Denis Thériault Das Lächeln des Leguans

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Inhaltsangabe zu „Das Lächeln des Leguans“ von Denis Thériault

Ein poetischer Roman über die Kraft der FreundschaftAm Strand des St.-Lawrence-Golfes schließen zwei elfjährige Jungen Freundschaft. Seit Lucs Mutter eines Tages nicht vom Baden zurückgekehrt ist, verbringt er so viel Zeit wie möglich am Meer. Auch seinen neuen Freund zieht es ans Wasser, und schon bald weiht Luc ihn in sein großes Geheimnis ein: In einer Höhle an der Steilküste haust ein Leguan mit magischen Kräften, der ihnen zur Seite stehen wird. Immer tiefer tauchen die beiden in ihr eigenes Universum ein, bis sich Luc in seiner Traumwelt zu verlieren droht und die Loyalität seines Freundes auf eine harte Probe stellt. Suggestiv und anrührend erzählt Thériault vom Schmerz des Verlustes und der Sehnsucht nach Geborgenheit.Der Roman wurde mit dem Prix Anne-Hébert und dem Prix Quebec-France/Jean-Hamelin ausgezeichnet.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "Das Lächeln des Leguans" von Denis Thériault

    Das Lächeln des Leguans

    jansdarling2002

    09. October 2011 um 20:41

    °°° Kanadas Küste …. °°° An der kanadischen Küste lässt es sich wunderbar mit einem Schneemobil fahren. Mama und Papa frönen diesem Hobby: Schneemobil fahren in jeder freien Minute. Sie lernten sich kennen auf den Schneemobilen, sie heirateten auf dem Schneemobil und wahrscheinlich wurde auch ihr Sohn auf Selbigem gezeugt – dieses lässt sich aber nicht mit Gewissheit sagen. Alles in ihrem Leben dreht sich um dieses Höllengefährt, mit welchem man temporeich über den Schnee düsen kann. So auch heute: Das Wetter ist perfekt und man bricht zu einer Tour mit dem Schneemobil auf. Doch dann wird das Paar von einem plötzlich auftretendem Blizzard überrascht, der ihnen die Sicht und Orientierung raubt. Es kommt zu einem schlimmen Unglück: ein Zusammenstoß mit einem Zug, den die Mutter überlebt – wenn auch im Koma. Der Vater hingegen hat nicht so viel Glück, denn er wird enthauptet und stirbt noch am Unfallort. Sein Kopf wurde bei den Bergungsarbeiten nie gefunden…. Zu Hause in der Hütte sitz der Sohn am Fenster und starrt ins Dunkel – von seinen Eltern keine Spur. Bis die traurige Nachricht überbracht wird … der Junge ist traurig, ebenso die Großeltern, die den Jungen erst mal bei sich aufnehmen. So muss der Junge in der schweren Zeit auch noch einen Wohnortwechsel mit sich und seiner Trauer vereinbaren. Ihm fällt es schwer sich zu integrieren – selbst in der Schule ist er ein Außenseiter, ebenso wie Luc, welcher unweit vom Jungen (ohne Namen) bei seinen stets betrunkenen Vater in einem heruntergekommenen Wohnwagen wohnt. . Aus einer Schulhof-Situation heraus werden beide aufeinander aufmerksam, ganz zaghaft freunden sich die beiden Jungen an. Man trifft sich mal am Strand und sammelt Pfandflaschen für Luc, denn er möchte sich eine Taucherausrüstung kaufen. Immer intensiver werden die Treffen zwischen den beiden Jungs, so passiert es auch, dass von dem Jungen (ohne Namen) die im Koma liegende Mutter ebenso zur Sprache kommt wie Lucs prügelnder und saufender Vater. Luc beschäftigt die im Koma liegende Mutter seines neuen Freundes sehr, und so macht er sich Gedanken … Gedanken darüber, dass es nicht sein kann, dass die Mutter im kahlen kalten Krankenhaus liegt und sich ihr Zustand einfach nicht bessert. Aus Lucs Gedankengängen entsteht eine mitreißende Idee, die sogar die Großeltern seines Freundes mitreißt….. . °°° Leseeindrücke °°° Wie schon erwähnt, bin ich auf dieses Werk eher durch einen Fernsehbeitrag im N3 Kulturjournal gestoßen, und muss sagen es hat sich gelohnt, sich den Tipp zu merken … seitdem schaue ich öfters mal online die ganzen Kulturjournale und Buchsendungen durch, um vielleicht noch etwas Neues zu entdecken… leider hat das meist zur Folge, dass mein Bücherstapel / Bücherliste ungeahnte Ausmaße annimmt … . Worum es inhaltlich in Das Lächeln des Leguans geht, kann man aus dem obigen Inhaltsabriss entnehmen. Eine zarte Pflanze der Freundschaft wächst behutsam heran, zwischen zwei Jungen, die jeder für sich ein belastendes Päckchen zu tragen haben. Eingangs hat man als Leser nicht die leiseste Ahnung, in