um diese dann bereits knappe 50 Seiten später ungespitzt in den Boden zu rammen. Viel länger dauert es nämlich nicht, bis man begreift, dass dieser „grandiose Genre-Scherz“ leider wörtlich zu nehmen ist. Johnson wartet mit einer unausgegorenen Story auf, die bereits kurz nach Beginn extrem schnell verflacht und ungefähr so lustig ist wie das letzte Bühnenprogramm von Fips Asmussen. Das Niveau der Witze segelt ganz knapp unterhalb der Radarschwelle und ist in seiner Ausführung derart offensichtlich Richtung Elmore Leonard gebürstet, dass es zum Himmel schreit. Der große Unterschied: Altmeister Leonard hätte die wenigen Seiten wohl besser zu nutzen gewusst und sich nicht wie Johnson auf den Wiedererkennungseffekt verlassen. Und überhaupt fragt man sich, was „Keine Bewegung!“ eigentlich werden sollte. Noir? Pulp? Gesellschaftssatire? Parodie? Betrachtet man sich allein die Besetzung des Romans, welche vom Hoden fressenden Psychopathen Gambol bis zum gemeinen mexikanischen Schurken (oder ist er jetzt doch Araber?) Juarez reicht, kommen Erinnerungen an Tarantinos Werke hoch. Doch was in „Pulp Fiction“ oder „From Dusk till Dawn“ zum Schreien komisch war, reizt hier gerade mal zu einem müden Lächeln. Johnsons gestelzte Komik liest sich derart banal und konstruiert, dass einem das einem das im Aufbau begriffene Grinsen im Gesicht wegstirbt und man auch unter größter Anstrengung keine Sympathie für irgendjemanden aufbringen will. Und selbst verabscheuen und hassen kann der Leser die Figuren letztendlich nicht, so farblos grau und ausgegoren wirkt das Ganze. Tja, und der rote Faden der Geschichte? Eher ein Gewirr von Knoten, das sich rasant von einer brutalen Auseinandersetzung zur nächsten Perversität windet, um zwischendurch immer wieder mit solchen Dialogen einen Angriff auf die Lachmuskeln zu proben: (…) „Wie wär's mit einem Happy End?“ „Nicht zu sterben, nachdem man angeschossen wurde, dürfte Happy End genug sein.“ „Weißt du, was ich meine? So wie bei den kleinen Masseurinnen? Ich rede davon, einen geblasen zu kriegen. Das ist ein Happy End.“ „Für Sie vielleicht. Für mich ist es ein Mundvoll Wichse.“ Ein Blindgänger auf ganzer Linie also? Nun ganz so schlimm ist es dann nicht, bleibt Johnson doch den Gesetzen des Genres treu und schreibt eine Geschichte, welche Freunde der kantigen, groberen Gangart eventuell sogar begeistern könnte. Ein Großteil der Leserschaft wird aber wohl mit dieser klischeehaft gestrickten Handlung so seine liebe Mühe und Not haben, und letztendlich dem Ende entgegenfiebern, das entsprechend den vorherigen Geschehnissen gleichsam unoriginell und platt ausfällt. Insgesamt ist „Keine Bewegung“ ein misslungener Versuch des Genre-Wechsels, der einmal mehr verdeutlicht, dass nicht jeder Romancier die Kunst der wenigen Worte beherrscht. Ein Scherz ganz sicher. Leider einer, der allzu selten zündet und aufgrund der inhaltlich dürren Geschichte jeglichen Tiefgang vermissen lässt.

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  • Rezension zu "Keine Bewegung!" von Denis Johnson

    Keine Bewegung!

    Archibald Pynchon-Light

    01. December 2010 um 20:27

    Harte Jungs und noch viel härtere Damen bevölkern diesen hard-boiled-Krimi. Jimmy Luntz ist Friseur, Chorsänger und Spieler. Als sich der Geldeintreiber Gambol seine Kniescheiben vornehmen möchte, wehrt er sich und lässt den Mann angeschossen liegen. In einer Karaoke-Bar trifft er auf die glamouröse Anita, die mehrere Klassen über ihm steht. Doch reichlich Alkohol und eine günstige Laune des Schicksals führen dazu, dass Jimmy Luntz über seinen Verhältnissen verkehren darf. Anita ist nicht nur unglaublich abgebrüht, sondern auch in einen Betrug verwickelt, in dem es um einige Millionen geht. Gambol wird unterdessen von der ehemaligen Krankenschwester Mary gepflegt und nimmt dann mit ihr zusammen die Verfolgung auf. Dieser Teil der Handlung erinnert sehr an The Getaway. Thompson und Peckinpah würden sicher wohlwollend zustimmen. Keine Bewegung erschien zuerst als Fortsetzungsgeschichte im amerikanischen Playboy. Es handelt sich um klassische Pulp Fiction: Gangster und Verlierer, die sich gegenseitig austricksen oder umbringen wollen. Es gibt keine coole Schießereien oder Posen, sondern nur brutale Gewalt. Luntz´ Gegner erzählen gerne, wie sie gemeinsam die Hoden eines Gegners verspeisten. Dasselbe Schicksal haben sie auch ihm zugedacht. Johnson spielt mit den Konventionen des Genre und fügt ihm thematisch nichts Neues hinzu. Inhaltlich eine Geschichte, wie man sie hundertfach lesen kann. Doch sprachlich einfach herausragend, mit Beschreibungen, die sich einprägen: Während ein Auto schleudert, wird „die Landschaft über die Windschutzscheibe geschmiert“. Großartige Bilder, bitterer Humor und Spannung bis zum Ende. Ebenso unerbittlich und kraftvoll wie Cormac McCarthys No country for old men. Eine Mischung aus Elmore Leonard und Charles Willeford, mit bestens funktionierenden lakonischen Dialoge, die sich über das Papier erheben und dem Leser ein ums andere Mal ein Lächeln aufs Gesicht zaubern

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