welche Richtung die Geschichte gehen wird, eigentlich macht man sich da auch keine großartigen Gedanken, denn die Geschichte nimmt den Leser mit auf eine Reise ins Unbekannte… schon nach einer relativ kurzen Zeit der Eingewöhnung ins das sprachliche Niveau des Autors lässt man sich mit der Handlung als solches treiben und schaut zwei jungen Menschen bei der Erkundung von Gefühlen und dem Leben zu. . Ein wenig Schade finde ich, dass man nicht den Namen des einen Jungen erfährt (der, der seinen Vater verloren hat), das wirkte auf mich beim Lesen ein wenig befremdlich, aber auch nüchtern. Aber nichtsdestotrotz sind die beiden Jungen hier die Hauptfiguren und als solche auch mit einer einfühlsamen und besonderen Sorgfalt konstruiert worden. Die Handlung um beide herum spielt dem jeweiligen Protagonisten den "Ball" zu, ohne dass diese dadurch erzeugten Wechsel der Sicht- und Erlebensweisen künstlich oder gar unangebracht wirken. Durch die Wechsel der Handlungsstränge um die beiden Hauptfiguren wird auch nicht der Lesefluss unterbrochen, sondern eher im Gegenteil, man kann die dezente Verflechtung der Handlungsstränge und das baldige wieder auseinanderlaufen Selbiger gut nachvollziehen und bleibt in der Geschichte mit eingebunden … so kommt es, dass die Hauptfiguren real wirken und man meint, manche Szenerie besonders zu spüren. Weitere agierende Protagonisten sind nicht weniger real und überzeugend dargestellt, sodass hier kein Bruch entsteht, sondern ein rundum gelungenes Ensemble an Figuren , die nicht besser zur Drumherum drapierten Handlung passen würden. Schon beinah zu Anbeginn der Handlung hat man sich in die geringe Anzahl der Charaktere eingelesen, sodass man diesen problemlos folgen sowie auch die Gedankengänge nachvollziehen kann. . Hatte ich vorhin doch vom sprachlichen Niveau gesprochen, dieses möchte ich gerne näher erläutern: der sprachliche Ausdruck ist hier sehr sorgfältig und auch leicht emotional angehaucht – auf der anderen Seite aber auch nüchtern und eben nicht zu sehr auf der Mitleidschiene, was ja doch manchmal schnell der Fall sein kann. Eine sorgfältige Wortwahl, fern ab der deutschen Flapsigkeit , und das Ganze ohne großartig hochtrabende Begriffe zu verwenden, die ein Normalsterblicher unserer durch Medien beeinflussten Leserschaft nicht kennt. Auch leere Worte, die der Füllung dienen, wird man hier im Gegensatz zu manch anderen Werken nicht finden. 'Klar und prägnant mit einem gewissen Quäntchen an Einfühlungsvermögen bringt den sprachlichen Stil bzw. Ausdruck auf den Punkt. Hervorgehoben wird dieses Besondere auch durch die Darstellung der jeweiligen Handlungsorte, zB. die kanadische schroffe Küste mit ihren geheimnisvollen Höhlen, sodass sich ein imaginäres Bild beim Lesen entwickeln kann. . Diese Konstellation an sprachlichem Ausdruck, den Protagonisten sowie die Drumherum drapierte Handlung in Verbundenheit mit den Landschaftsbeschreibungen gibt dem Leser das Gefühl, er erlebe dieses selber. Ebenso sorgt dieses für einen stetig ansteigenden Spannungsbogen – zwar nicht so enorm wie bei einem Krimi – aber der Leser wird doch immer wieder bzw. immer weiter in die Geschichte eingebunden, sodass ein Weglegen des Buches beinah unmöglich ist, bis nicht auch die letzte Seite gelesen ist. Ist man in der Geschichte erst einmal eingelesen, dann lässt sich Das Lächeln des Leguans wirklich flüssig lesen und man versinkt in einer berührenden Geschichte, die durchaus auf wahre Begebenheiten basieren könnte. Man erlebt mit, wie das zarte Pflänzchen der Freundschaft zu einer wunderschönen Blume wird. Im Nachhinein – also nach dem Auslesen – denkt man ein wenig an eigenen wahren und ehrlichen Freunde … und wird so manch unangenehmen Gedankengang haben … . Abschließend möchte ich für Das Lächeln des Leguans 5 Sterne und eine Empfehlung aussprechen

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  • Rezension zu "Das Lächeln des Leguans" von Denis Thériault

    Das Lächeln des Leguans

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. March 2011 um 18:12

    Wie weit kann Freundschaft gehen? Sehr weit! Das beweist Denis Thériault in seinem neuen, großartigen Roman über zwei Jungs, von denen sich der eine in seiner Traumwelt verliert.

  • Rezension zu "Das Lächeln des Leguans" von Denis Thériault

    Das Lächeln des Leguans

    Zebrafink

    Ein außergewöhnliches Buch über eine Jugendfreundschaft in Canada. Sehr poetisch geschrieben. Zwei Jungen im Grundschulalter haben das gleiche Schicksal. Die Eltern des Ich-Erzählers sind mit dem Schneemobil verunglückt. Sein Vater ist tot und seine Mutter liegt seit dem im Koma. Luc, der andere Junge, lebt bei seinem Vater, dem Schweinehund, alleine. Seine Mutter ist kurz nach seiner Geburt verschollen.Die beiden Freunden sich an. Als Luc vom Schicksal der Mutter des Ich-Erzählers erfährt, will er sie kennenlernen und setzt seit dem alles daran, sie aus dem Koma zu holen. Dazu benutzen die beiden die Traumwelten und beeten zu einem ausgestopften Leguan. Der Ich-Erzähler träumt davon, dass er seinem, beim Unfall Enthaupteten Vater, einen neuen Kopf besorgen muß. Dies setzten sie tatsächlich in die Tat, um und fügen dem Sarg seines Vaters einen künstlichen Kopf bei. Kurz darauf erwacht die Mutter aus dem Koma. Luc wird nun in die Familie afgenommen, da sein Vater eh kein Interesse an ihm hat. Nun begeben sich die beiden auf die Suche nach Lucs Mutter, wobei auch dort die Träume helfen sollen. Luc träumt immer wieder, das es der Prinz eines Unterwasservolkes ist und seine Mutter nun dort lebt. Aber ihr Suche bleibt weiterhin erfolglos, doch Luc verstrickt sich immer mehr in seiner Traumwelt und verliert sich am Ende in dieser. Die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt.

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  • Rezension zu "Das Lächeln des Leguans" von Denis Thériault

    Das Lächeln des Leguans

    Ailis

    Dieses Buch spaltet mich: da gibt es die eine Seite in mir, die von der poetischen Sprache und der zauberhaften Geschichte überzeugt sein möchte, aber auch die andere Seite, die zwischendurch immer wieder Zweifel an diesen Ausrufen des Gefallens aufkommen lässt. Denis Thériault erzählt in seinem Roman die Geschichte zweier Jungs, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben: der Ich-Erzähler, der namenlos bleibt, ist ein ruhiger und unauffälliger Junge, wohingegen Luc zwar auch ruhig ist, aber sicher alles andere als unauffällig. Was die beiden verbindet ist ihr Außenseiterstatus und die Tatsache, dass beide mehr oder weniger elternlos sind. Der Vater des Ich-Erzählers ist bei einem Unfall mit dem Schneemobil gestorben, die Mutter liegt seither im Koma. Luc lebt bei seinem brutalen und lieblosen Vater, den er nur den Schweinehund nennt, und träumt von seiner Mutter, die kurz nach seiner Geburt verschwunden ist. Das Dorf ist sich sicher, dass Lucs Mutter im Meer ertrunken ist, doch Luc glaubt fest daran, dass sie noch lebt und nur darauf wartet, von ihm gefunden zu werden. Doch in Lucs Phantasie ist seine Mutter keine Sterbliche, sondern eine Sirene, die beim Wasservolk der Ftan auf ihn wartet. Immer mehr stürzt der Junge sich in diese Träume, um der grausamen Realität zu entkommen und auch sein Freund, der Erzähler dieser Geschichte, ist immer mehr gefangen von Lucs Wissen über Träume und deren Macht. Unter Lucs Anweisung erhofft er sich, dass seine Träume auch ihm den Weg weisen können, wie er seine Mutter aus ihrem ewigen Schlaf erwecken kann. Diese beiden Jungen klammern sich in ihrer inneren Einsamkeit aneinander und erschaffen sich in ihren Träumen und Phantasien einen Raum, in dem die kalte und trostlose Realität keinen Platz hat. Doch diese Flucht vor dem Leben hat auch seine dunklen Seiten, die der Ich-Erzähler bald zu spüren bekommt, denn sein Freund Luc verliert sich auf der nebligen Grenze zur Traumwelt und droht zu straucheln. Denis Thériaults Sprache ist poetisch und voller Bilder, genau das, was diese Geschichte auch braucht. Doch manchmal nimmt die Handlung einen Lauf, der mir zu phantastisch ist: dass Dinge, die wir in Träumen tun, Einfluss auf das wahre Leben haben, ist mir einfach zu spirituell. Prinzipiell mag ich es nicht, wenn ein Roman, der keine Fantasy sein soll, in ebendieses Genre abdriftet - aber das ist ganz klar eine Frage des persönlichen Geschmacks.

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